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High Voltage
 
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 .........Let the engine steam........

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Kauzi
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BeitragThema: Re: .........Let the engine steam........   Fr Jul 23, 2010 11:11 pm

Was für eine prunkvolle Insel. Und das alles sollte nur einem einzigen Mann gehören? Selbst Farell hatte sich mit all seinem Falschgeld nie so viel Luxus ergaunern können. Manchmal beneidete er die Menschen, die so viel Geld besaßen und sich vermutlich ganze Städte davon kaufen konnten. So große Mengen an Gold, dass damit nichts unmöglich schien. Und dann musste der Ire wieder innehalten. Was wollte er schon mit so viel Gold? Ein mächtiges Anwesen auf seiner geliebten grünen Insel, eine Flotte, ein Imperium, um das er sich jeden Tag zu kümmern hatte, reizende Damen….All das schien ihm bei näherer Betrachtung gar nicht so reizvoll. Er würde vermutlich einen großen Teil seiner Freiheit einbüßen, wenn er ein reicher Mann war. Diese Freiheit, die er so liebte. Und außerdem machte er seinen Beruf gerne. Er wollte diesen Hauch Abenteuer nicht missen, wenn er mal wieder irgendeinen grobschlächtigen Händler betrog. Letztendlich tat er es nur für eine gute Sache. Denn für genau das hielt er die Rebellion, die Daisuke da aufgezogen hatte. Sie gab vielen Menschen Hoffnung in einer Zeit, die zwar technisch weit entwickelt war, aber doch voller Korruption war. Für den ganz einfachen Mann war es jetzt auch nicht einfacher als vor ein paar Jahrzehnten. Vielleicht hatten sie eine Chance das zu ändern, vielleicht auch nicht. Farell vermochte nicht zu sagen, ob sie Erfolg haben würden oder nicht. So schnell konnte sich alles ändern. Es wunderte ihn sowieso, dass Daisuke sie in dieser Zeit damit beauftragt hatte, einen Jungen und einen Cyborg zu suchen, die anscheinend abhanden gekommen waren. Einen Laufburschen und einen Piloten, eigentlich doch etwas, worauf man verzichten konnte, was ersetzbar war. Oder etwa nicht? Sie mussten dem Vampir wirklich wichtig sein, sonst würde er sie nicht suchen lassen. Dass diesem harten Mann etwas ans Herz wachsen konnte war irgendwie merkwürdig. Nicht, dass Farell es ihm nicht gegönnt hätte, aber es passte nicht ganz zu dem Bild, das er von ihm hatte. Wenigstens einmal eine Aufgabe, die ein wenig Trickserei erforderte.
Er legte den Kopf leicht in den Nacken und kniff die Augen zusammen. Wenn der Sklavenhändler nicht gelogen hatte, mussten sie hier richtig sein. Und warum sollte er lügen? Immerhin war die Summe, die sie ihm geboten hatten, lachhaft hoch gewesen. Und eine Verwechslung konnte wohl kaum vorgelegen haben. Es gab zwar viele Menschen heutzutage mit einer metallenen Prothese, aber einen Engel? Das war nun wirklich eine Seltenheit und keinesfalls etwas, das man häufig antraf. Und wer konnte sich so etwas schon leisten wenn nicht der Adlige, der auf dieser gigantischen Insel lebte? Solche Leute waren genau jene, die für die Rarität Mensch Geld übrig hatten. Prinzipiell verachtete Farell Menschen, die sich Sklaven hielten. Sicher war das in der heutigen Zeit Gang und Gebe. Aber das machte es noch lange nicht in Ordnung. Man konnte Menschenleben doch nicht verhökern wie Vieh, um sie dann zu halten wie eben jenes. Und selbst wenn man ihnen Luxus gab in seinen großen Hallen, dann hatte man sie trotz allem ihrer Freiheit beraubt. Farell hätte mit keinem einzigen von ihnen tauschen wollen. All das ging ihm während der langen Reise durch den Kopf, seltsam schwermütige Gedanken für den sonst so aufgeweckten Mann, den selten ein Wässerchen trübte. Genau deshalb war er auch froh gewesen, dass man ihm niemand anderen als Shane an die Seite gestellt hatte. Er mochte die stillen, grimmig dreinblickenden Schlägertypen nicht, die Daisuke teilweise in seiner Organisation hatte. Sie mochten für das raue Leben auf den Straßen geeignet sein, für den Kampf, für Erpressung und Diebstahl. Aber nicht für so einen Einsatz, der ein wenig Grips und die Kunst, sich zu verstellen erforderte. Shane war genau der Richtige für diesen Job und nicht so ernst, dass es sich mit ihm schlecht leben ließe. Er hatte eben genau so ein sonniges Gemüt wie Farell, diese typisch irische Art. Er nickte entschlossen auf Shanes Frage hin, seine schwarzen Haare schienen beinahe mit der tintenschwarzen Nacht zu verschmelzen. Er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie hier falsch waren.
„Ich denke, wir sind hier richtig. Jetzt müssen wir nur noch rein kommen. Und mit dem Jungen wieder raus.“
Er machte eine leichte Handbewegung, als wäre es ein wahres Kinderspiel, diese Aktion durchzuziehen. Dabei wusste er selbst, wie löchrig ihr Plan war. Sie mussten sich als reiche Adlige oder wenigstens Unternehmer auftreten. Oder…Farell hatte plötzlich einen Geistesblitz. Dafür würde sogar viel weniger Verkleidung nötig sein und sehr viel weniger Schauspielerei. Und bei dem alten Kahn, den Daisuke ihnen mitgegeben hatte, würde auch niemand ihre Geschichte anzweifeln. Trotzdem, ganz sie selbst durften sie trotzdem nicht sein. Er nahm das Kleeblatt aus dem Mund, steckte es vorsichtig in sein Knopfloch, richtete penibel die Kleidung und zog einen faltbaren Zylinder hervor. So sahen sie doch beinahe aus wie ehrbare Handelsleute, deren Luftschiff unglücklicherweise einen Defekt hatte. Mit einem verschwörerischen Grinsen auf den Lippen teilte er Shane seinen Plan mit, stimmte Details mit ihm ab, sodass kein Zweifel an ihrer Herkunft bestehen könnte. Nur kurze Zeit später konnten sie sich auf den Weg zu dem Anwesen machen. Auch ohne viel Beleuchtung war das Anwesen in dem Wäldchen kaum zu übersehen. Farell atmete einmal tief durch, bevor er den schweren Türklopfer dreimal gegen das edle Holz der Tür hämmerte. Im Inneren schien sich eine große Halle zu befinden, so schloss der Ire aus dem lauten Echo. Eine Weile lang schien sich gar nichts zu tun und er trat ungeduldig auf der Stelle, bis das große Portal schließlich doch geöffnet wurde. Ein alternder Butler steckte den Kopf durch den schmalen Spalt und musterte sie eingehend.
„Was wünschen die Herren zu solch später Stunde?“
Farell straffte seine Gestalt, endlich mal wieder Zeit für ein wenig Leistung. Er setzte ein unsicheres Lächeln auf.
„Es tut und sehr leid, sie so spät noch zu stören. Doch unser Luftschiff hatte leider eine Panne und dies hier war weit und breit die einzige Insel. Meint Ihr, Ihr könntet uns für die Nacht ein Quartier geben?“
Er lächelte entschuldigend, aber freundlich. Zu mindestens hatte man ihnen nicht sofort die Tür wieder vor der Nase zugeschlagen und ihre äußere Erscheinung wirkte gepflegt genug, um ihnen die Geschichte abzukaufen. Wenn sie keinen Fehler machten, konnten sie noch in dieser Nacht nach dem Jungen suchen und still und heimlich wieder verschwinden. Dann mussten sie nur noch den Piloten finden. Allerdings würde das schwieriger werden, vor allem in der knappen Zeitfrist, die Daisuke ihnen gesetzt hatte.

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Mrs Lovett
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BeitragThema: Re: .........Let the engine steam........   So Jul 25, 2010 12:38 am

Der alte Herr musterte die beiden prüfend. Eigentlich, ja eigentlich war dies wahrscheinlich selten der Fall, dass irgendwelche Männer zu dieser Zeit aufkreuzten und darum baten, die Nacht dort zu verbringen...aber gab es nicht für alles Ausnahmen?
„Na gut..ich denke, der Hausherr wird kein Problem damit haben, euch sein Haus zur Verfügung zu stellen.“, murmelte er anschließend den beiden entgegen und bat sie hinein.
„Danke.“, Shane grinste den Butler freundlich an, trat auch sogleich in das Haus ein, gefolgt von seinem irischen Begleiter. Drinnen sah alles noch prunkvoller aus, als all die Dinge, die sie bereits draußen begutachten konnten. Ja, was man alles mit Geld erreichen konnte..
Staunend ließ er seinen Blick quer durch die riesige Empfangshalle schweifen. Gedämmtes Licht ließ den Raum gemütlich erscheinen, wie in einem Märchen.
„Folgen sie mir.“, murmelte der Alte erneut und lief stumpf auf eine große Tür zu, gefolgt von den beiden Gestalten. Sie wurden in einen großen Salon geleitet, der all die anderen Dinge im Empfangsraum um Einiges übertraf und man nicht wusste, wo man zuerst hinschauen sollte.
Staunend ließ sich der Schwarzhaarige auf einen der großen Sessel niederfallen, die gleich neben dem prasselnden Kamin herumstanden. Es war totenstill in diesem Raum, nur das leise Knistern des brennenden Holzes hallte zwischen den vier Wänden nieder, Shane gefiel das Geräusch sehr, es war so..harmonisch.
Doch die Harmonie wurde sogleich von der Stimme des Grauhaarigen unterbrochen. „Ich werde den Hausherren benachrichtigen. Er wird in Kürze eintreffen.“
Doch da erhob sich der Ire rasch vom Sessel, eilte auf den Butler zu. „Entschuldigt, aber könnt ihr mir vorher sagen, wo sich die sanitären Einrichtungen hier befinden?“, fragte er anschloeßend freundlich lächelnd.
Sie sollten möglichst wenig Zeit mit nichtsnutzigen Nichtstun verschwenden und lieber anfangen, nach Malik zu suchen. Und solange er sich im 'Bad' aufhielt, würde Farell schon dafür sorgen, dass der gute Besitzer nichts davon mitbekam.
„Ehm, da müsst Ihr die Treppe rauf gehen, links den Gang entlang...bis zum Ende und dann die rechte Tür.“
„Vielen Dank!“, mit diesen Worten eilte der Magier auch sogleich aus dem Zimmer, rannte die Treppen hinauf. Oben war es fast wie im Irrgarten. Vor ihm erstreckte sich ein langer Gang, links und rechts ebenfalls. „Wo zur Hölle soll denn der Junge bitte sein?!“, murmelte er leise vor sich hin, einfach die Richtung nehmend, die der Butler ihm geschildert hatte. Mit tapsenden Schritten öffnete er sogleich die erste Tür und verschwand hinter dieser, als Geräusche aus der anderen Seite in sein Ohr drangen.
Das könnte jetzt Ewigkeiten dauern....



Das Klopfen an der Türe ließ den Jungen Mann von einem seiner Bücher aufschauen. Wer störte denn zu dieser Stunde seine nächtliche Ruhe. „Ja, bitte?“, summte die Stimme des Schwarzhaarigen, die Augen schauten kurz rauf zur Türe, als auch sein alter Butler durch diese Trat, langsamen Schrittes auf ihn zulief.
„Ich störe Sie nur ungerne, aber da sind zwei Streuner aufgetaucht. Sie sagen, ihr Luftschiff hätte wohl ein Problem weswegen sie hier gestrandet sind. Ich glaubte, es wäre von Ihrem Interesse, sich die beiden näher zu betrachten.“, während der Mann sprach, kramte er ein Taschentuch aus seiner Jackentasche, putzte gedankenverloren seine halbmondartige Brille, während seine Augen ab und an desinteressiert zu seinem Herren aufschauten. Wenn man so alt war, schien die Welt weitaus uninteressanter zu sein.
Ihm würde es bestimmt auch so ergehen, wenn er so alt werden würde.
Hizumi legte nach einer Weile sein Buch beiseite, erhob sich langsam vom gemütlichen Ledersessel. „Wenn wir Gäste haben, ist es natürlich von meinem Interesse, sie mir näher anzusehen. Im Salon nehme ich an?“
Der Alte nickte lediglich, blieb weiterhin neben dem Sessel stehen, weiterhin die Brille putzend.
Der Schwarzhaarige beobachtete ihn amüsiert. Wenn er weiter an ihr so putzte, würde bald keine Brille mehr da sein...

Langsamen Schrittes stolzierte der ehemalige Entdecker die Treppen herunter, ging an einigen Hausmädchen vorbei, die er freundlich anlächelte, ehe man endlich den Salon erreichte.
Die hellen Augen schauten sich prüfend im Raume um...nichts Außergewöhnliches, bis auf dem Mann, der auf dem Sessel saß. Hm, seltsam. Hatte der Alte nicht gesagt, dass es zwei Männer waren? Mit einem fragenden Blick gesellte sich Hizumi zu dem Iren, setzte sich gegenüber von ihm.
Hm, vielleicht war der Opa bereits so senil, dass er sich bereits Menschen einbildete...ja, das müsste sich den zweiten eingebildet haben..oder hatte sich der andere rausgeschlichen?!
„Nun, Ihr seid also ein überraschender Gast diese Nacht? Hmm...erzählt mir doch mal, was Sie hierher getrieben hat. Dem guten alten Gunther kann man heute nicht so ganz vertrauen.“ Auf seinem Blick lag pure Belustigung und auch eine gewisse Neugierde dem Neuling gegenüber.
Besucher waren immer eine gute Sache und hoffentlich war dieser Besucher auch einer, der es Wert war, dass man die Zeit für ihn opferte...

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Kauzi
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BeitragThema: Re: .........Let the engine steam........   So Jul 25, 2010 2:21 am

Da hatten sie aber wirklich Glück gehabt. Dass man ihnen ihre ging Geschichte so leicht abnahm, dass man ihnen so schnell Exil gewährte und dass Shane so schnell die Gelegenheit bekam nach dem Kleinen zu suchen,,,Alles wohl ein sehr glücklicher Zufall, ja, das typische Glück der Iren. Innerlich drückte er seinem Partner alle Daumen, die er hatte, dass alles gut ging und sie nicht als mutmaßliche Betrüger festgenommen wurden. Denn da würde Daisuke sie so schnell nicht wieder rasuholen können. Sie waren viel zu weit von seinem Einflussbereich entfernt. Aber im Moment sah es nicht so aus, als könnte etwas schief gehen, im Moment lief alles völlig nach Plan, genauso wie sie es gewollt hatten. Er hob den Blick, als Schritte erklangen, nah endlich, der Herr des Hauses. Wirklich ein schräger Vogel, er hätte kaum von ihm erwartet, dass er ein steinreicher Adliger war. Und was wollte so jemand mit einem jungen Engel? Vermutlich war es gut, dass sie ihn hier wieder weg holten von diesem Exzentriker. Trotzdem, nun galt es, diesen Mann so lange zu beschäftigen, bis Shane seine Aufgabe erledigt hatte. Und das würde ihm kaum schwer fallen. Er hatte schon so oft falsche Identitäten angenommen, dass er sehr viele Geschichten zu eschiffrzählen hatte, abenteuerlich genug um einen Menschen einen ganzen Abend zu unterhalten. Er schlug die Beine übereinander, entledigte sich seines schweren Mantels. Hier konnte man es wirklich aushalten, obwohl der Raum so riesig war, war er gut beheizt und es war angenehm warm.
„Was mich hier her getrieben hat? Also vorrangig mein defektes Luftschiff.“
Farell lächelte schief, strich sich eine dunkle Strähne aus dem Gesicht. Diese Haare, eigentlich müsste er sie mal wieder schneiden, sie wuchsen aber auch wirklich wie Unkraut. Zeit für eine Geschichte. Was wollte er denn dieses Mal sein? Händler, Schmuggler, erfolgreich oder erfolgre war ich gescheitert?
„Mein Name ist Farell, ich leite ein kleines Handelsunternehmen. Wir verschiffen quasi alles.“
Er zog eine Zigarette hervor, warf Hizumi einen fragenden Blick zu, ob das Rauchen denn hier auch erlaubt war. Ein kurzes Nicken, dann zündete er sich den Glimmstängel an, inhalierte den wohltuenden Rauch. Es war ein beruhigendes Gefühl, ganz gut um seine doch etwas angespannten Nerven zu beruhigen. Damit man ihm seine Nervosität nicht anmerkte, denn immerhin musste er überzeugend sein.
„Wir haben wenig Personal, deshalb müssen wir leider oft selbst losfahren. Und dieses Mal hat der alte Kahn leider seinen Geist aufgegeben. Wir können es wieder reparieren, allerdings erst morgen, wenn es heller ist.“
Er hatte nebenbei öfters an seiner Zigarette gezogen, sodass sie jetzt leer war und er sie in dem gläsernen Aschenbecher ausdrückte. Was das Rauchen betraf: Dort lag seine einzige Schwäche. Er konnte rauchen wie ein Schlot, sehr schnell und sehr tief. Vermutlich würde ihn das irgendwann umbringen, aber Himmel, er war ein Kobold, ein Leprechaun. So schnell würde ihn das schon nicht in den Himmel bringen. Er war hart im Nehmen. Die grünen Augen wandten sich wieder dem Hausherren zu und ein offenes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. Er war ihm eigentlich ehrlich dankbar, dass er sie so offenen Armes empfangen hatte.
„Ich muss Ihnen wirklich vielmals danken, dass Sie uns so offenherzig aufgenommen haben. Ohne Sie wären wir wohlmöglich abgestürzt.“
Sein Blick war wieder etwas ernster geworden, es passierte oft genug, dass die Schiffe den Geist aufgaben und mit der gesamten Mannschaft ins Meer und in den Tod stürzten. Das war ein schlimmes Schicksal, denn selbst wenn man den Absturz überlebte, ertrank man jämmerlich im Meer. Er schüttelte die schweren Gedanken schnell wieder ab und setzte das übliche offene Lächeln auf, das er immer zur Schau trug, egal ob er gerade eine Show abzog oder wirklich ehrlich war.
„Und, wie schafft man es, an solch eine enorme Geld zu kommen?“
Er deutete ausladend auf das große Haus, die teuren Möbel und der riesige Kamin.
„Ich würde Euer Geheimnis gerne erfahren“, lachte der Ire herzhaft.

Und noch ein Versuch, dabei hatte man ihm doch gesagt, wie sinnfrei es wäre. Aber die Wache war verschwunden, hatte ihren Job nicht ganz so ernst genommen, wie er es vielleicht hätte machen sollen. Denn Malik wollte hier nicht bleiben. Bei all dem guten Zureden, er sollte doch vernünftig sein....Das konnte er einfach nicht. Hier ging es um nichts rationales, hier ging es um Heimweh und die Sehnsucht nach seiner Familie, die nun einmal die Rebellen darstellten. Wenn sich so eine Chance bot, musste er sie einfach ergreifen. Noch hatte man immerhin nicht zu härteren Methoden gegriffen, um ihn hier zu behalten. Eher eine allgemeine Einstellung der Gleichgültigkeit bei der er sich erneut fragte, warum man ihn dann nicht einfach laufen ließ. Vermutlich wäre es besser gewesen, er wäre wenigstens noch ein paar Tage länger geblieben, um sich zu regenerieren. Noch immer sah man ihm die grobe Behandlung durch die Piraten deutlich an, die verdrehten Flügel, die vielen blauen Flecken im Gesicht und verkrustete Platzwunden. Er sah nicht gerade gesund aus, aber es waren keine schwerwiegenden Verletzungen und solange sie ihn nicht behinderten würde er sich solch eine Chance dafür nicht entgehen lassen. Die Gänge schienen leer und verlassen, doch von irgendwo her hallten Stimmen zu ihm herauf, ein angeheitertes Gespräch...Also konnte er nicht untenherum abhauen, sondern musste sich ein Fenster mit nahstehen dem Baum suchen. Aber dafür wurde ihm anscheinend keine Zeit gelassen. Er war kaum besonders weit gekommen, da näherten sich ihm bereits Schritte. Für einige Sekunden blieb er schockiert stehen, blickte sich panisch um wie ein Tier, das in der Falle saß. Er konnte nicht hier stehen bleiben. Bevor er hier erwischt wurde, konnte er besser hoffen, in ein leerstehendes Zimmer zu flüchten. So schnell und so leise er konnte öffnete er eine der zahlreichen Türen und landete glücklicherweise wirklich in einem leeren Raum, nur der Mond, der durchs Fenster schien,beleuchtet den karg möblierten Raum. Vermutlich einfach nur ein Aufenthaltsraum, der bei all den Zimmern eh nie genutzt werden musste. Schwer atmend presste er sich gegen die Wand und schloss die Augen für einen Moment. Betete, dass die Schritte wieder leiser wurden, doch sie verharrten anscheinend vor dem Zimmer. Panisch versuchte Malik seinen schweren Atem zu unterdrücken, beschwor sein dummes Herz, leiser zu schlagen, damit es ihn nicht verriet. Er wollte panisch einige Schritte weiter ins Zimmer treten, um sich ein Versteck zu suchen, doch da wurde die Tür plötzlich geöffnet. Angstvoll zuckte der Engel zurück, starrte den Mann, der dort ins Zimmer trat, panisch an. So schnell hatten sie ihn gefunden? Vielleicht würde Hizumi dieses Mal wirklich wütend sein.
„B-Bitte, es war nicht meine Absicht.....abzuhauen“, brachte der Junge leise stotternd hervor. Er wich einige Schritte zurück, den Mann aus großen Augen ansehend. Er war völlig aufgeschmissen, völlig der Gnade dieses Mannes ausgesetzt, der ihn aus eben so großen Augen anstarrte.

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Mrs Lovett
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BeitragThema: Re: .........Let the engine steam........   Mi Jul 28, 2010 10:52 pm

Der Schwarzhaarige grinste ihn breit an. Hmm, interessanter Mensch, wirklich interessant.
"Meine Männer können ihnen morgen bestimmt behilflich sein.", murmelte er nach einer Weile lächelnd, den Zigarettenrauch beobachtend. Hizumi liebte den Geruch einer angezündeten Zigarette, er liebte Tabak, konsumierte ihn jedoch selbst so gut wie nie...es war nicht seine Art und er liebte seine Stimme zu sehr, viel zu sehr.
Bei der Bemerkung über seinen Reichtum, musste er leise in sich hineinlachen. Von allen Besuchern hier, die er hatte, hatte ihn keiner danach gefragt, so war es eine durchaus angenehme Frage.
"Nun..", fuhr er anschließend vor, ein Bein über das andere schlagend, während sein Blick zum Fenster wanderte. Das Glas spiegelte sein grinsendes Gesicht, hüllte es in einen tiefen Schatten.
"Beruflich war ich als Entdecker tätig und anscheinend gehöre ich zu den Entdeckern, die mit ihren Abenteuern viel zu viel Glück hatten.", er deutete mit seiner Hand auf all die prunkvollen Gegenstände, die im Raum verteilt waren.
"Ich hatte im Leben viel zu viel Glück.", fügte er nach einer Weile freundlich hinzu, als sich der dünne Körper auch anschließend erhob, dem jungen Mann mit einer Hand bedeutete, ihm zu folgen.
"Ich werde Ihnen nun die Räumlichkeiten zeigen, wo sie heute die Nacht verbringen können. Es ist schon sehr spät und ich nehme an, Ihr seid sicher müde."
Gefolgt von Farell wanderte die Treppen hinauf, blieb kurz einen Augenblick stehen, sich fragend, ob sein kleiner Engel noch immer in seinen Räumlichkeiten war, jedoch wollte er seinen Gästen nicht jeden Mitbewohner hier zeigen, sodass er langsamen Schrittes einfach weiterging, bis er am Ende eines Ganges Halt machte, die Tür rechts von ihm öffnend.
Hizumi betrat den großen, dunklen Raum, wandte seinen Blick zu Farell. "Nun, dies wird Ihr Schlafgemach für diese Nacht sein. Wenn etwas ist, benutzt die Schnur neben dem Bett.", er deutete auf das große Himmelbett, neben diesem eine lange, dunkelrote Schnur, die man in der Dunkelheit kaum zu sehen bekam.
Langsam wanderte der Helläugige aus dem Raum wieder heraus. "Angenehme Nacht.", sagte er anschließend, erneut ein Grinsen aufsetztend, ehe er langsam die Tür hinter sich schloss, summend sich in seine Gemächer begab. Achja...Gäste waren schon was Nettes, er mochte sie..


Shane schrak zurück, als er die Stimme des Engels vernahm, stolperte fast zurück, als er zu der Stimme den Körper vernahm. "Oh mein Gott.", keuchte er anschließend, sich an die Brust fassend, während seine Augen in der Dunkelheit versuchten den Jungen irgendwie zu identifizieren. Wer war dieser kleien, sonderbare Junge und warum hatte er denn bitteschön ausgerechnet Angst vor ihm?
Fragend schaute er ihn an, murmelte unverständliche Worte vor sich hin, weitete die Augen jedoch plötzlich, als die Metallflügel des Engels im fahlen Mondlicht des Fensters aufglitzerten. "Ach mein Gott, ich bin ja so gut!", murmelte er grinsend zu sich selbst, wollte am liebsten vor Freude aufspringen, erinnerte sich jedoch daran, dass er sich immer noch vor den anderen versteckte und es ziemlich gefährlich werden könnte, würden sie herausfinden, dass er hier war, unangemeldet und auch noch mit der Person, die sie eigentlich zurückentführen wollten.
"Du bist Malik, richtig? Ich bin Shane, ich arbeite für den Chef...eh für Daisuke.", plapperte er anschließend leise los, nahm ohne zu überlegen seine Hand und zog ihn zu sich. "Wir bringen dich jetzt hier weg, aber dafür müssen wir dich unsichtbar machen..", mit diesen Worten erhob er seinen Stab, murmelte unverständliche Worte vor sich hin, hebte den Stab ein wenig an, die Augen schließend, während sein Mund sich weiterhin schnell bewegte und ein Wort nach dem anderen brabbelte.
Würde Shane seine Hand nicht halten, dann würde er wahrscheinlich sich nur auf sein Gehör vertrauen müssen. Seine Augen wanderten wieder zu dem Jungen, oder zumindest dem Platz, wo er stehen sollte. "Also, du rennst jetzt schnell aus dem Haus raus, rennst einfach weiter bis zum Hafen hin. Da steht ein altes Luftschiff. Renne dahin und dann ab in die Kajute. Da wartest du auf uns, rede unterwegs mit keinem, egal ob dich jemand ruft und lass dich nicht erwischen, klar? Ich komme sofort nach."
Shane öffnete die Tür einen Spalt, schaute sich prüfend um und als er keine Menschenseele vernahm, schob er den Engel vor die Türe. "Lauf, Kleiner!", flüsterte er ihm noch entgegen, vernahm noch einige, schnelle Schritte, als auch er sich langsam aus dem Raum begab.
Mit tappsenden Schritten bog er in einen anderen Gang ab. Oh Gott...wo war Farell jetzt nur hin?
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BeitragThema: Re: .........Let the engine steam........   Do Jul 29, 2010 11:20 pm

Farell schien es schwer zu glauben, dass dieser Mann wirklich Menschen als Sklaven halten sollte. Er schien so ruhig und ausgeglichen, so völlig mit seinem Leben zufrieden. Ganz anders als die hochnäsigen verbitterten Adligen, die nur so in ihrem Reichtum ertranken. Sie waren alle so bösartig, so affektiert und aufgesetzt, dass es immer wieder verwunderlich war, wie irgendjemand ihnen ihre Maskerade abkaufen konnte. Ihr flatterhaftes Lachen, ihre übertriebenen Gesten. Irgendwie war dieser Kerl hier vor ihm ganz anders. Wie schade, dass sie ihn trotz alledem bestehlen mussten….Naja, für ihn konnte das kein großer Verlust sein, er konnte sich zig andere Sklaven auf den Märkten kaufen, einer teurer und extravaganter als der nächste. Wenn sie mehr Zeit gehabt hätten, hätte Farell Hizumi gerne einige interessante Geschichten entlockt von seinen Reisen als Entdecker, doch anscheinend wollte sich der Herr des Hauses gerne wieder schlafen legen. Um keinen Argwohn zu wecken, setzte Farell ein kurzes Lächeln auf, drückte seine Zigarette in dem gläsernen Aschenbecher aus.
„So viel Glück hätte ich auch gerne einmal. Aber wie ihr seht, bin ich leider ein ziemlicher Pechvogel.“
Er lachte kurz, bevor er sich ebenfalls erhob und dem Adligen folgte. Für einen kurzen Moment, als er auf der breiten Treppe stand, hatte er das Gefühl, jemand würde an ihm vorbeirennen, er hatte das Gefühl, panischen Atem zu hören, doch er konnte niemanden sehen. Und dann war alles verklungen, als hätte er sich nur geirrt, als hätten seine Gedanken ihm einen dummen Streich gespielt. Vielleicht war er ja einfach nur müde? Er wandte sich wieder seinem Gastgeber zu, folgte ihm durch die verwinkelten Gänge. Dieses Anwesen war wahrlich ein Irrgarten! Wenn sie den Jungen gefunden hatten, mussten sie erst einmal wieder hier hinaus finden. Daisuke hätte sicher keine utopische zwei Wochen angesetzt, wenn er dieses Haus gesehen hätte. Als man ihm das Zimmer zeigte, konnte er einen kurzen anerkennenden Pfiff nicht vermeiden. So mussten auch Könige schlafen. Solchen Luxus hatte er sich mit all seinen erfolgreichen Gaunereien nie leisten können. Wenn selbst Gäste so ein Zimmer bekamen, wie musste er selbst dann erst leben? Das überstieg sichtlich die Vorstellungskraft des Iren. Hizumi war schon fast wieder aus dem Raum verschwunden, als Farell aus seinem Staunen herauskam. Hastig brachte er noch ein paar höfliche Dankesworte über die Lippen, bevor die Tür hinter ihm zufiel. Kurz ließ er sich auf das riesige Himmelbett fallen, es war so weich und vermutlich hätte eine ganze Familie samt Hoftieren darin Platz gehabt hätte. Aber er konnte sich nur kurz ausruhen. Nur solange, bis er sicher war, dass niemand mehr auf dem Flur war. Dann nahm er seinen Hut wieder an sich und schlich langsam auf den Gang hinaus. So viele Abzweigungen….
„Na toll, das kann ja ewig dauern….“, seufzte er resignierend.
Hoffentlich war Shane wenigstens auf dem gleichen Stockwerk. Gut, dass die flackernden Öllampen die Gänge erleuchteten und lange Schatten warfen. So würde er jeden abendlichen Streuner sofort sehen und sich eilig vor ihm verstecken können. Zimmer gab es hier ja genug. Er stockte, als er einen dieser undeutlichen Schatten wahrnahm, vielleicht war es irgendein Bediensteter…..Aber er konnte ganz klar Shanes Silhouette erkennen. Er hatte wohl einfach großes Glück heute, er hätte auch stundenlang durch die Gänge eilen können.
„Da bist du ja! Hast du ihn gefunden?“
Der triumphierende Ausdruck auf seinem Gesicht beantwortete ihm seine Frage bereits. Ein erleichterter Seufzer entfloh seiner Kehle, dann sollten sie hier am besten so schnell wie möglich verschwinden. Bevor man das Fehlen des Jungen bemerkte und sie noch damit in Verbindung brachte. Ein Licht ging ihm auf, dann hatte er sich die Gestalt vorhin auf der Treppe doch nicht eingebildet. Dann war es vermutlich der Engel gewesen, beeinflusst von irgendeinem von Shanes Zaubern. Dann war er also in Sicherheit, gut zu wissen. Zu mindestens würde der Chef ihnen nicht den Kopf abreißen, wenn sie wenigstens mit einem der beiden zurückkamen.
„Lass uns schnell hier verschwinden“, flüsterte er so laut wie er konnte, bevor er sich vorsichtig umdrehte und in das gedämpfte Licht der Lampen trat.

Er rannte, rannte, bis seine Füße ihn anscheinend nicht mehr tragen wollten und er, sich ein paar Mal überschlagend, über irgendeine Wurzel stolperte. Aber es war ihm egal, mit verzerrtem Gesicht rappelte er sich wieder auf, rannte weiter. Er musste sich an das halten, was der Mann mit dem irischen Akzent ihm gesagt hatte. Auf das Schiff und sich dort verstecken, bis er sich sicher war, dass Hizumi ihn nicht wiederfinden würde. Er konnte seinen eigenen Körper nicht sehen, nicht seine Füße, die Äste zerbrachen und Laub aufwirbelten, nicht seine Hände, die aufgeschrammt sein mussten von dem Fall. Es war ein merkwürdiges Gefühl, fast ein wenig wie Schweben. Wie lange der Zauber wohl andauerte? Malik wollte es eigentlich nicht am eigenen Leib erfahren, also beschleunigte er seine Schritte noch ein wenig mehr. Er war sich nicht sicher, ob das hier der richtige Weg war, aber es war zu mindesten die richtige Richtung. Neben all den edlen Schiffen Hizumis würde ein altes Luftschiff schon nicht so schwer zu finden sein. Schon lichtete sich der Wald und ging in feste Pflastersteine über, dann sah er die Masten, nur wenige, brav aneinander gereiht. Eines der Schiffe war kleiner, weniger prunkvoll und auf dem alten Holz zeigten sich bereits deutliche Spuren der Abnutzung. Das musste das Schiff sein, ohne Frage. Noch immer lag der Holzsteg dort, von der Reling hinunter zum steinernen Kai, als wäre das Schiff gerade erst angekommen. Der Hafen war leer, auch wenn Malik aus weiter Entfernung Stimmen und Musik hören konnte, aber er hielt nicht an, um ihren Liedern zu lauschen. Hastete nur über den Landungssteg, stieß die erstbeste Tür in den Schiffsrumpf auf. Der enge Gang brachte ihn beinahe noch einmal zu Fall, dieses Mal hätte er sich wohl das Genick brechen können, doch er fing sich doch noch wieder, stieß die Tür zur Kapitänskajüte auf. Hinter einer schweren, eisenbeschlagenen Kiste kauerte er sich zusammen, zog die Beine eng an den Körper.
Er konnte es immer noch nicht fassen. Bestimmt war alles nur ein Fiebertraum, bestimmt lag er krank in dem großen Himmelbett in Hizumis Anwesen. Aber es waren wirklich Leute gekommen, für einen Traum waren seine pochenden Schmerzen von dem Fall zu echt. Daisuke hatte ihn nicht einfach vergessen, er hatte jemanden geschickt, um ihn zurück zu holen. Er musste nicht sein ganzes Leben als Kleiderpuppe verbringen, er würde New York sehen und all die Rebellen, er würde nach Hause zurückkehren. Diese wahnwitzige Verschleppung hatte endlich doch ein Ende und bald würde er den Vampir wiedersehen. Er hatte wahrlich ein Schiff losgeschickt, um ihn zurück zu holen….Ein warmer Schauer lief über seinen Rücken, er drückte sich enger an das Bücherregal in seinem Rücken, als an Deck Schritte erklangen, doch es war wohl nur einer der Matrosen. Langsam gewann der Körper des Engels seine Sichtbarkeit zurück. Erst war er kaum mehr als eine Silhouette, ein Geist fast, dann zeichneten sich Konturen heraus. Als sei er aus Glas, eine Puppe nur. Schließlich war die Gestalt wieder völlig sichtbar, nur ein wenig verblasst, ausgebleicht als hätte man ihn zu lange in der prallen Sonne stehen gelassen. Er zitterte am ganzen Leib und sah so mitgenommen aus, als hätte man ihn gerade aus seinem Grab gezogen. Vermutlich wäre er glücklich gewesen, hätte er die neue Wendung wirklich begreifen können.
Irgendwann nahmen die Geräusche an Deck zu und es klang, als wenn das Schiff in aller Eile zum Ablegen bereit gemacht wurde. Schritte auf der Treppe von mehr als einer Person, dann ging die Tür auf und der Mann, der ihn gefunden hatte trat ein, gefolgt von einem zweiten. Sie sahen sich kurz suchend um, da hatte Malik sich schon erhoben, hatte die dürren Arme um den ihn bekannten Iren geschlossen und weinte bitterlich. Eigentlich Tränen der Freude, aber diese ganze Geschichte hatte ihn nervlich bis an sein Ende getrieben.
„Ich dachte, ich würde….n-nie wieder zurück komme“, schluchzte er leise. Die schmalen Schultern hoben und senkten sich unregelmäßig, irgendwann konnte er nur noch stehen, weil er sich so fest an dem Iren festgeklammert hatte.

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BeitragThema: Re: .........Let the engine steam........   So Aug 22, 2010 9:05 pm

Als Shane weitere Schritte, die in diesem Falle nicht mal seine waren, vernahm, stockte er für einen Moment. Der Blick wanderte panisch von einer Ecke zur anderen. Wenn es wenigstens hell gewesen wäre, dann würde er eventuell wissen, was da neben ihm noch herumirrte. Den Stock in beiden Händen haltend, war er bereits bereit, seinen Widersacher irgendwie davon abzuhalten, zu fliehen, als seine Augen auch für ihn bekannte Umrisse erkannten. Leise aufatmend wanderte der junge Mann auf seinen irischen Partner zu, ihn angrinsend.
"Gott, ich dachte schon, du wärst jemand anderes.", flüsterte er ihm leise zu, schaute sich jedoch weiter überall rum..sie konnten nie wissen, wo irgendwer herumwanderte und nur darauf wartete, irgendwelceh Streuner, wie sie nunmal welche waren, auf frischer Tat zu ertappen, egal ob man auf dem ersten Blick erkannte, ob sie etwas Schlimmes anstellen wollten, oder nicht, Shane kannte das alles ja nur zu gut, wenn sie daheim im Hauptquartier irgendwelche Neuzugänge hatten, wurden diese so gut überwacht, dass man das Gefühl hatte, dass dies keine Residenz, sondern ein Hochsicherheitsgefängnis war. Ja, so war das und nicht anders.
"Er ist bereits im Schiff..hoffe ich zumindes.", fügte der Ire anschließend hinzu, als er auch Farell eilenden, aber leisen Schrittes folgte, den langen Gang entlang und sogleich die Treppen hinunter, bis sie endlich die riesige Tür erreichten. Shane hörte noch laute Schritte, als sie aus der Tür gingen, doch das war jetzt egal, jetzt mussten sie nur bis zum Hafen rennen und dann konnten sie weiterziehen. Welch eine Errungenschaft, wenn Daisuke doch nur ahnen könnte, wie gut sie waren...auch wenn sie irgendwo mehr Glück als Strategie hatten..jaja, das irische Glück war immer auf ihrer Seite.
Grinsend eilte der Schwarzhaarige mit seinem Begleiter zum Luftschiff, ließ seinen Blick zu der Crew wandern, die er triumphierend anlächelte. "Schnell, wir ziehen weiter!", rief er ihnen nur entgegen und ging sogleich auch weiter, durch die hölzerne Tür, aus dessen Glasscheiben fahles Licht einer Lampe drang. Da drin musste der Engel also irgendwo sein und sehen müssten sie ihn eigentlich auch, sein Zauber dauerte schließlich nicht allzu lange an..wäre ja auch zu blöd gewesen, wenn er Stunden dauern würden, dann wüssten sie ja gar nicht, ob sie hier wirklich Malik da hatten oder irgendein Gespenst oder einen von der Crew, die sich einen Scherz mit ihnen erlaubten- nein, nein, man musste auf Nummer sicher gehen!
"Malik?", rief Shane fragend in den Raum, als sich die Gestalt auch erhob und ehe er etwas sagen konnte, klammerte sich diesen an ihn fest.
"Naa, alles wird gut.", murmelte er ihm leise entgegen, strich sanft über das helle Haar des Jungen, musterte im Augenwinkel die künstlichen Flügel, in der Dunkelheit konnte der das kupferne Metall nur durch das reflektierende Mondlicht erkennen. Die filligranen Flügel waren leicht eingeknackst an einigen Stellen und Shane wollte gar nicht erst erahnen, was der Kleine alles durchmachen musste, es schmerzte einfach in der Seele.
"Daisuke muss wirklich sehr viel an dir und dem anderen liegen, dass er uns befohlen hat, euch zu suchen.", er lächelte Malik fröhlich an, dann wanderte sein Blick zu Farell. Aber taktisch war es eigentlich weniger intelligent. Beide waren weder Strategen noch die besten Männer in seiner kleinen Welt und wenn sie nicht ständig Glück hätten, würden sie wahrscheinlich bereits das Schiff in Brand gesetzt haben...unter Wasser!
"Und jetzt ist es wohl am Besten, wenn du dich ausruhst, wir werden noch eine Weile in den Lüften rumreisen, ehe es wieder nach Hause geht.", Shane zeigte Malik das Bett, das gleich in dem Raum in der hintersten Ecke stand. "Wir schlafen auch hier, als brauchst du dir keine Sorge zu machen...nur auf der gegenüberliegenden Seite."
Vielleicht würden sie auch gar nicht schlafen...Shane war nach Feiern zumute und so ging es bestimmt den anderen auch, schließlich hatten sie doch tatsächlich einen von den beiden gefunden, dann würde es wohl auch ein Kinderspiel werden den Cyborg zu finden.
Ja, Shane war in der Hinsicht sehr überzeugt...warum auch nicht, sie konnten es anscheinend, besser als die meisten von ihnen behaupteten..
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BeitragThema: Re: .........Let the engine steam........   Sa Aug 28, 2010 10:42 pm

Er hätte sich all dies nicht einmal erträumt. War es sein eigenes Glück, oder das der beiden Iren, dass ihn hierher gebracht hatte, in den schützenden Bauch dieses Schiffes? Er kannte die beiden Männer, hatte sie schon öfters planlos durch die Gänge des Hauptquartiers wuseln sehen. Sie beide schienen über etwas mehr Glück als Können zu verfügen, doch sie waren trotz alledem nette Zeitgenossen, und wenn sie völlig unfähig wären, würde Daisuke sie nicht für sich arbeiten lassen. Und sie hatten es wirklich geschafft, ihn wieder zurück zu holen. Jetzt mussten sie nur noch Jon wieder einsammeln. Den guten alten Jon….Malik hatte ihn fast so sehr vermisst wie Daisuke. Ob er wohl bei den Luftpiraten geblieben war, oder ob er weitergezogen war? Malik vermochte nicht, diese Frage zu beantworten. Sicherlich war der Pilot ein guter Seefahrer, er traute es ihm auf jeden Fall zu. Es würde ihn also nicht wundern, wenn sie ihn behalten hatten. Aber wie sollten sie ihn dann wiederfinden? Er konnte meilenweit fort sein, als Arbeiter in irgendeiner Fabrik, weil sie ihn doch verkauft hatten, oder er war trotzdem meilenweit weg, weil die Piraten weitergezogen waren. Der Engel unterbrach sich in seinen wirren Gedanken. Warum sollte Jon schwerer aufzufinden sein als er selbst? Ihn hatte man immerhin auch gefunden, vermutlich waren die Piraten bekannter, als er vielleicht meinen wollte. Der Himmel war zwar unendlich weit, doch trotzdem wagten sich meist nur eine Hand voll Händler und Krimineller dort hinauf. Und die kannten sich meist so gut wie eine große Familie. Die üblichen Familienstreits und Zankereien inklusive. Bestimmt fanden sie ihn bald wieder. Dieser Gedanke beruhigte den Jungen ungemein. Und die Worte Shanes machten ihn noch einmal zusätzlich stolz. Ja, vermutlich lag dem Vampir ja wirklich doch einiges an ihm. Wenn er sogar jemanden losschickte, um ihn zurückzuholen….Immerhin, einen Laufburschen hätte er überall von der Straße aufgabeln können. Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen setzte er sich auf den Rand des Bettes, auf das der Magier gedeutet hatte. Zum ersten Mal seit so vielen Tagen fühlte er sich wieder sicher. Dafür brauchte niemand in der Nacht bei ihm zu sein, dafür reichte allein die Tatsache, auf diesem Schiff zu sein. Seine Flügel würde man sicher auch bald reparieren können, da war er sich sicher. Ab jetzt konnte es wirklich nur noch bergauf gehen. Seine Welt schien endlich wieder in den Fugen zu sein, nachdem so lange alles grauenvoll schief gegangen war. Mühsam, da ihn die Müdigkeit bereits zu überrennen drohte, quälte er sich aus seinen Stiefeln und der schweren Jacke, zog sich schließlich die Decke über den Kopf. Schlaf konnte er jetzt dringend gebrauchen.
„Ich danke euch“, murmelte er leise, er war sich nicht einmal sicher, ob die beiden Männer das überhaupt noch merkten, so schnell war er bereits eingeschlafen, und nichts schien ihn wecken zu können.
Es war ein fester Schlaf, frei von Alpträumen, wie sie ihn in den vergangenen Nächten geplagt hatten, in denen er am liebsten überhaupt nicht eingeschlafen wäre. Doch das leichte Schaukeln des Schiffes und das Gelächter der Besatzung, die oben an Deck ihren ersten Erfolg feierten, hüllten ihn wie in Watte. Es weckte ihn nicht, nein, es ließ ihn den tiefen, erholsamen Schlaf nur noch mehr genießen. Auch, als Shane und Farell irgendwann am frühen Morgen in die Kajüte getaumelt kamen, wurde Malik nicht wach. Dabei waren sie alles andere als leise, so angetrunken wie sie waren. Aber wer konnte ihnen das schon übel nehmen?

So schnell, wie der Kleine eingeschlafen war, konnte man ja nicht einmal blinzeln! Farell beobachtete den schlafenden Körper noch eine Weile um sicherzugehen, dass er auch keine Alpträume oder gar irgendwelche körperlichen Schmerzen hatte, dann wandte er sich Shane zu.
„Ich denke, diesen Erfolg sollten wir ordentlich begießen“, flüsterte er mit einem Grinsen, um Malik nicht zu wecken. Aber anscheinend schlief dieser Engel wie der sprichwörtliche Stein. Eigentlich gehörte der Gang zurück an Deck und das anerkennende Jubeln der Schiffsbesatzung zu den letzten Bildern, an die er sich überhaupt noch klar erinnern konnte. Danach verschwand alles in einem wohligen roten Dunst aus Alkohol. Als Ire konnte er zwar eine Menge vertragen, aber nichts war gegen diese Matrosen gewachsen, die einen Krug nach dem anderen in sich hineinschütteten und trotzdem noch beim Kartenspiel gewannen. Farells einziger Trost war, dass es seinem Kumpanen ähnlich erging. Nur, dass Shane wohl wirklich Gold verlor, im Gegensatz zu ihm selbst, der munter sein Falschgeld unter die Leute brachte. Je später die Nacht wurde, desto weniger konnte er sich auf diesen Trick jedoch verlassen, denn der Alkohol machte aus dem Gesicht der König auf den Talern gerne etwas anderes, sodass seine Mitspieler den Jux viel zu schnell durchschaut hatten. Ab da begannen sich auch seine Taschen sichtlich zu leeren. Doch sie würden sich bald wieder füllen, da war Farell sich sicher, wenn sie erst einmal mit beiden zurückkehrten: dem Laufburschen UND dem Piloten. Und dass sie zweiteren ebenfalls finden würden, war für Farell schon so gut wie selbstverständlich. Die Piratenbande, die die beiden geschnappt hatte, war hier oben nicht unbekannt, und ihre Spur ließ sich mit genug Falschgeld sicher gut nachvollziehen. Und vielleicht hatten sie den Cyborg ja behalten? Er war sicher eine gute und zuverlässige Arbeitskraft. Und unter Umständen hatte der Engel ja auch einige Informationen, die für sie nützlich sein konnten.
Dass der Ire schließlich überhaupt noch sturzfrei in die Kajüte kam hatte er wohl hauptsächlich Shane zu verdanken, auf den er sich gestützt hielt. Dass der Magier vielleicht gar nicht so eine gute Stütze war, weil er ebenso wenig Standfestigkeit besaß wie der Kobold, kam Farell glücklicherweise nicht in den Sinn. Dafür war er schon längst viel zu betrunken.
„Weißt du, ich finde…..ich finde, wir haben das ziemlich gut gemacht, jawohl!“, lallte er zufrieden, als er sich auf sein Bett sinken ließ. Durch das breite Fenster im Heck waren schon wieder die ersten Strahlen der Sonne zu sehen, doch der Ire hatte es nicht einmal geschafft aus seinen Stiefeln zu kommen, bevor er tief und fest eingeschlafen war. Er schnarchte schrecklich, aber Shane war wohl kaum in der Position, sich darüber aufregen zu können. So oder so schnarchte er nicht lange, denn schon wenige Stunden später warf ihn der erste Maat unbarmherzig wieder aus dem Bett. Der einzige, der die Kajüte nicht mit einem völligen Brummschädel verließ, war Malik. Mit Interesse beobachtete er die Männer bei der Arbeit, vermutlich war er noch nicht oft aus der Stadt herausgekommen. Vermutlich war es sogar das erste Mal, dass er überhaupt herauskam aus all dem Grau. Eigentlich bestand die Stadt nur aus Ziegelsteinen und beißendem Rauch. Eigentlich kein schöner Ort zum Leben, aber die meisten hatten kaum eine andere Wahl. Und auf dem Land als Bauer arbeiten? Das rentierte sich schon lange nicht mehr. Wer Geld zum Überleben brauchte, den zog es in die Fabriken. Für ein neues Zeitalter musste man nun einmal altes opfern, das war schon immer so gewesen. Manchmal wusste Farell nicht ganz genau, ob er das wirklich gutheißen sollte.
Aber all die schweren Gedanken ließen seinen Kopf nur noch mehr Schmerzen. Er verfluchte die Sonne, die heute so hell schien und er verfluchte das Schiff, das heute noch mehr zu schaukeln schien als sonst. Vor allem aber verfluchte er die Seemänner, die so laut ihre Anweisungen über das Deck brüllten. Wie konnten sie nach so einer Nacht denn bloß so munter sein? Farell versuchte, möglichst viel auszublenden, während er Malik mit sich nahm und ihn zu einem der Mechaniker brachte.
„Mein Freund hier wird deine Flügel so weit wie möglich wieder auf Vordermann bringen“, sagte er freundlich, wenn auch etwas angeschlagen. Mit einem letzten Schulterklopfen ließ er den Engel bei dem Mann zurück, der sich sogleich daran machte, das empfindliche Gestell wieder auf Vordermann zu bringen. Vieles konnte er ohne die nötigen Ersatzteile zwar nur provisorisch richten, aber wenigstens würde es dem Jungen keine Schmerzen mehr bereiten und er konnte die Flügel wieder bewegen. Mit scheinbar unendlicher Geduld saß der Junge da und beobachtete weiterhin das Geschehen.
Als sich seine Augen Schrecken erfüllt weiteten, drehte auch der Ire den Kopf. Von einem Moment auf den anderen war die ausgelassene Stimmung verflogen, als ein Schiff durch die dichten Wolken brach. Man hatte es erst jetzt bemerkt, denn die Wolken waren so undurchdringlich gewesen, dass sie kaum einige Meter weit hatten sehen können. Doch nun lagen sie Seite an Seite mit dem großen Schoner, und die Flagge, die er gehisst hatte, verhieß nichts Gutes: Piraten. Sie hatten eigentlich nichts von Wert an Bord, nur die Menschenleben, die gerne zu Sklaven umgesetzt wurden. Aber das war vermutlich eher ein Nachteil. Schon flogen die Enterhaken über die Reling und zogen die Schiffe eng aneinander. Kaum nötig zu erwähnen, dass die Piraten auch zahlenmäßig überlegen waren, weshalb Farell ihre Leute mit resignierendem Kopfschütteln anwies, die Waffen fallen zu lassen. Mit sichtlich zufriedenen Mienen kamen die Männer an Bord ihres Schiffes, stellten die gesamte Mannschaft grob in einer Reihe auf.
„Wo ist unser Glück jetzt?“, zischte Farell Shane zu, der mit erhobenen Händen neben ihm stand. Sie waren allesamt an der Reling aufgereiht, nur ein Schritt nach hinten und sie fielen in ein endloses Meer aus Wolken in den Tod. Rufe wurden laut, als der Kapitän des Piratenschiffes über den Landungssteg auf ihr Deck kam, im Schlepptau einige weitere Piraten. Die Augen des Kobolds weiteten sich, als wollten sie aus den Höhlen springen, dann huschte ein Lächeln über sein Gesicht.
„Oh….Da ist es ja…“

Es ging alles viel zu schnell, als das Malik wirklich hätte registrieren können, was passiert war. Er wusste nur, dass er sich plötzlich in einer langen Reihe befand, damit man alles, was nicht zum Verkauf taugte, aussortiert werden konnte. Der junge zitterte, viel zu bekannt war ihm die ganze Situation, er hatte doch wirklich gerade gedacht, er wäre frei. Mit großen Augen starrte er auf die rauen Männer, die über das Deck strömten wie eine Flut, doch noch größer wurden seine Augen, als er den Kapitän und seine Begleiter entdeckte. Das war der Pirat, der ihn entführt und verkauft hatte! Und dort im Schlepptau….Dem Engel kamen fast die Tränen, Freudentränen, als er die hochgewachsene Gestalt des Cyborgs erblickte. Er war wirklich hier, sie hatten ihn gefunden. Es stimmte also, was man über das irische Glück sagte. Der ehemalige Pilot hatte ihn noch nicht bemerkt, Malik wollte zu ihm, um das zu ändern, trat einige eilige Schritte vor.
„Jon!“, kam es sprudelnd über seine Lippen, bevor man ihn mit harter Wucht zurück in die Reihe stieß, sodass er sich die schmerzenden Rippen und den schmerzenden Magen halten musste. Trotzdem blickte er mit verzerrtem Blick wieder auf, die Worte kamen einfach, ließen sich nicht zurückhalten, auch wenn die meisten von ihnen vom Wind fortgerissen wurden, der eisern über das Deck fegte.
„Ich dachte, sie hätten dich verkauft. Oh bitte sag mir, dass du wieder mit zurück nach Hause kommst“, flehte der Junge, dieses Mal den Tränen nah. Es war alles in so greifbare Nähe gerückt, dass Malik sich gar nicht vorstellen mochte, jetzt alles wieder zu verlieren. Doch sicherlich würde der Kapitän sich noch an ihn erinnern….

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BeitragThema: Re: .........Let the engine steam........   Mi Sep 01, 2010 7:21 pm

So schön und gelassen die Nacht auch war, umso grauenvoller fühlte sich der Morgen danach an. Shane hatte das Gefühl, als ob sein Gehirn verfaulen würde, als ob der Magen ordentlich durchgeschüttelt wurde, als er seine Augen aufschlug. Der Restalkohol saß noch fest in den Gliedern fest und jede Bewegung erschien so schwer, als ob die Kleidung, wenn nicht sogar die Knochen aus purem Blei bestanden. Mit Augenringen, die fast bis zum Boden reichten, starrte er müde, fast schon schon sterbend, zu seinem irischen Freund, dann zu Malik- wahrscheinlich der Einzige hier, dem es richtig gut ging. "Morgen..", murmelte er in seinen nicht vorhandenen Bart, schlenderte langsam hinaus, nur um wieder kehrt zu machen und dann von einen der Seemänner aufgehalten zu werden, sich wieder in sein Bett zu verziehen. "Wer feiern will, muss hinterher auch arbeiten könnte.", summte der Mann, grinste Shane breit an, jedoch konnte er dieses Grinsen auf keinster Weise irgendwie erwidern. Gott, er hasste Alkohol jetzt schon so sehr, kaum einer konnte ahnen, wie sehr er es bereute, gestern Nacht etwas zu viel von den Flaschen an Rum getrunken zu haben.
Was haben die anderen aber auch erwartet- er war nicht trinkfest wie die Seemänner und er würde es niemals sein.
Grummelnd folgte der Dunkelhaarige Farell und dem Engel, lehnte sich gegen das Holz, blieb da, wo der Schatten ihn im Verborgenen hielt und wünschte sich etwas gegen die Kopfschmerzen. "Warum gibt es kein Zauber, der die Kopfschmerzen beseitigt?!", fragte er nach einer Weile in die Runde, sah die drei männlichen Gestalten eine Weile lang an, als keiner eine Antwort auf die Frage zu geben schien, starrte er wieder weg, starrte an den Wolken vorbei und wurde sofort wieder nüchtern, als seine Augen die Piratenflagge erblickten. Toll. Der Tag war wirklich ein Griff ins Klo und wie er das war. "Ach das Glück kann mich mal.", warf er leicht gereizt auf die Frage des Iren, während er in seinem Kopf all die Piraten zählte, die sich zu ihnen gesellten. Wer von ihnen der Kapitän war, hatte er schnell mitbekommen und schon wollte er dem Herren an die Gurgel gehen...ja, schlechte Laune war nicht sein Ding aber heute konnte er nichts dagegen, jedoch schwand diese innere Wut rasch, als der den Mann, gehüllt in so viel Metall, dass es nur der Cyborg sein konnte, erblickte. "..wie Recht du doch hast..", flüsterte er leicht lächelnd Farell zu. Jetzt mussten sie nur irgendwie die anderen loswerden..wie auch immer.

Es war nicht seine Idee, ein weiteres Schiff zu kapern, aber wenn die anderen so gute Arbeit leisteten, durften sie sich auch mal was gönnen. Es konnten doch nur Idioten sein, die in diesem Gebiet herumsegelten und dann auch noch glaubten, dass ihnen nichts geschehen würde. Der Kapitän musste fast lachen, als er das Schiff erreichte und diese kleine Crew erblickte. War dies vielleicht einfach nur eine Gruppe an Amateueren?! Nun, richtige Seemänner schienen nicht alle zu sein. Gut für sie, umso mehr sie hier fanden und umso mehr brauchbare Menschen sie hier antrafen, sprang ein ordentliches Sümmchen für alle dabei raus.
Einige seiner goldenen Zähne glänzten auf, als er ein erneutes Grinsen den anderen schenkte, langsamen Schrittes auf die beiden Iren voranschritt.
"So so so...ihr macht also ein bisschen Urlaub hier oben was?!", schnurrte er belustigt, während er erst Shane, dann Farell musterte und sogleich von einer ihm sehr bekannten Stimme gestört wurde. Rasch bewegten sich seine Augen zu dem Engel, sein Blick traf sich mit dem des kleinen Jungen. "Ach du meine Güte, wurdest du Zwerg etwa weiterverkauft?! Nun gut, so eine Meme würde ich auch nicht lange aushalten können..auch wenn mein guter Freund, den du sicher noch kennst, immer noch davon überzeugt ist, dass du zu gebrauchen wärst.", der Kapitän musste laut auflachen, gesellte sich wieder zu den anderen seiner Crew, einen Blick zu Jonathan werfend. "Ich glaube, heute geht keiner nach Hause.."
Ein weiteres, leises Lachen und dann wandte er sich auch seiner Crew zu. "Ihr kennt das Spiel, das, was wichtig erscheint, mitnehmen, wertvolle Menschen mitnehmen, mit dem Rest könnt ihr machen, was ihr wollt.", mit einer Handbewegung erlaubte er ihnen anschließend, sich hier auszutoben, während er sich auf eine der Fässer setzte, seine Pfeife rausholend und gemütlich in diese den Tabak reinstopfend..seine Männer wussten schon, was sie tun sollten und Jonathan hatte ihn bis jetzt auch selten enttäuscht, es erschien ihm eher so, als ob ihm das Leben als Freigeist über der Erde Spaß machte. Der geborne Mann der Lüfte..

Fast schon wie eine Ewigkeit erschien es dem Cyborg, dass er hier unter den Piraten weilte. Er wollte nie kriminell sein, zumindest nicht so, nicht auf dieser Art und Weise und so oft er auch geglaubt hatte, dass sie ihn verkaufen würden und sooft er auch es in Erwägung gezogen hatte, eines Nachts, wenn sie wieder irgendeine Stadt heimsuchten, einfach abzuhauen und mit dem nächsten Luftschiff wieder auf die Erde gebracht zu haben, hatte er es dennoch nicht getan. Alle wussten, dass er jederzeit abhauen konnte, dass ihn eigentlich hier kaum was hielt und dennoch band ihn etwas an dieses Luftschiff, wenn nicht sogar an die Crew. Sie waren..okay, wenn man sie näher kennenlernte, dann erschienen sie humaner als man glaubte, nur der Menschenhandel war etwas, was er moralisch gesehen einfach nicht verstehen oder gar tolerieren konnte, doch was der Kapitän sagte, war Gesetz und dabei schien selbst mehr auf die Wünsche seiner Männer einzugehen.
In der Zeit als Pirat, hatte Jonathan genug Zeit, um über sein Leben nachzudenken. Er dachte oft an Malik und es schmerzte immer wieder, wenn sein Gesicht in seinen Träumen erschien. Er fühlte sich schuldig, doch auf der anderen Seite wusste er nicht, wo er ihn suchen sollte, wusste nicht einmal, ob er noch lebte. Der Cyborg dachte auch oft an seine alte Werkstatt nach, die er niemals wieder haben würde. Er dachte an die Organisation und die letzten Tage, die er im Quartier verbracht hatte. Manchmal hatte er Wut auf Daisuke und seine Truppe- wenn sie nicht gewesen wären, hätte das alles niemals passieren müssen, dann hätte er noch seine Werkstatt, seine Flugzeuge, seine Männer..ja, manchmal, da wollte er gar nicht mehr zurück, da kam es ihm so vor, als ob sein Lebenstraum erfüllt worden war, schließlich wollte Jon bereits seit seiner Kindheit zwischen all den Wolken leben, in den Lüften daheim sein und nun erschien es fast so, als ob er es war.
Das Kapern eines Schiffs war für ihn das allererste Mal, dass er so etwas tat. Er folgte einfach schweigend den anderen, sprang schwungvoll auf das Schiff, während er eine Pistole aus dem Gurt zog und auf irgendeinen der Seemänner richtete, während sein Blick prüfend über die Menschen glitt. Himmel, wieso kamen sie ihm so bekannt vor? Fast schon neugierig musterte jeden einzelnen für eine Weile, es kam ihm einfach nicht in den Sinn, wo er sie schon einmal gesehen hatte und erst als eine Stimme in seinen Ohren erklang, so bekannt, so vertraut, versetzte ihm etwas einen Stromschlag, sodass er erschrocken zusammenzuckte, seinen Blick zu der Stelle wandern ließ, wo die Stimme herkam. Er hätte fast seine Waffe fallen gelassen, als er die Gestalt Maliks erblickte, jegliche Farbe war aus seinem Gesicht promt gewichen. Er hörte kaum, was er sagte, hörte sogar kaum auf seinen Kapitän hin und erst als alle sich von ihren Plätzen bewegten, eilte der Cyborg zu Malik, diesen in seine Arme schließend. "Oh Gott, ich dachte du wärst am Ende der Welt! Niemals hätte ich geglaubt dich wiederzusehen.", er presste den jungen noch enger an seine Brust, ließ ihn jedoch rasch los, als er ein leises Räuspern hörte, glaubte schon, beobachtet zu werden, jedoch war es nur einer der Iren.
Ein breites Grinsen stahl sih auf seine Lippen, jedoch verhärtete sich sein Blick schnell, als er daran dachte, dass sie alle entweder verkauft werden würden oder sterben würden.
Mit ernster Miene starrte er in die Augen des Engels, fragte sich innerlich, wie er es geschafft hatte, zu entkommen.
"Malik, wir müssen dich und die anderen irgendwie hier wegbringen, ich sehe mal, was ich tun kann..du musst nach Hause."

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BeitragThema: Re: .........Let the engine steam........   Do Sep 02, 2010 5:41 pm

Ihr Glück hatte so weit gereicht, den Cyborg zu finden, das Schicksal hatte ihn den Iren quasi zugeworfen, doch anscheinend mussten sie selbst einen Plan entwickeln, wie sie nun aus dieser misslichen Lage fliehen konnten. Farell sah keinerlei Möglichkeit, nun zu fliehen. Die Gegner waren weit in der Überzahl, und wo sollten sie auch hin, so viele Meilen über der Erde? Ihnen blieb gar nichts anderes übrig, als sich gefangen nehmen zu lassen und zu hoffen, dass sie auf der nächsten Insel Reißaus nehmen konnten. Dafür mussten sie aber erst einmal als so nützlich empfunden werden, dass man sie überhaupt mitnahm und nicht gleich hier über Bord in den Tod warf. Eigentlich sah Farell für sich und Shane keine großen Probleme, denn immerhin waren sie beide magiebegabt, und für so etwas zahlte mancher Sklaventreiber sicher gutes Geld. Aber was war mit Malik? Ob sie ihn ein zweites Mal mitnehmen würden? Wenn nicht….Nein, darüber wollte er lieber gar nicht nachdenken. Auch wenn er sich nicht vorstellen konnte, dass sie einen Engel einfach so in den Tod stoßen würden. Immerhin war das eine seltene Rasse. Und er war ja auch noch ein Kind. Trotzdem, in das Mitgefühl der Piraten war wohl kaum Verlass, denn sie begannen bereits, die älteren Männer der Mannschaft auszusortieren, immerhin konnten sie nicht alle mitnehmen. Farell hätte sich am liebsten die Ohren zugehalten bei jedem Schrei, der gellend verhallte, während ein Körper immer weiter in die Tiefe fiel….Er schluckte, beobachtete dann für einen Moment den Cyborg. Er wirkte zu mindestens nicht totunglücklich, so wie Malik es gewesen war, als sie ihn aufgegriffen hatte. Urplötzlich erschien die Idee in Farells Kopf, dass der Mann vielleicht gar nicht mit zurück wollte, doch er verscheuchte diesen Gedanken lieber schnell wieder. Das würde Daisuke sicher nicht zulassen – und für sie auch nicht als Ausrede gelten lassen, sollten sie ohne ihn zurückkommen. Argwöhnisch betrachtete er die Piraten, die nach und nach die Reihe ihrer Matrosen abschritten und sie immer eine Weile lang betrachteten, sie vielleicht etwas fragten, bevor sie sie entweder auf ihr Schiff stießen, wo bereits einige andere mit Fesseln warteten, oder sie eben über die Reling schickten. Sie taten das mit einer routinierten Ruhe, die dem Iren unheimlich war, ihn gar schaudern ließ. Schließlich stand auch einer der bärtigen Männer vor ihm, musterte ihn aus dunklen Augen. Er war ein ganzes Stück größer als er selbst, den Mund voller falscher Zähne. Obwohl er viel muskulöser war als der Ire, erwiderte er den Blick hartnäckig.
„Du siehst aus wie ein ziemlicher Schwächling“, knurrte er dunkel und kam einen bedrohlichen Schritt näher. Ein leichtes Lächeln huschte über Farells Gesicht, als er langsam die Hände aufeinander legte, nicht zurückweichend. Wo hätte er auch hingesollt? Hinter ihm waren nur Reling und schier unendliche Tiefe.
„Ja, aber dafür kann ich aus dem Nichts Gold zaubern“, summte er zufrieden, während sich unter seiner gewölbten Hand ein Haufen Goldstücke auftürmte, die er gelassen zu Boden fallen ließ, wo sie nach hellem Klimpern liegen blieben. Der Mann nickte anerkennend, zog ihn dann von der Reling weg und schubste ihn über den Landungssteg auf das weitaus größere Schiff der Piraten, wo man ihm Handfesseln anlegte. Das grobe Seil schnitt bereits jetzt in seine Haut. Nur wenig später stand auch Shane wieder neben ihm, dem er ein schiefes Grinsen schenkte.
„Wenigstens leben wir noch, nicht wahr?“
Eigentlich ein schwacher Trost, aber so gewannen sie zusätzlich Zeit, um sich einen Plan zu überlegen. Mit leicht bangem Blick starrte er zurück auf das andere Schiff, wartete darauf, dass auch der Junge hier erschien, doch die Zeit zog sich in die Länge und schließlich brachte man sie mit einem Haufen anderer in den Bauch des Schiffes, der beinahe einem Zellentrakt ähnelte. Aber da die Piraten ja ständig mit Sklaven handelten, war das wohl kaum verwunderlich. Der Geruch von Elend und Krankheit lag in der Luft, sodass Farell sich am liebsten die Nase zugehalten hätte, als man ihn in die Bilge steckte. Lustlos ließ er sich auf den Boden sinken, anscheinend waren sie auf die Hilfe des Cyborgs angewiesen, wenn sie entkommen wollten. Er schenkte Shane einen kurzen Blick, der neben ihm saß, sah ihn fragend an. Vielleicht hatte er ja einen Plan. Wenn sie es so drehen konnten, dass man sie in der Mannschaft behielt, bekamen sie vielleicht eine bessere Chance…..Sicher würde der Kapitän sich die Neuzugänge gleich noch einmal ansehen, dann war ihre Gelegenheit, sich frei zu reden, so hoffte der Ire. Und wieder einmal konnten sie nur auf ihr Glück vertrauen.

Malik konnte gar nicht fassen, dass Jon wirklich hier war, dass sie so viel Glück gehabt hatten. Oder vielleicht auch nicht, denn aus dem Schneider waren sie noch lange nicht. Wer garantierte ihm denn, dass es nicht genau so ablief wie beim letzten Mal? Oder gar viel schlimmer? Malik riskierte einen kurzen Blick in die Tiefe und musste schlucken. Doch im nächsten Moment war der Cyborg schon bei sich und schloss ihn in die Arme, und das vertrieb für einen Moment all seine dunklen Gedanken. Jon war hier, er lebte, er hatte ihn nicht vergessen. Etwas Schöneres konnte der Engel sich im Moment kaum vorstellen, auch wenn Garrets Worte immer noch wie schleichendes Gift durch seine Venen floss. Seine überhebliche, abwertende Art trieb ihm bereits wieder die Wut in den Kopf und doch wusste er, dass er dieses Mal einen klaren Kopf bewahren musste. Fast wollten sich die schmalen Arme gar nicht mehr von dem Piloten lösen, den er so sehr vermisst hatte. Von dem er befürchtet hatte, dass es ihm ebenso schlecht ergangen war wie ihm selbst. Dass dies nicht der Fall gewesen war, erleichterte den Jungen so sehr, dass ihm sogar einige Tränen über die Wangen rannen. Er bemerkte nicht einmal, dass der erste der beiden Iren fortgebracht wurde, sah nur Jon an, der sich kaum verändert hatte, dabei war es Malik wie Jahre vorgekommen, die er fortgewesen war. So sehr hatte sie Sehnsucht und das Heimweh sein Zeitgefühl verzerrt. Aber nun war er wieder hier und der Cyborg konnte doch sicher alles wieder in Ordnung bringen. Oder etwa nicht?
„Aber du musst mitkommen. Ich gehe nicht ohne dich zurück“, sagte er mit fester Stimme. Komme was wolle, jetzt, wo er ihn gefunden hatte, wollte er ihn auf keinen Fall wieder zurücklassen.
„Du musst einfach….“, murmelte er, dieses Mal den Kopf gesenkt. Er wusste, dass es nicht einmal sicher war, ob die nächsten Minuten überleben würde, dass alles davon abhing, für wie nützlich Garret ihn hielt. Nun gut, für nützlich hielt er ihn wohl nicht, aber zu mindestens für genug wert? Malik wusste es nicht, hoffte, dass Jon alles ins Lot bringen konnte, denn die beiden Iren hatte man schon fortgebracht.
Eine weitere Gestalt schritt die Reihen entlang, die dem Engel sonderbar bekannt vorkam, er wirkte nicht so wild wie der Rest der Mannschaft, einen Schreibblock in der Hand musterte er abschätzig, wen sie alles gefangen genommen hatten oder eben noch nicht. Als der Blick des Mannes, den Malik inzwischen als Laurence, den Navigator des Schiffes erkannt hatte, auf ihn fiel, trat ein Lächeln auf sein Gesicht. Malik musste schaudern, hatte ihn der Mann immerhin schon beim letzten Mal erstehen wollen als seinen Gehilfen, doch damals hatte der Kapitän das nicht zugelassen. Immerhin, vielleicht bestand darin dieses Mal eine Chance, nicht gleich über Bord zu gehen.
„Sieh einer an, unser kleiner Engel ist wieder da“, schnurrte der Dunkelhaarige leise, wandte sich dann um, doch Garret achtete gerade nicht auf sie. Ein verschwörerisches Lächeln huschte über seine Züge, als er sich Jon zuwandte.
„Bring den Kleinen in meine Kajüte, aber achte darauf, dass Garret nicht unbedingt etwas davon mitbekommt.“
Der Navigator wandte sich ab, als einer der ranghöchsten auf diesem Schiff ging er davon aus, dass seinem Befehl Folge geleistet würde. Malik blickte den Cyborg unsicher an, er war sich nicht sicher, ob Jon das für eine gute Idee hielt, aber es war im Moment immerhin die einzige Chance, die sie hatten. Und was würde der Piratenkapitän tun, wenn er ihn entdeckte? Alles hier war so unsicher, dass Malik am liebsten den Kopf in den Sand gesteckt hätte, wäre Jon nicht gewesen. Wäre Jon nicht da….

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BeitragThema: Re: .........Let the engine steam........   Di Jun 05, 2012 10:02 pm

„Meine Herren, es geht auch sanfter!“, mit einem beleidigten Blick starrte er einen der Piraten an, welcher ihn zuvor die hölzernen Treppen hinunter geschubst hatte, zu all den anderen Gefangenen. Als ob dieses Gefessel nicht schlimm genug wäre, oder der Gestank oder gar die ungepflegten Zähne der meisten Männer. Ach, Shane mochte die Piraten einfach nicht, sie waren furchtbare Menschen, herzlos und stumpf und dämlich, ohja und wie dämlich sie waren und nur weil sie nun auch in den Lüften sausen konnten, hieß es noch lange nicht, dass sie nun viel toller waren als früher, wo der Himmel nur für fliegende Wesen, wie zum Beispiel Vögel, gedacht gewesen war.
Ein schwerer Seufzer entwich seiner Kehle, als die Augen sich im eher dunklen Raum umschauten und auf die wenigen Crew- Mitglieder trafen. „Ich fürchte, dass wir diesmal mehr als nur Glück brauchen.“, wisperte der Ire seinem Freund entgegen. Ohja, das war kein großes Herrenhaus, aus dem man sich nur leise genug rausschleichen musste, das war viel komplizierter und ernstzunehmender und wenn die beiden magisch begabten Herren ihre Hände nicht frei bewegen konnten, dann müssten sie sich definitiv auf andere Dinge verlassen, wie ihr Köpfchen und vielleicht, ganz vielleicht auf die Hilfe von Jonathan, wobei Shane sich nicht sicher war, ob er ihnen irgendwie helfen könnte; nur weil er einer von ihnen war, hieß das noch gar nichts und eigentlich brauchten sie doch nur ein kleines Messer, oder etwas anderes scharfes, was ihre Fesseln entfernen könnte, dann wäre einiges doch so viel einfacher.
Aber solange nichts sicher war, blieb ihnen nichts anderes übrig als abzuwarten.
Die Tür fiel schlagartig zu, keine anderen Männer wurden hinein geworfen und…Malik. Wo war der Junge? Doch nicht etwa…die Augen des Mannes weiteten sich schlagartig und wanderten zu Farrell, der wohl genau das gleiche dachte. „Sie haben ihn doch nicht..“, er wollte das Wort ‚aufgeschlitzt‘ nicht sagen, es klang so barbarisch, so skrupellos und kalt, nein, er wollte nicht einmal an dieses Wort denken! Eventuell war er oben, sie kannten ihn doch alle, zumindest sagte der Kapitän irgendwas und Jon war ja auch hier, die Crew kannte ihn, sie wussten von seinem Wert und keiner würde so doof sein und ihn nicht mitnehmen wollen. Mit einem Kopfschütteln verbannte Shane rasch all die schlimme Gedanken, die allesamt um den kleinen Engel kreisten und wie es ihm wohl erging, denn für Sorgen hatten sie keine Zeit, sie mussten sich überlegen, wie sie dies ohne Probleme überleben konnten und wie sie gleichzeitig ihren Auftrag zu Ende führen konnten. Daisuke würde ihnen den Hals umdrehen, wenn sie sowohl Malik als auch den Cyborg nicht dabei hätten aber bis es dazu kommen würde, mussten sie generell da erscheinen und dass dies nicht passieren würde, davor hatte der Magier am meisten Angst, dass sie verkauft werden würden und dann baldigst ihren Tod finden würden oder..ach, was wusste er schon, was die so mit ihnen tun würden, wobei die Magie bis jetzt immer auf ihrer Seite war, wie auch das Glück, das wunderbare Glück.
Doch diese Bewegungslosigkeit, diese elenden Hände auf dem Rücken, dieses….Shane musste grinsen. Wenn er etwas tun wollte, dann musste er einfach den Spieß umdrehen! Und sofort kugelte sich der Dunkelhaarige von den anderen weg, etwas Platz hatten sie wenigstens hier gehabt, hockte sich anschließend hin, schob erst ein- dann das zweite Bein in den kleinen Zwischenraum, der sich zwischen seinen gefesselten Armen und dem Körper aufgetan hatte und voila – schon hatte er weitaus mehr Möglichkeiten!
Und dabei meinten die Leute in New York, dass dies niemals funktionieren würde, dass irgendwer diesen Mythos hervorgebracht hatte, damit Menschen sich beim Versuch verkrampfen und ein Witz für die Außenstehenden darstellten. Alles Lügen!
Ein triumphierendes Lächeln stahl sich auf die jungen Gesichtszüge, als er seinen Freund anstarrte und mit den Händen demonstrativ fuchtelte. „Damit hätte ich schon mal ein Problem weniger, ist das nicht toll?! Vielleicht finde ich jetzt etwas Spitzes.“, die dünnen Finger fummelten an seinen Taschen herum, doch nichts Brauchbares erschienen sie zu ertasten und so rutschte Shane wieder zu den anderen. „Vielleicht hast du was zum Aufschneiden dabei?“



Jonathan lächelte entschuldigend. Wie sollte er dem kleinen Jungen nur beibringen können, dass das, was ihn bei Daisuke und den anderen erwartete, nur Erinnerungen an das hervorriefen, was er versuchte zu vergessen. Dass dort nichts mehr war, was er erstrebte, was er am liebsten wiedersehen wollte. Er mochte Malik so sehr, er hätte wahrscheinlich alles für ihn getan, alles was er wollte, doch zurückzukehren?
„Malik, ich…“, er stockte, als Laurence zu ihnen trat, wollte schon so tun, als ob er den Engel gefangen nehmen wollte, damit keine voreiligen Schlüsse gezogen werden würden und er eventuell genau wie die anderen „Wertlosen“ sein Leben noch hier lassen würde, aber nein, die Vorhaben des Navigators überraschten ihn eher, so wusste er nicht, dass er in dieser Hinsicht auf ihrer Seite stünde. Dass Spannungen zwischen ihm und dem Kapitän vorhanden waren, das war ihn durchaus bekannt, manchmal fragte er sich, wie so ein Kerl wie Garrett überhaupt so einen hohen Posten bekommen konnte, aber dass er heimlich einen Gefangenen bei sich unterbringen wollte, entgegen der Befehle…es war nicht vorhersehbar.
Jon nickte stumm dem Mann entgegen, dann wanderten seine Augen wieder zu Malik, diesem ein weiteres Lächeln schenkend, das Gespräch konnte warten, jetzt musste er erstmal in Sicherheit gebracht werden und genau dies tat der Cyborg auch, als er die zarte Hand des Jungen packte und mit ihm auf das andere Schiff kletterte. Sie hatten Glück, dass die anderen Männer mit dem Beutegut und den Gefangenen beschäftigt waren und dass Garrett höchstpersönlich unglaublich abwesend war und das, wo ihm doch sonst absolut gar nichts entging!
Er schlich leise an den anderen vorbei, eilte schnell in Laurence‘ Kajüte, welche er ebenso schnell hinter sich schloss. Der Lärm verstummte urplötzlich und die angenehme Ruhe kehrte wieder ein. Der Geruch von Tinte und Pergament lag in der Luft, alles um sie herum sah so ordentlich aus, die Karten waren fein gezeichnet und beinahe überall konnte man irgendeine Zeichnung erkennen. Faszinierend, sie mussten wirklich schon viel herumgekommen sein!
Jonathan fiel auf, dass er das erste Mal diesen Ort hier betreten hatte und dass er absolut keine Ahnung über den Navigator hatte, viel weniger als über all die anderen, mit denen er schließlich seine gesamte Zeit teilte, mit denen er in der selben Kajüte schlief. Selbst über den Kapitän hatte er mehr in Erfahrung bringen können, auch sprach er öfter zu ihm aber Laurence…er war ein Buch mit sieben Siegeln und so war es umso verwirrender und überraschender, dass er ihm den Befehl erteilte Malik bei ihm zu verstecken…nein, das ergab wirklich wenig Sinn. Hoffentlich war das nur keine Falle.
„Er müsste gleich da sein..hab keine Angst, Malik, alles wird gut, bald sind wir auf dem Heimweg.“, mit seiner künstlichen Hand wuschelte er sanft das Goldblonde Haar, war selbst angetan davon, wie fest seine Worte klangen, wo er doch selbst nicht wirklich daran glaubte, dass dies alles so gut ausgehen würde wie erwünscht.
Hoffentlich haben Daisukes Iren es wenigstens auf das Schiff geschafft, den Rest würde er irgendwie selbst erledigen können aber vorerst mussten sie abwarten, was auf die beiden, oder zumindest auf Malik, zukommen würde und das würden sie wohl recht schnell in Erfahrung bringen können, da das Schiff wenige Stunden später sich wieder in Bewegung setzte und sie langsamen Tempos voransegelten, wohin wusste keiner.
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