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 Living on a guitar´s strings

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Mrs Lovett
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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   So Jun 17, 2012 11:13 pm

Chris trottete seinem Freund hinterher, leise vor sich hingähend, bis er sein Zimmer erreichte. Es war schwach beleuchtet vom Licht der Laternen auf der Straße, welche sich unmittelbar bei seinem Fenster befanden; es war angenehm und mittlerweile gar nicht mehr wegzudenken, diese wohlige halbdunkle Atmosphäre, die etwas beruhigendes in sich trug.
Der Blonde war viel zu müde und auch viel zu demotiviert um sich andere Sachen aus dem Kleiderberg rauszuholen, so entledigte er sich nur seiner löchrigen Jeans, behielt als viel zu große Shirt samt Boxershorts an, würde schon reichen, schließlich war es Nachts wenigstens etwas kühler als sonst. „Oh du schönes Bett!“, murmelte er diesem Lächelnd entgegen, ließ seinen Blick über das gesamte Möbelstück gleiten und blieb beim Anblick Ethans hängen. Irgendwie war es ungewohnt ihn in seinem Bett zu sehen aber wohl definitiv etwas, was er sich schon lange erträumt hatte und so verlor der Grünäugige keine Zeit, krabbelte schnell unter die Decke und kuschelte sich sogleich an seinen Freund heran, welcher wohl genau das Selbe im Sinn hatte. Mit seinen Fingern fuhr er sanft über den Rücken, schloss für einen Augenblick die Augen und öffnete diese rasch, nur um zu sehen, ob Ethan wirklich noch da war- und er war da!
Ein zufriedenes Lächeln bildete sich auf den blassen Lippen des Hippies als er zu ihm hochschaute.
Bei diesem Anblick konnte man gar nicht anders, als zu lächeln, wahrscheinlich würde morgen sein Kiefer unglaublich schmerzen, so oft wie heute seine Mundwinkel nach oben rutschten und drohten für immer diese Haltung beizubehalten..
Chris zog sich leicht hoch um auf der gleichen Höhe wie Ethan zu sein, drückte seine Lippen gegen die seines Geliebten und ließ erst nach einer ganzen Weile von ihm ab, zu groß war der Wunsch gewesen für immer so zu verharren. Wer brauchte schon Luft zum atmen?!
„Gute Nacht, mein Herz.“, säuselte er ihm leise entgegen, küsste anschließend sanft seine Stirn, ehe der Blonde wieder langsam nach unten rutschte, seinen Kopf in der Brust des Arztes vergrub, mit jedem Einatmen seinen Duft verspürend, gemischt mit dem Geruch von Waschpulver und irgendwo konnte er sich selbst in Ethan riechen.
Die wunderbaren Wahrnehmungen und jede Kleinigkeit, die ihm an Ethan zum ersten Mal auffielen, verschwammen langsam in seinen Gedanken, jedes Geräusch, das aus dem Fenster in sein Zimmer drang, hörte der junge Mann gar nicht nur, nur der Herzschlag seines Mitbewohners, welcher ihn beruhigte, war zu vernehmen und verführte den Hippie dazu, endlich loszulassen und einfach einzuschlafen. Er hatte sich nicht dagegen gewehrt, er hatte sich in keiner Ecke vergraben. Klar, sein weniger schönes Gesicht und die teilweise aufblitzenden Momente, wenn er die Augen schloss- sie alle waren noch da und belasteten ihn, doch nicht mehr so stark, dass er in Tränen ausbrechen musste oder dass ihn die Angst packte- nein, er konnte es wegdenken und mit diesem wunderbaren Gefühl und mit Ethan in seiner Nähe, war beinahe alles perfekt.
Nur leider nur beinahe- trotz des Schutzes und der Ahnung, dass er die Nacht über nicht alleine verbringen musste, plagten ihn weiterhin unangenehme Alpträume, die an seiner Seele nagten und aus denen er nicht erwachen konnte. Es waren immer dieselben Bilder, wie der junge Chris von Männern mit hässlichen Fratzen eingeengt wurde und wie sie ihm Ethan wegnahmen und verschleppten. Sein Körper war unruhig und zuckte oft zusammen, erst in den frühen Morgenstunden riss der Hippie seine Augen auf, gebadet in eiskalten Angstschweiß und dem leichten Anflug von Panik, welcher jedoch schnell verflog, als die grünen Augen den schlafenden Arzt neben ihm erblickten. Er sah so ruhig und friedlich aus, dass der Blonde leicht lächeln musste und vor allem war er immer noch bei ihm, was er immer noch nicht glauben konnte, es erschien einfach zu schön um wahr zu sein.
Auch fühlte er immer noch die Berührungen und die Wärme und trotz seiner wahrscheinlich nicht sonderlich ruhigen Bewegungen im Schlafe, schien er nicht von ihm losgelassen zu haben. Erneut fühlte er sich sicherer als je zuvor, klar konnte Ethan seine Träume nicht ganz verbannen, aber seine Anwesenheit verkürzte sie, um sehr sehr viele Stunden.
A propos- der schmale Körper drehte sich langsam zur anderen Seite, der Blick lag starr auf dem Wecker neben ihm auf dem kleinen, unordentlichen Nachtschränkchen. Es war bereits acht Uhr, Chris wusste nicht, wann er das letzte Mal so früh wach geworden ist und zum ersten Mal fühlte es sich gut an, so, als ob er ausgeschlafen wäre.
Langsam erhob sich der Hippie von seinem Bett, deckte seinen Geliebten sanft vor dem Verlassen zu, kurz sein Haar küssend. Er wollte ihn um keinen Preis aufwecken, zu schön war der Anblick, der ihm da den Morgen verzauberte, zu sehr hatte sich der Dunkelhaarige die paar weiteren Stunden Schlaf verdient, deswegen sollte er ruhig weiter hier liegen, Chris könnte sich solange nützlich machen.


Und genau das tat er auch, nach einer ausgiebigen Dusche natürlich!
Mit noch feuchtem Haar kramte er in der Küche nach Sachen zusammen, während im Hintergrund angenehme Klänge des Radios ertönten. Es war bereits warm und Chris musste einen Ventilator anschmeißen, damit er anständig vor dem Herd was kochen konnte, ohne selbst wie Eiscreme einzugehen und sich in Suppe zu verwandeln.
Klar, er konnte nicht gut kochen aber für Rührei und ein paar Pancakes war er noch zu gebrauchen. Er hätte für Ethan auch etwas Speck angebraten, doch die Hemmungen, alleine das Fleisch anzufassen, waren viel zu groß. Dann musste er sich eben fleischlos am Morgen ernähren.
Chris konnte es kaum glauben, dass er gerade für Ethan Essen machte und dass sie nachts gemeinsam in seinem Bett schliefen und dass er seine Gefühle erwiderte, dass sie wirklich zusammen waren! Grinsend schwang er die Hüften hin und her im Takt der Musik, zum ersten Mal wohl glücklicher als je zuvor.

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Kauzi
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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Mo Jun 18, 2012 4:46 pm

Selbst die Nacht, von der Ethan ja aktiv nicht einmal etwas mitbekam, schien viel zu schnell herum zu gehen. Eingeschlafen war er ziemlich schnell, zum einen, weil er unglaublich müde gewesen war, zum anderen, weil Chris, der sich so nah an ihn kuschelte, ihm ein so beruhigendes Gefühl verschaffte, dass er gar nicht anders konnte, als kurz nach ihm ebenfalls einzuschlafen. Die Wärme von Chris´ Körper empfand er entgegen aller Befürchtungen überhaupt nicht als störend, und so schaffte er es sogar, die ganze Nacht seelenruhig durchzuschlafen. Nicht einmal Alpträume plagten ihn, dabei wäre das keine Seltenheit gewesen, im Krankenhaus hatte er oftmals schlecht geschlafen, weil ihn monströse Fratzen im Schlaf heimgesucht hatten. Manchmal hatten ihm diese Träume sogar beinahe physische Schmerzen verursacht. Aber nun war es anders, nun hatte er einen beruhigenden, traumlosen Schlaf. Nur einmal war er mitten in der Nacht kurz aufgewacht, kaum etwas realisierend hatte er nicht einmal auf den Wecker geschaut. Er war einfach nur erleichtert gewesen, dass Chris neben ihm lag, dass alles kein schöner Traum gewesen war, der nur allzu schnell vorbei war. Er zog nur kurz die Bettdecke wieder zurecht, schloss die Arme wieder fester um Chris und war schnell wieder eingeschlafen.
Was ihn am nächsten Morgen weckte, das wusste er nicht s ganz genau, vielleicht war er einfach ausgeschlafen, denn als er sich langsam so im Bett streckte, merkte er schon, dass die Müdigkeit der letzten Tage vollkommen von ihm abgefallen war. Er gähnte ausgiebig, seine Hand tastete noch etwas blind neben sich, doch als er nur die Laken ertastete, wurde er schlagartig wach, riss die Augen auf und blickte sich besorgt um, da er Chris nirgendwo sehen konnte. Hatte er doch alles nur geträumt? Oder war Chris wieder seinen Ängsten erlegen und abgehauen? Aber das machte doch alles keinen Sinn. Er warf einen kurzen Blick auf den Wecker, es war gerade mal neun Uhr, aber die Tatsache, dass er nicht mit Chris an seiner Seite aufgewacht war verhinderte, dass er nun zufrieden weiterschlafen konnte. Etwas mühsam erhob er sich, zog die Augenbrauen zusammen, als er Musik aus der Küche hörte. Vielleicht war ja doch alles nicht so schlimm, er war es von sich selbst ja gar nicht gewohnt, dass er sich so schnell aus der Ruhe bringen ließ.
Als er Chris dann so in der Küche sah, musste er sich ein Grinsen doch verkneifen. Es war erstens ungewöhnlich, dass der Hippie so früh aufstand, und außerdem war Ethan eher der, der kochte. Was nicht hieß, dass er sich nicht über den Geruch von Rührei freute. Dennoch war sein Ton leicht beleidigt, als er Chris einen guten Morgen wünschte und sich gähnend am Frühstückstisch niederließ.
„Ich wollte neben dir wach werden“, brummte er bekümmert und malte mit den Fingern die Holzmaserung des Tisches nach, bevor er sich etwas unschlüssig erhob und näher an den Hippie herantrat. Er roch nach Duschgel, frisch gewaschen, im Gegensatz zu Ethan, der noch ein wenig den Muff der Nacht an sich hatte.
„Hättest du nicht noch mit mir liegen bleiben können?“
Er setzte eine flehende Miene auf und zog Chris an seinem T-Shirt etwas näher zu sich heran, ihm einen kurzen Morgenkuss gebend. Er hatte sich noch nicht die Zähne geputzt, und er wollte dem Hippie seinen Atem nicht länger als nötig zumuten.

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Mrs Lovett
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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Mo Jun 18, 2012 9:37 pm

Eigentlich war Kochen ja gar nicht so lästig aber vielleicht empfand er es auch einfach nur so, weil er dies für jemanden tat, der ihm wichtiger als die Welt war und es war ein schönes Gefühl, wenn man jemanden mit solchen kleinen Dingen eine Freude bereiten konnte, das machte Chris glücklicher als alles andere- das Glück anderer!
Mit einem weiteren Hüftschwung machte sich der Blonde dran, das Rührei zwischen zwei Teller aufzuteilen, stapelte den letzten Pancake auf den kleinen Berg auf einem anderen Teller ehe seine Ohren Geräusche vernahmen. Ruckartig drehte er sich um, musste bei dem Anblick seines Mitbewohners lächeln. „Ich hoffe ich habe dich nicht geweckt.“, summte die Stimme melodisch, er warf Ethan einen weiteren flüchtigen Blick zu, balancierte währenddessen die Teller geschickt zum Küchentisch, stellte sie leise ab. Es roch wirklich gut, da hatte der Hippie sich wahrlich selbst übertroffen- wobei..sie haben noch nichts von alldem probiert, vielleicht schmeckte es ja auch unglaublich widerlich, man wusste es nicht.
Chris hatte den negativ besetzten Unterton in der Stimme des Arztes mitbekommen, blickte ein weiteres Mal hoch zu dem Älteren, die Stirn in Falten legend. War etwas geschehen? Hatte der Blonde vielleicht etwas falsch gemacht, irgendwas schlimmes in der Nacht, was er nicht hätte tun sollen oder war es Ethan doch zu viel gewesen, mit ihm zusammen zu sein, vielleicht kam in der Nacht die Einsicht, er wollte ihn gerade fragen, was denn los war, als man ihm auch wie gewünscht die Antwort servierte.
Und was für eine niedliche Antwort das war. Ein grinsen stahl sich auf die jugendlichen Züge des Jüngeren. Das war ja das Gegenteil von dem Gedachten und es war noch so unglaublich süß, dass er ihm beinahe in die Wangen gekniffen hätte, wie eine alte Großmutter, doch er ließ es sein, musterte den Dunkelhaarigen ausgiebig, wie er da vor ihm stand und schmollte, weil man ihn für eine Stunde alleine gelassen hatte. Ach, hatte er denn noch nie eine Beziehung gehabt, eine, wo man den Geliebten schlafen ließ und statt zu gammeln lieber etwas für ihn tat? Und außerdem- es würden so viele andere Morgen kommen, wo sie gemeinsam bis zu den Mittagsstunden im Bett verbringen konnten, wenn nicht sogar länger. Sie hatten noch so vieles vor sich, sie würden für alles noch so viel Zeit für all die Dinge, die Paare nun einmal taten.
Und da wurde Chris etwas klar- in all den Jahren, die sie gemeinsam in der Wohnung verbracht hatten, hatte er Ethan noch nie lange mit einer Frau gesehen, generell waren wenige Frauen in der Wohnung zu finden gewesen. Nie war aus der Dusche ein Kichern zu hören, ein angenehmes Stimmengewirr aus zwei Personen, nie hörte er grazile Tappser im Flur, auch war nie die Couch von einem kuschelnden Pärchen besetzt gewesen, die sich in einer Decke eingekuddelt irgendeinen Liebesfilm anschauten.
War Ethan je mit jemanden zusammen gewesen, so…so richtig?! War dies etwa seine allererste anständige Beziehung? Oder wusste er einfach nicht, wie man mit einem Mann in der Position umging.
Der Kuss des Arztes riss ihn wieder zurück in die Realität, Chris konnte ihn nur kurz erwidern, als man von ihm losließ.
„Tut mir Leid, mein Herz.“, setzte er anschließend an, mit einer entschuldigenden Miene seinen Freund anschauend. „Aber du warst so süß als du geschlafen hast und ich dachte, ich mache mich nützlich.“, fügte der Hippie anschließend hinzu, legte seine Arme um den Hals des Älteren, küsste ihn zur Entschuldigung innig, während sich sein Körper stärker gegen ihn presste. Ihm war es egal, ob Ethan einen minzfrischen Atmen, wie die Werbung es immer versprochen hatte, hatte oder nicht.
„Und du wirst noch so oft neben mir aufwachen, irgendwann wirst du dir wünschen, dass ich nicht mehr da wäre.“, lachte der Blonde, ließ wieder von Ethan ab, mit einer Hand auf das Frühstück deutend. „Und nun geh‘ dich waschen und dann essen wir, los los, es wird kalt!“

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Kauzi
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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Mo Jun 18, 2012 10:29 pm

Ethan konnte Chris einfach nicht lange böse sein, schon gar nicht beim Anblick und beim Geruch der Pancakes, die er für ihn gemacht hatte. Er war immerhin nicht aufgestanden, weil er seine Nähe nicht ertragen konnte, sondern, weil er etwas für ihn hatte machen wollen. Weil er ihn nunmal liebte. Es fühlte sich immer noch so seltsam und gleichzeitig unglaublich angenehm an, das auch nur zu denken. Ethan war schnell besänftigt und lächelte Chris leicht an. Er konnte sich kaum vorstellen, das irgendjemand das Wort „süß“ auf ihn anwendete, aber bei dem Hippie schien es irgendwie nicht ganz so merkwürdig zu sein. Er erwiderte seinen Kuss, seine Hände fuhren unter Chris´ T-Shirt und strichen über seinen nackten Rücken. Er hatte nun mal noch nicht wirklich viele Beziehungen gehabt, und schon gar keine ernsthaften. Wann denn auch, war doch bis jetzt solch ein Großteil seines Lebens vom Militär bestimmt gewesen. Wenn er mit einer Frau zusammen gewesen war, dann war außer einem kurzen One-Night-Stand nach einem obligatorischen Date nie viel passiert. Er hatte einfach nie das Gefühl gehabt, dass die Richtige dabei gewesen war. Und mit Chris war das auf einmal alles anders, mit dem Hippie musste er anfangen, eine Beziehung im Alltag zu führen. Eine Beziehung, bei der man sich länger sah als mal eine Nacht.
„Ist schon okay, die Pancakes schmecken sicher herrlich“, summte er, und löste sich nur sehr langsam von Chris. Er wollte diese rosarote Phase, in der sie nur aufeinanderhängen und herumturteln konnten möglichst lange ausnutzen, bevor unter Umständen noch der Alltag in ihre Beziehung einkehrte. Beinahe etwas entsetzt blickte Ethan Chris deshalb bei seinen nächsten Worten an und schüttelte reflexartig heftig den Kopf.
„Das werde ich mir bestimmt nie wünschen“, stieß er empört aus, und blickte Chris tadelnd an, dann jedoch seinem Rat folgend. Er wollte die Pancakes, die extra für ihn gemacht worden waren, auch genießen konnte, dafür sollte der muffige Geschmack in seinem Mund verschwinden. Er putzte sich nur schnell die Zähne, ließ kaltes Wasser über sein Gesicht laufen und zog ein frisches T-Shirt an. So fühlte er sich wenigstens etwas erfrischt und hatte das allgemeine Morgengefühl schon etwas abgeschüttelt. So wirklich Lust sich anzuziehen hatte er nicht, und so suchte er sich eine möglichst weite Jeanshose heraus, damit er wenigstens das Gefühl hatte, einen faulen Tag zu verbringen.
Die Pancakes waren lecker, und selbst wären sie es nicht gewesen, Ethan hätte sie nicht weniger heruntergeschlungen.
„Gut zu wissen, dass du auch kochen kannst, dann kann ich mich ja in Zukunft etwas mehr auf die faule Haut legen“, lachte Ethan mit halbvollem Mund. Die Teller waren schnell leergegessen, der Arzt lehnte sich zufrieden zurück. Mit einem Auge schielte er zur Spüle.
„Heute kommen wir um den Abwasch aber nicht herum“, sagte er mit leicht tadelnder Stimme.

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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Mo Jun 18, 2012 11:03 pm

Es war ein unglaublich toller Anblick, Ethan dabei zusehen zu können, wie er sein Essen mit Genuss und auch Hunger zu sich nahm, wahrscheinlich sah er gestern genauso aus, als man ihm endlich etwas Anständiges aufgetischt hatte.
Und tatsächlich schmeckte das alles gar nicht mal so schlecht, der Geruch hatte sie nicht getäuscht und zur Ausnahme musste Chris sich selbst einmal auf die Schulter klopfen- er konnte Menschen wirklich eine Freude am Morgen bereiten, ach er war so ein Friedensstifter! Verträumt beobachteten die grünen Augen seinen Geliebten, folgten jeder Bewegung, die er machte und jedes Mal, wenn sich ihre Blicke trafen, musste der Blonde wie ein Teenager breit lächeln. Wann war er das letzte Mal nur so unglaublich in jemanden verliebt gewesen, dass die Hitze ihn schon überfiel, wenn er auch nur in einem Raum mit ihm war, an einem Tisch saß. Und diesmal hatte es nicht einmal etwas mit der Wärme da draußen zu tun gehabt, die spürte er eigentlich gar nicht mehr so genau und der surrende Ventilator machte das alles zusätzlich noch erträglicher.
Nein, diese Hitzewallungen waren andere, sie brachten sein Blut zum kochen und es kribbelte stark in den Fingerspitzen, im Bauch. Chris freute sich schon auf die Momente, die sie gemeinsam verbringen konnte, diese klitzekleinen Beziehungsdinger, sei es nur ein eifersüchtiger Blick von Ethan, wenn der Hippie einen Fremden zu einem Kuss in seine Arme schloss, er war ein so liebender Mensch, aber bei dem Gedanken daran, Eifersucht in ihm wecken zu können- es war so zuckersüß und verlockend, sein kleiner, innerer Teufelchen wollte das unbedingt irgendwann einmal ausprobieren, nur so, um sich über diesen Gefühlsausbruch zu freuen, sollte er wirklich jemals präsent werden.
Der Jüngere war sich mehr als nur sicher, dass das, was sie hatten, niemals langweilig werden würde, weil bis jetzt keine Beziehung mit ihm an Routine gewonnen hatte und weil Chris‘ Liebe einfach zu stark war!
„Eigentlich kann ich gar nicht kochen, das hat mir meine Nanny damals beigebracht, sie sagte immer, wenn ich jemals eine Frau finden werde, wird sie es lieben, wenn ich ihr das Frühstück mache.“, Chris musste grinsen. Dass er dies bei keiner Frau, sondern bei einem waschechten Mann ausnutzte- seine Nanny hätte sich im Grabe umgedreht, wobei sie wahrscheinlich vor ihm bemerkt hatte, dass er kein typischer Junge war. Aber ihr Rat war erfolgreich und seine neue Lady Ethan- er musste schmunzeln bei dem Gedanken- war wohl auch ganz angetan davon.
Doch erneut wurde dieser schöne Moment, der eigentlich niemals enden sollte, von dem bösartigen Monster namens Geschirr eingeholt.
Ein lautes Seufzen entwich seiner Kehle, als er den Blick auf das schmutzige Geschirr schweifen ließ. Es war ein Wunder, dass er heute noch Teller und alles gefunden hatte aber nun war da ein riesiger Berg, der darauf wartete, gewaschen zu werden!
„Ach Menno!“, murmelte der Blonde, theatralisch die Teller anschmollend. Er wollte protestieren und mit ein paar betörenden Küssen Ethan versuchen herumzukriegen, doch er wusste, dass diesmal keine Betörung der Welt etwas dagegen anrichten könnte- hier musste wieder gespült werden und das meiste war sowieso von Chris gewesen, also konnte er sich auch dieser ekligen Aufgabe bemächtigen.
„Naja…Recht hast du wahrscheinlich, auch wenn das blöd ist und ich mach das nur für dich und nur das eine Mal.“, er hob mahnend den Finger, setzte einen ernsten Gesichtsausdruck auf, ehe der schmale Körper sich langsam vom Stuhl erhob und sich an den Abwasch machte.
Vorher wurden natürlich noch ein paar quietschgelbe Gummihandschuhe angezogen- er wollte seine Hände vor dem Waschmittel und dem Wasser schützen, es tat ihm einfach nicht gut, außerdem hatte der Hippie langsam Angst vor dem Dreck, der auf den Tellern und Pfannen und Schüsseln festsaß. Vielleicht griff es ihn an!
Es war eine unglaublich schäumende Angelegenheit, aber es machte Spaß- Chris liebte es übermäßig Schaum zu produzieren, den er giggelnd ins Gesicht seines Geliebten pustete.
Und irgendwann war auch endlich der letzte Teller blitzblank gewaschen und lag zum Trocknen auf der dazugehörigen Fläche. Chris wusch sich den imaginären Schweiß aus der Stirn, zog sich langsam die Handschuhe aus, auf den Küchentisch schmeißend.
„Sei stolz auf mich, Eth. Ich bin der Gott des Abwaschs!“, ein zufriedenes Lächeln zierte das Gesicht des junge Mannes, als er sich seinem Freund zuwandte. Die Arme vor der Brust verschränkt und einer triumphierenden Miene über seine errichtete Arbeit musterte er den Älteren eine Weile lang geistesabwesend.
„Ich verdiene mindestens einen Keks oder Brownies.“

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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Di Jun 19, 2012 1:55 pm

Ethan lächelte Chris leicht an, er wusste, dass Ordnung nicht gerade sein Steckenpferd war, aber dass er sich für ihn trotzdem an den Abwasch machte, wusste er zu schätzen. Drum herum gekommen wären sie heute eh nicht, wenn er sich den Berg auf der Spüle so ansah, dann konnten sie kaum noch sauberes Geschirr in den Schränken haben. Der Arzt kam sich dabei zwar ein wenig dreist vor, doch er blieb am Tisch sitzen und beobachtete den Hippie dabei, wie er nicht nur das Spülbecken mit einer Unzahl an Seifenblasen füllte. Immerhin hatte er den Großteil des schmutzigen Geschirrs produziert, und ein klein wenig Ordnung konnte er ja auch lernen. Darauf legte Ethan nämlich eigentlich großen Wert. Vermutlich hatte Chris das auch nie so wirklich gelernt, denn so viel, wie Ethan bis jetzt mitbekommen hatte, kam der Hippie eigentlich aus einer steinreichen Familie und hatte sich ergo selten selbst um etwas kümmern müssen. Es war wirklich erstaunlich, wie sehr ein Mensch aus seiner Familie herausschlagen konnte. So völlig verstoßen haben konnten seine Eltern ihn wohl nicht, immerhin bekam er immer noch Geld zum Leben von ihnen, aber so selten, wie Chris über sie sprach oder generell Kontakt zu ihnen hatte, konnte Ethan sich nicht vorstellen, dass sie sich über ihren aus der Art geschlagenen Sohn wirklich freuten. Ethan hatte noch so viel Kontakt zu seinem Vater, wie es nur irgend ging, aber dadurch, dass er am anderen Ende des Landes lebte, konnten sie sich nicht besonders oft sehen. Solche Treffen waren für Feste wie Weihnachten und Ostern reserviert.
Chris Stimme riss ihn aus seinen Gedanken, er hatte überhaupt nicht mitbekommen, dass er beinahe mit Spülen fertig geworden war. Der stolze Blick zauberte ihm ein Lächeln auf die Lippen, und er erhob sich langsam. Es war eine wahre Wohltat, den Hippie in solch guter Laune zu sehen, so musste das einfach sein, Ethan hätte sich nicht vorstellen können, wie es hätte laufen sollen, wenn diese Bastarde ihm wirklich seine Lebensfreude genommen hätten. Das Glück darüber, dass sie das überstanden hatten, und nun auch noch mit einer solchen Beziehung belohnt worden waren, überschwemmte den Arzt auf einen Schlag mit unglaublicher Freude, es war ein heißes, wohliges Kribbeln, das sich von seinem Bauch bis in seine Fingerspitzen ausbreitete.
„Ich bin stolz auf dich, Chris. Aber meinst du nicht, du hast dir eine bessere Belohnung verdient als einen trockenen Keks?“, fragte er grinsend, und drückte Chris leicht gegen die Küchenfront, als er ihm einen langen, innigen Kuss gab. Abermals fuhren seine Hände unter sein Shirt, und er biss ihm leicht auf die Unterlippe. Irgendwie war es mit Chris nicht einmal wirklich anders als mit einer Frau, und das auf eine sehr, sehr positive Art und Weise. Ohne lange darüber nachzudenken packte er ihn an der Hüfte und setzte ihn vor sich auf die Anrichte der Küche. Er hielt einen Moment inne und blickte ihn entschuldigend an.
„Du bist einfach zu klein“, grinste er und legte seine Arme wieder um seinen Nacken, um ihn noch einmal zu küssen. Er konnte einfach nicht genug von ihm bekommen.
"Gibs zu, das ist eine viel bessere Belohnung", hauchte er leise an seinem Ohr, bevor er leicht an diesem knabberte.

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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Di Jun 19, 2012 8:09 pm

Chris ließ sich auf die Nähe ein, spürte wie Ethans Fingerspitzen sanft seine nackte Haut berührten, ihn beinahe zum Beben brachte, so gut hatte es sich angefühlt. Wie konnte man so etwas als nicht richtig empfinden, wenn es sich doch so anfühlte, wenn es genauso echt war wie jede normale kleine Beziehung da draußen zwischen Mann und Frau.
Der Hippie wusste schon lange, dass er alles Mögliche tun musste, damit seine Spezies leben konnte, aber jetzt erst bekam das alles einen Grund, er hatte endlich einen Grund für eine tolerantere Zukunft- er hatte endlich die Liebe seines Lebens gefunden und sie war es wert, dass man für sie kämpfte, mit allen Mitteln, so stark und so lang dieser Kampf auch sein mochte, Chris würde vom heutigen Tage alles tun, damit sie gemeinsam in einem Tanzschuppen tanzen konnten, ohne abschätzig angeschaut zu werden, damit sie händchenhaltend am Park spazieren gingen und keine alten Greise aus vergangenen Zeiten ihnen irgendwelche Sachen wie ‚Ihr werdet in der Hölle für eure Unzucht büßen!‘- dann würden sie eben zur Hölle fahren, gemeinsam konnte ihnen kein Feuer etwas antun.
Ein wenig überrascht verzogen sich die Lippen des jungen Mannes als sein Geliebter ihm solch einen Kuss schenkte. Es wurde heiß in seiner Brust, wie Lava pulsierte sein Blut durch die Venen und Chris wurde abermals rot um die Nase. Das waren Seiten, die er von seinem Ethan gar nicht kannte, nun..eigentlich war das nur die Seite, die er von ihm kannte- Ethan, der dominante Mann, der immer die Fassung hatte- aber in dieser Situation war es wahrlich etwas Neues, etwas Angenehmes- der Blonde liebte Menschen, die die Oberhand gewinnen konnten, er liebte es, wenn sie seinen Körper mit Leichtigkeit hochheben konnten.
Chris stieß ein leises Quietschen aus, als der Ältere ihn anhob und auf die Arbeitsplatte absetzte, warf ihm einen aufgesetzt wütenden Blick entgegen, als seine Ohren die Bemerkung über seine Körpergröße erhörten, lachte anschließend jedoch seinen Freund laut an, umklammerte seinen Körper mit den langen Beinen, zog ihn so noch näher an ihn heran, wenn es denn noch möglich war. „Du kannst mich so oft du willst irgendwo hinsetzen.“, murmelte er breit grinsend, strich ihm mit einer Hand sanft über das dunkle Haar, seufzte anschließend zufrieden auf, als der Arzt ihn erneut zu einem Kuss zog.
Er bekam Gänsehaut, als sein Geliebter ihn sein Ohr hauchte, die Härchen stellten sich wie bei einer Bürste auf und ein angenehmer Schauer kroch die Wirbelsäule herunter.
„Das ist die mit Abstand beste Belohnung, die man bekommen kann.“, säuselte der Grünäugige lächelnd, legte die Arme um Ethans Schultern, vergrub seine Nägel in seinem Nacken, als sein Ohrläppchen zwischen den fremden Zähnen festsaß.
Chris musste schlucken, das alles machte ihn verrückt und wuschig, dass er nicht wusste, was er mit sich selbst tun sollte, wie er dieses Beben seines Körpers, diese wallende Hitze loswerden konnte.
Der Blondschopf beugte sich langsam herüber, küsste sanft den Nacken des ehemaligen Soldaten, biss sanft mit seinen Zähnen hinein, wie ein Blutsauger aus all diesen Schauergeschichten, arbeitete sich mit seinen Lippen langsam hoch, ließ dabei kaum eine Stelle frei, die er mit seinen Küssen benetzte, bis Chris endlich bei seinen Lieblinglippen angelangt war. Ein weiteres Lächeln stahl sich auf die Lippen des Hippies, ehe er seinem Geliebten sanft mit der Zungenspitze über die Lippen leckte, ihn anschließend zu einem Kuss an sich ziehend. Sein Herz pochte so laut in der Brust, dass der Blonde Angst hatte, es würde explodieren und die Rippen mit sich rausreissen aber beruhigen konnte sich Chris jetzt ganz bestimmt nicht.
Mit seiner Zunge drang er vorsichtig in den Mund des anderen, streifte die wunderbaren Zähne Ethans, seufzte erneut auf und drückte seinen Körper noch stärker gegen den makellosen, muskulösen seines Freundes. Er dankte der Army für diese Muskeln! Natürlich hätte Ethan auch ohne dieser bei Chris in allen Hinsichten gepunktet aber ein kleiner Bonus war wahrscheinlich nie verkehrt und dieser Bonus war mehr als man wollte.
Ungern ließ der Kleinere von seinem Mitbewohner ab, doch auch er musste atmen. Leise keuchend blickte er in Ethans endlos schönen Augen, sah sich selbst lächeln.
„Du machst mich wahnsinnig, Eth! Wirklich wahnsinnig- wo hast du das alles gelernt?!“

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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Di Jun 19, 2012 10:42 pm

Ethan hatte beinahe das Gefühl, dass er Chris´ Herz rasen hören konnte. Dabei erging es ihm nicht großartig anders, als der Hippie seine Lippen über seinen Nacken wandern ließ, und ihn schließlich innig küsste. Keine Frau hatte ihn jemals so aus der Fassung gebracht, wie Chris es mit nur ein paar Berührungen tat. Er konnte sich einfach nicht mit dem Gedanken abfinden, dass das, was sie hier miteinander teilten, etwas verbotenes sein sollte. Er genoss Chris´ Körper so nah an sich, wie er die Beine um ihn geschlungen hatte. Ethan mochte es einfach, wenn der Hippie so sehr ihm gehörte, wenn er ihm so nahe war. Er würde seine offenherzige Art in Zukunft vielleicht ein wenig einstellen müssen, denn der Arzt war sich sehr sicher, dass er es überhaupt nicht würde ausstehen können, wenn Chris andere Männer umarmte oder ihnen sonst wie zu nahe kam. Allein der Gedanke daran versetzte ihm einen Stich, und so drückte er sich etwas enger an den Hippie heran. Der war mittlerweile mindestens genauso rot im Gesicht wie Ethan zu Anfang. Aber er hatte schnell erkannt, dass seine Beziehung zu Chris kaum anders war als die zu jeder Frau, die er bis jetzt hatte, und das gab ihm das nötige Selbstvertrauen, um wieder die Oberhand zu gewinnen, so wie es sich eigentlich auch gehörte. Es war wohl kaum in Frage zu stellen, wer in dieser Beziehung den männlichen Part übernehmen würde.
Ethan erwiderte Chris´ innigen Blick, verlor sich eine Weile lang in den grünen Augen und musste dann doch tatsächlich ehrlich auflachen auf seine Worte hin. In solchen Situationen war der Hippie einfach nur unglaublich niedlich, wenn er so ahnungslos und ein klein wenig naiv tat. Er nahm das schmalgeschnittene Gesicht zwischen seine Hände, lehnte seine Stirn gegen Chris´ und nagelte ihm mit seinem Blick beinahe fest.
„Es tut mir ja Leid, dir das so sagen zu müssen, aber ich hatte ja vor dir auch schon reichlich Zeit zum Üben“, sagte er neckisch und ließ seine Hände hinunterwandern, bis sie locker um seine Hüften lagen. Ein breites Grinsen zog sich über sein Gesicht, es gab doch hin und wieder Momente, da kamen ihm die Muskeln, die er sich in seiner langen Armeezeit antrainiert hatte, doch zugute. Er war nicht einmal unglaublich muskulös gebaut, keiner dieser aufgepumpten Muskelprotze, aber dennoch, die Kraft hatte er.
„Ein wenig unbequem ist die Küchenanrichte aber trotzdem, findest du nicht?“, zwinkerte er ihm leicht zu, und ohne Vorwarnung hob er ihn von der Anrichte hinunter, darauf vertrauend, dass er sich mit seinen Beinen gut festklammerte. Eine Hand hatte er um die zarte Hüfte gelegt, die andere war in Richtung von Chris Gesäß gewandert. Beiläufig stieß er mit dem Fuß die Tür zum Schlafzimmer auf, ließ den Hippie dann aufs Bett fallen, selbst über ihm kniend.
„Das hast du jetzt davon, dass du einfach ohne mich aufgestanden bist. Du entkommst mir nicht“, knurrte er neckend, während seine Lippen langsam von denen Chris´ seinen Hals hinunterwanderten. Er könnte den ganzen Tag so verbringen, er spürte ein heißes, erregendes Kribbeln durch seinen Körper gehen spüren und beugte sich noch etwas weiter zu Chris hinunter.

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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Di Jun 19, 2012 11:50 pm

„Naja, es gibt Orte, die sind…passender.“, schnurrte der Blonde ihm entgegen, bekam gar keine Chance noch etwas hinzuzufügen oder eine weitere zärtliche Berührung auszutauschen, als Ethan ihn plötzlich hochhob. Chris konnte nicht anders, als erneut ein leises Quietschen aus der Kehle zu lassen und ein anschließendes Kichern, während Arme und Beine sich noch stärker an den Körper klammerten und diese Wärme und sie spürbaren Muskeln genossen.
„Bitte, mach das jetzt für immer.“, wisperte er leise in sein Ohr, ließ sich ins Schlafzimmer tragen und genoss Ethans Atem auf seiner Haut, seinen Geruch, sein Dasein.
Fast schon traurig blickte er den Arzt an, als dieser ihn auf sein gutes, altes Bett schmiss, er hätte sich am liebsten noch länger von ihm umhertragen lassen, wobei das hier auch seine Reize hatte- und was für Reize! Der Blonde stieß ein lautes Lachen aus. „Glaub nicht, dass du mich so erziehen kannst.“, grinste er seinen Freund nur breit an, musterte unauffällig seinen Körper, wie er so über ihm hockte, so gewaltig erschien, so großartig, dass die Wärme erneut seinen Körper umhüllte, ihn zum Glühen brachte.
Chris schloss für einen Moment seine Augen, als die Lippen seines Geliebten erneut auf seinen lagen und später weitermachten, seine Haut berührten und jede Stelle beinahe zu brennen schien. Er glaubte für einen Moment, dass die Abdrücke der Lippen bleiben würden, so warm fühlten sich die Stellen an.
Die filigranen Finger vergruben sich im dunkelbraunen Haar, lustvoll biss sich der Hippie fest auf die Unterlippe, versuchte einige Laute, die in seiner Kehle festsaßen, zu unterdrücken. Ethan brachte ihn wirklich um den Verstand, vor allem löste er jede Blockade, die vorher je erbaut worden war. Der Blonde war sich bis gestern noch so sicher, dass er solche Dinge lange nicht mehr tun könnte, dass die Angst vor Schmerz und Ausnutzung so etwas niemals zulassen würde und nun fand er sich in seinem Bett wieder, gefangen zwischen den starken Schenkeln seines Mitbewohners, der mit seinen Lippen seinen Körper zum Beben brachte und es fühlte sich besser als alles andere auf der Welt an.
Hitze lag in der Luft, die eigen produzierte Hitze der beiden Leiber, die jede Sonne überbieten konnte, zumindest fühlte es sich in diesem Augenblick so an.
Es war erstaunlich wie schnell der Ältere die Schritte nach vorne machte, so als ob sie seit Jahren zusammen gewesen wären und irgendwo waren sie das auch, irgendwo waren sie schon immer zusammen und nun war auch endlich der letzte die letzte Stufe hinaufgestiegen, die nächste emotionale Ebene erreicht, wurde auch langsam Zeit!
Als der Körper seines Mitbewohners noch näher an ihm dran war, nutzte der Blonde die Gelegenheit, schlang seine Arme um die Hüfte des Arztes, wirbelte ihn herum und landete anschließend selbst auf ihm drauf, starrte ihn triumphierend von oben an. „Und wer ist jetzt der Boss?!“, mit einem dreckigen Lachen beugte sich Chris zu Ethan herunter, küsste ihn stürmisch, knabberte sanft an seiner Unterlippe während die Hände unter das Shirt des Arztes glitten, sanft über die harte Brust strichen und anschließend das Stück Stoff langsam nach oben schoben und, natürlich nur mit Hilfe von Ethan selbst, ganz vom Körper abstreiften und achtlos auf den Boden warfen. Seine Augen weiteten sich, als er auf den Oberkörper des Ex- Soldaten starrte, Er sah Narben, er sah immer noch einige Blutergüsse und spürte auch die Schuldgefühle aufblitzen und die leichte Angst, dass er ihm vielleicht die ganze Zeit wehtat, aber auf einer ganz verkorksten Art und Weise fand er es auch unglaublich attraktiv und sexuell anregend. Wow, und dabei waren Spuren von Gewalt etwas Schlimmes für ihn gewesen.
Wie man sich doch in solchen Augenblicken immer verhielt, wider der Prinzipien. Erneut strichen seine Hände über die für ihn perfekte Brust, ehe der Blonde sich wieder zu ihm herabbeugte, sanfte Küsse auf dieser verteilte, die Wärme und den Geruch in sich einsaugend. Bei den Wunden passte der junge Mann besonders auf, doch man sagte doch, dass man alles gesundküssen konnte, vielleicht schaffte es ja Chris mit seiner kleinen Methode auch, dass sein Freund bald wundlos herumspazieren konnte..
Die grünen Augen schauten kurz zu Ethans Gesicht auf, er verzog die Lippen zu einem zufriedenen Lächeln bei diesem Anblick, wanderte wieder leicht nach oben, damit er direkt in das Gesicht des Älteren blicken konnte, presste dabei seinen Körper gegen den des anderen, schob sein Knie zwischen seine Beine und küsste Ethan ein weiteres Mal so fest er nur konnte, denn er schmeckte einfach nur zu süß, sodass man nicht lange von ihm loslassen konnte. Der stieß ein überraschtes „Oooh!“ aus, als sein Knie bei einer leichten Bewegung nach vorn etwas vollkommen anderes bemerkte, worauf ein weiteres Grinsen darauf folgte, als er in die Augen des Arztes blickte. „Bereite ich dir etwa so eine große Freude zu?!“, hauchte er in seine Lippen, stupste sie mit der Zungenspitze leicht an, während sein Knie sich immer noch im Schritt des anderen lag. Er mochte dieses Gefühl, das Gefühl, dass er wirklich so heiß war, dass jemand durch ihn heiß wurde, doch er schritt nicht voran, stattdessen küsste er weiter jede Stelle von Ethans Gesicht und hinterließ ein paar lila schimmernde Flecken am Hals des Älteren auch wenn die Gefühle für ihn kaum auszuhalten waren und er glaubte jeden Augenblick explodieren zu müssen, so verrückt machte ihn das alles und die Tatsache, dass sein Freund soeben einen Steifen in der Hose hatte, machte das alles auch nicht leichter, es machte ihn nur noch wahnsinniger.

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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Mi Jun 20, 2012 11:05 am

Ethan war sich selbst gar nicht so sicher, warum alles auf einmal so schnell ging, und ob das wirklich schön alles seine Richtigkeit hatte, aber er konnte einfach nicht anders, als das alles bis aufs Äußerste zu genießen. Sein Blut schien beinahe zu kochen, und als Chris auf einmal über ihm war, stieß er ein kurzes, überraschtes Lachen aus, aber er ließ Chris einfach machen, er musste ihm die Überlegenheit einfach hin und wieder gönnen. Im ersten Moment hatte er dem Jüngeren nur zu gern dabei helfen wollen, den störenden Stoff loszuwerden, aber als sich seine Augen dann weiteten bei Anblick der Überbleibsel des Überfalls, war er kurz verunsichert, ob das jetzt alles kaputt gemacht hatte. Ob die Erinnerung an die Brutalität dieses Vorfalls zu viel für ihn war. Aber nach einer kurzen Besinnung schien Chris dem Gedanken daran schon fortgeschoben zu haben, denn er fuhr damit fort, ihn sanft zu küssen. Manchmal konnte er es nicht verhindern, dass ein kurzer Schmerz durch seine Brust zuckte, wenn Chris sich so darauf abstützte, aber er ließ sich nichts anmerken, er wollten den Moment um nichts in der Welt verderben. Er strich durch Chris´ lange Haare, verkrallten sich jedoch darin, als das Knie des Jüngeren in seinen Schritt wanderte. Er stieß ein leises Ächzen aus, die Überlegenheit, die er bis jetzt zur Schau gestellt hatte, schien augenblicklich von ihm abzufallen, und er wurde wieder knallrot im Gesicht wie zu Beginn. Noch vor ein paar Wochen hätte er es wohl niemals für möglich gehalten, dass ein Kerl ihn so heiß machen konnte. Und nun hatte ihn die ganze Situation doch ein wenig über den Haufen geworfen und ihn überholt. Wenn er mit einer Frau zusammen gewesen wäre, hätte er jetzt einfach mit ihr geschlafen, aber er hatte keine Ahnung, ob er mit Chris schon so weit gehen konnte. Himmel, er hatte ja generell noch nie mit einem Mann Sex gehabt.
Beinahe etwas verunsichert starrte er in Chris´ gerötetes Gesicht und biss sich leicht auf die Unterlippe. Seine Hände lagen wieder auf seinem Rücken, und als sich Chris wieder etwas enger an ihn drückte, zuckte ein so heißes Gefühl durch seinen Körper, dass er die Fingernägel tief in seinen Rücken grub.
„Du könntest mir bestimmt noch eine viel größere Freude bereiten“, wisperte er in einem etwas verzweifelten Versuch, seine überlegenere Rolle zurückzugewinnen, aber Chris hatte ihn bestimmt längst durchschaut. Er beugte sich leicht vor, biss ihm leicht in den Nacken und drückte sich dabei absichtlich noch etwas enger an den Hippie, das heiße Gefühl genießend, dass durch seinen Körper schoss. Es machte ihn schier wahnsinnig, seinen Freund so nah bei sich zu haben und nicht genau zu wissen, wie weit er gehen konnte, denn er wollte nichts überstürzen, wenn dieser noch nicht so weit war und damit eine unangenehme Spannung zwischen ihnen aufbauen.

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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Mi Jun 20, 2012 9:02 pm

Solche Laute machten Chris nur noch glücklicher als er ohnehin schon war und diese kleine Tatsache, dass sein Geliebter ein weiteres Mal rot im Gesicht wurde- das war purer Zucker, den er da schmeckte! Natürlich wusste Ethan nicht, wie man denn Sex mit einem Kerl hatte und dabei war es nicht einmal anders gewesen als bei Frauen…also, eigentlich hatte er keine Ahnung wie das denn so bei dem typischen Hetero- Sex ablief aber er glaubte fest daran, dass sehr viele Parallelen bestanden.
Wobei Kerle im Allgemeinen besser waren, aber diese Debatte war eine andere.
„Noch größer?!“, der Blonde hob seine Augenbrauen, einen überraschenden Blick aufsetzend, ehe ein Lachen aus seiner Kehle ertönte. Seine Witze waren schon mal besser.
„Aber gerne doch..“, schnurrte er anschließend, breit grinsend, sich mit den Händen am Bett abstützend, damit nicht sein gesamtes Gewicht auf dem Älteren lag und ihn wohlmöglich erdrückte.
Er stieß ein Keuchen aus, als sich dieser an seinen Hals ranmachte, genoss jeden kleinen Biss und jede kleine Berührung, krallte sich am Laken mit seinen Fingern fest. Wäre dies Ethans Fleisch gewesen, hätte er wahrscheinlich einige Wunden hinterlassen und von denen hatte er nun wirklich genug!
Chris ruhte einen Moment ohne großer Taten auf dem größeren, wartend, ob er Signale ausstoßen würde, die ihm klarmachten, dass er nicht zu weit gehen durfte, doch sie kamen nicht und ließ er seine Hand langsam hinuntergleiten, öffnete geschickt die Jeanshose seines Freundes, die Hand anschließend langsam hineingleitend. Er wusste selbst nicht, wie das hier ausgehen würde und ob der Hippie wirklich dafür bereit war..also für das alles, der Blondhaarige wusste noch nicht einmal ob es ihm wehtun würde oder nicht. Aber das konnte man nie sagen, vor allem nicht nach dieser widerlichen Sache.
Doch daran zu denken war alles andere als produktiv und auch war dieser Moment viel zu toll und erregend, als dass er es sich irgendwie verderben konnte und so kümmerte es ihn nicht, ob Chris‘ Zeit gekommen war oder ob Ethan schon bereit dafür war, vorerst musste diese nette Beule aus der Hose des Älteren beseitigt werden, auf einer sanften Weise und ohne kaltes Wasser unter der Dusche oder im Alleingang- nein, das würde er nicht zulassen.
Der Grünäugige ließ nun auch das Gummibund der Boxershorts hinter sich, konzentrierte sich ganz darauf, dass es seinem Freund noch besser ging als vorher. Ein weiteres Lächeln stahl sich auf die blassen Lippen des Jüngeren, als die schlanken Finger langsam das Glied seinen Geliebten ertasteten, dieses vorsichtig umfassend. Seine Lippen suchten erneut die des anderen, schlossen sie zu einem stürmischen Kuss, rieb nebenbei mit der Hand an der Erektion des jungen Arztes, erst langsam, dann etwas schneller, etwas fester zudrückend.
Chris spürte den Schweiß des anderen auf seiner Haut, spürte den Herzschlag, wie er sich auf seine Brust übertrug und den Lauten zu urteilen, machte seine Hand da nichts Falsches.
„Entspann dich..“, wisperte er ihm sanft ins Ohr, biss sanft hinein, tastete sich erneut zum Hals heran, immer weiter runter, beschleunigte nebenbei seine Bewegung.
Das alles war so unglaublich heiß, dass Chris sich für diesen einen Moment mehr als nur sicher war, dass sie ruhig hätten weitergehen können, dass er, egal wie sehr es wehtun würde, eher die Hitzewallungen und dieses schreckliche Verlangen nach Ethan spüren würde. Manchmal gab es eben guten Schmerz.
Doch zu mehr war heute wohl nicht die Zeit gekommen- mit seinen Bewegungen und dem Lippenkontakt zu der heißen Haut des Braunhaarigen, hatte der Hippie es tatsächlich geschafft, dass er wenige Minute später endlich zum Höhepunkt kam.
Zufrieden seufzte der Blonde auf, lächelte in das erschöpfte, rötliche Gesicht seines Mitbewohners, küsste ihn noch einmal auf die Lippen, ehe der schmale Körper langsam von ihm abstieg, sich neben ihn fallen ließ. Es war ihm nicht unangenehm oder peinlich, es fühlte sich sogar ganz natürlich an, so, als ob es nicht das erste Mal, dass er Ethans Erregung hervorrufen, teilen und anschließend beseitigen konnte.
„Ich liebe dich.“, nuschelte der Blonde lächelnd, während seine Augen ihn musterten. Er tat es wirklich, er liebte ihn, jede Faser seines Körpers, jede Schweißperle, jedes Härchen auf seiner Haut und dieser kleine intime Moment verstärkte dieses Gefühl nur noch. Jetzt musste Chris nur hoffen, dass es seinem Geliebten nicht anders ging, dass ihm vielleicht die Frauen doch für solche Dinge mehr gefielen, als ein schlaksiger Junge.

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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Mi Jun 20, 2012 10:35 pm

Ethan wollte wohl eigentlich noch nicht so ganz wahrhaben, was da ablief. Nicht, dass es ihm nicht gefallen hätte, aber es kam auf einmal alles so plötzlich. Die letzte Barriere, die noch in irgendeiner Weise zwischen ihm und Chris gestanden hatte, schien endgültig gefallen zu sein, als dessen Hand in seine Hose wanderte. Natürlich hatte er das irgendwie provoziert, aber so ganz damit gerechnet hatte er nicht, dass der Hippie ihm jetzt einen runterholte. Im ersten Moment fühlte es sich merkwürdig an, irgendwie ungewohnt, aber es war ein viel zu schönes Gefühl, um sich nicht darauf einzulassen. Alles schien wieder zu prickeln, sein ganzer Körper war unglaublich heiß, und Chris´ Küsse vertieften die Atmosphäre noch zusätzlich. Er stöhnte genussvoll auf, krallte seine Hände noch etwas fester in Chris´ Rücken, sodass es ihm schon fast Leid tat. Er sollte sich lieber bei ihm revanchieren, anstatt ihm auch noch weh zu tun. Aber er konnte einfach nicht anders, die Lust war einfach zu groß, und so suchten seine Lippen wenigstens den Hals des jungen Mannes und küssten ihn zärtlich. Ein Beben ging durch seinen Körper, als er dem Orgasmus näher kam, und sein Herz raste, als wäre er gerade tausende Meter gerannt. Bei der Hitze, die sich in ihm aufgestaut hatte, war er für einen Moment doch ganz froh, als Chris sich neben ihn legte, und nicht schon wieder auf ihn. Dann hätten sie vermutlich beide einen Hitzschlag bekommen. Er hielt einige Sekunden inne, um wieder zu Atem zu kommen und seine Hose zu schließen, dann drehte er sich leicht zu Chris um, ihn anlächelnd. Dass Chris bereits jetzt, nach quasi einem Tag Beziehung sagte, dass er ihn liebte, fühlte sich keineswegs verfrüht oder übereilt an. Es fühlte sich vielmehr genau richtig an.
„“Ich liebe dich auch“, erwiderte er fest, und gab Chris noch einen langen Kuss, ihm dabei durch die langen blonden Haare streichend. Er meinte beinahe etwas wie erwartende Unsicherheit bei dem Hippie zu spüren, natürlich, für Ethan war es immerhin das erste Mal, dass er so etwas mit einem Mann gemacht hatte, und nun wartete sein Freund natürlich das Urteil ab. Er rutschte noch ein wenig näher an Chris heran, beugte sich zu seinem Ohr hinüber, beinahe eine theatralische Pause einlegend.
„Du warst besser als jede Frau, mit der ich bis jetzt zusammen war“, wisperte er bestimmt, und biss ihm leicht in den Nacken. Es war wohl gut, dass Chris ihm sein Shirt bereits ausgezogen hatte, denn ansonsten wäre das jetzt schweißnass. Noch fühlte Ethan sich zwar wohl in seiner Haut, Hitze hin oder her, aber sobald er sich hier vom Bett erhob, würde er sich sicherlich furchtbar ekelhaft fühlen.
„Ich glaube, ich geh jetzt erst mal duschen.“
Er setzte sich auf die Bettkante, warf dann aber noch einen Blick über die Schulter zu Chris, ein leichtes Grinsen aufsetzend.
„Willst du mitkommen?“

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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Do Jun 21, 2012 4:57 pm

Er hatte es tatsächlich gesagt. Er liebte ihn! Dass Chris voreilig so etwas sagte und auch voreilig so etwas empfand war vollkommen normal und bei ihm auch nicht anders zu erwarten, doch wusste der Hippie, dass andere Menschen dafür viel länger brauchten und dass sie erst eine anständige Beziehung zu einem Menschen aufbauen mussten und deswegen, deswegen hatte er nie erwartet, dass jemand diese Worte erwidert. Aber Ethan…Ethan hatte es wirklich gesagt! Tausende von Schmetterlingen machten sich in seinem Inneren breit, das angenehme Kribbeln war wieder da und am liebsten hätte der Junge man Freudensprünge gemacht, doch er blieb liegen, ließ sich von seinem Geliebten küssen, für einen Moment die Augen schließend. Er glaubte wirklich nicht daran, dass das gut ausgehen würde…naja, eigentlich hoffte er es stark, allerdings mit einigen zweifelnden Gedanken. Doch bei Ethans zusätzlicher Bemerkung, die sein Ohr vernahm, konnte er gar nicht anders als noch breiter zu Grinsen als er es ohnehin schon tat.
Das war sein kleiner Triumph und zugleich war es auch sein einziges, nützliches Talent, welches zumindest seine alten Beziehungen jederzeit genossen haben. Doch die konnte der Jüngere nicht damit vergleichen, dies war anders und obendrein noch mit einer vollkommen anderen Person, also wirklich…anders.
„Genau das war es, was ich hören wollte.“, er stupste mit seinem Zeigefinger auf die Brust des Arztes, ihn verträumt anlächelnd, als dieser sich plötzlich aufsetzte mit dem Vorwand das Bett zu verlassen. Chris wäre am liebsten den ganzen Tag im Bett geblieben, hätte ihm irgendwas erzählt oder ihn dazu gezwungen, etwas von sich zu erzählen. Denn auch wenn sie schon so lange miteinander lebten, wusste der Blonde eigentlich gar nicht so viel über seinen Freund. Zumindest seiner Meinung nicht genug. Und nun hatte er die Erlaubnis bekommen, mehr über ihn zu erfahren, viele weitere Seiten des wunderbaren Ethans kennenzulernen. All diese Momente, die sie erwartete, waren bei keinem so aufregend!
„Duschen?“, die grünen Augen starrten auf den Rücken des Mitbewohners. „Also eigentlich war ich ja- ach, man kann nicht sauber genug sein!“, mit diesen Worten sprang der Hippie vom Bett auf. Er konnte nicht leugnen, dass auch sein Körper von all den Berührungen viel stärker Hitze produziert hatte als sonst und gemischt mit der ohnehin vorhandenen Wärme, die von draußen in die Wohnung eindrang, hatten sich auch bei ihm diverse Schweißperlen gebildet. Außerdem war seine Hand ganz klebrig.
Mit tänzelnden Schritten ging Chris voran, riss die Tür des Badezimmers auf, das nach Waschpulver und Seife roch. Der Blondhaarige mochte ihr Bad- es war zwar nicht sonderlich groß aber auch nicht wirklich klein! Eigentlich war es genau perfekt für zwei Freigeister, die sie nun einmal waren. Sie sollten irgendwann mal gemeinsam baden, oh ja, das wäre toll!
Die großen Augen warfen kurz einen Blick auf den Spiegel über den Waschbecken, blickten zum ersten Mal in ein rosiges Gesicht, sodass das blaue Auge kaum schlimm wirkte, eigentlich. Er hätte niemals gedacht, dass er so schnell über diese minder schönen Wunden hinweg kommen würde, doch seine Miene verfinsterte sich, als der junge Mann sich langsam seiner Klamotten entledigte. Blutergüsse zierten sich auf seiner Hüfte, er glaubte erkennen zu können, wo die vielen Hände grob seinen Körper angefasst hatten. Und essen sollte er eventuell auch wieder.
Ein frustriertes Seufzen entwich seiner Kehle, er wandte den Blick vom Spiegel wieder ab, ließ ihn zu seinem Geliebten schweifen, ihm ein leichtes Lächeln schenken. Wie konnte er ihn nur schön finden? Im Vergleich zu seinem Körper war Chris ein Nichts. Hätte er gewusst wie er wirklich aussah, wäre er vielleicht gar nicht so angetan gewesen, mit ihm gemeinsam duschen zu gehen. Aber jetzt war es zu spät und Ethan hatte bestimmt nichts an ihm auszusetzen..zumindest hoffte der Blonde das!
Einen Vorteil hatte die Nacktheit ja schon- es war nicht mehr so unglaublich warm, auch wenn sein Körper immer noch Hitze ausstrahlte. Seine Hand suchte die des Älteren, zog diesen mit seiner vollen Kraft zu sich. „Ich hoffe du bereust es nicht, mich das gefragt zu haben.“, murmelte er leise, entschuldigend lächelnd. Er wollte seine große Liebe nicht gleich bei seinem Anblick vergraulen.

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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Do Jun 21, 2012 5:52 pm

Er hatte nicht damit gerechnet, dass Chris sein Angebot ausschlagen könnte, und so verfinsterte sich Ethans Blick bei den ersten Worten des Hippies etwas, zum Glück unbemerkt, da er mit dem Rücken zu ihm saß. Aber Chris änderte seine Meinung auch von alleine schnell genug, sodass Ethan ihn nicht noch überreden musste. Nicht, dass ihm da nichts eingefallen wäre. Allein bei dem kurzen Gang von Chris´ Schlafzimmer zum Bad merkte der Arzt, wie sehr seine restlichen Klamotten an ihm klebten. Nunja, das würde sich gleich ja ändern. Er merkte allerdings auch, dass einige Stellen seines Brustkorbs schmerzten, auf die sich Chris doch etwas zu euphorisch gedrückt hatte, und er verspürte ein leichtes Stechen in der Seite. Aber er sagte nichts, so, wie er den Hippie kannte, hätte er sich vermutlich endlos Vorwürfe gemacht, und das wollte Ethan sich nun wirklich nicht aufladen. Er war im Krieg gewesen, er hatte Schlimmeres erlebt als ein bisschen Ziepen. Im Gegensatz zu den Tagen im Krankenhaus waren die Schmerzen nun wirklich ein Kinderspiel.
Er mochte den Geruch von Frische, der ihm aus dem Bad entgegenschlug, das ließ sein penibles Herz gleich höher schlagen. Er hatte nicht wirklich auf Chris geachtet, während er sich seiner Hose entledigt hatte, noch einmal die Narben prüfend, ob sie gut zu verheilen schienen, was wenigstens der Fall zu sein schien. Von dem abstoßenden Wort, das man ihm hatte einritzen wollen, war zum Glück nicht mehr viel zu lesen, man konnte es höchstens erahnen, wenn man darüber Bescheid wusste. Aber niemand außer Chris und den Ärzten im Krankenhaus würde das niemals erfahren. Ethan kam schon ein wenig ins Grübeln, rückwirkend hatten diese Bastarde mit ihrer „Anschuldigung“ sogar Recht gehabt. Aber das war letztlich auch egal. Mit einem Lächeln wandte er sich wieder Chris zu, nur um gleich darauf die Stirn zu runzeln. Er war eine viel zu große Frohnatur, da merkte man gleich, wenn ihn irgendetwas betrübte. Waren es die blauen Flecke? Auch Chris hatte sich noch längst nicht vollkommen von dem Vorfall erholt, und gerade die Blutergüsse an seiner Hüfte erzählten ja ihre ganz eigene Geschichte.
„Was soll ich denn da bereuen? Am liebsten hätte ich es, du würdest den ganzen Tag nackt herumlaufen“, grinste er ihn leicht an, und legte die Arme um ihn. Er war eigentlich sehr froh, dass Chris so einen androgynen Körperbau hatte. Wenn er ebenso groß und trainiert gewesen wäre wie er selbst, dann wäre Ethan das alles vielleicht doch ein wenig merkwürdig vorgekommen. Aber er mochte es, dass der Jüngere so schmal und filigran war, dass er ihn problemlos hochheben konnte, und dass er sich z ihm hinunterbeugen musste, um ihn zu küssen. Das alles waren für ihn Details, die Chris nur noch liebenswerter machten.
Er zog den Hippie mit sich in die Duschkabine und drehte das Wasser gleich auf volle Pulle, auch, wenn die Tropfen im ersten Moment eisig kalt waren, war das genau die Abkühlung, die er gebraucht hatte. Mit zwei Personen war es in der Dusche natürlich etwas eng, aber das machte gar nichts. Wenn Chris´ Haare nass waren, wirkten sie sogar noch länger als vorher. Mit leuchtenden Augen strich Ethan ihm einige Strähnen aus dem Gesicht.
„Wenn ich deine Haare so sehe, könnte ich ja glatt neidisch werden.“
Seine eigenen Haare waren ziemlich kurz, und seiner Routine folgend rasierte er sie meist auch immer ziemlich kurz wieder ab. Er legte seine Hände vorsichtig auf Chris´ Hüften, um ihm nicht wehzutun, und um mit der Berührung eventuell wieder etwas Positives zu verbinden.

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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Do Jun 21, 2012 7:52 pm

„Du bist so süß.“, Ethan wusste wirklich wie man einen aufheiterte und irgendwie war es auch nicht angebracht gewesen, jetzt über sich selbst zu nörgeln, aber Chris wollte so gerne perfekt für ihn sein, er wollte ihm alles geben, was sein Herz begehrte, er wollte ihm schlichtweg das Gefühl geben, dass die Entscheidung seines Mitbewohners, mit ihm zusammen zu sein, eine Richtige war und dass es keinen anderen auf dieser Welt gab, der ihn glücklich machen konnte. Noch nie war es so einfach und schwierig zugleich, noch nie wollte der Hippie jemanden für sehr lange Zeit um sich herum haben.
Wenn erst die Nacktheit- Barriere bewältig worden war, konnte es eigentlich nur noch bergauf gehen und Chris hätte wahrscheinlich auch nichts dagegen gehabt, täglich unbekleidet durch die Wohnung zu schlendern, so etwas war für ihn eigentlich nichts Neues, mit seinen Freunden waren sie immer nackt, wenn sie in irgendwelchen Seen schwimmen waren, nachts im strahlend hellen Mondschein. Er musste seinen Geliebten unbedingt einmal mitnehmen! Aber erst dann, wenn sowohl seine als auch Chris‘ Wunden verheilt worden waren, wenn sie das Gefühl hatte, dass keiner sofort erkennen würde, was mit ihnen passiert war.
Er lächelte sanft, ließ sich mit in die Kabine zerren, schaute mit den grünen Augen zu dem Älteren auf, fasziniert darüber, dass ihn anscheinend nichts aus der Ruhe brachte und dass er nichts zu bemängeln schien, dabei hatte jeder Menschetwas, was er an dem anderen nicht mochte. Eigentlich.
Als das eiskalte Wasser auf die beiden Leiber prasselte, quietschte der Kleinere auf, hob vor Schreck die Schultern und drückte sich sogleich so nah er nur konnte gegen Ethans Körper. Seine Härchen sträubten sich, Gänsehaut hatte sich auf den Armen des Hippies gebildet, doch irgendwo fühlte es sich gut an und es fühlte sich noch besser an, seine Brust gegen die muskulöse seines Geliebten zu pressen, seine Wärme zu spüren. Er glaubte für einen Moment, dass sein Herz aussetzte als Chris erneut einen Blick in die verschieden farbigen Augen des Arztes wagte. Es war unglaublich wie verliebt er doch war, wie er weinen wollte, weil alles so perfekt zu schein schien, weil die Welt nur für sie strahlte.
Als das Wasser wärmer wurde, entspannte sich der schmale Körper wieder, lockerte die verkrampfte Haltung, Gänsehaut hatte er allerdings immer noch, doch an dieser war etwas bzw. jemand anderes schuld.
„Aber was möchtest du denn mit langen Haaren?!“, lachte der Blondhaarige, seine Hand glitt automatisch zum Haarschopf seines Geliebten. Sanft strich er über die dunklen, kurzen Strähnen. Er konnte sich Ethan gar nicht mit solchen langen Haare vorstellen, außerdem waren solche Langhaarigen wie Chris nun einmal einer war, nicht sonderlich beliebt bei den anderen. Er war ein Hippie, ein dreckiger Rockstar aber wenigstens hatten genau diese dreckigen Rockstars eine Ahnung davon wie unheimlich cool so etwas war! Doch Ethan als Arzt, den würde so etwas nur stören. „Deine sind perfekt so.“, säuselte der junge Mann, schief lächelnd.
Der Grünäugige würde nichts an ihm ändern wollen, weder seine kurzen Haare, noch irgendetwas anderes. Alles, was er besaß, war richtig so, wobei er auch der Letzte war, der ihm jemals irgendetwas verbieten würde- im Grunde genommen konnte Ethan morgen mit einem Afro erscheinen, volltätowiert und in irgendwelchen Lederklamotten, er würde ihn immer noch lieben, er würde ihn sogar dann lieben, wenn er sich vollkommen der Spießbürgerschaft hingeben würde, mit allem, was er hatte.
Er würde ihn auch weiterlieben, wenn er ihn eines Tages verlassen würde. Es gab also nichts, reingarnichts, was jemals etwas an dieser Zuneigung ändern könnte. Chris stellte sich leicht auf die Zehenspitzen auf, warf die Arme um den Hals seines Mitbewohners und schenkte ihm einen sanften, nassen Kuss. Seine Hände auf den Hüften fühlten sich gut an und es machte ihn glücklich, dass er ihn anfasste, trotz all der Dinge, die diesem Körper angetan wurden, trotz des Schmutzes, den wahrscheinlich keine Dusche dieser Welt je entfernen könnte. Natürlich würde es eine kleine Weile dauern, bis Chris sich ohne Zweifel wohl in seiner Haut fühlen konnte aber mit Ethan an seiner Seite wurde alles irgendwie einfacher, er schämte sich nicht mehr in seiner Nähe zu sein, ganz im Gegenteil, er wollte gar nicht mehr weg von ihm.
„Alles an dir ist perfekt so.“, fügte er leise hinzu, drückte seine Lippen erneut gegen den Mund zu einem kurzen Kuss, ließ seine Arme leicht nach unten wandern, umfasste den Oberkörper des Älteren, sich an die Brust anlehnend, während das warme Wasser auf sie herunterrieselt. Es war ein wunderbares Gefühl, sodass der Hippie wahrscheinlich nie wieder alleine duschen wollen würde.
„Lass uns für immer zusammen duschen, das ist besser.“

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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Do Jun 21, 2012 11:00 pm

Nach wie vor kam es Ethan irgendwie seltsam vor, als „süß“ bezeichnet zu werden, und dann auch noch von Chris, der ja selbst schierer Zucker war mit seiner offenen, manchmal etwas naiven Art. Aber der Arzt sah das einfach als Beweis an, dass der Hippie ihn viel besser kannte und kennen lernen durfte als jeder andere Mensch, der nur den Ethan kannte, wie er sich auch nach außen gab: ruhig und gefasst, vernünftig…..Wohl kaum einer hätte von ihm erwartet, dass er mit so einer quirligen Natur wie Chris zusammen sein konnte, ganz gleich ob Mann oder Frau, und niemand würde je erfahren, wie schnell er seine Fassung verlor, wenn ihm sein Freund nahe kam. All das waren kleine Geheimnisse, die er nie mit jemandem teilen würde außer seinem Freund. Das schweißte sie nur noch enger zusammen.
Ethan lachte auf, als Chris von dem eiskalten Wasser anscheinend viel unvorbereiteter getroffen wurde als er selbst, so nah, wie er sich an ihn drückte, konnte er sogar die Gänsehaut fühlen, die er bekommen hatte. Etwas schuldbewusst legte er die Arme um den Hippie, damit er nicht ganz so sehr frieren musste, aber die Gänsehaut blieb. Ob das an ihm lag? Ethan biss sich leicht auf die Unterlippe bei dem Gedanken. Immerhin war er bis jetzt derjenige gewesen, der von Chris und seiner Zuneigung so überrannt worden war, dass er nur von ein wenig Kuscheln einen Steifen bekommen hatte. Es fiel ihm schwer sich vorzustellen, dass Chris für ihn ja sicherlich genauso fühlte.
„Ich würde sie bestimmt den ganzen Tag kämmen“, sinnierte Ethan, völlig aus dem Kontext gerissen, und musste selbst über diesen blöden Kommentar lachen. Wie Chris so durch seine Haare fuhr, bekam er ebenfalls eine Gänsehaut.
„Solange ich für dich perfekt bin, reicht mir das“, summte er. Er hatte sich nie großartig um sein Äußeres gekümmert, er war nie besonders eitel gewesen, und wenn er nicht bei der Armee gewesen wäre, sähe er vielleicht schon etwas rundlicher aus. Aber dem Hippie schienen die Muskeln zu gefallen, also hatte er jetzt vielleicht endlich mal einen guten Beweggrund, um im Training zu bleiben. Trotz des immer noch etwas kalten Wassers wurde Ethan ganz furchtbar warm, als Chris sich so an ihn schmiegte. Er ärgerte sich beinahe ein wenig über sich selbst. Warum hatte er ihm seine Gefühle nicht eher gestehen können, dann hätten sie diese Zweisamkeit schon viel länger teilen können! Dafür musste er die Zeit jetzt einfach noch intensiver auskosten. Trotzdem hatte das Duschen ja auch irgendwie noch den Hintergedanken, sauber zu werden, und so begann Ethan damit, sich gründlich mit Shampoo einzuschäumen, was aufgrund des engen Raumes gar nicht so einfach war. Außerdem artete es nach einigen Minuten darin aus, dass er Chris die Haare wusch, weil er es einfach liebte, seine Finger zwischen den langen Strähnen zu vergraben. Er wusste nicht, wann er sich das letzte Mal so kindisch, aber auch so gut gefühlt hatte. Niemand würde ihn für solch ein Verhalten schief angucken, jedenfalls nicht in seiner kleinen Welt, die zum Glück im Moment nur aus ihm und Chris bestand.
„Natürlich nur, weil das Wasser spart, nicht wahr?“, zwinkerte er, als er den Hahn langsam zudrehte. Sie waren seit fast einer Stunde in der Dusche, mittlerweile musste es wirklich teuer werden.
„Wir sind ja sonst beide schon ganz verschrumpelt“, mahnte er, mit einem nicht wirklich überzeugenden ernsten Gesichtsausdruck, während er etwas blind nach zwei Handtüchern griff. Die Dusche zu verlassen hatte schon fast etwas trauriges, sie verließen die wohlige Wärme des Wasserdampfes, die selbst die aufgehitzte Luft im Bad kühl erscheinen ließ. Er streckte sich, wickelte sich das Handtuch schließlich um die Hüfte. Er gähnte, zog Chris an den Handgelenken nah an sich heran. Ein ganz klein wenig genoss er ja seine körperliche Überlegenheit, auch, wenn er es Chris gegenüber nicht zugeben wollte. Wenn ihm danach war, dann hätte er Chris jetzt auch gleich wieder in sein Bett zerren können, ob er wollte oder nicht. Auch, wenn Ethan nicht wusste, warum er nicht wollen könnte.
„Ich fühl mich zwar ziemlich faul bei dem Gedanken, aber am liebsten würde ich den ganzen Tag wieder im Bett verbringen“, murmelte er, und knabberte leicht an Chris´ Ohr. Es war einfach unheimlich schwer, von ihm abzulassen.
„Aber wir dürfen das sicher, weil wir noch krankgeschrieben sind, nicht wahr?“
Er musste nicht einmal nach einer Entschuldigung suchen, sie hatten ja doch den ganzen Tag frei, Lebensmittel waren genug im Kühlschrank und eigentlich war es draußen ja doch zu warm, um anständig etwas unternehmen zu können außer schwimmen. Und irgendwie war er sich sicher, dass keiner von ihnen sich dabei wohlfühlen würde.
Vorsichtig strichen seine Finger über die blauen Flecken an der Hüfte des jungen Mannes, er fand beinahe, dass sie ihm gut standen, wären sie nicht von diesem Abschaum verursacht worden.

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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Fr Jun 22, 2012 8:39 pm

Chris hatte schon lange sein Zeitgefühl verloren, diese Stunden, die sie unter dem prasselnden Wasser verbracht hatten, waren zeitlos und vergingen dennoch viel zu schnell, doch genau auf solche Augenblicke kam es im Leben an- wo die Welt für einen Augenblick anhalten durfte, wo nur das Hier und Jetzt eine Rolle spielte, es gab nur sie und den Moment.
Beinahe traurig streckte der Blonde zaghaft ein Bein aus der Duschkabine, folgte seinem Geliebten hinaus und war mehr als nur froh über das flauschige Handtuch, das er sich rasch um die Schultern warf, um kurz von der Kälte geschützt zu werden, ach wie tückisch Duschen doch mit ihrem warmen Wasser waren!
„Ach, eines Tages werden wir immer so verschrumpelt sein.“, lachte der Hippie, während er sich grob die feuchte Haut abtrocknete und daraufhin um seine Hüften band.
Er wollte sich noch über das Altwerden beklagen, doch da zog ihn der Größere bereits zu sich. Ein Lächeln bildete sich auf dem Gesicht des jungen Mannes als er wieder so nah am Körper des Arztes war, behutsam umschlang er seine Arme um den Oberkörper seines Mitbewohners, musste bei den Worten kichern. Ethan und faulsein- das waren Dinge, die kaum bis gar nicht zueinander passten! Eigentlich war es doch immer der blonde Chris, der am liebsten den ganzen Tag im Bett saß und nichts tat oder vor dem Fernseher hockte und dabei haufenweise Eiscreme in sich hineinschaufelte, während sein Freund ihm förmlich hinterher rannte und das ganze dreckige Geschirr hinter ihm wegräumte oder sich zumindest beschwerte, dass alles wieder so unglaublich ordentlich war.
„Ich glaube, ich habe einen schlechten Einfluss auf dich.“, schnurrte der Hippie grinsend, strich sich mit seinen schmalen Fingern einige helle Strähnen aus dem Gesicht, stellte sich ein weiteres Mal auf die Zehenspitzen um seinem Geliebten einen Kuss zu schenken.
Er konnte ganz verstehen, warum verliebte Paare so sehr aufeinander klebten- es gab in diesem Augenblick kein besseres Gefühl als die Nähe zu einem Menschen, den man so innig liebte. Es gab keinen besseren Geruch und keinen süßeren Geschmack, der seine blassen Lippen benetzte, dessen Zunge im Mund von dem Geschmack beinahe paralysiert zu sein schien.
Er hätte ihn gegessen, mit Haut und Haaren, doch welch Verschwendung, Chris wollte ihn lieber bis zum letzten Atemzug neben sich haben, oder auch auf sich, unter sich ging auch. Ein undefinierbares Lächeln zierte sich auf dem schmalen Gesicht…diese Gedanken, die sein Gehirn produzierte, sie waren beinahe illegal!
„Du weißt doch, mein Herz- ich habe nie etwas gegen ein bisschen Nichtstun, vor allem Nichtstun mit dir klingt so verlockend.“, sagte der Hippie leise, strich mit den Fingerspitzen sanft über die Wirbelsäule des Älteren, zog sich abermals hinauf, um seine Lippen die seines Freundes zu legen, blieb mit seinen Zähnen leicht an der Unterlippe Ethans hängen und ließ anschließend ganz von ihm ab, entledigte sich seines Handtuchs und tänzelte förmlich aus dem Bad hinaus, in sein Zimmer hinein. „Du musst mir schon folgen!“, rief die Stimme des Blondhaarigen ihm noch hinterher, während er mit verschränkten Armen und grübelndem Kopfe vor seinem Kleiderschrank stand. Er hatte so viel anzuziehen aber irgendwie auch nichts. Sein Schrank war beinahe bis obenhin mit Kleidung gefüllt, kein Wunder also, dass beinahe in jeder Ecke des leicht chaotischen Zimmers noch weitere Berge an Stoff herumlagen, wo sollte man denn sonst damit.
Die dünnen Finger griffen nach irgendeiner blumigen Boxershorts, in die Chris rasch hineinschlüpfte, seine Shirts sahen da nicht sonderlich einladend aus- viele waren einfach viel zu eng und kurz…ach wer brauchte schon Shirts!
Schulternzuckend schmiss er die Türen seines bemalten Schranks zu und schmiss sich selbst auf das gemütliche Bett.
Der Hippie wirbelte ein bisschen Staub auf, doch das war egal.
„Konmst du?“, Chris hatte beinahe eine anzügliche Pose auf dem Bett ausgewählt, doch irgendwie musste man das Herrenvolk ja dazu bringen, ihm schnell Gesellschaft zu leisten.

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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Fr Jun 22, 2012 10:27 pm

Ethan musste grinsen, natürlich war Chris ein Freund des Nichtstuns, immerhin machte er auch sonst den ganzen Tag kaum etwas anderes. Aber der Arzt konnte es ihm irgendwie nicht vorwerfen, er wollte nicht über die kleinen Fehler des Hippies merken, weil sie ihn im Endeffekt nicht wirklich störten. Solange Chris ein wenig Ordnung hielt, war er selbst ganz zufrieden damit, der Geldverdiener im Haus zu sein. Dann entsprachen sie ja wenigstens ein bisschen den Rollenklischees.
Wenn Chris die Miete auch mal nicht bezahlen konnte, auch das wäre ihm egal gewesen. Er musste ein wenig grinsen bei dem Gedanken, dass der Hippie ihn ja auch ganz gut anders bezahlen könnte. Es war wirklich schlimm, wie schmutzig seine Gedanken jetzt allein in diesen zwei Tagen gewesen waren, aber er fand das nicht schlimm, immerhin war Chris mit ihm zusammen, mit wem sollte er schmutzige Fantasien haben, wenn nicht mit ihm?
Aber er wollte sich nicht allzu lange mit dem Gedanken aufhalten, wenn Chris schon so provozierend vor ihm hertänzelte. Er sah ihm eine Weile lang hinterher, bis er in seinem Zimmer verschwunden war, erst dann konnte er sich losreißen von seinem Anblick. Der Gedanke daran, mit dem Hippie zusammen alt zu werden, war wirklich wunderschön, und es schien Ethan einfach das natürlichste auf der Welt zu sein, dass sie beide ihr ganzes Leben miteinander teilen konnten. Während er die Gedanken schweifen ließ, was sie beide noch alles zusammen anstellen könnten, war er in sein Zimmer gegangen, hatte sich irgendeine Boxershort aus dem Schrank gezogen. Kurz hatte er auch auf den säuberlichen Stapel T-Shirts gestarrt, aber hatte sich dann doch dagegen entschieden. Chris würde es ihm sowieso gleich wieder ausziehen, und außerdem musste er dann nicht so sehr schwitzen. Bestimmt schloss er die Schranktür, als er Chris nach sich rufen hörte.
„Ich komm ja schon, ich komm ja schon“, rief er lachend, lehnte sich in den Türrahmen, Chris auf dem Bett kurz musternd.
„Ich musste mir doch wenigstens schnell etwas anziehen, das du mir zur Not wieder ausziehen kannst.“
Ein warmer Schauer durchfuhr ihn bei dem Gedanken, was er in all der Zeit, die er noch mit Chris zusammen hatte, wohl so alles mit ihm anstellen konnte. Fast ein wenig um ihn zu ärgern ließ Ethan sich ein wenig Zeit, bis er sich zu Chris aufs Bett kniete, ihn an den Schultern flach auf das Bett drückend, sich dabei weit über ihn beugend. Er ließ seine Lippen von Chris´ Gesicht weiter über seinen Hals wandern, seine Finger strichen dabei sacht über die Außenseite seines Oberkörpers, während er weiter seinen Torso hinabwanderte. Mittlerweile waren sie beim Bauchnabel angekommen, seine Finger legten sich an den Bund seiner Boxershorts. Er hielt kurz inne, hob nur den Blick ein wenig, um sich Chris Erlaubnis zu holen, weiter zu machen. Er streckte ihm die Zunge ein wenig heraus, doch gerade in dem Moment, in dem er Chris endgültig seiner Unterwäsche entledigen wollte, klingelte es an der Tür.
Ethan stöhnte beinahe etwas genervt auf und löste sich aus seiner Haltung zwischen Chris´ Schenkeln.
„Sofort!“, rief er nur schwerlich zurückhaltend, während er hastig nach dem T-Shirt suchte, welches der Hippie ihm vor dem Duschen hier ausgezogen hatte. Nach einigem Suchen fand er es schließlich zusammengeknüllt in einer Ecke, streifte es sich schnell über, bevor er zur Tür eilte. So halb nackt wollte er die Tür eigentlich nicht öffnen, aber als er vor der Tür einen von Chris´ langhaarigen Freunden erblickte, bereute er es fast, sich abgehetzt zu haben. Den hätte es sicher nicht gestört, wenn Ethan nur in Boxershorts vor ihm gestanden hätte.
„Chris, ist für dich“, rief er, während er einen Schritt zurücktrat, den andere jungen Mann hereinbittend. Er verschränkte die Arme vor der Brust, er wollte zwar keinesfalls ungastlich sein, aber der Hippie war zu einer denkbar ungünstigen Zeit hier aufgekreuzt.


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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Fr Jun 22, 2012 11:46 pm

Ungeduldig wanderten die grünen Augen zu Ethan, was ließ er sich denn so viel Zeit?! Dabei war dies der beste Moment um das zu tun, was verliebte Pärchen so im Bett machten. „Ach jetzt steh nicht so rum, komm her!“, warf er ihm mit einem leicht genervten Unterton entgegen, klopfte demonstrativ auf die freie Stelle neben ihm auf dem Bett. Und dann endlich hatte sich Ethan dazu bequemt, sich zu ihm zu gesellen. Ein zufriedenes Lächeln huschte über die feinen Lippen des Hippies, er wollte seinen Freund am liebsten zu sich zerren, doch dieser kam ihm tatsächlich zuvor, mit all seinen Zärtlichkeiten, sodass der Blonde nichts anderes tat als es zu genießen. Die Lippen brannten wie glühende Lava auf seiner Haut, er spürte erneut seinen Herzschlag mal aussetzen, mal so heftig schlagen, dass es beinahe im Brustkorb wehtat, das Blut kochte und pulsierte wie noch nie zuvor in seinen Venen.
Er seufzte leicht auf, je weiter der junge Arzt nach unten glitt, desto angenehmer wurde das alles, bis…er eine Pause einlegte.
Die Augen des Blondhaarigen wanderten kurz nach unten, er schluckte, seine Kehle fühlte sich eigenartig trocken an und bei dem Gedanken, was Ethan nun mit ihm anstellen könnte, sträubten sich die feinen Härchen auf seinen Armen, doch er nickte nach einigen Sekunden des Überlegens, denn irgendwo war genau dies etwas gewesen, wonach der Kleinere sich schon so lange gesehnt hatte und es war nichts Falsches daran.
Doch ihm blieb gar nicht die Zeit dazu sich weiter darüber Gedanken zu machen- sein Geliebter hatte ihm die Hosen schneller weggerissen als geahnt, selbst wenn Widerreden von seiner Seite aus gekommen wären, wäre es zu spät gewesen!
Chris wurde ein weiteres Mal rot um die Nase, lächelte leicht, doch das Lächeln verblasste, als seine Ohren das Klingen der Türe vernahmen. Er schrak leicht zusammen bei dem Ton, es war schon lange her, seit jemand diese Klingel betätigt hatte und irgendwie hatte sich der Hippie an diese Ruhe gewöhnt, an dieses Friedliche, dass er beinahe vergaß, dass noch andere Menschen um sie herum existierten und vor allem, dass er und Ethan noch so etwas wie Freunde hatten, die vielleicht irgendwann mal auf die Idee gekommen wären, sie zu besuchen.
Rasch sprang der Blondhaarige vom Bett auf, schnappte sich seine Boxershorts, sich diese über die Beine ziehend, krallte sich das erstbeste Shirt in seiner unmittelbaren Nähe. Er wollte auf gar keinen Fall, dass jemand seinen nackten Oberkörper sah, noch nicht.
„Für mich?!“, er lauschte kurz hin und ihm wurde gleich klar, um welche Person es sich hier handelte und bei Ethans weniger amüsierten Unterton war es sowieso klar gewesen, dass das bestimmt nicht seine Mommy war.
Seufzend schauten sich die hellen Augen noch einmal in seinem Zimmer um- nur zu ungerne verließ er es, warum war Ethan auch aufgesprungen um die Türe zu öffnen?! Sie hätten so vieles machen können und jetzt mussten sie für einen anderen damit aufhören.
Chris schüttelte sich die finsteren Gedanken aus dem Kopf heraus, sie waren nicht seine, er war nie negativ einem Gast eingestellt, schon lange nicht einem Freund von ihm, auch wenn er natürlich viel lieber weiter nackt im Bett gelegen hätte, mit seinem Freund natürlich.
Mit tappsigen Schritten wanderte der junge Mann langsam aus dem Zimmer heraus, grinste den Gast breit an, als er ihn am anderen Ende des Hausflurs erblickte. „Robby!“, stieß er fröhlich aus, sprang ihn beinahe an, legte die Arme um seinen Hals, ihm einen Kuss auf die Lippen drückend. Robert war einer seiner ältesten Freunde- mit seinen zarten sechsundzwanzig gerade mal zwei Jahre älter als Chris, jedoch kannte er ihn bereits von der Schulzeit.
Er war auch ein Jahr lang mit ihm zusammen, als sie mit den anderen die USA bereisten, in ihrem kleinen Bus, zwei Gitarren, einer Bongo und jeder Menge Gras. Ja, das waren Zeiten und als sie wieder zu Hause waren, suchten sie Kontakt zu anderen, aber sie liebten sich immer noch- als Freunde, als beste Freunde, denn der Hippie wusste genau, dass er ihn niemals auf die Art lieben könnte, wie es bei Ethan der Fall war, welchen er kurz einen Blick zuwarf.
Wahrscheinlich war er alles andere als froh darüber, dass sie auf einmal zu dritt waren aber wenigstens wusste er nicht- ach, was dachte sich Chris denn dabei- er hatte ihm in all den Jahren alles über diesen Trip erzählt und natürlich kam man da nie über Robby hinweg.
„Ich dachte, ich besuche dich mal…siehst ja wieder gut aus!“, der Freund mit den gelockten naturroten Haaren strahlte ihn an, wandte sich dann zu Ethan, „Du aber auch, Kumpel.“, hinzufügend.
Der Kleinere legte seinen Arm um die Schulter des Rothaarigen, dieser wiederum umfasste seine Hüfte mit seiner Hand, sie wanderten ins Wohnzimmer, sich auf die Couch platzierend.
Der Unmut und die leichte Wut Robby gegenüber war mittlerweile verblasst, wenn er ehrlich war, vermisste er seine kleine Truppe schon irgendwie.
„Ey, ich hoffe ich habe jetzt nicht gestört oder so.“, murmelte der Älter, doch Chris winkte nur ab. „Ach, alles kann man nachholen, nicht wahr?“, lächelnd strich er über seine Lockenmähne und dann begann er auch schon zu schwatzen, erzählte, was sie so gemacht hatten in der Zeit, wo Chris im Krankenhaus war und dann daheim, fragte immer wieder nach, ob alles wieder okay war und der Blonde nickte jedes Mal lächelnd, wobei sein Blick beinahe sehnsüchtig zur Türschwelle wanderte- wo war Ethan?

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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Sa Jun 23, 2012 12:32 am

Dass der Hippie, an dessen Namen sich Ethan sogar noch grob hatte erinnern können, richtige Schlüsse ziehen könnte aus dem Bild, was sich ihm wohlmöglich bot, darum machte er sich keine Sorgen. Erstens waren Chris´ Freunde ja im Allgemeinen ein toleranter Haufen, und vermutlich lag ihnen nichts fernen, als irgendwelche homosexuellen Beziehungen auszutratschen. Und zweitens waren sie doch eh die meiste Zeit benebelt von all ihrem Gras. Wenn der Arzt ehrlich war, dann war das Kiffen das einzige, was er Chris gerne abgewöhnen würde. Er mochte nichts daran, nicht den Geruch, nicht den illegalen Charakter und erst recht nicht den Gedanken, dass Chris nach dem Kiffen völlig neben sich stand und vermutlich keine Grenzen mehr kannte. Auch, wenn Ethan sich eigentlich geschworen hatte, ihm keine Regeln aufzubrummen und ihm seine Freiheiten zu lassen, stieg sein Unmut immer mehr. Robby mochte nicht mit Absicht gestört haben, immerhin konnte er ja nicht wissen, dass Ethan seinem frischgebackenen Freund gerade einen hatte blasen wollen. Aber er hätte wenigstens schnell wieder verschwinden können. Doch stattdessen bat Chris ihn auch noch allzu herzlich herein. Wütend knirschte er mit den Zähnen, sein Blick verfinsterte sich, als Chris ihm doch wahrhaftig einen Kuss auf die Lippen gab. Er wusste, dass das die Art seines Freundes war, mit anderen umzugehen, dennoch versetzte es dem Arzt einen tiefen Stich, der wirklich schmerzhaft war. Er versuchte sich zurückzuhalten, konnte aber nicht verhindern, dass er leicht rot im Gesicht wurde vor Wut. Er hatte sich in den letzten beiden Tagen schon viel zu sehr an den Gedanken gewöhnt, dass Chris zu ihm gehörte, zu ihm und zu niemandem sonst. Jedenfalls war es ein verdammt beschissenes Gefühl, wie er ihn den anderen umarmen sah und dann eng mit ihm zusammen auf der Couch saß. Ethan wusste, dass das in seinem Freundeskreis Gang und Gebe war, aber ehrlich, konnte er sich nicht denken, dass das für den ehemaligen Soldaten verletzend war?
Nein, vermutlich nicht, vermutlich ging Chris davon aus, dass alle das mit dem Körperkontakt ähnlich locker sahen wie er. Und vielleicht war das auch die bessere, weniger spießige Lösung, aber Ethan konnte nicht anders, als sich verletzt zu fühlen. Bei Robbys Worten stieß er scharf Luft aus, nein, man konnte diesen Moment nicht einfach so nachholen, er hatte mit seinem plötzlichen Auftauchen immerhin die ganze Atmosphäre zerstört, die sich den Morgen über so schön aufgebaut hatte.
Ethan beobachtete die beiden vom Türrahmen aus noch eine ganze Weile, doch anscheinend war Chris doch sehr in das Gespräch vertieft und schien seinen Hippiefreund nicht gleich wieder wegschicken zu wollen. Auf der einen Seite verständlich, doch auf der anderen Seite auch irgendwie….unverzeihlich, dass Chris ihn selbst nicht vorzog.
Nach ein paar Minuten hatte er sich wieder in sein Zimmer verzogen, sich vernünftig angezogen und war in die Küche gegangen. Die romantische Stimmung war für ihn völlig verdorben. Während er die Stimmen und das Lachen der beiden Männer aus dem Wohnzimmer hören konnte, begann er damit, sich etwas zu essen zu kochen. Seinen Hunger hatte er bis jetzt beiseitegeschoben, aber nun hatte er eh nichts anderes zu tun. Er fühlte sich nicht einmal mies dabei, als er Lasagne mit extra viel Hackfleisch zubereitete, und nur eine kleine vegetarische Ecke für Chris übrig ließ. Während der ganzen Stunde, die er mit Kochen verbrachte, während die beiden Hippies im Wohnzimmer saßen, schaffte er es sogar, sich noch ein wenig mehr in seine schlechte Laune hineinzusteigern. Es war wohl eher Glück als Können, dass ihm nicht alles anbrannte. Als schließlich fast zwei Stunden ins Land gegangen waren, hatte Ethans Laune einen Tiefpunkt erreicht. Mit verschränkten Armen blieb er ihm Türrahmen stehen, Robby und Chris mit finsterem Blick musternd.
„Willst du noch länger hier bleiben?“, fragte er etwas kalt, ohne Chris eines Blickes zu würdigen.
„Ich würde sonst nämlich ganz gerne essen.“
Er zupfte sein T-Shirt zurecht, er hatte so vehement versucht, Chris nicht anzusehen, dass er sich nun sogar lieber mit seiner Kleidung und deren Falten beschäftigte, anstatt den Blonden auch nur eines Blickes zu würdigen.
„Es sei denn natürlich, das können wir auch nachholen.“
Vielleicht würde Ethan sich irgendwann für sein jetziges Verhalten sehr schlecht fühlen, doch gerade jetzt dachte er, dass Chris überhaupt gar nichts anderes verdient hatte. Und was sein verschrobener Freund sich dabei dachte, das war ihm für den Moment auch egal.

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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Sa Jun 23, 2012 1:20 am

Ethan hatte sich nicht zu ihnen gesellt. Fast schon traurig ließ der junge Mann seinen Blick wieder von der Türe ab, lächelte seinen Freund beinahe entschuldigend an. Er wollte nicht, dass sie noch mieser über den Ex- Soldaten dachten, vor allem jetzt nicht, wo sie doch zusammen waren. Natürlich, sie tolerierten ihm aber sie hatten auch unterschwellige Wut auf ihn für das, was er getan hatte, für sie würde er der ewige Soldat bleiben, der kein Problem damit hatte, eine Waffe zu schultern und unschuldige Menschen zu töten. Doch wenn sie erst einmal ein paar Zeilen mit ihm reden würden, dann würden sie schon mitbekommen, was für ein guter Mensch Ethan doch war.
Natürlich bemerkte Chris nicht, dass Ethan wütend in der Küche war, dass er ausgerechnet auf ihn sauer war- nein, eigentlich war er im Irrglauben, dass dieser plötzliche Besuch Robbys kein Problem dargestellt hatte, schließlich war spontaner Besuch nichts Neues und irgendwo war es wirklich lieb von ihm, nach ihm zu sehen, vielleicht dachte er ja, dass der Blonde noch alleine zu Hause war und wollte ihn aufmuntern. Und Ethan wusste doch, dass der Hippie eine andere Art hatte mit Menschen umzugehen, dass er immer so offenherzig auf sie zugehen konnte und das doch erst durch ihn er wieder dieses Vertrauen haben konnte, dass er wirklich andere anfassen konnte.
Robert und der Grünäugige hatten wirklich viel zu erzählen gehabt, dass er beinahe die Zeit vergessen hatte, doch dem Geruch zu urteilen, der nun in der Wohnung sich breitmachte, waren sie wohl schon eine Weile am Reden- sein Geliebter hatte bis dahin gekocht und kaum dachte der junge Mann an ihn, stand er auch schon am Türrahmen, doch irgendwie schien er…verändert.
Das Dauerlächeln auf Chris‘ Gesicht verfinsterte, als die Worte des Arztes erklangen, sie klangen so hart, so kalt, das kannte er gar nicht von ihm. Und wie er ihn anschaute…oder besser, wie er ihn nicht anschaute.
Chris fand es von seinem Mitbewohner gemein, wie er Robert behandelte, er hatte es nicht verdient, dass man so mit ihm umging, keiner hatte das verdient, ganz gleich welche Laus über Ethans Leber auch gelaufen war. Mit zusammengezogenen Augenbrauen musterte der Blondhaarige seinen Freund eine Weile lang, wandte dann seinen Blick zu Robby, als dieser irgendwas von „Keine Sorge, ich bin schon weg, Kumpel.“ brabbelte und sich auch schon von der Couch erhob, Chris machte es ihm nach. „Ich geleite dich noch nur Tür.“, sagte er, versuchte fröhlich zu lächeln, was ihm jedoch ein wenig misslang.
Er und sein rothaariger Freund gingen an dem Größeren vorbei, wobei Robert gar nicht so viel kleiner war, vielleicht einen halben Kopf, wobei der Hippie ihm einen wütenden Blick zuwarf.
Natürlich fand er es nicht in Ordnung, dass er sich so benahm, wenn er schon wütend auf Chris oder auf sonstwen war, musste er das nicht an unschuldigen Gästen auslassen.
Vor der Haustüre beobachtete er mit verschränkten Armen seinen Hippiefreund dabei, wie er sich langsam die Schuhe zuband. „Tut mir Leid, Ethan mag keinen unangekündigten Besuch und ist deswegen wohl so mies gelaunt, wir sehen uns bestimmt bald. Ich komme euch besuchen.“, Chris warf dem jungen Mann einen flüchtigen Abschiedkuss zu, schaute ihm noch dabei zu, wie er die Treppen hinunterschlenderte, ehe er die Haustüre hinter sich zuknallte, mit einer schnellen Bewegung herumwirbelte, zu Ethan stampfend.
„Du musst doch nicht so gemein zu Robert sein, er ist so gut wie nie hier und dann ist er mal da und du bist so böse, was ist los?“, der Blonde funkelte den Älteren verschwörerisch an, doch dieser meinte ihn nicht anschauen zu müssen, sodass seine schmalen Finger sich auf die Wange des Arztes legten, sein Köpfen in seine Richtung schiebend. „Schau mich wenigstens an, wenn ich mit dir rede. Warum bist du denn auf einmal so mies gelaunt, ich verstehe das nicht.“ Es war nicht einmal gelogen- Chris verstand die Welt nicht mehr. Erst haute er einfach ab, anstatt sich zu ihm zu setzen, gemeinsam mit ihm Robert zuhörend. Es wäre der perfekte Moment gewesen um einen der Freunde auf die Beziehung aufmerksam zu machen und Ethan hätte eventuell Robert besser kennen lernen können, aber nein, er war weg und dann kochte er noch etwas extrem Fleischhaltiges, sonst würde es nicht so riechen und dann….dann ignorierte er ihn?!
„Hab ich dir etwas getan, bitte, ich kenne dich so gar nicht.“, der Hippie legte seinen Kopf schief, Verzweiflung machte sich in seinem Gesicht breit.
Vielleicht hätte er ihn nicht küssen dürfen, vielleicht war es das, aber das war seine Art und das wusste Ethan auch, er wusste genau wie er mit Menschen umging und er wusste auch, dass Chris keinen seiner fröhlichen Freunde bis jetzt gesehen hatte und sie waren quasi die Familie, die er niemals hatte, sie sorgten für ihn, als es noch keinen jungen Arzt gab, mit einer Militärvergangenheit und einem wunderschönen Gesicht, da konnte er sie doch nicht einfach so wegschicken!
Und seine Nanny sagte immer, dass man jeden Gast so empfangen sollte, als ob man lange auf ihn gewartet hätte, das machten gute Menschen nun mal so. Eine Mischung aus Verzweiflung, Flehen und ein bisschen Wut lag im schmalen Gesicht des jungen Mannes. Nach gerade mal zwei Tagen lag Spannung in der Luft, das fing ja ganz toll an, aber irgendwo wusste der Blonde, dass dies nicht so ganz einfach werden würde, hier waren anderen Gesetze und so mussten wohl andere Regeln her. Doch wer waren sie, wenn es daran scheitern sollte?!

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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Sa Jun 23, 2012 11:46 am

Ethan blickte Robert hinterher, als er die Wohnung verließ, aber er ging nicht mehr bis zur Tür. Er wusste, dass Chris´ Freunde ihn nicht mochten, da konnten sie noch so tolerant sein. Sicher, nach außen hin würden sie das nie zeigen, und vermutlich würden sie ihm gegenüber auch nie offen ablehnend sein, aber im Endeffekt hatte er mit ihnen keine weiteren Gemeinsamkeiten, außer, dass er mit Chris zusammen war. Ethan hätte darüber locker hinwegsehen können, aber jetzt, da er sich von Chris verletzt fühlte, wuchs auch sein Groll gegen Robby und all seine langhaarigen Freunde, und er hatte kein schlechtes Gewissen dabei, den Hippie nach Hause zu schicken. Immerhin war er unangekündigt hier erschienen, da konnte er wohl nicht erwarten, dass er nicht störte. Auch, wenn er und Chris das anders zu sehen schienen. Ihm entging auch keinesfalls der wütende Blick, den sein Freund ihm zuwarf, auch, wenn er immer noch vehement versuchte ihn nicht anzuschauen. Erst, als die Tür laut ins Schloss gefallen war, hob der Arzt wieder den Kopf. Chris hatte Robert bestimmt auch noch einen Abschiedskuss gegeben, und allein der Gedanke daran ließ Ethans Gesicht wieder gefährlich rot anlaufen.
Als Chris seinen Kopf zu ihm hindrehte, weil er ihn immer noch nicht ansehen wollte, fühlte er sich für einen Moment so wütend, weil Chris anscheinend nicht mal verstand, was ihn verletzt hatte, dass er seine Hand einfach beiseiteschob.
„Machen wir uns nichts vor, ja, die meisten deiner Hippiefreunde können mich eh nicht leiden, weil ich lieber Soldat war, anstatt den lieben langen Tag in einem zugekifften Bulli zu hocken“, zischte er zornig. Er wusste kaum wohin mit sich, wollte sich auf einen der Küchenstühle setzen, aber andererseits wollte er auch so stehen bleiben, um wenigstens das Gefühl zu haben, Chris physisch in diesem Streit überlegen zu sein. Er hatte sich niemandem bis jetzt so sehr geöffnet wie Chris, hatte sich ihm sogar ein klein wenig ausgeliefert, und jetzt merkte er, wie verletzlich ihn diese Offenheit gemacht hatte. Er kannte das von sich selbst so gar nicht, dass er so schnell aus der Fassung zu bringen war. Nein, ehrlich gesagt fand er es gerade in diesem Moment einfach nur schrecklich.
„Du hättest ihn auch ruhig etwas früher wegschicken können, wir hatten immerhin auch noch etwas vor“, knurrte er, und ging einige Schritte in der Küche auf und ab. Ja, was wäre schon dabei gewesen, wenn sie sich einfach ein halbes Stündchen unterhalten hätten, und sich dann für ein anderes Mal verabredet hätten, irgendein Tag, an dem Ethan seinen Freund nicht gerade hatte verwöhnen wollen.
„Und musstest du ihn unbedingt küssen?“
Die bis jetzt eher zornige, harte Stimme hatte angefangen zu bröckeln, und neben die Wut in seinem Gesicht trat jetzt auch die pure Verletztheit, die er spürte, dieses Gefühl, dass er alles, was er hatte, ganz in Chris´ Hände gelegt hatte, und dass er nun irgendwie Angst hatte, dieser könnte in seiner Offenheit allzu unvorsichtig damit umgehen. Er verschränkte die Arme, wandte sich ruckartig ab. Noch nie in seinem Leben hatte er sich so eifersüchtig gefühlt, es war kein schönes Gefühl, aber er konnte es einfach nicht unterdrücken.
„Ich weiß, dass das deine Art ist, aber…..du gehörst doch jetzt zu mir, und ich will nicht, dass du andere Männer küsst“, sagte er, und seine Stimme war zum Ende des Satzes hin immer leiser geworden, als schämte er sich für das, was er sagte. Aber er musste sich nicht schämen, nein, das war doch keine unverschämte Forderung, oder etwa nicht?
„Und außerdem hatte ich gehofft, dass du wieder zu mir ins Bett kommen würdest, anstatt dich zwei Stunden lang im Wohnzimmer zu verkriechen, okay?“
Seine Stimme war wieder etwas lauter geworden, und er wandte sich kurzerhand ab, ins Wohnzimmer staksend und mit verschränkten Armen auf der Couch sitzen bleibend, ein Knie angezogen und auf den Couchtisch starrend. Er konnte sich nicht daran erinnern, dass er sich in seinem Erwachsenenleben, nein, in seinem ganzen Leben, je mit jemandem so wirklich gestritten hatte. Er war nicht gut darin, vielleicht war er auch unfair Chris gegenüber, aber was sollte er machen, wenn er so fühlte? Wenn ihm jedes Mal ganz kalt in der Brust wurde, sobald er Chris mit jemand anderem so nah zusammen war. Bei seinen Hippiefreunden mochte das zum Umgangston gehören, aber das war einfach nicht richtig.
„Du solltest nur mich küssen“, murmelte er, unwissend, ob Chris ihn überhaupt hörte, ob er ihm gefolgt war, oder ob er in der Küche geblieben war, sauer auf ihn, weil er Robby nicht gastfreundlicher behandelt hatte.

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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Sa Jun 23, 2012 3:20 pm

Hatte er da gerade ihre Lebensweise beleidigt?! Chris öffnete entsetzt den Mund, doch es drang kein Laut aus seiner Kehle, er konnte nicht glauben, dass er das gerade gesagt hatte. Als ob sie damals nur dasaßen und kifften- sie waren tagtäglich auf den Beinen um zu protestieren und bekamen hin und wieder auch einen auf die Fresse für ihre politische Einstellung.
Und er wollte gar die Aufstände ’68 erwähnen, wo sie für die Rechte der Homosexuellen kämpften und wie viele in den Knast dafür kamen!
Dass Ethan sie so herabstufte war nicht fair. „Ach, jetzt komm mir nicht damit!“, mit verschränken Armen starrte er in das Gesicht des Älteren, hörte bei den anderen Worten kaum noch hin, setzte schon an um ihm eine Standpauke zu halten und ihm klar zu machen, dass sie nicht nur kleine Gammler waren, natürlich hin und wieder fauler als sonst aber viele hatten sogar mittlerweile einen Job und trotz alldem führten sie ein bescheidenes Leben und versuchten aus der Welt einen besseren Ort zu machen, doch er kam gar nicht erst dazu etwas zu sagen, da sein Geliebter nun die nächste Bombe platzen ließ.
Okay, er konnte es verstehen, dass der Arzt nicht angetan davon war, dass Robby so lange geblieben war, doch dass das Küssen seiner Freunde problematisch war?!
Mit großen, entgeisterten Augen schaute der Hippie in das Gesicht des Größeren, solch eine Mimik kannte er gar nicht von ihm und diese Eifersucht, war Ethan etwa so besitzergreifend? Aber sie waren doch Männer, da ging das doch eigentlich nicht so hart zu in der Hinsicht wie bei normalen Pärchen. Oder etwa doch?
Der Blonde wusste nicht wohin mit seinen Gefühlen, die gerade im Halse stecken blieben. Auf der einen Seite machte es ihn so unglaublich wütend, dass der Dunkelhaarige wirklich ihm verbieten wollte, seine Freunde zu küssen, doch auf der anderen fühlte er sich unglaublich schlecht, dass er durch einen belanglosen Lippenkontakt den sonst so ruhigen und gefassten Ethan aus der Fassung bringen konnte.
Was war nur so schlimm daran, wusste er denn etwa nicht, dass der junge Mann keinen anderen so liebte wie ihn, dass diese Küsse im Prinzip nur freundschaftlich waren? So kurz und ohne Hintergedanken, als ob man seine Großmutter küsste oder seine Tante, da waren doch auch keine amourösen Gefühle im Spiel gewesen.
„Ethan, ich…“, doch schon wurde der Hippie ein weiteres Mal von dem Ex- Soldaten unterbrochen. Chris ließ seine Arme fallen, lauschte mit halbgeöffneten Mund dem, was ihm vorgeworfen wurde und dann ging er einfach weg.
Die Augen ruhten eine Weile auf der Stelle, wo gerade noch ein wütender Ethan stand, ehe er seinen Körper umdrehte und ins Wohnzimmer hinterherstampfte.
Falten hatten sich auf der Stirn des Jungen gebildet, so etwas zerriss sein Herz in tausende Einzelteile, weil er genau wusste, dass er die besondere Nähe zu seiner kleinen Familie nicht einfach so aufgeben konnte, jedoch auch nicht wollte, dass Ethan dadurch verletzt wurde. Wieso konnte er nicht verstehen, dass es etwas vollkommen anderes war?! Dachte er etwa, er würde ihm irgendwann fremd gehen, würde sich auf andere einlassen?! So war Chris nicht und so würde er auch nie sein, in all seinen Beziehungen hatte er niemals einen anderen gehabt und in allen Beziehungen war es in Ordnung seine Freunde zur Begrüßung in den Arm zu schließen und ihre Münder auf die der anderen zu pressen. Aber wahrscheinlich war dies auch alles in Ordnung, weil sie ja nicht anders waren. Weil sie unterscheiden konnte.
Chris seufzte- es tat ihm so leid, dass er in den zwei Stunden anscheinend alles falsch gemacht hatte, was man in Ethans Augen falsch machen konnte und er fühlte sich hundeelend deswegen, jedoch tat es ihm auch weh, dass er immer noch in diesem alten Bild der Gesellschaft verfahren zu sein schien, dass man Freunde anders behandeln sollte und dass in einer Beziehung man Besitz über den anderen hatte- es gefiel dem Hippie nicht, es machte unglücklich.
Der Blondhaarige ließ sich neben seinem Mitbewohner in einem Schneidersitz wieder, die moosgrünen Augen musterten das Gesicht seines Freundes- es versetzte ihm ein Stich im Herzen, so hatte er Ethan noch nie gesehen.
„Ethan…ich..ich liebe dich doch, nur dich.“, setzte der Jüngere an. „Und du weißt, dass es keinen gibt, den ich je so küssen werde wie dich, niemand außer dir gibt mir bei jeder noch so kleinen Berührung das Gefühl ich könnte schweben.“, er machte eine Pause, schaute weg, nach Worten suchend, die ihm erklären sollten, dass er sich nicht zu sorgen brauchte, dass die Eifersucht so sinnlos war. „Mein Gott, ich würde sterben ohne dich und ich würde für dich sterben. Ich würde wahrscheinlich bis ans Ende der Welt gehen für dich. Versteh doch, ich bin dir ausgeliefert und egal wie viele Menschen ich küssen werde, es bleiben einfach nur Küsse, wo ich bei dir doch jedes Mal fast den Verstand verliere. Aber ich bin nun einmal so ein Mensch und diese, die in einem zugekifften Bulli sitzen, sie sind meine Familie, meine einzige Familie.“, Chris Augen wurden glasig. Er musste schlucken, so schrecklich trocken fühlte sich seine Kehle an, dass es beinahe schon wehtat.
Ach wieso musste das alles so blöd sein?
„Und die liebe ich auch, weil man seine Familie nun einmal liebt. Und ja, ich küsse sie und ich umarme sie und ich lasse sie in mein Haus, auch wenn sie unangekündigt gekommen sind und ich lasse sie so lange hier, bis sie wieder gehen möchte, ich würde nie einen von ihnen rauswerfen. Und ich weiß, dass du das anders siehst, Eth, ich weiß doch, dass ich wahrscheinlich nie gut genug für dich sein werde, dass du jemand Besseren verdient. Ich kann verstehen, wenn du mich nicht mehr willst, dafür, dass ich so bin.“, seine Worte waren gebrochen, Tränen zogen ihre Bahnen auf den blassen Wangen des Hippies. Mit einer stürmischen Bewegung legte er seine Arme um den Hals des Älteren, platzierte sein Gesicht auf seiner Brust, er konnte einfach nicht anders, Chris brauchte ihn doch viel mehr als Ethan ihn jemals brauchen könnte!
„Es tut mir so, so leid. Ich liebe dich doch, ich will nicht, dass du wütend auf mich bist, ich will nicht, dass du wegen mir verletzt bist, ich will dich doch glücklich machen!“, schluchzte der Blonde, drückte sich noch näher an den Leib seines Geliebten.
Er konnte sich nicht ändern, er konnte vielleicht nicht mehr so stürmisch zu anderen sein und vielleicht, vielleicht konnte er auch seinen Freunden irgendwie weißmachen, dass sie sich vorher ankündigen sollten, wenn sie sie besuchen und er wusste, dass sie es verstehen würde, doch er würde nicht alles an sich ändern können, selbst wenn er wollte. „Das nächste Mal schicke ich meine Freunde weg, das nächste Mal werde ich mehr so viel tratschen, versprochen.“

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Kauzi
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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Sa Jun 23, 2012 5:03 pm

Ethan sah nicht auf, als Chris sich neben ihn setzte. Er wusste, dass seine Bemerkung über seine Lebensweise unfair gewesen war. Natürlich taten sie mehr, als den ganzen Tag nur herumzusitzen und Drogen zu nehmen. Eigentlich war ihre lockere Lebensweise bewundernswert, doch für den ehemaligen Soldaten war es nicht so einfach, all das abzuschütteln, was ihm die Gesellschaft und seine Erziehung als gut und richtig eingetrichtert hatte. Er hatte nun einmal auch viel mehr zu verlieren als Chris. Wie sollten sie denn auch über die Runden kommen, wenn er seinen Job verlieren sollte? Chris bekam zwar jeden Monat Geld von seinem Vater, aber das reichte ganz sicher nicht, um sie beide durchzufüttern. Er war im Endeffekt auf ein normales Leben angewiesen, aber das hieß nicht, dass es nicht gut war, dass es Leute wie Chris und seine Freunde gab, die Zeit und Mut hatten, sich gegen Ungerechtigkeiten zur Wehr zu setzen. Ethan hatte einfach vor lauter Wut irgendetwas Verletzendes sagen wollen, und angesichts von Chris´ wütendem Gesichtsausdruck hatte das auch funktioniert. Jetzt fühlte er sich schlecht, dass er so unter die Gürtellinie gegangen war. Dieses Mal war es Scham, weshalb er den Hippie nicht ansehen konnte.
„Ich….Ich weiß, dass du mich liebst, aber ich fühl mich einfach nicht wohl, wenn du andere küsst. Bei euch mag das selbstverständlich sein, aber…..Man kann doch nie wissen, was passiert!“, stieß er händeringend aus, der Verzweiflung nahe. Wer wusste schon, ob sich seine Gefühle nicht irgendwann änderten? Ethan unterstellte Chris keine böswillige Absicht, und in seinem tiefsten Herzen wollte er auch gar nicht daran denken, dass Chris je jemand anderen finden könnte. Aber das war doch einfach nicht zu hundert Prozent auszuschließen. Alles, was die Chancen verringerte, musst Ethan doch verlangen können, oder nicht? Er wusste doch auch nicht, was richtig oder falsch war, das war das erste Mal, dass er solch eine Beziehung führte.
Als Chris jedoch anfing bitterlich zu weinen, fiel jeglicher Grimm von ihm ab, und er hatte einfach nur noch ein unglaublich schlechtes Gewissen. Er hatte den Hippie nicht zum Weinen bringen wollen, ihn so verzweifelt zu sehen, tat ihm in der Seele weh.
„Sag doch so was nicht, wen sollte ich denn sonst wollen außer dir?“, fragte er schockiert, während er seine Arme vorsichtig um den schluchzenden Leib legte und ihm sacht über den Rücken strich.
„Ich hab viel mehr Angst, dass so ein Spießer wie ich dich irgendwann langweilen könnte“, fuhr er fort. Und das war ganz sicher nicht gelogen, immerhin war er so ziemlich der einzige Spießer, mit dem Chris irgendetwas zu tun hatte, denn wie er schon sagte, seine Hippiefreunde waren wie eine Familie für ihn. Wer war er da schon, dass er sich in diese Beziehung einmischen konnte? Er seufzte auf, strich Chris über die Haare, um ihn ein wenig zu beruhigen. Wenn er ihn angeschrien hätte, wütend auf ihn gewesen wäre, darauf hätte er reagieren können, aber sein Weinen bereitete ihm sofort unglaubliche Schuldgefühle.
„Es tut mir Leid, was ich gesagt habe, das war nicht gerechtfertigt, aber……Wenn deine Freunde hier sind, hab ich immer umso mehr das Gefühl, dass ich eigentlich gar nicht in deinen Freundeskreis gehöre. Sie haben vielleicht sogar recht, mich zu verurteilen, immerhin habe ich Menschen getötet“, fuhr er geknickt fort, und ein leichter Schauder rann über seinen Rücken, sodass er Chris etwas fester an sich drückte.
„Es war egoistisch von mir zu erwarten, dass du ihn wegschickst, ich hatte nur…“
Er schluckte, musste kurz innehalten.
„Ich hatte nur gehofft, dass daraus heute noch etwas mehr werden würde“, brachte er mit rotem Gesicht hervor, Chris einen kurzen, peinlich berührten Blick zuwerfend.
„Und jetzt hör bitte auf zu weinen, das macht mich ja ganz fertig“, murmelte er, hob das Kinn seines Freundes leicht an und küsste ihn auf die tränennasse Wange, als könnte er die salzigen Spuren so verschwinden lassen.

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Mrs Lovett
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BeitragThema: Re: Living on a guitar´s strings   Sa Jun 23, 2012 7:33 pm

„Irgendjemand Besseren.“, nuschelte der Blonde auf die Bemerkung hin. Es gab so viele andere Menschen auf dieser Erde, die wahrscheinlich alle in Ethans Liga spielen würde, die begehrenswerter waren als der schlaksige Chris. Natürlich war es da nicht abwegig jemand anderen zu wollen. Doch irgendwo beruhigte es ihn, dass er nicht an den anderen Fischen im Meer interessier war, trotz der vielen Macken, die Chris so mit sich gebracht hatte.
Mit dem Handrücken wischte er sich einige Tränen aus dem Gesicht und versuchte weitere Tränen zu unterdrücken. Er wollte gar nicht weinen , der Hippie war sowieso viel zu emotional aufgeladen und außerdem ging es hier ja gar nicht um ihn, er war nicht der, der enttäuscht wurde, er war eher der, der alles irgendwie mit seiner blöden Art verbockt hatte.
Als sein Mitbewohner die Zweifel äußerte, dass er eventuell zu langweilig für den Grünäugigen sein konnte, musste er leise lachen. In all den Jahren, die sie sich schon kannten, war Ethan immer noch ein kleines Rätsel für den jungen Mann und er wollte noch so viel über ihn erfahren! Er könnte niemals das Interesse an ihm verlieren und schon bei dem Gedanken, eines Tages nicht mehr an seiner Seite sein zu können, bereitete ihm so großen Schmerz, dass sich der Körper noch enger an ihn presste.
Er war sein Freund, sein Geliebter und noch so vieles mehr und alles andere als ein Spießer.
Er wollte ihm widersprechen und ihm sagen, dass nichts auf der Welt ihn davon abhalten könnte, Interesse an ihm zu zeigen, doch sein Mund schloss sich ebenso schnell, wie er geöffnet wurde, das leise Lachen verstummte rasch bei den nächsten Worten. „Sag sowas nicht!“, wisperte die Stimme voller Entsetzen darüber, was sein Geliebter da von sich gab.
Er urteilte nicht nach der Vergangenheit und es war doch egal, ob er zu seinen Freunden passte oder nicht, keiner von ihnen würde jemals einen abstoßen, denn wenn Chris ihm vertraute und ihn liebte, dann musste Ethan ein guter Mensch sein!
Natürlich war es falsch Menschen zu töten, keiner verdiente es ermordet zu werden, doch der Blonde dass in solchen Zuständen er wahrscheinlich gar keine andere Wahl hatte und die Tatsache, dass er nun nicht in Uniform und mit Waffe durch die Gegend marschierte, zeigte doch nur, dass Ethan keiner von diesen war, die dies gerne taten, die Spaß am Krieg hatten.
„Wir haben doch alle unsere Fehler, aber die geben uns doch keinen Grund jemanden nicht zu lieben!“, protestierte der Junge, schniefte einige Male leise, während die Augen zum Arzt hochschauten.
Nein, es war nicht egoistisch von ihn, dass er das von Chris verlangt hatte, zumal es doch auf seine Wohnung war und er ebenso gut darüber entscheiden durfte, wer wie lange blieb und er wieder ging und auch war doch Chris hier der Egoist, der nur an sich dachte und daran wieder mit seinen Freunden, oder zumindest mit einem davon, wieder reden zu können. Und Ethans Beweggründe waren schlichtweg zu süß um auch nur ein bisschen auf ihn böse zu sein. Ein leichtes Lächeln schlich sich in das schmale Gesicht des Blonden. „Ach, Ethan- ich verspreche dir, dass abertausende von Tagen mehr mit sich bringen werden, ich werde das wiedergutmachen.“, er lächelte seinen Freund verträumt an, genoss den Kuss auf seiner Wange, zog sich näher zu seinem Gesicht heran um einen anständigen Kuss zu bekommen. Sie sollten nie wieder streiten, viel zu schön waren die Momente, die er in seinen Armen verbrachte. „Lass uns bitte nicht mehr streiten, das ist doch blöd! Lass uns lieber überlegen, was wir mit dem restlichen Tage tun werden, wir könnten doch vielleicht wohin gehen oder…ich weiß nicht, einfach da weitermachen wo wir aufgehört haben oder..tanzen gehen, oder fernsehen.“, er hielt einen Moment inne. „Oder einfach hier sitzen und reden- ich möchte so viel über dich erfahren.“

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