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 Beyond here lies Nothing

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Kauzi
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BeitragThema: Re: Beyond here lies Nothing   So Aug 02, 2015 10:48 pm

Auch, wenn Adrian die wenigen Zentimeter nicht überwand und ihn aus eigenem Antrieb küsste –was Julian beinahe etwas traurig stimmte-, blieb die Ruhe und Vertrautheit zwischen ihnen ungebrochen. Es war Julian immer noch schleierhaft, wie sie sich so gut verstehen konnten, obwohl sie sich doch kaum kannten, doch anscheinend fühlte Adrian ja das Gleiche. Sie könnten einfach einen Wagen nehmen und von hier verschwinden, wenn Edward nicht wäre. Wobei, das stimmte nicht ganz, in genau diesem Moment hätten sie vermutlich beide einfach aus dem Fenster klettern und verschwinden können, wenn Julian nicht die berechtigte Sorge hätte haben müssen, dass er kaum fünf Schritte weit kommen würde, bevor er zusammenklappte. Edward hielt den Großteil seiner Schmerzmittel unter Verschluss. Wer sollte sich um seine Verletzungen kümmern, wenn sie auf der Flucht waren? Und am wichtigsten: er konnte Adrian nicht dazu zwingen, so ein hohes Risiko mit ihm einzugehen. Während Edward ihn zwar vermutlich hart bestrafen, aber am Leben lassen würde, konnte man ähnliche Aussichten wohl kaum für Adrian erwarten. Edward würde ihn höchstwahrscheinlich an Ort und Stelle erschießen. Allein der Gedanke daran, wie eine Kugel durch den zerzausten Lockenkopf ging, wie Adrian leblos zusammensackte…..Julian fuhr ein Schauer über den Rücken, der ihn ungewollt zusammenzucken ließ. Das konnte er seinem neugewonnenen Freund einfach nicht antun. Schon jetzt kam es ihm wie Verrat und Idiotie vor, dass er nicht einschritt, dass er Adrian nicht zu seiner eigenen Sicherheit fortjagte und ihn durch das Fenster zurückschickte, durch das er hinein geglitten war. Er hatte kein Recht von dem Musiker zu verlangen, dass er zu ihm kam und sein Leben aufs Spiel setzte, doch der Besucher schien regelrecht geschockt, wenn nicht sogar etwas beleidigt, dass Julian es in Erwägung ziehen könnte, ihn wieder fortzuschicken. Und im Moment war der Lockenkopf wirklich zu eingelullt von der Präsenz dieses Mannes, als dass er ihn hätte fortschicken können. Das warme Gewicht einer Hand auf seiner Schulter beseitigte die letzten Zweifel und Gewissensbisse, die er noch gehabt haben mochte.
„Naja, du bist zwar der einzige, um den ich mir hier überhaupt Sorgen machen kann, aber….gut, solange du immer früh genug verschwindest, dass Edward dich nie im Leben erwischen kann….“
Julian schaffte es, ein zögerliches Lächeln auf seinen Lippen zustande zu bringen. Er warf einen kurzen Blick über die Schulter zu dem Buch, das er irgendwie unter der Matratze verstecken müsste.
„Wenn ich so darüber nachdenke, wäre da tatsächlich etwas, was du für mich tun könntest“, sinnierte der Blondschopf und nur sehr zaghaft öffnete er erneut den Wunsch, um seine Bitte zu äußern.
„Stift und Papier, kannst du das zufällig organisieren? Falls es nicht zu viele Umstände bereitet, ich….ich zeichne, weißt du?“
Nachdem er Adrian hatte spielen hören, hatte Julian die Hoffnung gewonnen, dass er vielleicht auch für andere Künste offen sein könnte. Immerhin hatte er auch etwas für Literatur übrig gehabt! Und in der Tat hatte Julian mit seiner Vermutung nicht falsch gelegen: Adrian konnte Zeichenutensilien besorgen und auch, wenn es das mindeste war, mit dem der Lockenkopf auskommen musste, konnte er sich nun tagsüber, wenn Adrian noch nicht vor seinem Fenster stand, mit Zeichnungen und Büchern beschäftigen, die er gieriger verschlang als jede geteilte Sekunde mit Adrian. Er hatte sein Versprechen tatsächlich gehalten und war jeden Tag hergekommen. Gefühlt stand er immer früher vor seinem Fenster, doch Julian konnte sich darüber nicht beschweren. Mittlerweile wurde es sogar immer schwieriger, seine gute Laune allabendlich vor Edward zu verstecken. Bücher und Zeitungen unter die Matratze zu stopfen war da schon einfacher. Gut eine Woche war jetzt schon so vergangen und Julian grüßte den Einbrecher mit dem gleichen sachten Lächeln im Gesicht wie jeden Tag.
„Ich habe das letzte Buch fertig gelesen, es war unglaublich, ich meine, wie die Leute sich damals die Zukunft vorgestellt haben….Ich weiß nicht, ob das, was jetzt stattdessen hier stattfindet, eine Verbesserung darstellen soll“, murmelte Julian abwesend, während er Adrian ein zerfleddertes Exemplar von „1984“ hinhielt. Er war nicht so geschickt mit Worten wie mit dem Stift und oft zeigte er Adrian lieber seine Skizzen und Zeichnungen, anstatt hilflos nach Worten zu suchen.
„Edward meinte, dass ich bald meine Prothese bekommen kann, vielleicht schon nächste Woche. Mein Arm fühlt sich schon viel besser an, auch, wenn ich immer noch manchmal ins Leere greife“, gestand der Blondschopf mit einem Seufzer und ließ sich neben Adrian aufs Bett sinken.
„Was hast du mir heute mitgebracht?“, fragte er aufgeregt nach und griff so hastig nach dem kleinen Paket auf Adrians Schoß, dass er es zu Boden warf. Mit erschrockenem, schuldbewusstem Gesicht bückte er sich danach, nur, um fast mit Adrian zusammenzustoßen. Für einen Moment waren sich ihre Gesichter so nah, dass Julian einige unordentliche Strähnen auf seinen Wangen spüren konnte. Vielleicht waren es sogar seine Wimpern, die ihn leicht kitzelten.

Wie lange hatte er sich in der verwinkelten kleinen Wohnung aufgehalten, bevor irgendein ambitionierter Halbstarker gegen seine Tür getrommelt und ihn zum Mitkommen aufgefordert hatte. Konnte er denn hier gar nichts tun, ohne, dass ein jeder Schritt überwacht wurde? Misstraute man ihm etwa so sehr? Er hatte nicht viel mehr getan als seine Tasche auf sein Bett zu werfen und sich etwas kaltes Wasser durchs Gesicht laufen zu lassen. Er war knapp eine Woche fort gewesen, um Informationen in einer benachbarten Siedlung aufzutreiben und in dieser Zeit war er kaum zur Ruhe gekommen. Ehrlich gesagt war es alles etwas anders verlaufen, als er gehofft hatte. Seine reichen Kontakte konnten mehr oder weniger für ihn bürgen, um ihn in die Säle der höheren Generäle zu schmuggeln, allerdings nicht, um dort die sprichwörtliche Fliege an der Wand zu sein. Stattdessen hatte er mal wieder seinen Hintern für ein paar reiche Herrn verkaufen müssen und einige von denen waren verdammt unansehnlich gewesen. Es war erstaunlich, wie lose das Mundwerk einiger dieser Kerle noch war, wenn sie gerade einen geblasen bekamen. Niemand schien auch nur einen Gedanken an so etwas wie ihn zu verschwenden, da er für sie anscheinend weder Augen noch Ohren, sondern nur einen Mund und einen Hintern zu haben schien. Es kümmerte sehr schnell schon niemanden mehr, wer sich allzeit bereit und willig auf irgendeinem Diwan für einen der Militärs räkelte. Andere hochgestellte Männer prahlten so laut über ihre Pläne, dass man dafür kaum die Ohren spitzen musste. Nach einer Woche erniedrigender Stricherarbeit hatte Julian genug Informationen zusammengetragen, um Charles hoffentlich zufriedenzustellen. Wenn er einige Stunden für sich gehabt hatte, hatte er hastig aus der Erinnerung Karten und Pläne vervollständigt und Notizen gemacht, damit ihm auch bloß kein Detail entging. Er notierte sich lieber alles, immerhin war er nicht genug in Politik involviert, um alles bis ins Kleinste auf seine Wichtigkeit hin analysieren zu können. Was im Endeffekt alles wirklich wichtig war, musste der Warlord wohl später schon selbst entscheiden.
Eigentlich hatte Julian nur noch einmal durch seine Notizen gehen wollen –und ein paar Stunden schlafen wollen, zugegeben-, doch Charles´ kleiner Laufbursche war dem zuvor gekommen und ließ auch nicht mit sich reden. Zähneknirschend hatte Julian sich seine Tasche geschnappt und war mit zunehmend finsterem Gesicht dem Kurier gefolgt, der ihn in den gleichen Beratungssaal brachte, in dem er Charles schon das letzte Mal konfrontiert hatte. Sein gehässiger, leicht angesäuerter Gesichtsausdruck war genug, um in dem Lockenkopf alle Regler auf „Trotz“ zu stellen. Mit einem finsteren Gesichtsausdruck schenkte er dem Warlord einen giftigen Blick.
„Lässt du mich etwa rund um die Uhr beschatten? Ich hatte meine Wohnung ja kaum betreten, als sein kleiner Schoßhund vor meiner Tür stand“, schnaufte der Lockenkopf zur Begrüßung.
„Oh, sind das die gleichen klugen Leute, die sonst so für dich arbeiten? Wenn ich mich recht erinnere, waren diese Idioten ein Grund dafür, wieso du nur allzu glücklich warst mich einzustellen?“
Julian hatte wenig Lust, sich mit irgendwelchen hirnverbrannten Schlägern anzufreunden, nur, um ihr Getuschel abzustellen, noch dazu war er ja kaum hier gewesen, um Freundschaften zu knüpfen.
„Mich hat weder jemand verfolgt, noch erwischt, sonst stände ich wohl kaum hier.“
Julian verschränkte die Arme vor der Brust und erwiderte Charles´ abwertenden Blick mit einem ähnlich abwertenden Funkeln.
„Ich hab in der letzten Woche allerdings mehr widerliche Schwänze gesehen, als ich von einem Informantenjob erwartet hätte. Seid ihr in den hohen Positionen alle so notgeil?“
Julian wusste, dass er den Bogen vermutlich mehr als nur überspannte, doch der gehässige Gesichtsausdruck seines Gegenübers und seine Müdigkeit hatten sich zu keiner guten Mischung vermengt. Wenigstens konnte er diesem arroganten Warlord direkt mit einigen guten Informationen das Grinsen aus dem Gesicht wischen. Er verzichtete auf den angebotenen Platz und knallte Charles stattdessen den Stapel mit den Karten und Notizen auf den Tisch.
„Ich habe Truppenpläne, einige Fahrzeugrouten…..Ach und wusstest du, dass sich die Ratten vom Nachbardorf mit diesem fetten Ölmongul aus dem Westen zusammentun wollen? Scheint so, als würdest du ein paar potenzielle Verbündete verlieren, aber hey, ich bin nur für die Informationen hier, nicht als Berater.“
Julian hob in einer abwehrenden Geste beide Hände nach oben und beobachtete den Warlord dabei, wie er stichprobenartig durch seine Notizen blätterte.
„Ich kenne nicht jeden fetten Warlord hier beim Namen, aber das nächste Mal, wenn du diese kleinen Ratten hier alle versammelst, zeig ich gerne mit dem Finger auf die, die besonders hinterhältig und verräterisch sind“, bot Julian mit einem spöttischen Grinsen an und drehte dem Warlord für eine Weile den Rücken zu.
„Ich hätte dir ein paar nette Portraits zeichnen können, wenn du mich nicht direkt herzitiert hättest.“
Mit einer provozierenden Bewegung schlenderte er um den breiten Tisch herum, lehnte sich gegen die Tischplatte und stemmte einen schweren Stiefel gegen eins von Charles´ Stuhlbeinen.
„Reicht das aus, um deine Zweifler vom Gegenteil zu überzeguen?“

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Mrs Lovett
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BeitragThema: Re: Beyond here lies Nothing   Mo Aug 03, 2015 10:37 pm

Adrian hatte ganz sicher nicht vorgehabt erwischt zu werden, nicht in diesem Leben, schließlich wollte er dieses nicht durch einen wütenden Mann enden lassen und wenn sie immer auf die Zeit achteten und er stets bereit war auch in Windeseile zu verschwinden- aus welchen Gründen auch immer- würden sie ihre Zeit sehr gut gemeinsam verbringen, dem war er sich mehr als nur sicher.
Julian hatte etwas Faszinierendes an sich, etwas, was er nicht erklären konnte, wofür ihm einfach die Worte fehlten, vielleicht hatte es solche Worte auch gar nicht mehr oder noch nicht gegeben, er wusste es nicht genau. Wie sehr es dem Musiker doch gefiel jeden Tag durch das mittlerweile sehr bekannte Fenster in sein Zimmer einzubrechen, ohne, dass es wirklich ein Einbruch war, und hatte er es auch genossen dem Blondschopf jedes Mal aufs Neue etwas mitzubringen, was sein Herz erfreuen würde. Schnell wurde ihm bewusst, dass Edward ihm wohl keine Bücher oder anderen Gegenständen aus dem anderen Haus vorbeibringen würde, es hätte den jungen Mann gar nicht gewundert, wenn solche Dinge gar nicht existiert hatten im Leben des Kleineren oder zumindest in dem Leben, das er gezwungen war mit diesem unangenehmen Menschen zu teilen.
Adrian hatte schon so oft darüber gedacht einfach ihn darum zu bitten mitzukommen, in sein Haus, er würde ihn vor Edward verstecken! Doch andererseits- war es nicht logisch, dass sie als erstes bei ihm suchen würden? Vielleicht würde er sogar in noch schlimmeren Schwierigkeiten stecken und der Dunkelhaarige selbst….wahrscheinlich würde sein Blut den alten sandigen Boden dunkelrot färben. Und so hatte er sich in den Nächten beschämt zur Seite gedreht, versuchte diesen Gedanken aus seinem Kopf zu schlagen und verlor kein Wort darüber in Julians Anwesenheit. Doch neben dem traurigen Beigeschmack, dass er selbst so hilflos war und nicht viel dem Gelockten bieten konnte, konnte wohl niemand von ihnen leugnen, dass sie wohl jeden Tag, den sie gemeinsam verbrachten, zu einem ihrer angenehmsten Tage auf dieser Erde schätzen konnten.
Der Musiker wusste nicht, dass auch in dem schmalen Körper solch ein künstlerisches Talent steckte, er war so geschickt mit Stift auf Papier, welches er ihm am zweiten Tag mitgebracht hatte. Er hatte genügend Papier zu Hause gehabt, Adrian selbst hatte mal versucht etwas zu zeichnen, hatte das, was er gelesen und teilweise gesehen hatte, auf Papier wiederzugeben, doch leider waren seine Hände wohl nicht geschickt genug, sein Kopf hatte keine Geduld für Striche, die etwas ergeben sollte, was schön war. Ganz im Gegensatz zu Julian. Er schuf immer neue Schönheiten, die ihm schier den Atem raubten. Er konnte nicht verstehen wie blind Edward gewesen war, wenn er diese Kunst nicht anerkennen konnte, wenn er alleine deswegen schon den jungen Mann nicht anders behandelte als er es gerade tat, nicht, dass ein besonderes Talent unbedingt notwendig war um andere besser zu behandeln. Für Adrian war es wohl eher ein Grund mehr sich von dieser Persönlichkeit einnehmen zu lassen, ja er glaubte sogar, dass es weit darüber hinausging, dass sie nicht nur gemeinsame Interessen und ein verlorener Arm verbanden. Es war Unbeschreibliches, etwas, was ihn hin und wieder erröten ließ, wenn sich ihre Blicke zu lange trafen, ihre Finger sich zufällig bewegten oder er Julian- aus welchen Gründen auch immer- zu nahe gekommen war.
Heute durchfuhr erneut ein angenehmes Kribbeln seinen Körper als er abermals durch das Fenster in das kleine Zimmer kletterte. Es war schön zu sehen, dass Julian auf dem Weg der Besserung war, er konnte wieder anständig aufstehen und schien etwas, nun ja, agiler zu sein, wie auch immer man es in solch einen Zimmer auch sein konnte, doch der Musiker freute sich zu sehen, wie sein gesundheitlicher Stand immer weiter bergauf ging.
„Hallo, Julian….oh, so schnell? Ja…ja, das Buch ist wirklich erstaunlich, ich bin immer wieder überrascht wie akkurat der Autor seine Zukunft beschrieben habe….ich habe einige Geschichtsbücher erwerben können, weißt du. Aber…ich fürchte jedoch, dass unsere Zukunft wohl kein Deut besser ist…ich würde mich für keine von beiden entscheiden.“, gestand der Ältere mit einem leichten Lächeln ehe er auf das Bett setzte, die alte Ausgabe in seiner Tasche verstauend. Bei den nächsten Worten ließ er seinen Blick schnell wieder zum Gelockten wandern, seine Augen weiteten sich überrascht bei der Information, die da aus den fremden Lippen zu ihm durchdrang. Es war gut zu hören, dass Edward es sich nicht plötzlich anders überlegt hatte.
„Das sind wirklich gute Neuigkeiten….dann wirst du bald auch nicht mehr ins Leere greifen müssen, sondern kannst beinahe wie beim Alten nach allem greifen.“, er konnte sich vorstellen, welch eine Erleichterung es für Julian sein müsste, wenn endlich dieses Gefühl verschwunden war, dass etwas da war, was jedoch verschwunden ist. Niemand mochte die Realisation, dass alle Gefühle und möglichen Eindrücke nichts weiter aus Einbildungen waren und man eine Leere vor sich hatte, die nicht so schnell ersetzt werden konnte. Doch Julian riss den Musiker schnell aus seinem Gedankenstrom. Fragend hatte er auf das kleine Paket geblickt, welches er wohl irgendwann beiläufig aus der Tasche geholt und auf seinen Schoß platziert hatte, wollte es ihm gerade geben als jedoch der Gelockte selbst danach greifen wollte und es etwas ungeschickt hinunterfiel. „Oh, verzeih….“, hastig wollte Adrian sich danach bücken, streckte vorsichtig seinen Arm danach aus, nur um erschrocken innezuhalten, als ihm bewusst wurde, dass Julian soeben dasselbe tun wollte und sie sich wohl beide ihren Kopf am jeweils anderen gestoßen hätte, wenn nicht mindestens einer innehielt. Seine dunklen Augen huschten zum Gesicht des anderen, welches so gefährlich nah an seinem war, dass er den heißen, süßlichen Atem auf seiner Haut spüren konnte. Ein Schauer ging über seinen Rücken.
„Bitte….entschuldige…“, seine Stimme war mehr ein beinahe unverständliches Murmeln und er wusste nicht einmal wofür er sich hier entschuldigen wollte. Vielleicht für etwas, was er kopflos jeden Moment tun würde? Oder war es einfach nur ein Reflex sich für alles zu entschuldigen, was etwas tollpatschig über die Runden ging? Adrian konnte ja selbst nicht genau sagen, was genau sich in seinem Inneren gerade abspielte, doch es war ihm unmöglich gewesen sich auch nur einen Zentimeter fortzubewegen. In jedem anderen Fall wäre er hastig zurück gewichen, er wollte Julian nie zu nahe treten, schließlich kannten sie sich doch gar nicht so gut und er wusste auch gar nicht was genau er für den wirren zerzausten Mann, der er war, empfand. Vielleicht war dies jedoch auch der Moment um es herauszufinden….oder es sich für immer endgültig bei ihm zu versauen.
Vielleicht hätte der Musiker auch etwas Abstand gehalten, würde er nur ein bisschen über all das nachdenken, doch er hatte keinen Gedanken verschwendet, sein Kopf war leer…nun, das stimmte nicht so ganz- sein Kopf war eher überfüllt mit Eindrücken, Gefühlen, Ängsten und einer Ungewissheit, die er mit jeder Faser seines Körper versuchte zu verdrängen, bis ihn ein wahnsinniger Übermut einnahm und er statt sich nach dem Paket zu strecken, lieber seine Finger zaghaft über Julians Wange gleiten ließen. „Es…es sind einige…Bücher….“, seine Worte waren leise, beinahe ein Wispern, doch mehr hatte er auch nicht zustande gebracht. Von jetzt auf gleich, ohne, dass ihm wirklich bewusst war, was er gerade tat, hatten sich die schmalen Lippen auf die von Julian gelegt. Es war unmöglich gewesen es nicht zu tun, er hatte gar keine Kontrolle darüber gehabt sich dagegen zu wehren dem Jüngeren so nahe zu kommen und nun musste er den Preis zahlen, einen Preis, den er hoffentlich nicht bereuen würde.
Er konnte spüren wie sein gesamter Körper durchschüttelt wurde von der Aufregung und der Euphorie, die durch diesen Kuss entstanden war. Er konnte die Wärme des anderen spüren und glaubte beinahe seine Seele spüren zu können. Es war ein angenehmer Kuss, seine Lippen waren so zart gewesen, der Geschmack, der auf ihm lastete, war etwas, was er noch nie in seinem Leben erlebt hatte, es war atemberaubend, es war eigenartig und es war das mit Abstand beste, was der Musiker jemals gespürt hatte in all den Jahren, wo er zurückgezogen lebte und sich gänzlich seinen Interessen widmete.
Adrian war kaum aufgefallen wie sich seine Finger in den blonden Locken vergraben hatte, wie er die Augen geschlossen hatte und sich fürchtete diese wieder zu öffnen, aus Angst, dass dies nichts weiter als ein Traum war oder noch schlimmer- dass er auf Julians Zurückweisung stoßen müsste.
Doch blieb ihm keine andere Wahl, musste er doch vom fremden Mund ablassen, musste Luft in seine Lungen pumpen und so entfernte er sich beinahe schon widerwillig vom Künstler, öffnete nur zaghaft seine Augen, nur um zu spüren wie seine Wangen sich erröteten. „Julian….v-verzeih mir bitte ich….ich weiß nicht was über mich gekommen war, ich…..ich wollte dich nicht…nicht in Verlegenheit bringen, das…es war irgendwie….“, mit jedem unbeholfenen Wort wurde sein Rotton immer dunkler, er konnte spüren wie sein Gesicht heiß zu brennen schien, dass er peinlich berührt lieber die Bettdecke anstarrte. „Ich konnte nicht anders…ich weiß auch nicht….du löst irgendwas Eigenartiges in mir aus…v-verstehst du was ich meine? Nichts Schlechtes….das meinte ich damit nicht! Es ist was Gutes, aber…ich kann- ich sollte meinen Mund halten…“


Oh, da war jemand dem armen Jungen wohl tatsächlich auf den Zeh getreten! Julian sollte nicht glauben, dass er bei seinem Auftrag nicht besonders im Fokus des Warlords stand, doch schien er stattdessen lieber mit seinem losen Mundwerk sich über seine Vorgehensweisen zu beschweren. Wie unglaublich dreist und unartig sein neuer Schützling doch war.
Charles hob eine Augenbraue, lehnte sich in seinem Stuhl etwas weiter nach vorne um den jungen Mann etwas besser betrachten zu können. Solch einen kleinen, überheblichen Punk hatte er noch nie gesehen, zumindest hatte nie jemand den Mumm gehabt sich so mit ihm anzulegen. Doch bevor er irgendwelche privaten Gespräche bis zum Ende durchführen oder gar anständig beginnen konnte, schickte er die Männer, die sich noch in seinem Raum befunden hatten, mit einer Handbewegung davon, ehe er sich Julian voll und ganz widmen konnte.
„Du bekommst deine Privatsphäre, wenn ich bestätigen kann, dass du deinen ersten Job gut getan hast. Lehne dich nicht zu weit aus dem Fenster, du könntest vielleicht hinunterfallen.“, seine schmalen Lippen formten ein schiefes Lächeln, welches jedoch schnell wieder einem ernsten, beinahe schon wütendem Blick wich. „Zusätzlich solltest du nicht glauben, dass du hier der einzige fähige Mann bist. Du magst gesund sein und vielleicht etwas auf dem Kasten haben, allerdings habe ich genügend kluge Köpfe an meiner Seite, die eine gewisse Ahnung von ihrem Job haben. Und ob du ein besserer Lieferant von Informationen bist, werden wir ja noch sehen. Ich hoffe im Übrigen sehr, dass dich niemand bis hierher verfolgt hat, nur weil du hier stehst, heißt das noch lange nichts.“, der Warlord hatte schon öfter damit zu kämpfen gehabt, dass seine Leute auf der halben Strecke kalte Füße bekommen hatten und ihn verrieten, oft genug wurden diese Leute schnell genug von ihm selbst ausgeschaltet, doch war es dennoch immer wieder eine Gefahr sein Vertrauen in jene zu legen, die außerhalb seiner Mauern arbeitet und so ziemlich alles und jeden ausgesetzt waren. Auch der Versuchung des Verrats.
Wieso tat er sich diese Kommentare eigentlich an? Julians Job war es gewesen ihn mit Informationen zu füttern und nicht seine Geduld zu überprüfen. Wollte er wirklich sehen, was passierte, wenn man einen mächtigen Mann zur Weißglut trieb? Spätestens bei den nächsten Worten hatte sich sein abwertender Blick ziemlich verfinstert und er konnte nicht anders, als zornige Blicke mit dem Blondschopf auszutauschen. Er brauchte jetzt gar nicht anzufangen ihn mit irgendwelchen anderen Warlords zu vergleichen, es war ja beinahe eine Beleidigung in eine Schublade mit ihnen gestopft zu werden!
„Was kümmert es mich wie du deine Informationen aus ihnen herausbekommst, wenn es Schwänze involviert, dann gut für dich, es ist auch deine Aufgabe dir selbst auszudenken, wie du das alles beschaffst und offenbar hast du dich für eine etwas….primitivere Art und Weise entschieden. Nichts für ungut, solange sie Ergebnisse hervorbringen, kannst du gerne so weitermachen.“, Charles hatte nie explizit ihn darum gebeten mit den Männern zu schlafen oder ihnen vorm Schlafengehen einen zu blasen und er würde sich auch nicht als Verantwortlicher dafür zeigen. „Aber gut zu wissen, dass du sie alle in einem zufriedenen Zustand hinterlassen hast.“, er hatte beinahe schon schroff um die Informationen des Gelockten gebeten, als er diese er unelegant auf seinen Tisch schmetterte. Es hätte wohl auch etwas charmanter gehen können, doch der Warlord würdigte diesen kleinen Batzen mit einem halbwegs dankbarem Grummeln, ehe sich seine langen Finger die verschiedenen Notizen und Pläne krallten, sie dabei mit ernstem, konzentrierten Blick überfliegend. Konzentriert war jedoch kein Ausdruck, immerhin schien Julian nicht den Mund halten zu können. „Es ist ja schön, dass du dich auch um eine Beförderung als Berater bemühst, jedoch sollte ich erst diese Informationen auswerten, ehe ich deine Leistungen in diesem Gebiet in Anspruch nehme.“, etwas genervt ließ er seine grauen Augen zu dem Informanten wandern.
Er hasste es zugeben zu müssen, doch das, was er ihm hier präsentierte, waren wirklich Ergebnisse einer sehr guten Arbeit! Wenn er ihn vorher nicht so zornig gemacht hätte, würde er sich vielleicht ernsthaft in Ruhe darüber unterhalten wollen, vielleicht hätte er ihn sogar ein wenig besser bezahlt und ihm sogar mitgeteilt wie gut sein erster Job gewesen war, doch sein Zorn wollte nicht ganz schwinden und spätestens als Julian ihm näher gekommen war und sein dreistes Benehmen immer noch nicht ablegen wollte, hatte sich auch der Gedanke verpufft, ihm irgendwie gut zuzureden.
„Jetzt hör mal zu- deine Kommentare kannst du gerne bei all meinen anderen Männern ablassen, wirklich es kümmert mich einen Dreck wie ihr euch da draußen behandelt, solange ihr euch nicht gegenseitig umbringt, jedoch solltest du versuchen den Bogen nicht zu überspannen. Es mag sein, dass deine Arbeit gut war, doch verdirbst du es dir gerade gewaltig mit deinem Verhalten.“, zornig hatte sich der muskulöse Leib des Warlords erhoben, sein Stuhl war beinahe umgefallen durch den Schwung, der von der Bewegung ausging.
Charles wagte einen Schritt auf den schmalen Körper zu, seine Hand umfasste den Kragen des anderen Oberteils, sodass er den Jüngeren etwas näher an sich heranzog.
Dieser Kerl war mit Abstand das Schrecklichste, was er jemals eingestellt hatte, er wusste gar nicht ob er ihn hassen oder respektieren sollte, dafür, dass er sich so viel zutraute. Und irgendwie konnte er doch nichts von beidem. Am liebsten hätte er ihn in der Luft zerrissen, doch dann wiederum war es zu schade um den Schönling, der hier eingeengt zwischen ihm und dem Tisch war. Ach, verdammt, was redete der Warlord sich ein- es gefiel ihm nach so langer Zeit wieder ein anständiges Wortgefecht mit jemanden zu führen, er war schon lange nicht mehr aus solch einem Grund zornig gewesen und wenn er ehrlich war, dann gefiel es ihm sogar ein klein wenig zu sehr. Es wunderte den Dunkelhaarigen also kaum, dass er im nächsten Augenblick seine Lippen schroff auf den Mund des Blondschopfes presste, ihm ohne großartig um Erlaubnis zu bitten seine Zunge in den Rachen schob. Er hätte ihn gerne gegen eine Wand gepresst, doch mussten sie sich nun mit dem Tisch zufrieden geben.
Charles spürte das Zappeln und Wehren des anderen, doch trieb es Julian nur noch mehr dazu an, seinen Griff um den schmalen Körper zu verstärken.
Keuchend ließ er von den fremden Lippen ab, ließ seine Hände unter Julians Shirt wandern, froh darüber, dass er ihm körperlich überlegen war. „Was denn, bei mir musst du dich also anstellen? Wie beleidigend, dabei habe ich wirklich geglaubt, dass du mich nicht mit den anderen vergleichst. Ich sollte zusehen, dass solche Missverständnisse aufgehoben werden!“, seine Lippen formten ein schiefes, triumphales Grinsen. Er konnte sich nicht vorstellen, dass Julian eine wahrliche Abneigung gegen ihn hegte, Charles hatte ein gesundes und ehrliches Bild von sich selbst und es konnte wohl kaum sein, dass er unattraktiv auf diesen dreisten jungen Mann wirkte.
Erneut hatte er sich in seinen Lippen verloren, biss neckisch in seine Unterlippe hinein und konnte nach einiger Zeit wenigstens anhand der anderen Körpersprache merken, dass er wohl nicht ganz abgeneigt zu sein schien. Gegen seinen Willen wollte er nun wirklich nichts tun, so ein Mensch war der Warlord nicht, doch ohne einen kleinen Kampf wäre es wohl auch enttäuschend gewesen.
Hastig hatte er das Oberteil des Jüngeren hinaufgeschoben….nur um vor einer Barriere zu stehen, an die er gar nicht gedacht hatte- der Arm. Natürlich steckte das Stückchen Stoff in der Schnalle seiner Armbefestigung fest und es war wohl kein einfaches Unterfangen ihn von der Kleidung zu befreien. In jeder anderen Situation hätte es ihn gar nicht großartig gekümmert…doch dies war keine andere Situation gewesen und wenn er diesen künstlichen Arm beseitigen konnte, konnte das Zappeln vielleicht ein wenig einfacher zu handhaben sein.
Mit einem verschwörerischem Grinsen hatten seine Finger begonnen an dem Verschluss seines falschen Armes zu werkeln, was genauso ein Kampf war, wie Julian in diese Position erst zu bringen, sodass es wohl ohne diverse Verletzungen gar nicht anders ging, doch er nahm sie auf sich. „Du lässt mir gar keine Wahl, jetzt zappel nicht so, sonst verletzt sich jemand!“, zischte die Stimme des Warlords, gefolgt von einem Ausdruck des Triumphes, als er endlich die Prothese in seiner Hand hielt und sie schnell weiter von ihnen weglegte, mit einer schnellen Bewegung das Oberteil des anderen ausziehend. Jetzt konnte er sich seinem Körper widmen, der nicht nur mit Tätowierungen sondern auch mit einigen Narben versäht war. Dann hatten sie wenigstens etwas gemeinsam.
Seine Lippen fuhren den Hals des Gelockten entlang, er konnte gar nicht anders als hier und da fest in das andere Fleisch zu beißen, verräterische Male auf der sommersprossigen Haut zu hinterlassen, während sich seine Finger am Hosenbund des anderen verloren, immer wieder die andere Hand abwehrend, die versuchte seine Tätigkeiten zu sabotieren, wenn er nicht gerade beschäftigt damit war ihm irgendwelche Kratzer oder andere Schmerzen zuzufügen, die seine zornige Erregung nur noch verstärkte. Als sich seine Hand endlich am Hosenbund und dem Bund seiner Boxershorts vorbeischieben konnte, wurde Charles allerdings schnell bewusst, dass er nicht der einzige war, der sich von der Wut in eine andere Richtung hatte leiten lassen.
„Sieh einer an….ich hoffe du begrüßt nicht jeden Warlord so.“, seine Finger hatten sich um die anbahnende Erektion gelegt, drückten triezend ein wenig fester zu, ehe er begann diese zu massieren, dabei keinen wilden, zornigen Kuss sich entgegen lassend. „Bereite dich darauf vor bei deinen nächsten Aufträgen nicht mehr anständig gehen zu können…wenn ich mit dir fertig bin, wirst du wahrscheinlich sogar um eine Woche Urlaub bitten, vielleicht sogar mehr.“

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BeitragThema: Re: Beyond here lies Nothing   Fr Dez 18, 2015 12:54 am

Das Paket, das auf den Boden gefallen war, wirkte so unwichtig und nebensächlich, dass es Julian beinahe lächerlich vorkam, dass er sich je danach gebückt hatte. Alles, was seine Welt gerade auszufüllen schien, war Adrians Gesicht, sein Blick, der so viel inniger wirkte als sonst. Diese Stimmung, diese sanfte Atmosphäre, die immer zwischen ihnen geherrscht hatte, schien auf einen Schlag einen prickelnden Höhepunkt erreicht zu haben. Alle Gespräche, die sie geführt hatten, jedes Buch und jedes Stück Papier, das sie ausgetauscht hatten, schien sich zu diesem Moment aufgetürmt zu haben, in dem Adrian ihm auf einmal so unglaublich nah war. Julian meinte, seinen Atem auf seiner Haut spüren zu können und mit ihm einen herben Geruch wie von Holz und Öl. Er roch menschlich und lebendig, nicht nach Schweiß und Metall wie Edward. Wer war schon Edward? Sein Kopf konnte keinen Gedanken an ihn verschwenden, es war einfach nicht möglich. Wie konnte er den Schrecken einlassen, wenn alles, was ihm gut tat gerade leibhaftig vor ihm saß? Es war so einfach zu vergessen wer und was er eigentlich war. Schmerzen, Demütigung, Scham – das alles konnte er vergessen, solange er die warmen Augen des anderen suchte. Solange Adrian ihm nah war. Sie schienen beide zu wissen, was unausweichlich war. Die Nähe zwischen ihnen schien es zu verlangen, dass sie endlich den letzten Schritt taten. Während Julian noch in seinen eigenen wirren Gedanken gefangen war, hatte Adrian schon die Initiative ergriffen. Seine Lippen lagen plötzlich auf seinen eigenen, tasteten sich vorsichtig über seine blasse Haut und erfüllten ihn von innen heraus mit Wärme. Julian seufzte auf und lehnte sich dem Kuss entgegen. Adrians Finger hatten sich in seinen Haarsträhnen verloren und sein ganzer Körper schien zu zittern vor Aufregung. Wann hatte er sich das letzte Mal so gefühlt? Nein, er hatte sich noch nie so gefühlt, was redete er sich ein? Kein Mann hatte ihm jemals zuvor solch ein Gefühl von Wärme und Nähe vermittelt wie Adrian. Die haselnussbraunen Augen waren geschlossen und auch Julian konnte nicht anders, als alle anderen Sinneseindrücke auszusperren und diesen Kuss in seiner Gesamtheit zu genießen. Könnte dieser Moment doch ewig sein, Julian würde alles dafür geben. Er wollte sich nicht von Adrian lösen, er wollte ihm für immer so nah sein.
Doch dieser Kuss musste irgendwann enden. Julian wusste es, bevor sich der Musiker tatsächlich von ihm löste. Sein Arm, der sich Halt suchend um die Taille des anderen geschlungen hatte, zog sich widerwillig zurück, als sich wieder eine gewisse Distanz zwischen ihnen einstellte. Adrian war rot angelaufen, ein nervöses Stottern auf den Lippen, das Julian zum Schmunzeln brachte. Der Musiker wäre wohl nicht er selbst, wenn er die Situation nicht mit seinen unbeholfenen Bemühungen zu retten versuchen würde. Julian wusste selbst nicht, was ihm selbst so eine innere Ruhe verlieh. Hatte der Kuss ihn so sehr davon überzeugt, dass ihnen schon nichts geschehen konnte. Langsam schüttelte er den Kopf.
„Es ist in Ordnung, Adrian. Es ist in Ordnung!“, gluckste er, gerührt von so viel Unsicherheit, die er auszulösen schien.
„Du musst nichts mehr sagen, ich weiß, was du meinst. Ich fühle wie du, ich…..du musst nichts sagen“, wiederholte er und legte einen erhobenen Zeigefinger an die Lippen des anderen. Langsam rückte er näher an Adrian heran, ließ sich mit einer geübten Bewegung rittlings auf seinem Schoß nieder. Seine rechte Hand streckte sich nach dem bärtigen Gesicht aus, es zu sich heranziehend – jedenfalls so gut, wie es mit einer Hand möglich war – und küsste Adrian erneut. Er konnte nicht genug von diesem Geschmack haben, lehnte sich in die Umarmung des Größeren hinein, während seine Finger sich in den unordentlichen Locken des anderen vergruben. So sehr er sich auch wünschte, dass dies Realität sein könnte, wusste er doch, dass sie beinahe so weit von der Wirklichkeit entfernt waren wie ein Traum. Es war nicht fair, aber wie sollte ihre Beziehung jemals mehr sein? Wie konnte er sich nur erhoffen, dass Adrian ihn befreien könnte? So etwas war dazu verdammt, schief zu laufen. Irgendwann würde Edward sie erwischen, irgendwann würde Adrian fort sein und dann war er wieder allein mit seinem Schmerz und mit der Folter. Es war nicht fair, er war gerade achtzehn und sein Leben schien schon längst vorbei.
Julian merkte, wie Tränen über seine Wangen liefen, wie er diesen wunderschönen Moment ruinierte durch die Angst und die Verzweiflung, die sich immer mehr in ihm festsetzten. Die Zeit mit Adrian war seine Zuflucht gewesen und jetzt hatten seine Gedanken die kalte Wirklichkeit herein gelassen. Seine Hand war weiter nach unten gerutscht und nun klammerte sich seine Hand verzweifelt an Adrians Rücken fest. Seine Lippen hatten sich mit dem seichten Geschmack von Salz von den Lippen des anderen gelöst und nun vergrub er sein Gesicht hilflos in Adrians Halsbeuge.
„Es ist nicht fair“, schluchzte er leise und sein gesamter Körper schien ein angespannter, verkrampfter Klumpen zu sein.
„Edward wird mich niemals freilassen. Wie sollen wir jemals-?“
Seine Worte brachen hilflos ab. Er musste seine Schluchzer unter Kontrolle bringen, doch die kleine Illusion, die er mit Adrian aufrechterhalten hatte, schien gerade zu Staub zu zerfallen.

Nach seiner großen Klappe hatte Julian mit vielem gerechnet, mit einer Standpauke, vielleicht sogar mit einem neuen Beweis seiner körperlichen Unterlegenheit, Schläge einiger Handlanger….Wirklich, er hatte vieles erwartet, nicht aber den plötzlichen Kuss. Charles war leidenschaftlich, ja, aber auch in gewissem Maße grob, sodass Julian sich automatisch gegen die Nähe wehrte. Er war unangenehm eingeklemmt zwischen dem Tisch und dem harten Leib des Warlords. Verdammt, so stark war ihm Charles ehrlich gesagt anfänglich nicht einmal vorgekommen, doch nun schien es ein vergebliches Unterfangen, ihn von sich zu stoßen. Was nicht heißen sollte, dass Julian es nicht wenigstens versuchen konnte. Dieser dreiste Kerl konnte sich nicht einfach an ihm bedienen wie er wollte! Dabei ging es Julian weniger darum, dass er echten Widerwillen gegen den Warlord hegte. Gut gebaut und attraktiv war er alle Male, doch hier ging es ums Prinzip. Wenn er das hier allzu brav über sich ergehen ließ, kam Charles etwa noch auf den Gedanken, dass er ihm auch das nächste Mal einfach etwas zwischen die Beine schieben musste, um ihn ruhig zu stellen. Raue Hände wanderten unter sein Shirt und Julians Hände schlossen sich energisch um die Unterarme des anderen. Er musste wenigstens den Anschein von Widerwillen erwecken, auch, wenn sich bei den harschen Berührungen eine gewisse Hitze in seinem Leib ausbreitete und das Verlangen, mehr zu sehen von den Fähigkeiten dieses heißblütigen Warlords.
„Die meisten anderen Warlords hatten bis jetzt wenigstens die Güte, mich nett zu fragen“, zischte er Charles entgegen, wobei weitere Worte von den fordernden Lippen des anderen abgeschnitten wurden. So sehr er seine Hände auch zum Widerstand antrieb, desto enger drückte sich sein Leib teilweise gegen den des Größeren, desto heftiger erwiderte er die forschen Küsse. Seine Zähne schnappten hin und wieder nach der Lippe des Größeren, auch, wenn er es nicht schaffte, Blut zu lecken. Charles würde noch sehen, was er davon hatte, ihn so zu behandeln, eigentlich hätte er ihm einen Schritt in die Eier verpassen und sich einen neuen Job suchen sollen. Aber die Erregung, die sich langsam in seiner Hose anbahnte, verlangte nach etwas anderem. Verdammt, wieso wusste dieser Idiot auch so genau, was er zu tun hatte?
Als sich die fordernden Finger schließlich an dem Verschluss seiner Prothese zu schaffen machten, erwachte in Julian noch einmal neuer Kampfgeist.
„Hey, wenn du mich vögeln willst, dann willst du doch sicher auch hundert Prozent von mir und nicht nur neunzig, oder? Ey, lass es bleiben!“, keifte Julian zornig. Verdammter Mist, wieso war dieser Kerl so stark, er wirkte nicht einmal übermäßig durchtrainiert. Aber vielleicht war es auch seine ungünstige Lage, halb zwischen Tisch und Warlord eingeklemmt und ohne richtige Chance, sich fest zu positionieren. So musste er mehr oder weniger dabei zusehen, wie Charles die Prothese löste und achtlos beiseite warf. Julian folgte dem Arm mit funkelndem Blick, wandte sich dann Charles zu und versuchte ihn mit Blicken zu erdolchen. Jetzt, da er nicht einmal mehr ein Top trug, war er dem anderen nur noch mehr ausgeliefert als sowieso schon und seine Unterlegenheit machte den Lockenkopf fuchsig.
„Gut gemacht, die wahre Herausforderung liegt darin, mich wieder zusammen zu bauen, starker Mann“, zischte er, während der sehnige Körper sich erneut unter dem Größeren wand. Er spürte leichten Druck in seiner Hüftgegen und konnte nur raten, dass es sich um Charles´ Erektion handeln musste. Natürlich machte dieses kleine Machtspiel ihn furchtbar geil, was hatte er auch anderes erwartet? Die Warlords standen doch alle auf Unterlegenheit und ihr Dominanzspiel. Oh, Julian würde sich ganz sicher nicht hinwerfen und ihm die Kehle einfach so präsentieren. Das musste Charles sich schon hart erkämpfen. Nicht, dass er es nicht hartnäckig versuchen würde. Die Bisse heizten Julian auf, auch, wenn er stattdessen lieber versuchte, seine Energie in Beißer und Kratzer zu leiten. Dennoch hatte Charles es irgendwie in seine Hose geschafft und der Blondschopf keuchte ungewollt laut auf, als sich die Hand des anderen fest um seine Erektion drückte.
„Was, als wenn du keinen Ständer hättest, du notgeiler Bock! Und nein, diese besondere Begrüßung bekommen nur die Warlords, die sich mir ganz besonders aufdrängen und dabei ganz verzweifelt wirken.“
Ein zorniges, aber durchaus amüsiertes Lachen rutschte Julian über die Lippen und zum ersten Mal, seit Charles ihn in die Mangel genommen hatte, schaffte er es, einen etwas festeren Stand zu gewinnen.
„Bis jetzt hab ich dich viel reden gehört, aber ich weiß nicht…“
Seine Hand befreite sich mit einer raschen Bewegung aus dem Griff des Warlords und grub sich in den Schritt des anderen, ein triumphierendes Grinsen nicht unterdrückend, als Charles ein Stöhnen entfuhr.
„Ich weiß nicht, ob du damit bei mir wirklich was reißen kannst, überschätz dich nicht, Boss.“
Das letzte Wort rutschte sarkastisch und ölig über seine Lippen.
„Dann sorg doch dafür, dass ich um etwas Urlaub bettel, ich bezweifle, dass hinter dieser Fassade irgendetwas steckt“, trietzte Julian, sich nun endgültig auf diesen kleinen Fick einlassend. Mochte immerhin seine Chancen erhöhen, ein bisschen bevorzugt zu werden. Mit einer fließenden Bewegung ließ er seinen Gürtel und seine Hose zu Boden sinken. Der Warlord schien ihm ein wenig Freiheit für das hier zu gönnen, sodass sich Julian mit einem kurzen Schnaufen umdrehte und dem Größeren seinen reich tättowierten Rücken präsentierte. Unter der bunten Farbe waren Narben mehr schlecht als recht verborgen.
„Wenn du immer so die Qualität deiner Arbeiter überprüfst, tust du mir fast leid. Wenn ich mich hier so umschaue, musstest du dann eine ganze Menge hässlicher Ärsche beackern, was?“
Julian wartete nur darauf, dass Charles ihn dazu brachte, seine halbherzigen Reizversuche zu unterbinden, er war gespannt, wie weit dieser Warlord es wirklich trieb und vor allem wie gut er tatsächlich fickte.

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BeitragThema: Re: Beyond here lies Nothing   Fr Jan 01, 2016 8:09 pm

Adrian bekam Angst, dass seine Taten negative Konsequenzen mit sich trugen, dass seine schlechten Erklärungsversuche es vielleicht noch schlimmer machten und er vielleicht im nächsten Moment aus dem Zimmer geworfen werden würde. Dabei war er sich mehr als nur sicher, dass das Kribbeln und Knistern zwischen ihnen ein beidseitiges Gefühl war, dass er nicht alleine es als mehr empfand, doch vielleicht hatte sein Verstand ihm auch nur einen dämlichen Streich gespielt. Vielleicht hatte Julian auch gar nicht den Kuss genossen und fand ihn stattdessen unglaublich grausig?
Er konnte gar nicht beschreiben, wie viel gerade in seinem Kopf kreiste, wie oft panische Gedanken aufblitzten und er gar nicht anders konnte als seinen Nebenmann mit großen, wirren Augen zu betrachten.
Es war nicht einfach seinen Mund zu schließen, noch schwieriger war es jedoch den Worten des anderen zu folgen, die im nächsten Augenblick den kleinen Raum erfüllten. „Und wenn dir das unangenehm war, dann…dann werde ich ganz sicher-  es…es ist in Ordnung? W- Wirklich?“, solch eine Antwort hatte der Musiker tatsächlich nicht erwartet, nicht einmal ansatzweise, doch genau diese und auch die darauf folgenden Worte schienen den inneren, panischen Knoten zum Platzen zu bringen und Adrian konnte zum ersten Mal erleichtert aufatmen, hatte sich nicht einmal dagegen gewehrt etwas dagegen zu sagen oder generell etwas zu sagen.
Julian mochte ihn- Julian mochte nicht nur seine Bücher oder all das, was sie gemeinsam hatten, oh nein, er mochte ihn, ihn alleine, ohne dass irgendetwas anderes eine weitere Rolle spielte oder im Vordergrund stand! Es war ein solch angenehmes und warmes Gefühl in seinem Herzen, dass es ihm sogar ein leichtes, verträumtes Lächeln entlockte, was ganz alleine dem Blondschopf galt, welchen er nicht aufhören konnte anzublicken.
All das glich einem Traum und es war so einfach in diesem Traum die Welt um sie herum zu vergessen, besonders das Grauen, was das Leben des Jüngeren tagtäglich zu dominieren und terrorisieren schien. Nein, solche Gedanken hatten keinen Platz in dieser Situation!
Adrian beobachtete den Kleineren dabei, wie sich dieser auf seine Oberschenkel platziert hatte, legte im nächsten Moment seine Hände um die schmale Taille, um ihn etwas näher an sich zu schmiegen, dabei seinen Küssen bereitwillig entgegen kommend.
Wenn ihn jemand je danach gefragt hätte, wonach diese Küsse schmeckten, wäre es ihm nicht möglich gewesen den gesamten Eindruck zu erläutern. Julian schmeckte ein wenig nach Mandeln, Frühlingsblüten und Karamell- er konnte schwören, dass es ein süßlicher Geschmack war, so süß, wie er ihn noch nie gekostet hatte und wovon er sich mehr als nur sicher war, dass man so etwas niemals irgendwo hätte kosten können.
Oh, welch schönes Gefühl es doch war, schöner als jede Musik, die er fähig war zu spielen, die irgendwer fähig war zu spielen und am liebsten hätte Adrian gar nicht erst abgelassen, doch er hatte schnell gemerkt, dass mit dem Gelockten etwas nicht stimmte, dass seine Körperhaltung sich auf einmal versteifte und spätestens als die salzigen Tränen des Schönlings ihren Weg zu ihren Lippen gebahnt hatten, wurde ihm klar, weswegen Julian sich plötzlich so verkrampft hatte.
Erschrocken blickte der Ältere den traurigen jungen Mann an, welcher so traurig zu wirken schien, dass er Angst bekam etwas falsch gemacht zu haben. Hatte er vielleicht doch gemerkt, dass er nicht so viel für ihm empfand wie anfangs geglaubt? Vielleicht hatte es auch andere Gründe, doch diese waren ihm tatsächlich nicht eingefallen, bis der Blondschopf selbst ihm erklärte, welch ein Leid ihn übermannt hatte.
Auch wenn Adrian ihm gerne aufmunternd einen weiteren Kuss auf die Lippen gezaubert hätte, wusste er, dass dieses Mal solche Küsse absolut keine Hilfe waren und manchmal war es besser gewesen, ihn einfach an seiner Schulter einen Moment lang weinen zu lassen. Doch konnte der Musiker nicht anders als selbst in eine tiefe Traurigkeit zu verfallen, als er den schmalen Leib noch enger gegen seinen drückte, ihm behutsam über den Rücken strich und manchmal auch seine Haare zur Beruhigung tätschelte.
So ungerne er es auch zugeben wollte, hatte Julian mit seinen Worten sogar recht gehabt- sie beide kannten Edward, auch wenn der Jüngere sicherlich mehr Grauen durch diesen bösartigen Mann erfahren hatte, als es sich Adrian jemals hätte erträumen können, und so wussten sie wahrscheinlich auch, dass er den Künstler niemals einfach so freigeben würde, nur weil er verliebt in einen Musiker gewesen war, dem es doch eigentlich verboten gewesen war, sich jemals wieder blicken zu lassen. Er war ein Einbrecher, genau genommen und wenn es herauskommen würde, was sie gemeinsamen taten, dann würden sie wohl beide schneller ein Lebensende finden als es ihnen lieb war.
Welch ein schrecklicher Gedanke, wie traurig er das melancholische Gemüt des Dunkelhaarige doch machte. Er hatte nie so weit darüber nachgedacht, sich nie gefragt, was sie tun sollten, wenn der Tag kam, wo sie zusammen sein wollten, wo sie sich ihrer Gefühle füreinander klarer wurden. Und nun, wo dieser großartige Tag gekommen war, mussten sie sich der unüberwindbarsten Situation stellen, die ihnen je aufkommen konnte.
„J- Julian, ich…ich möchte nicht auf dich verzichten, ich will dich bei mir haben und mit dir...zusammen sein, ganz gleich wie vorsichtig wir sein müssen.“, entgegnete der Ältere mit leiser Stimme, strich über die zarten Locken. Er nahm das schöne, tränenverschmierte Gesicht des Kleineren in seine Hände um ihn besser anblicken zu können. So traurig es auch anfangs gewesen sein mochte, so wäre nichts trauriger gewesen als einen Tag ohne Julian verbringen zu können. Er könnte es gar nicht ertragen. „Und…und wir können das schaffen! Ich…ich bin extra vorsichtig, ich schaue mehrmals nach, ob mich jemand gesehen hat, ich…ich lerne schnell aus dem Fenster zu springen, wenn ein Geräusch im Haus ist! Wir…wir können es schaffen, wir brauchen das hier, wir…wir brauchen…uns und…solange wir uns haben, können wir uns überlegen wie wir von hier verschwinden können….verteufel‘ unsere Chancen nicht, wenn wir gar nicht wissen können, ob wir verdammt sind oder nicht. Ich….ich mag dich wirklich sehr…mehr als sehr…ich möchte es riskieren.“, Adrian war ein sehr unsicherer Mensch, täglich hatten ihn Zweifel in allen Situationen seines Lebens verfolgt und nie konnte er sich einer Sache absolut sicher sein, doch wenigstens dieses eine Mal musste er versuchen all seinen Mut zusammenzunehmen und auch für Julian stark genug sein, vielleicht ein bisschen mehr Stärke in dieser erbarmungslosen Welt zeigen. „Wir schaffen es, Edward wird uns nicht das hier zerstören, niemals und wenn er es zerstört, dann bin ich bereit die Konsequenzen zu tragen. Julian…ich hatte noch nie so ein Gefühl…mein…alles war leer oder erfüllt von Trauer und Zorn, bei dir spüre ich nichts davon.“, er hatte ihm sanft die Tränen von den Wangen gestrichen, küsste die restlichen Überbleibsel auf seinen zarten Lippen davon. Er war bereit jede Verdammung einzugehen, egal wie naiv und verfrüht seine Entscheidungen vielleicht auch gewesen sein mochten- sie lebten ohnehin in der Hölle und da spielte es ohnehin keine Rolle, ob man sich zu früh auf etwas einließ oder nicht. Morgen hätten sie immerhin bereist zerbombt werden können, ein weiteres Mal und sie würden nie wieder das Tageslicht sehen.

Obwohl dieser kleine Laufbursche, auch wenn er ihn ganz offiziell als Informant bezeichnen sollte, hatte ein ganz schön vorlautes Mundwerk, selbst jetzt, wo er absolut in keiner Position war, sich zu weit aus dem Fenster hinauszulehnen. Charles mochte diesen Quälgeist jetzt schon, doch das brauchte er nicht so schnell zu wissen, prinzipiell sollte niemand wissen, dass er irgendwie Sympathie für den Wurm hatte auftreiben können, Herrgott, er wusste ja nicht einmal wie gut er wirklich zu vögeln war, vielleicht hatte man gar kein Vergnügen mit diesem schönen Körper, der sich vor ihm so präsentierte.
„Die meisten Warlords hatten wohl nicht die Eier das zu tun, was sie wirklich wollten. Ich brauche nicht danach zu fragen, ich sehe doch wie du das hier die ganze Zeit dir sehnlichst gewünscht hast. Und mach dir keine Sorgen, weniger Arme heißt weniger Arbeit für mich.“, seine Lippen formten ein breites, überhebliches Grinsen. Sie brauchten sich gar nicht weiter mit irgendwelchen unnötigen Unterhaltungen aufzuhalten, doch es würde wohl halb so viel Spaß machen, würde einer von beiden wirklich seinen Mund halten und keine schnippischen Bemerkungen von sich geben, ganz gleich wie unangebracht sie auch gewesen sein mochten. Der Warlord wollte sich die Langeweile gar nicht vorstellen, die er gehabt hätte, wäre der Blondschopf nichts weiter als ein schweigender alles hinnehmender Dummkopf gewesen.
Er wollte den schmalen Körper gerade herumdrehen, als dieser plötzlich die Frechheit besaß und tatsächlich seine schlanken Finger zum Schritt des Älteren gleiten ließ. Eher aus Erstaunen, nicht aus der eigentlichen puren Lust heraus, war ihm ein dunkles, leises Stöhnen über die Lippen gekommen, was jedoch nicht bedeutete, dass Julian sich hier tatsächlich irgendwas einbilden sollte!
„Notgeiler Bock? Ich muss doch sehr bitten…du bist ganz sicher in keiner Position mir hier irgendwas vorzuwerfen! Und damit du es weißt- dir sollte besser bewusst sein, dass ich besonders mit meinen Attributen niemals jemanden belügen würde. Spätestens, wenn ich mit dir fertig bin, wird dir das kleine Grinsen schon schnell vergehen, vertrau mir…“, Charles hatte die nächste Bemerkung gekonnt überhört- dass er nicht mit all seinen Kerlen gefickt hatte, musste er ihm wohl ganz sicher nicht erzählen, er schätzte lieber die anderen Qualitäten, für die er sie eingestellt und bezahlt hatte. Der Blonde selbst war eigentlich ein Ausnahmefall, etwas, was hier nicht jedes Mal geschah, zumindest nicht mit Menschen, die er noch in den nächsten Tagen aus beruflichen Gründen heraus wiedersehen würde.
Besser war es, dass es danach nicht unangenehm für beide wurde, doch so, wie er Julian einschätzte, würde er nicht danach irgendetwas von dem Warlord verlangen, was er nicht bekommen würde.
Ungeduldig beobachtete der Dunkelhaarigen seinen Angestellten dabei, wie er sich seiner Hose endgültig entledigte und ihm nun einen bildschönen, tätowierten Rücken präsentierte. Dann kamen sie wohl tatsächlich endlich zur Sache!
„Halt deine Klappe, Julian! Deine Taschen müssen doch voll mit Vaseline sein, nicht wahr?“, er hatte ihn fragend angeschaut, hob jedoch ermahnend den Finger, als der andere versuchte protestierend auf seine Bemerkung zu antworten, nahm seine weiteren nicht vorhandenen Versuche jedoch als ein ja auf, sodass er nach dem Stück Stoff fischte und tatsächlich einen kleinen Behälter fand, in welchem sich- zwar nicht viel- jedoch ausreichend Vaseline befand, die ihnen zumindest die ersten problematischen Hürden bewältigen ließ.
Ohne ein Wort zu verlieren öffnete Charles sämtliche Verschlüsse seiner Hose, ließ seinen Blick kurz in die endlos blauen Augen wandern, die ihn dabei beobachteten, wie er seine Erektion großzügig mit Vaseline einrieb, dabei eine Augenbraue hebend. „Erstick bitte bei deinem Anblick nicht, noch befindet er sich nicht ansatzweise in der Nähe deines Mundes.“, seine schmalen Lippen formten ein breites Grinsen. Er wusste, dass er gut ausgestattet war und er wusste auch, dass Julian wahrscheinlich jeden Penis- Witz, der sich in seinem Kopf befand oder der vielleicht sogar die Ohren des Warlords erreicht hatten, bereuen würde. „Ich bin mir nicht sicher, vielleicht bist du heute schon so gut bearbeitet worden, dass ich gar nicht vorsichtig zu sein brauche, aber ich möchte es dir nicht allzu schwermachen, ich weiß, dass man so viel nicht auf einmal aufnehmen kann.“, wer hatte nun zu viel gesprochen, hm?
Charles fühlte sich bereits jetzt wie der Sieger eines Krieges, den sie nie geführt hatten, noch ehe sie richtig begonnen hatten und das war wohl der springende Punkt- sie mussten beginnen und er wollte gar nicht länger damit warten. Sein Körper bebte regelrecht vor Verlangen und der Anblick des Gelockten machte es ganz sicher nicht besser! Der Warlord trat etwas näher an Julian heran, spreizte seine Beine noch ein wenig mehr, verhalf ihm zu einer anfangs angenehmeren Position, bis er langsam begann in ihn einzudringen, vorsichtig, um beiden kein unangenehmes Gefühl zu bereiten. Seine Hände wanderten sanft über den tätowierten Rücken des Kleineren, drückten ihn dabei etwas enger gegen den Tisch. Seine Hüften bewegten sich im langsamen, vorsichtigen Tempo, bis es ein leichtes war tiefer in den kleinen Laufburschen einzudringen, so gut, dass es nicht lange dauerte, bis sein gesamtes Glied sich im Inneren des jungen Mannes befand und ihm einige lusterfüllte Geräusche entweichen ließ. Lachend beugte sich der muskulöse Leib über den gekrümmten seines Fickpartners, das Gesicht nah an seinen Ohren. „Und du glaubst immer noch, ich würde mich überschätzen?!“, raunte der Schwarzhaarige belustigt in sein Ohr, biss ihm neckisch ihn sein Ohr, fuhr mit den Zähnen anschließend weiter hinunter zu seinem Hals um ihm einige Erinnerungen an den Sex zu verpassen. Es sollte immerhin nicht langweilig werden und um diese potenzielle Langeweile von der Welt zu schaffen, drang der Warlord immer tiefer und heftiger in Julian ein, stieß sein Becken immer fester und härter gegen den Unterleib des anderen. Charles konnte nicht anders als selbst hier und da ein Stöhnen über die Lippen zu bringen, er hatte nicht erwartet, dass der Fick wirklich so geil werden würde, doch es tat so gut den schlanken Körper gegen den Tisch zu pressen, ihn so heftig zu vögeln, dass er glaubte, beide würden ihre Besinnung verlieren. Doch konnte er gar nicht den jämmerlichen, lusterfüllten Anblick des Blondschopfes genießen, nicht, wenn er nur seinen Rücken anstarren konnte. Und so hielt der Warlord inne, wirbelte den Jüngeren im nächsten Moment herum, ihn auf dem Tisch platzierend. Mittlerweile waren die meisten Gegenstände des Tisches quer verteilt auf dem Boden, überall, wo sie nicht mehr stören konnten.
Ihre Blicke trafen sich und Charles konnte nicht anders als breit zu grinsen ehe er da weitermachte, wo er aufgehört hatte.
Mit jedem heftigen Stoß wurde die Ekstase immer stärker, wurden seine Bisse immer unkontrollierte seine wilden Küsse immer rauer. Doch Julian selbst war wohl nicht sensibler als der Warlord, der seinen Körper nicht nur mit Blutergüssen und Bissspuren und anderen auffälligen Merkmalen gekrönt hatte, sondern ihn auch heftig zum Beben brachte, indem er zusätzlich seine Erregung massierte, immer schneller, hin und wieder sogar fester zudrückend. Oh nein, auch ihm hatte er genug Gewalt angetan, so gut er konnte zumindest und es hätte den Dunkelhaarigen mehr als nur enttäuscht, hätte er dies nicht getan.
Charles hatte hier wohl deutlich bewiesen, dass Julian kein Recht hatte auch nur ansatzweise an ihm zu zweifeln, wahrscheinlich verschaffte er ihm gerade den besten Orgasmus den er je gehabt hatte, doch zugegebenermaßen genoss er diese kleine Ratte mindestens genauso wie er ihn. Und das er das tat stand nun wirklich außer Frage!

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BeitragThema: Re: Beyond here lies Nothing   Di Jan 05, 2016 6:05 pm

Julian wusste, dass Adrian ihn hatte aufmuntern wollen, dass er ihm Mut machen wollte mit seinen Worten. Aber nicht alle lieb gemeinten Worte trafen den Kern so, wie sie sollten. Natürlich hatte ihm der Musiker eine Aussicht auf eine Flucht gewährt, doch fürs erste war er wohl damit einverstanden, dass sie ihre Beziehung im Geheimen weiterführten. So zu mindestens kam es Julie vor, wenn er in den einsamen Stunden allein in seinem Zimmer hockte. Natürlich waren ihre Treffen für sie beide der Höhepunkt des Tages, aber während Adrian nur in ein stumpferes Leben zurückging, blieb Julie hier, in dieser Zelle, in Edwards Reichweite, die bald wieder die Hölle für ihn bedeuten würde. Er hatte es nicht übers Herz gebracht auszusprechen, was in seinem Kopf vorging, was ihm Angst machte und ihn aufwühlte. Immerhin konnte er nicht nur das Negative sehen. Adrian erwiderte seine Gefühle, es lag ihm etwas an ihm und zwar nicht nur Sex. Den hatten sie nämlich noch gar nicht gehabt. Unter dem permanenten Druck und Stress, den sie hatten, war es schwer, ungestört Nähe zu teilen und bis jetzt war es bei zärtlichen Küssen und Berührungen geblieben. Dabei merkte Julian langsam aber sicher selbst, wie der Wunsch nach mehr in ihm heranwuchs. Eigentlich hatte er nicht geglaubt, dass der Wunsch nach Sex in ihm überhaupt noch vorhanden war, dass Edward jeden lustvollen Gedanken aus ihm ausgetrieben hatte und den Beischlaf zu etwas gemacht hatte, vor dem Julian sich fürchten musste. Doch mit Adrian in seiner Nähe, dem Wissen um seine Zuneigung ihm gegenüber, konnte er tatsächlich wieder einen Sog spüren, den er seit Jahren nicht mehr gespürt hatte. Er fragte sich, ob Adrian aus Respekt vor seiner Situation noch keinen weiteren Schritt getan hatte. Sicherlich wollte er es, Julian hatte keinen Zweifel daran, er konnte es in seinen Augen lesen, wenn er ihn anblickte. Der Lockenkopf verurteilte ihn nicht dafür, wieso auch, er hatte immerhin genug Respekt, um nicht über ihn herzufallen. Aber die Signale waren etwas eindeutiger geworden, vermutlich auch, weil es Julian langsam aber sicher körperlich besser ging.
Er hatte endlich seinen künstlichen Arm bekommen, konnte wieder greifen und die Phantomschmerzen mit dem Gefühl dieses Ersatz vertreiben. Auch, wenn der Arm die erste Woche über schmerzhaft gegen seinen Stumpf gedrückt hatte, war das Pein, die er ertragen konnte. Es ging endlich voran und er fühlte sich nicht mehr so schwächlich und unvollkommen. Leider konnte Julian nicht der einzige sein, dem das auffiel. Edward musste es ebenfalls bemerken, auch, wenn er nur sehr selten her kam. Zur Abwechslung einmal legte er wirklich wert auf seine Gesundheit, wenn auch nur aus eigennützigen Motiven. Bereits jetzt zog sich in ihm alles eiskalt zusammen, wenn er nur daran dachte, dass er bald wieder mit Edward schlafen müsste.
Bevor das passierte, wollte Edward ihm aber anscheinend ohne es zu wissen ein wenig Freizeit gönnen. Für eine ganze Woche würde er sich irgendwo in der Wüste rumtreiben mit dem ansässigen Warlord, er würde verschwinden, wenigstens für ein paar Tage und seine Wohnung einsam zurücklassen. Natürlich traute er Julian nicht über den Weg, was leider nur eins bedeuten konnte: die Kette. Aber die Vorteile, Edward eine Woche lang nicht sehen zu müssen, ja, ihn nicht einmal in der Nähe zu haben, überwogen die Restriktionen der Kette um seinen Hals. Adrian konnte hier bleiben, niemand würde es bemerken. Wasser und Dosen hatte man ihm massig innerhalb der Reichweite seiner Fesseln dagelassen und nun lag das Haus still da, bereit, Adrian und ihm eine Weile für sich zu geben. Das Klopfen am Fenster war zwar mittlerweile ein vertrautes Geräusch, aber immer noch das himmlischste, was Julian jeden Tag zu hören bekam. Hastig sprang er auf, ein wenig irritiert von dem Gewicht an seinem Hals. Er war so lange frei gewesen, dass er es nicht mehr gewohnt war. Adrian wusste schon von Edwards längerer Abwesenheit und hatte dieses Mal eine große Tasche mit allen Notwendigkeiten mitgebracht, damit er den Kleineren nicht einmal unbedingt verlassen musste. Diese wurde nun zuerst durch das schmale Fenster befördert, dann kam der Musiker mit einem leicht federnden Sprung hinterher. Julian begrüßte ihn mit einem langen und innigen Kuss.
„Ich hab dich vermisst“, murmelte er leise gegen die warmen Lippen des anderen und schmiegte sein Gesicht an die Schulter des Größeren. Es tat gut, einfach nur die Anwesenheit des Älteren wahrzunehmen.
„Kommt mir immer noch so unreal vor, dass wir die ganze für uns haben sollen, findest du nicht? Gibt es etwas, das du….etwas Bestimmtes, das du gern tun würdest?“, fragte Julian mit einem vielsagenden Blick und versuchte durch seine direkte Art die Aufmerksamkeit ein wenig von der Kette zu lenken, die um den schmalen Hals lag und bereits die ersten feinen Blutergüsse hinterlassen hatte.

Wieso gönnte er diesem Penner eigentlich eine Runde auf ihm? Julian war sich immer noch nicht ganz sicher, ob Charles das überhaupt verdient hatte, immerhin war er ein Großkotz, wie er im Buche stand und gönnte ihm nicht einmal fünf Minuten lang Ruhe. Und wie weit er seinen Mund aufreißen konnte war wirklich die Höhe. Noch hatte er nicht so viel geliefert, dass er schon so selbstsicher sein musste!
„Du bist nicht der erste, der den Mund zu voll nimmt, Boss.“
Das letzte Wort spuckte Julian genüsslich aus und entfernte seine Hände langsam wieder vom Schritt des Älteren.
„Nur, weil ich für dich rumhure heißt das nicht, dass ich keine Ansprüche habe. Du wirst dich für mich schon ein bisschen anstrengen müssen. Wenn ich Kerle vögeln muss, die ich nicht ausstehen kann, müssen die es mir schon wirklich hart besorgen.“
Seine Worte waren seine einzige wirkliche Waffe in diesem Szenario, in dem Charles theoretisch fast alles mit ihm machen konnte. Er hatte Muskeln, das konnte man ihm nicht nehmen und er wusste auch, wie er sie einzusetzen hatte. Julian war hoffnungslos eingeklemmt, aber momentan wartete sein Körper auch einfach nur darauf, endlich anzufangen, die Hitze in seinem Leib brachte ihn sonst noch um. In so einem Szenario konnten sie sich doch nicht ewig Zeit lassen mit dem Vorspiel, hergott! Charles hatte immer noch die Hose an, dafür, dass er derjenige war, der das ganze hier angezettelt hatte, ließ er sich erstaunlich viel Zeit. Immerhin schien neben der ganzen Angeberei jetzt auch das praktische Denken endlich einzusetzen. Julian wollte ihn gerade fragen, ob er wirklich so viel in der Hose hatte, dass er nicht einfach so rein kam, aber Charles schnitt ihm das Wort ab, bevor er überhaupt zum Sprechen ansetzen konnte und Julian zog verächtlich eine Augenbraue hoch, sich halb zu dem Warlord umdrehend. Mit stummer Verachtung beobachtete er den Größeren dabei, wie er sich über ihn beugte und in seinen Taschen nach einem annehmbaren Gleitmittel suchte. So nah aneinander gepresst konnte Julian bereits den Steifen in seiner Hose spüren. Immerhin durfte Julian sich nach all der Angeberei nun auch tatsächlich selbst davon überzeugen, ob das große Ego dieses Idioten auch gerechtfertigt war.
Nun, der kleinste Schwanz, den er je gesehen hatte, war das ganz sicher nicht, und für einen Moment war Julian doch etwas froh, dass sie vorher noch Vaseline aufgetrieben hatten. Aber auf der anderen Seite fachte es seine Lust und Begierde nur noch stärker an.
„Sieh an, in jedem Märchen steckt doch ein Kern Wahrheit, nicht wahr?“, grinste Julian ihm entgegen. Die Tischplatte drückte sich mittlerweile schon unangenehm gegen seine Oberschenkel, ohne, dass überhaupt etwas passiert wäre. So viel Spaß ihm das Getrietze auch machte, so langsam wollte er zum Schuss kommen.
„Wenn du richtig zielen kannst, kommt das Ding auch nicht in die Nähe meines Mundes, Freundchen. Keine Sorge, ich brech schon nicht durch, was soll das da schon anrichten? Aber wenn es dich glücklicher macht…“
Julian setzte ein theatralisches Gesicht auf, verzog seinen Gesichtsausdruck zu einer ängstlichen, leidendenden Miene. Die Masche war es doch, die der Großteil der Kerle da draußen sehen wollte.
„Nicht zu grob, Sir, bitte….“, hauchte er, bevor er die Scharade mit einem verächtlichen Grinsen auflöste und Charles einen leichten Klaps auf die Wange gab.
„Fang schon an, Großmaul.“
Die Warterei schien endlich ein Ende zu haben, als die Hand des Größeren ihn mit sanfter Gewalt zurück auf den Tisch drückte und Julian endlich spürte, wie sich Charles´ Erektion in ihn schob. So viel er auch getriezt und eine große Klappe riskiert hatte, war er nun doch dankbar, dass Charles ein wenig Rücksicht nahm. Also war sein riesiges Ego auch zum Teil eine Masche, gut zu wissen. Bei so einer Größe war anfänglicher Schmerz nicht zu vermeiden, doch der Warlord war schnell so tief in ihn eingedrungen, dass Julian ein Keuchen nicht vermeiden konnte. Oder gar wollte – Charles sorgte besser dafür, dass er sich die Kehle rau stöhnte, so wie er angegeben hatte. Die hellen Augen weiteten sich leicht, Gott, war er wirklich so groß, dass er ihn so tief in sich spüren konnte?! Anscheinend hatte der Dunkelhaarige doch etwas Credit verdient. Seine Fingernägel gruben sich in die hölzerne Tischplatte, während er sich den heftiger werdenden Bewegungen des Warlords entgegen presste. Er sollte bloß nicht glauben, dass er hier alleinig für guten Sex zuständig war! Julian konnte nicht anders, er war überwältig von der Größe des anderen, ließ seiner Lust freien Lauf. Er würde sich dieses Mal nicht von seiner Arroganz ruinieren lassen, so dumm war er nicht. Außerdem konnte er eh kaum noch klar denken.
Charles hatte seine Lippen nah an sein Ohr gebracht und Julian verkrallte seine freie Hand in den kurzen Haaren und drückte ihn etwas fester gegen seinen Nacken.
„Du erwartest doch wohl keine Schlagfertigkeit mehr….wenn ich das Ding bis zu den Eiern in mir drin hab, oder?“, keuchte der Blondschopf mit schwerem Atem und stemmte sich ein wenig von der Tischplatte hoch. Schweiß rann über seinen ganzen Körper und er wollte den Moment nicht, in dem dieser Sex aufhörte. Er konnte einfach vorübergehen und er ließ sich bis in alle Ewigkeit von diesem Prachtexemplar ficken. Das Leben könnte so schön sein. Den Stellungswechsel begrüßte er sogar, auch, wenn er wusste, dass Charles vermutlich nur seinen Gesichtsausdruck sehen wollte, während er tief in ihn vorstieß. Diese Trophäe sollte ihm gegönnt sein, Julian würde keinen Ausdruck von Fassung herzaubern können. Hastig schlang er die nackten Beine um die Hüfte des Größeren und zog sich näher an ihn heran. Sein zweiter Arm fehlte ihm gerade wirklich, so konnte er den Rücken des Warlords nur in die Hälfte eines Schlachtfeldes verwandeln. Immer wieder zog er sich zu dem Größeren hinauf, sein Körper war zu aufgeheizt, um auf der Tischplatte zu ruhen und grub ihm die Zähne ins Fleisch. Wenn Julian ehrlich war, hatte er noch nie solchen Sex gehabt, so hart und gleichzeitig unendlich geil, dass seine Laute den kompletten Raum erfüllten. Beinahe mit einem Hauch von Wehmut musste er feststellen, dass es fast vorüber war, sein Körper war zum Zerreißen gespannt. Mit einem Stöhnen sank er zurück auf die Tischplatte, dankbar, dass Charles sich zu ihm herunterbeugte und keine Distanz zwischen ihnen entstehen ließ.
„Komm schon, härter, bis jetzt kann ich noch laufen“, keuchte Julian atemlos und biss Charles vielleicht ein wenig zu fest in die Lippe, als er seinem Wunsch tatsächlich nachkam. Für einen Moment schienen sie tatsächlich eins zu sein, als der Warlord in ihm kam, so wenig sie sich auch kennen mochten. Der schmale Leib bäumte sich in seinem heftigen Orgasmus auf und sackte schließlich zurück auf den Tisch, während der Leib des Größeren schwer atmend auf ihm zusammengesackt war. Die erdrückende Hitze fühlte sich irgendwie richtig an und Julian ließ seine Beine noch ein wenig um die Hüfte des anderen geklammert, damit er sich noch nicht aus ihm zurückzog.
„Endlich mal ein Politiker, der sein Wort hält“, grinste er verschmitzt und nach Atem ringend.
„Gut, dass du endlich wen gefunden hast, der deinem Schwanz auch gerecht wird.“

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BeitragThema: Re: Beyond here lies Nothing   Do Jan 07, 2016 9:35 pm

Es war ein bezauberndes Gefühl verliebt zu sein und er wollte es um keinen Preis gegen ein anderes eintauschen. Auch wenn Adrian bewusst war, dass sie mit ihrer kleinen Beziehung einen gefährlichen Weg eingeschlagen waren, hatte er nichts von all dem bereut, nicht einen Tag lang. Viel mehr genoss er die geheime Zeit, irgendwie war es spannend gewesen wie ein Dieb jeden Tag sich in ein fremdes Haus zu schleichen, der Gefahr ins Auge sehen. Er musste jederzeit bereit gewesen sein so schnell wie möglich zu verschwinden, sobald irgendwelche verdächtigen Geräusche im Haus erklangen, doch so etwas war bis jetzt noch nie passiert und sie hatten Glück gehabt, dass sie ihre gemeinsame Zeit bis zum letzten Moment auskosten konnten.
Adrian hatte sich nicht getraut zu sagen wie gerne er sich jedes Mal in das Zimmer seines Geliebten wagte, er wusste, dass für ihn die Situation eine ganz andere war und so versuchte er immer wieder das Beste aus der Zeit zu holen, die sie gemeinsam verbringen durften. Tief im Inneren machte es ihn nicht selten traurig, dass er so schwach und unfähig war, ihn von diesem Ort zu befreien, er wüsste ja nicht einmal wohin sie gehen sollten, wie sie vor den bösartigen Männern und vor allem Edward fliehen sollten? Diese Fragen gingen weit über seinen Kopf hinaus, der Musiker hatte sich noch nie mit solchen Situationen beschäftigt, auch wenn er es vielleicht langsam tun sollte. Denn mittlerweile waren ihre zaghaften Küsse so bestimmter gewesen, die zarten Berührungen zeugten von keiner falschen Scheu mehr und niemand von ihnen schien an ihrem Miteinander zu zweifeln. Der Dunkelhaarige genoss die Nähe des Blondschopfes so sehr, dass die Nächte ihm meist noch kälter und ruheloser als sonst erschienen. Ach, wie gerne er einen Schritt weitergegangen wäre, er konnte sich sehr gut vorstellen, dass es ihnen vielleicht sogar ein bisschen guttun würde. Nicht, dass Adrian nur Verlangen hatte, mit dem Jüngeren zu schlafen, keineswegs war dies die einzige Intention in ihm gewesen, nicht das einzige Gefühl, was er dem jungen Mann gegenüber hegte und er glaubte, dass Julian dies auch wusste. Er hatte Angst ihm damit wehzutun, er wusste nicht wie es dem anderen gefallen würde und ob er vielleicht abgeschreckt davon war auch nur daran zu denken, mit jemanden Sex zu haben! Und so hatte sich der junge Mann zurückgehalten, vielleicht musste er einfach langsamer an die Sache rangehen, in der Hoffnung, dass er den Blondschopf damit nicht überrollte.
Und welcher Tag- wenn nicht dieser- war am besten dafür geeignet? Um genau zu sein waren es sogar mehrere Tage, wo sie sich sehen konnten, ohne, dass der andere in die Nacht verschwinden musste! Edward war verschwunden, wenn auch leider nicht für immer, doch hieß es, dass der Musiker sich nicht mehr zu verstecken brauchte! Er hatte die Nacht über nicht geschlafen, hatte sich stundenlang damit beschäftigt seine kleine Tasche zu packen. Auch wenn Adrian nicht viel brauchte, so konnte er sich dennoch lange damit aufhalten, sich den Kopf zu zerbrechen welches Ersatzhemd er am besten mitnehmen sollte, ob er vielleicht einen Kamm mitnehmen sollte, auch wenn bei dem Anblick seiner zerzausten, unordentlichen Haare, ihm schnell klar wurde, dass so etwas wie ein Kamm hier auch keine Rettung mehr war.
So hatte er bereits am frühen Morgen seine Tasche neben der Eingangstür stehen gehabt, spähte hin und wieder neugierig hinaus, in der Hoffnung entfernte Staubspuren von Edwards Wagen zu sehen. Er würde nicht alleine Reisen und dass Surren der Motoren konnte man in den verlassenen Straßen laut und deutlich hören und sobald diese in seinen empfindlichen Ohren erklangen, schnappte er sich hastig seine Tasche und schlich den mittlerweile bekannten Weg zu Julian, den er wahrscheinlich mittlerweile blind hätte gehen können.
Wie jedes Mal war es ein erfreulicher Anblick den Gelockten durch das Fenster anzusehen. Hastig schenkte er ihm ein warmes Lächeln, ehe er erst Tasche, dann sich selbst in das Zimmer beförderte. „Hallo, Julian.“, murmelte seine Stimme freundlich, ehe er sich von dem innigen Kuss hatte mitreißen lassen. Er genoss jeden Moment, wo er diese zarten Lippen kosten konnte und wollte gar nicht erst ablassen, doch leider brauchten sie Luft zum Atmen, sodass er nur widerwillig von Julian abließ um kurz nach dieser zu schnappen. „Ich habe dich noch mehr vermisst.“, erwiderte die Stimme des Älteren, gefolgt von einem Lächeln. Er spürte bereits jetzt schon, dass dies die besten Tage ihres Lebens werden würden, sie hatten nur sich und niemand würde sie jemals stören!
Wenn er jetzt noch die Kette von Julians Hals befreien könnte, dann hätten sie sogar die Chance gehabt nie wieder gestört zu werden, zumindest nicht von Edward.
„Es gleicht einem wunderbaren Traum, nur das dies keiner ist. Ich freue mich auf die Tage mit dir gemeinsam…ich habe endlich die Möglichkeit mit dir ein Bett zu teilen und dir in der Nacht so nahe zu sein. Ich kann deine Schönheit nun zu jeder Tageszeit betrachten...“, verträumt hatten sich die Augen des Musikers im engelsgleichen Gesicht seines Gegenübers verloren, trieb jedoch schnell in die Wirklichkeit zurück, als die Frage des anderen im Raum erklang.
Um genau zu sein hatte Adrian vieles und gleichzeitig nichts vorgehabt. In erster Linie wollte er Julian nahe sein, so nahe wie nur eben möglich und alles andere würde er dem Zufall oder gar Schicksal überlassen.
„Ich…ich denke wir können sehr viele Dinge tun, alles was du möchtest, ich habe sogar meine Violine dabei. Doch…vielleicht sollten wir uns erstmal setzen.“, seine warmen Augen blinzelten den Jüngeren freundlich an, ehe sie sich auf das geräumige Bett setzten. Adrian hatte sich nicht lange damit aufgehalten ins nichts zu starren oder gar in seinen Gedanken zu versinken, sondern fuhr mit seinen Fingern über die zarten blonden Locken seines Geliebten, dessen Lippen er erneut kosten wollte und ihn auch im nächsten Moment mit lieblichen Küssen überhäufte, bis er keinen anderen Geschmack mehr aufnehmen konnte als den von Julian. „Vielleicht…können wir diese Freiheit für uns ausnutzen?“, hauchte er ihm leise entgegen, strich dabei sanft durch sein Gesicht, während seine andere freie, menschliche Hand sanft den Oberschenkel des Jüngeren massierte, dabei mit zaghaften Schritten sich weiter nach oben tastete, jedoch für einen kurzen Augenblick innehielt. „Verzeih Julian, wenn dir das ein bisschen zu schnell geht…ich…ich möchte nichts überstürzen und schon gar nicht dir etwas Schlimmes antun. Ich möchte, dass du dich gut fühlst, weil…weil ich dich wirklich…naja, ich bin wohl etwas mehr als verliebt in dich und dennoch weiß ich nicht ob du…bereit bist, doch wenn du es bist dann....dann möchte ich so gerne berühren, mehr als sonst, ich möchte dir so nahe sein wie ein Geliebter aus den ganzen Romanzen vergangener Tage. Du bist meine Sonne, Julian.“


Charles war ehrlich gesagt positiv angetan von dem guten Sex, den er mit Julian genießen konnte. Wenn er ehrlich war, dann war dies wohl der beste Sex seit Jahren, wenn nicht in seinem gesamten leben! Der Junge hatte es drauf, keine Frage, er hatte solche Laute aus ihm entlocken können, von denen der Warlord nicht einmal wusste, dass er sie machen konnte. Außerdem schienen sie was ihre Vorlieben anbetraf auf einer Wellenlänge zu sein- der Blonde schien eine Menge wegstecken zu können, teilte jedoch auch ordentlich aus, sodass sie nach guten vier Wochen gar nicht mehr die Chance hatten, ihre Wunden und Blutergüsse verheilen zu lassen. Sein Körper glich einem Schlachtfeld- Bissspuren hier, Kratzspuren dort, Blutergüsse an so ziemlich jeder freien Stelle, wo der Jüngere ihn packen oder mit seinem Mund rankommen konnte.
Besonders die ersten Quickies waren großartig mit anzusehen- Julian hatte nicht selten leichte Schwierigkeiten sich anständig zu bewegen und das belustigte Lachen wurde nur mit weiteren Beleidigungen und noch tieferen Kratzern belohnt. Ach, wie sehr er es doch genoss!
Alleine die Tatsache, dass Julian seinen Mund aufbekommen konnte, war mehr als eine erfrischende Abwechslung gewesen. Viele seiner damaligen Partner hätten sich lieber vor Angst die Hosen vollgepinkelt als sich gegen sein Wort zu richten oder sich über ihn lustig zu machen. Klar, er war ein wichtiger Mensch mit genug Macht und Einfluss und wenn er besonders genervt gewesen wäre, hätte er wahrscheinlich seine Partner mit seinen eigenen Händen ermordet, doch konnten sie wohl nicht ganz verstehen, dass er noch klar unterschied in welch einer Situation sie befanden und wieso sollte er jemanden einsperren oder umbringen, wenn er ihm Beleidigungen an den Kopf warf und sich über ihn lustig machte, wenn es genau das war, was er wollte. Oh nein, leider waren sie alle viel zu feige gewesen, außer sehr wenigen Ausnahmen, die seine Bitten und Bedürfnisse ernst genommen hatten, und so war es auch kein Wunder, dass die meisten Wunden auf seinem Körper- abgesehen von kleinen Kriegswunden gegen andere Warlords- tatsächlich ganz alleine von seinem neuen Fickpartner stammten! Als Ausgleich hatte er sich ebenfalls am tätowierten Leib des Kleineren ausgetobt, alles andere wäre ja auch zu langweilig gewesen!
Mittlerweile konnte man wohl von einer etwas engeren zwischenmenschlichen Beziehung sprechen- Julian machte einen guten Job, hatte ihn sowohl beruflich als auch im Bett kaum enttäuscht und gehörte doch tatsächlich zu einem seiner engsten Vertrauen, was den Dunkelhaarigen zum Nachdenken brachte.
Er müsste für einige Tage sein Schutzgebiet verlassen, im Idealfall alleine, um sich mit anderen Führungsleuten zu beraten und teilweise neue Verträge zu schließen. Irgendwer hatte immer irgendwas, was jemand anderes brauchte und so mussten sie verhandeln und versuchen sich nicht bei nächster Gelegenheit die Köpfe einzuschlagen. Er hasste diese Treffen, meistens artete es ohnehin dazu aus, dass eine Partei mit der zweiten ein Bündnis geschlossen hatte um der Dritten den Garaus zu machen und sein Reich an sich zu nehmen, doch das war nun mal die Politik und sie alle hatten die Verantwortung sich dort zu treffen und einen ganzen Tag lang, manchmal sogar länger alles auszudiskutieren, was es auszudiskutieren gab.
Einen Haken hatte die Sache jedoch- keine Wachmänner, keine Leibwächter, keine Waffen während der Verhandlungen. Man durfte nur eine Person mitnehmen, einen wichtigen Vertrauten, die rechte Hand oder vielleicht auch seine eigene Frau um sich in den kalten Nächten warm zu halten. Es stand natürlich außer Frage, dass man sich selbst zu versorgen hatte und auch selbst den Weg antreten musste. Und dieser Weg würde Tage dauern. Tage in der einsamen, ätzenden Wüste, welche er ungerne alleine verbrachte, doch irgendwie kam ihm kaum jemand in den Sinn, der ihn hätte begleiten können…außer eine Person.
Es hatte an der Tür geklopft, die sich im nächsten Augenblick öffnete und er in die ihm mittlerweile sehr bekannten blauen Augen blicken konnte, die in seine Richtung schauten, den Lockenkopf dabei schief anlächelnd. „Ausnahmsweise mal pünktlich! Hattest du nichts zu tun?“, belustigt hob der Warlord seine Augenbraue, musterte dabei den schlanken Leib vor sich, ehe er ihm bedeutete sich neben ihn zu setzen. „Setz dich, ich muss einiges mit dir abklären.“, begann Charles mit ernster Stimme. Er hatte erst gewartet, dass Julian sich neben ihm auf der zerfledderten Couch gemütlich machte, ehe er fortfuhr. „Ich habe nachgeschaut, du hast in den nächsten Tagen absolut keine Aufträge, theoretisch hättest du frei oder müsstest nur kleine Aufgaben hier machen. Allerdings muss ich für einige Tage verreisen, eine Woche vielleicht, weil die verdammte Fahrt eine halbe Ewigkeit dauert und man manchmal mehr als einen Tag einplanen muss, sobald man sich mit diesen Idioten trifft. Es ist ein Treffen mit anderen Führungspersonen, die nahe Gebiete unter Kontrolle halten, manchmal haben sie auch Kontrolle zu bestimmten Ressourcen, die wir brauche. Wir verhandeln, verlängern Abkommen oder Verträge, ändern den Preis für bestimmte Güter und so weiter. Wieso ich dir diesen Mist mitteile…“, der Warlord hielt inne, kratzte sich nachdenklich am Kinn, ehe er erneut den Blickkontakt suchte. „Wir dürfen eine Person mitnehmen, einen Vertrauten oder sonst was, irgendwas wo wir der Meinung sind, er oder sie oder was auch immer können uns helfen, du kannst dir also nun aussuchen ob du mich begleiten willst oder hierbleiben möchtest. Wir würden in einigen Stunden fahren. Außerdem…hätte ich dich gern dabei, du hast in letzter Zeit einen guten Job gemacht und ich bin mir sicher, dir wäre es auch zu langweilig in den nächsten Tagen auf’s Vögeln zu verzichten?!“


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BeitragThema: Re: Beyond here lies Nothing   So Jan 24, 2016 1:30 am

Einige Sandkörner waren mit Adrian ins Zimmer geweht und Julian hörte sie knirschen, während der Musiker sich zu ihm hinüber lehnte und ihm einen langen Kuss zur Begrüßung gab. Wenn mann alle Begleitumstände ausblendete, dann konnte dies tatsächlich beinahe eine normale Beziehung in einer normalen Welt sein. Wenn es nur so einfach wäre….Aber Julian wollte sich die bevorstehenden Tage nicht selbst kaputt machen, immerhin würde dies das erste Mal werden, dass er die Nächte nicht einsam und in Angst vor Edward verbrachte. Stattdessen würde er sie mit Adrian verbringen. Sein Herz machte immer noch einen Hüpfer, wenn er die Worte in Gedanken aussprach. Schmunzelnd betrachtete er Adrian, lauschte auf seine Worte, die für diese Zeit manchmal so merkwürdig steif und belesen klangen. Es war natürlich nichts was der Lockenkopf seinem Freund negativ angerechnet hätte, es war eine seiner kleinen Eigenarten, die Julian zu lieben gelernt hatte. Immerhin fühlte er sich dann wie die Hauptfigur in einem von den kitschigen Romanen, die Adrian ihm manchmal mitgebracht hatte.
„Ich kann immer noch nicht ganz glauben, dass ich dich jetzt so lange für mich alleine haben soll. Ich habe seit Ewigkeiten mit niemandem mehr nachts das Bett geteilt.“
Mit einem kurzen Blick auf das Bett zog Julian die Augenbrauen besorgt zusammen und kratzte sich am Hinterkopf.
„Ich hoffe, dass wir überhaupt genug Platz haben, es ist ja nicht so, als wenn Edward mir hier eine noble Behausung überlassen hätte“, gestand Julian sich etwas betreten ein. Der Besitzer des Hauses selbst lebte vermutlich in so viel Luxus, wie man ihn in dieser gottverdammten Wüstenei auftreiben konnte. Wobei das alles nur auf Spekulationen beruhte, denn um präzise Aussagen zu treffen hätte Edward sein Besitzum in seine privaten Räume lassen müssen und das war bisher noch nicht vorgekommen. Vielleicht war er einfach zu dreckig und zu schmutzig, um in solche Räume Einlass zu erhalten. Nicht, dass Julian es wirklich gewollt hätte, diese rustikale Zelle war tausendmal besser als jedes Luxuszimmer, solange er Adrian darin hatte! Seiner Aufforderung folgend ließ er sich neben dem Dunkelhaarigen auf dem Bett nieder, ließ die Zärtlichkeiten mit einem entspannten Seufzen über sich ergehen. Die Finger seiner echten Hand hatten sich auf Adrians Oberschenkel gelegt und sein ganzer Körper lehnte sich dem des Größeren begierig entgegen. Wenn ihn etwas beruhigen konnte, war das der holzige Duft, der von dem Musiker ausging.
„Deine Violine? Ich hab dich ewig nicht mehr spielen gehört!“, stieß Julian aufgeregt aus und suchte mit seinen hellen Augen das Gepäck des Älteren ab. Musik war ihnen meistens zu riskant vorgekommen, hätte Aufmerksamkeit erweckt, dabei sehnte sich Julian nach der fremdartigen Musik, die er das letzte Mal so wirklich im Krankenzelt gehört hatte. Aber dass Musik und ein geteiltes Bett im wortwörtlichen Sinn nicht das Hauptziel dieser Tage war, war ihnen wohl beiden bewusst. Jedenfalls hatte Julian die Hoffnung, dass dem so war! Und als er plötzlich eine Hand auf seinem Oberschenkel wandern spürte, wurde er zu mindestens in seinen Hoffnungen bestätigt. Dennoch etwas überrascht blickte er zu Adrian auf und errötete beim Klang seiner Worte.
„Nein, es ist okay, wir…wussten doch eigentlich beide, dass dieses Wochenende perfekt dafür ist, sich näherzukommen, oder nicht?“
Mit langsamen Bewegungen rutschte Julian weiter aufs Bett und blickte tief in die warmen Augen des Musikers. Sex war für ihn seit Ewigkeiten nichts Angenehmes mehr gewesen und er konnte nicht garantieren, dass sein Körper ihn nicht betrügen würde, aber er wollte es definitiv versuchen. Wenn Adrian mit so warmen und liebevollen Worten auf ihn einredete, wie konnte er dann auch nur auf die Idee kommen ihn abzuweisen?
„Es ist in Ordnung, ich will auch mehr von dir, du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben, ganz ohne Zweifel. Wenn irgendjemand das hier mit mir machen darfst, dann bist du das“, entgegnete der Lockenkopf und beugte sich zu Adrian hinüber, um seine Lippen zu kosten. Küsse waren sowieso etwas, das Edward ihm niemals ruiniert hatte, weil er für solche Bekundungen keine Zeit hatte. Während Adrians Arme ihn in eine innige Umarmung zogen, bahnten sich Julians Finger stattdessen einen Weg zwischen die Beine des Größeren, öffneten wie beiläufig die Hose des anderen und schließlich schob sich seine Hand unter den Stoff seiner Unterwäsche. Julian hatte Angst gehabt, dass die Erinnerungen an Edwards Misshandlungen zu stark sein würden, dass ihn die schmerzlichen Erinnerungen überwältigen würden, doch mit Adrian konnte er einfach keine schmerzlichen Erinnerungen aufkommen lassen. Erst als Adrians Errektion unter seinen geübten Bewegungen hart gewoden war, zog Julian seine Hand zurück und entledigte sich der wenigen Kleidungsstücke, die er trug. Mit der Kette war ankleiden sowieso immer eine Tortur.
„Ich möchte, dass du meine schmerzhaften Erfahrungen gegen gute eintauschst, Adrian“, murmelte Julian leise, während er sich auf dem Bett zurücklehnte und den Nacken des Älteren umfasste.
„Kannst du das für mich tun? Bitte?“
Die Stimme des Jüngeren war ein ehrliches Flehen und für einen Moment packte ihn wieder die Unsicherheit. Sein Körper hatte definitiv bessere Tage gesehen, war dünn und abgekämpft, noch immer übersäht mit Erinnerungsstücken an Edwards Brutalitäten.
„Ich hoffe, ich bin überhaupt gut genug für dich“, gestand Julian mit leiser Stimme und fühlte sich für einen Moment unwohl in seinem entblößten Körper.

Dass diese Arbeitsstelle sich als eine solche Fundgrube von Vergnügungen herausstellen würde, hatte Julian eigentlich nicht erwartet. Es wäre immerhin durchaus nicht unverständlich gewesen, wenn Charles nach dem einen Quickie genug Dominanz bewiesen hatte und gleich zum nächsten Spielzeug überging. Doch anscheinend hatte Julian einen bleibenden Eindruck auf dem Warlord hinterlassen, sodass er auch beim nächsten Mal auf die Andeutungen einging, die dieses Mal von dem Spitzel ausgingen. Und so führte eins zum anderen und es ahtte sich sehr bald eine gesunde Fickbeziehung zwischen ihnen entwickelt. Neben all dem Gesocks, das Julian für seinen Job an sich heranlassen musste, war Charles eine willkommene Abwechslung. Jede Bewegung, jeder Kuss, jede forsche Berührung schien so gekonnt und geplant zu sein, dass Julian mittlerweile sogar mit fiebriger Erwartung in ihre privaten Meetings ging. Verdammt, er ging ja sogar so weit, dass er sich tatsächlich ins Zeug legte, um bessere Arbeit abzuliefern, um ein wenig extra harten Sex aus Charles zu locken. Nicht als direkte Belohnung natürlich, das würde ihre „Beziehung“ in ein sehr merkwürdiges Licht rücken, aber….nunja, es konnte ja nicht schaden, sich ein wenig anzustrengen. So arrogant und überheblich Julian den Warlord anfangs eingeschätzt hatte, desto mehr musste er sich eingestehen, dass Charles wohl gar nicht so übel war – nicht, dass der Lockenkopf ihm das jemals ins Gesicht gesagt hätte. Es waren gute Wochen, die sie so verbrachten und Julian hoffte einfach, dass diese verrückte Welt sie nicht schon in kurzer Zeit wieder auseinander rupfen würde. Seine kleinen Gefechte mit Charles – ob nun mit Worten oder mit Sex ausgetragen- waren ein Segen und mittlerweile hatte er sich auch gut genug eingearbeitet, um seinen Wert auch in Informationen zurückzuzahlen, sodass Charles´ Mänenr auch keinen Grund hatten, ihn verächtlich zu beäugen, weil er nicht in den richtigen Bereichen Leistung erbrachte.
Ein leichtes Ziehen in seinem Unterleib war mittlerweile beinahe sein ständiger Begleiter, da Charles und er sich gegenseitig keine Pausen zum Auskurieren gönnten und auch jetzt begleitete ihn der süße Schmerz, als er auf dem Weg zum Warlord war. Julian wusste nicht wirklich, was Charles von ihm wollte, vielleicht wollte er nur vögeln, aber irgendwie hatte der Lockenkopf das Gefühl, dass es um etwas Anderes ging. Sein kurzes Anklopfen war reine Förmlichkeit, er wartete nicht auf ein Herein, sondern betrat gleich die privaten Räume des Warlords, ihm ein einnehmendes Grinsen zur Begrüßung schenkend.
„Zuverlässiger Arbeiter wie ich bin, habe ich natürlich all meine Aufgaben schon erledigt“, erwiderte Julian gehässig und kam der Aufforderung nach, sich hinzusetzen. Das versprach tatsächlich, interessant zu werden. Tatsächlich lauschte er Charles´ Ausführungen einmal ohne ihn groß mit schnippischen Kommentaren zu unterbrechen und wiegte nur hin und wieder den Kopf von einer Seite zur anderen. Als der Warlord schließlich geendet hatte, hatte sich ein zufriedenes Grinsen auf Julians feine Züge gelegt.
„Ich wusste ja schon lange, dass ich dein bester Mann hier bin, aber sehr schön, dass du das auch endlich einsiehst! Klingt jedenfalls recht wichtig dieses Treffen.“
Wenn alle Warlords zusammen kamen, dann würde das vermutlich den weiteren Verlauf der Dinge in einem Radius von hunderten von Meilen bestimmen, definitiv etwas, was man sich nicht entgehen lassen sollte.
„Du betrügst mich natürlich ein wenig um meine wohlverdiente Freizeit“, gab Julian gespielt nachdenklich zu Bedenken und starrte den Warlord, der ihm gegenüber auf dem mitgenommenen Sofa saß, eindringlich an.
„Aber du hast recht, ohne guten Sex wäre es mir hier eh viel zu langweilig.“
Der schlanke Leib lehnte sich ein Stück zum Warlord hinüber, rutschte schließlich so weit zu ihm hinüber, dass er problemlos auf seine, Schoß sitzen könnte. Wenn er den Leib des Warlords so nah bei sich spürte, könnte er beinahe schon wieder vögeln, aber dafür war wohl keine Zeit, wenn sie schon in einigen Stunden los mussten. Ein Gedanke zuckte plötzlich durch Julians lüsternen Kopf und ließ ihn begeistert die Augen ein Stück aufreißen.
„Moment, fahren wir mit deiner Karre?“, stieß Julian euphorisch aus und wartete gespannt auf eine Antwort. Er hatte das massives Gefährt bis jetzt selten in Aktion gesehen, aber er konnte ungefähr abschätzen, um was für ein geniales Gefährt es sich handelte und in einer Welt, in der Sprit die Währung war…nun, da machte eine gute Karre schon einiges her. Ein Trip in dem Gefährt eines Warlords war wohl noch ein weiterer Grund, sich diesen Trip nicht entgehen zu lassen.

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BeitragThema: Re: Beyond here lies Nothing   Fr Feb 19, 2016 12:44 am

Dass sie zu wenig Platz in Julians Bett haben konnte, konnte sich der Musiker gar nicht vorstellen. Es gab nichts Besseres als den Gedanken, dass er dem Jüngeren in der Nacht so nah sein konnte, dass er seine Haut berühren und vielleicht sogar seinen Atem spüren konnte. Wahrscheinlich hätten sie selbst in einem riesigen Bett immer noch den geringsten Platz eingenommen, dem war er sich mehr als nur sicher.
Und nun spielte es nicht einmal eine besonders große Rolle, das einzig Wichtige für ihn waren die Zärtlichkeiten, war die pure Anwesenheit des Blondschopfes, der alles andere so unwichtig erscheinen ließ, dass Adrians Gedanken sich um gar nichts anderes kreisen konnten. Es war schöner als jede Melodie, die seine Ohren je vernehmen konnte und die Küsse süßer als jeder seltene Honig, den man nur an ausgewählten Orten kaufen konnte. Eigentlich sprach absolut nichts dagegen, dass sie sich heute näher kamen, dass sie die nächsten Tage ausnutzten um zu wissen, wie nahe sie sich kommen konnten und er konnte es kaum erwarten einen Schritt weiterzugehen, doch wusste er auch, wie es um den anderen stand, er wusste, dass es ganz sicher nicht einfach für ihn war und wahrscheinlich war jede Berührung, die auf das Offensichtliche hinausging, mit schlimmen Erinnerungen verbunden, die sich Adrian gar nicht ausmalen konnte. Und dennoch hoffte er, dass es bei ihnen vielleicht anders war, dass er vielleicht in der Lage war, ihm ein besseres Gefühl zu geben und ihn von diesen schrecklichen Dämonen zu befreien, die in seinem wunderschönen Kopf herumschwirrten, auch wenn er vielleicht über keine besonderen Kräfte an sich verfügte.
Geduldig hatten seine Augen den Jüngeren erblickt, erwarteten ein Urteil, eine Entscheidung, nach welcher er handeln konnte und als Julian ihm die Bestätigung gab, fiel ihm regelrecht ein Stern vorm Herzen.
Erleichtert atmete der Gelockte auf, schenkte seinen Gegenüber ein strahlendes Lächeln ehe die Lippen sich wieder auf dem zarten Mund seines Geliebten wiederfanden. Er hätte wahrscheinlich eine ganze Ewigkeit ihn küssen können, nichts auf der Welt erschien ihm schöner und angenehmer als dieser Moment, als jeder Moment, den sie gemeinsam verbrachten.
Seine Arme schlangen sich um den schmalen Körper, zogen ihn näher zu sich in eine innige Umarmung heran, stieß jedoch im nächsten Moment einen überraschten Laut aus, als sich die Hand des Blondschopfs plötzlich in seiner Hose befand, hörte jedoch nicht auf seine Lippen mit zarten und innigen Küssen zu benetzen, auch wenn er hin und wieder aufpassen musste ihm nicht ausversehen in seine Unterlippe zu beißen. Die geübten Bewegungen der fremden Hand erfüllten seinen Körper mit einer anbahnenden Lust, dass er hin und wieder ein dumpfes Stöhnen zwischen den Küssen gar nicht unterdrücken konnte. Es war verrückt wie ein anderes Wesen in ihm solche starken Gefühle entlocken konnte, wenn Julian nur wusste, wie sehr er ihm bedeutete, doch wahrscheinlich konnte er es erahnen, auch wenn eine reine Verkündung mit Worten nicht mal ansatzweise das hätte beschreiben können, was im Körper des Dunkelhaarigen vor sich ging.
Es hatte nicht lange gedauert bis Julians flinken Bewegungen eine Erregung aus dem Älteren entlockt hatten, er konnte spüren, wie sein Körper langsam immer heißer und aufgekratzter wurde, wie das Verlangen nach dem Künstler immer stärker anwuchs.
Adrian ließ gar nicht lange auf sich warten, entledigte sich ebenfalls seiner störenden Kleidung, die achtlos auf dem staubigen Boden landete, warf dabei einen Blick zum anderen, wie sich dieser im Bett zurücklehnte, dabei seinen Worten lauschend. „Ich werde alles tun, damit du dich gut fühlst, Julian, das verspreche ich dir.“, hauchte der Ältere ihm leise entgegen, ihm dabei ein sanftes Lächeln schenkend. „Du bist das Schönste, was diese Wüste hervorgebracht hat.“, vorsichtig beugte er sich zu ihm herüber, hauchte seinen Lippen einen langen, sanften Kuss entgegen, ehe er sich kurz von ihm entfernte um die vorher eingepackte Vaseline aus seiner Tasche hervorzukramen. Er muss wahrscheinlich unglaublich notgeil wirken, dass er tatsächlich so etwas eingepackt hatte bei der ersten Gelegenheit, wo er die Nacht mit Julian verbringen konnte! Bei diesem Gedanken wurde der Musiker rot um die Nase, er wollte nicht wie jemand wirken, der nur auf Sex aus war, doch auf der anderen Seite waren sie so wenigstens gut vorbereitet. Doch er wollte nicht einfach so loslegen, nicht, solange er nicht die Möglichkeit wahrgenommen hatte den anderen Körper zu erforschen. Und dabei meinte er ganz sicher nicht das Aufzählen irgendwelcher Makel, nein, er wollte einfach nur den anderen berühren, wissen, was ihm gefiel. Er legte den Tiegel mit dem Gleitmittel neben sich um beide Hände zur Verfügung zu haben ehe er sich über Julian aufbäumte, dabei sanft seine Wangenknochen küssend, bahnte sich den Weg vorsichtig hinunter zu seinem Hals, seinem hervortretenden Schlüsselbein, bis hin zu seiner schmalen Brust, die sich so warm und zart anfühlte. Seine Hände strichen dabei sanft über seinen Hüftknochen, wagte sich weiter hinunter zu seinem Oberschenkel, diesen sanft massierend. Alles löste solch eine Lust in Adrian aus, doch er versuchte diesen Trieb für einen Moment zu unterdrücken, viel wichtiger war es, dass Julian sich gut fühlte, dass er diese Berührungen und Küsse genauso genoss wie der Dunkelhaarige es tat. „Kannst du dich ein klein wenig aufrichten?“, murmelte der Ältere ihm entgegen, blickte ihn dabei kurz fragend an und während sich sein Körper aufrichtete, rutschte der des Musikers noch ein wenig hinunter, bis er sich zwischen den Beinen des Kleineren befand. Ohne etwas zu sagen massierte er die anbahnende Erektion des anderen, ehe seine Lippen das immer härter werdende Glied umschlossen. Er war sich mehr als nur sicher, dass Edward so etwas wohl kaum mit ihm gemacht hätte und Adrian selbst wüsste nicht, wieso er es nicht tun sollte, immerhin liebte er Männer mit all ihren Attributen und so etwas gehörte ganz sicher auch dazu. Langsam bewegte er seinen Kopf vor und zurück, benutzte hier und da seine Zunge und war zufrieden mit dem Ergebnis, dass er immer härter wurde, während seine Mundbewegungen immer gezielter wurden. Doch wollte er ihn nicht bereits zum vorläufigen Erguss bringen, das war ganz sicher nicht ihr heutiges Ziel gewesen, sodass er rechtzeitig von Julian abließ, ihn fragend anblickend. „Ich hoffe, es war…in Ordnung für dich?“, fragte der Gelockte unsicher, dabei in die strahlend blauen Augen seines Geliebten blickend. Er hatte nicht auf seine Laute geachtet, war viel zu konzentriert gewesen, alles richtig zu machen, dass er nicht einmal mehr sagen konnte, ob er denn wirklich alles richtig gemacht hatte!


Charles hob skeptisch eine Augenbraue. Er sollte sich jetzt doch nicht einbilden, dass er hier der einzige beste Mann war! Er hatte nun einmal den Vorteil, dass er von seinen Angestellten so ziemlich der heißeste Kerl war und…naja okay, ein wenig hatte er es schon drauf, wenn es um seinen Job ging, doch das würde ihm ganz sicher nicht noch sagen, es würde nur schrecklich nervig für ihn werden. Vielleicht irgendwann, wenn ihm danach war, doch jetzt reichte ein skeptischer Blick vollkommen aus.
„Wie dem auch sei, das Treffen ist in der Tat sehr wichtig, ich werde dich eigentlich dort zu keinem Vögeldienst zwingen, es sei denn wir stehen vor dem Krieg, doch das möchten wir vermeiden.“, er konnte sich schon an diverse Eskalationen erinnern, doch hoffentlich hielten sich dieses Mal alle daran, keine verdammte Waffe mitzunehmen. Ach, was für ein Schwachsinn, sie alle hatten ihre Waffen und niemand scherte sich über die Abmachungen und Regeln, die sie irgendwann mal aufgestellt hatten. Der Warlord selbst würde zumindest genug zur Selbstverteidigung mitnehmen. Doch erstmal musste sein kleiner Handlanger hier zusagen und dass er das auch tat, erfüllte den Dunkelhaarigen mit außerordentlich großer Freude, die er jedoch nur mit einem schiefen Lächeln zur Schau stellte. „Dann ist das zumindest auch geklärt! Ich hatte schon Sorge, dass du dir doch lieber Urlaub gönnen möchtest. Aber keine Sorge, die verlorenen Tage wirst du wiederbekommen, ich bin vielleicht grausam, doch ich bin auch fair.“, er blickte den Jüngeren zufrieden an ehe er fortfuhr. „Nimm warme Kleidung mit, Schutz gegen Sandstürme und ordentlich Vaseline, ich bin mir sicher, dass du einen kleinen Vorrat hast und dann muss ich mich wenigstens nicht um alles kümmern. Alles andere kann ich dir auch während der Fahrt erzählen.“, er hätte eigentlich gerne noch eine kleine Nummer kurz vor der Fahrt geschoben und so nah, wie sich der andere Körper gerade vor ihm befand, wäre dies nicht einmal ungerechtfertigt, doch die Zeit spielte gegen sie und so würden sie wohl ihre kleinen Nümmerchen auf die Enge seines Wagens verschieben müssen, worauf der Schwarzhaarige sich zumindest schon angemessen freute, immerhin war Abwechslung im Bett mehr als nur gut.
Bei den nächsten Worten stieß der Warlord ein leises Lachen aus, schaute belustigt in das hübsche Gesicht des anderen. „Natürlich nehmen wir meine Karre, ein Motorrad kommt wohl kaum in Frage und die anderen Wagen sind nur da um ihren Zweck zu erfüllen, wir möchten doch nicht wie Idioten aussehen.“, Charles liebte seinen Wagen beinahe so sehr wie sich selbst, er würde keine Fahrt in etwas anderem machen wollen und Julian würde noch schnell diese Liebe zu einem Stück Metall kennenlernen. „Deswegen warne ich dich besser vor, dass du keine Scheiße anstellst in dem Teil, er ist nicht nur rar, nein, er gehört auch mir und das ist allein schon Grund genug um sich in dem Auto so zu benehmen, wie ich es von dir verlange! Ich weiß, dass das nicht deine Stärke ist auf mich zu hören oder dich gar zu benehmen, deswegen…pass einfach auf, dass du nichts kaputt machst da drin, ist das klar?“, aus Belustigung wurde schlagartig Ernst und er hoffte, dass dem Gelockten gerade bewusst war, dass Scherze hier fehl am Platz waren und spätestens als sein Fickpartner ihm zu erkennen gab, dass er es verstanden hatte, stahl sich schlagartig ein zufriedenes Lächeln auf die blassen Lippen. „Dann los, pack ein! Wir treffen uns in einer Stunde unten vorm Wagen und vergiss nichts, ich kehre nicht wieder um sobald wir losgefahren sind!“
Julian hatte es pünktlich geschafft, schien nicht einmal etwas vergessen zu haben und ohne weitere unnötige Wortgefechte hatten sie mit angenehmer Geschwindigkeit sein Gebiet verlassen und düsten in der gottverlassenen Wüste herum. Der Dunkelhaarige hatte einen Wegweiser eingebaut gehabt, damit sie sich zumindest nicht in der Einöde verfuhren, die überall so gleich aussah, dass man hier wahrscheinlich ohne angemessener Hilfe jämmerlich verrecken würde. Doch ihnen würde das nicht passieren, sie hatten genügend Proviant, Wasser, Benzin und vor allem Decken. Eine Wüste war in der Nacht die reinste Eishölle und Charles wollte um keinen Preis ein Körperteil abfrieren oder generell erfrieren! Viel Platz zum Schlafen hatten beide allerdings nicht wirklich gehabt. Zwar war der gesamte hintere Bereich ausgeräumt worden, doch dank ihres Proviants und den extra Kanistern Benzin blieb den beiden trotzdem nicht viel Bewegungsfreiheit in der Nacht. Und das brauchten sie auch ganz sicher nicht. Die erste Nacht konnten sie sich sehr gut mit Sex warmhalten und kuscheln war hier wohl weniger ein Liebesbeweis, sondern mehr eine Maßnahme um nicht zu verrecken. Und irgendwie war es nicht einmal so unangenehm, es hätte beide wohl weitaus schlimmer treffen können!
„Ich glaube du schnarchst, Julian.“, summte die Stimme des Älteren belustigt, während sie im mäßigen Tempo über die Sanddünen fuhren, wagte einen Blick zum anderen, bei seinem Anblick laut lachend. „Vielleicht waren es auch irgendwelche Tiere da draußen aber vielleicht schnarchst du auch wirklich, nicht zu verübeln, ich habe dich gestern in die Müdigkeit gevögelt.“, der Größere konnte wohl von Glück sprechen, dass der Tätowierte sich nicht von seinen Sticheleien einschüchtern ließ, er liebte diese unnötigen Wortgefechte, im vollsten Wissen, dass keiner von ihnen das wirklich ernst meinte. „Aber weil du gestern gut zu Vögeln warst, habe ich nun beschlossen, dich dafür zu belohnen. Nicht nur mit meinem Schwanz natürlich, auch wenn er durchaus eine Belohnung für sich ist...worauf ich eigentlich hinaus will- in drei Stunden machen wir die erste Pause, danach kannst du gerne das Steuer übernehmen.“, er hatte es vermieden das Steuer seines Babys an irgendwen zu überreichen, doch langsam begann er diesem Störenfried zu vertrauen und ihn ein wenig mehr in sein Herz zu schließen und wenn das nun kein Vertrauensbeweis war, dann wusste er nicht, wie er es sonst offenbaren konnte. „Unter der kleinen Bedingung, dass ich heute mal was Neues an dir ausprobieren kann.“

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Kauzi
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BeitragThema: Re: Beyond here lies Nothing   Di März 22, 2016 9:21 pm

Die Nervosität pochte und glühte in Julians Brust, während Adrian sich nah an ihn drückte und mit zärtlichen Küssen überhäufte. Seine Angst war groß gewesen, dass jede körperliche Nähe zu Adrian unangenehme Erinnerungen in ihm wachrufen würde, doch solche liebevollen Berührungen konnten ihn unmöglich an Edward erinnern. Nicht einmal bei ihren ersten Treffen, bei denen er noch versuchte hatte, wie ein normaler Freier zu wirken, war er nicht so ruhig und liebevoll gewesen. Bei Edward hatte schon immer nur der Sex im Fokus gestanden. Umso erleichterter war Julian also, dass er sich ohne schmerzhafte Erinnerungen auf Adrian einlassen konnte. Seine Finger hatten sich im Nacken des Älteren verkreuzt und mit geschlossenen Augen konzentrierte er sich auf jede noch so kleine Berührung. Seine Lippen auf seinem Hals, auf seinem Schlüsselbein, auf der Wölbung seines Bauches….Mit einem Seufzen ließ er sich tiefer in die Kissen sinken. Adrian hatte Gleitcreme mitgebracht, vermutlich Vaseline, das war nun mal das Beste, was man hier zur Verfügung hatte. Auf der einen Seite war Julian etwas peinlich berührt, dass Adrian anscheinend so dringend mit ihm schlafen wollte. Hatte er den Musiker zu Unrecht auf die Folter gespannt? Julian wusste, dass es dem anderen nicht nur darum ging ihn flachzulegen, das hatte er mehr als nur einmal bewiesen, und dennoch…Es löste ein merkwürdiges Kribbeln in ihm aus, dass er anscheinend so interessiert an seinem Körper war, so dringend mit ihm zusammen sein wollte. War es ein gutes Gefühl? Ja, eigentlich schon, Julian mochte es, begehrt zu werden, von Adrian begehrt zu werden. Heute würde es endlich so weit sein und er konnte nur hoffen, dass sich Erwartungen nicht zu hoch aufgetürmt hatten, dass sie wie unüberwindbare Mauern vor ihrer Lust prangten.
Mit einem leichten Zucken richtete Julian sich auf, als Adrian seine Oberschenkel erreicht hatte. Er war sich nicht ganz sicher, was der Größere vorhatte, doch folgte er seinen Anweisungen mit einem leisen Nicken und rückte ein Stück nach oben. Schon kurz darauf verkrallten sich seine Finger mit einem begleitenden Keuchen im Bettlaken. Wann war das letzte Mal gewesen, dass er einen Blowjob erhalten hatte? Schnell war die Hitze in seinem Körper auf ein beinahe unerträgliches Maximum angestiegen und seine Hände hatten sich haltsuchend in den wilden Locken des Älteren vergraben. Julian hatte vergessen, wie gut es sich anfühlte, wenn einem die volle Zuwendung eines Partners zuteil wurde, wenn man selbst derjenige war, der verwöhnt wurde und die Eindrücke waren für einen Moment schier überwältigend. Jede Bewegung der fremden Lippen ließen ihn leicht aufjaulen und ließen seine Arme zittern. Zwischenzeitlich stieg die Angst in ihm, dass Adrian ihn gleich schon zum Orgasmus bringen würde, doch der Musiker schien zu wissen, was er tat. Jetzt, wo er ihn so angeheizt hatte, war die Lust in Julian auch bis ins Unermessliche gestiegen. Er wollte Adrian, jegliche Zurückhaltung fiel von ihm ab, während sich Adrians Lippen um seine Erektion schlossen und ihn fühlen ließen wie seit Jahren nicht mehr.
„Pass auf, ich will noch nicht kommen, Adrian“, stöhnte Julian auf, als er gerade den Atem für ein paar Worte hatte. Vielleicht hatte der Ältere auch von selbst gemerkt, dass Julian so weit war, denn sein Kopf hob sich langsam wieder an. Wie er zu ihm hinaufblickte….Der Blondschopf hatte noch nie ein solches Verlangen in sich gespürt. Er beantwortete die Frage des Musikers mit einem eiligen Nicken.
„Ja, war es, ich…..ich will nicht mehr warten, Adrian, lass es uns endlich tun“, presste Julian heiser hervor und drückte den Körper des anderen unter sich auf die Matratze. Mit einer Routine, die das einzig Schmerzhafte bisher war, verteilte Julian Vaseline auf der Erektion des Älteren und hockte schließlich mit ängstlicher Erwartung über seinem Leib, die pochende Erektion zwischen seinen Fingern. Für einen endlos wirkenden Moment lagen die blauen Augen auf dem Gesicht des Älteren; schweres Atmen hob die Brust des Jüngeren.
„Ich glaub, ich bin so weit.“
Die Worte waren mehr für sich selbst gedacht als für den Musiker, dann senkte Julian seinen Unterleib langsam hinab. Während der unvermeidbare Schmerz durch sein Becken zuckte, pressten sich seine Handflächen haltsuchend auf die Brust des Älteren. Ein Biss auf die Unterlippe, ein Zusammenkneifen der Augen, dann schien die erste Welle der Panik überwunden zu sein und Julian gab mit vorsichtigen Bewegungen ein Tempo vor, das ihm bald die ersten gestöhnten Laute entlockte.

So ruhig und gefasst Julian sich auch gab –denn hey, es war natürlich nur ein Teil seines Jobs- war er innerlich ziemlich aufgekratzt. Er gab es ungern zu, doch er freute sich auf die Fahrt mit Charles. Irgendwie. Es war merkwürdig und nichts, was er dem Warlord gegenüber je zugegeben hätte. Doch ihre Chemie schien zu stimmen, der Sex war gut und wenn man ihm schon tatsächlich so sehr vertraute, winkten vielleicht bald bessere Aufträge und Jobs. Viel hatte er nicht zusammen gepackt, das beinahe Wichtigste waren sowieso Decken und warme Kleidung für die Nacht. Selbst im Wageninneren konnte es schnell eisig werden. Ansonsten wusste Julian nicht wirklich worauf er sich einließ. Mit großer Politik hatte er sonst nicht viel am Hut gehabt; am besten setzte er wohl seine Spionagetätigkeiten so gut fort wie er konnte. Das Beste an dieser Reise würde sowieso die Fahrt selbst werden. Charles´ Wagen war ein Traum: wie es sich nun mal für einen Warlord gehörte und Julian behandelte das Gefährt mit mehr Andacht als den Warlord selbst. Draußen in der Wüste waren sie sowieso nur zwei Seelen, die versuchten zu überleben. Bereits die erste Nacht hatte klar unter Beweis gestellt, dass die Hitze dort draußen nicht das einzige Hindernis war. Vögeln war definitiv eine gute Methode, um sich warm zu halten, doch egal wie notgeil sie auch waren, sie konnten nicht die ganze Nacht durchmachen, sodass sie tatsächlich die danach eng umschlungen eingeschlafen waren. Kuscheln mochte nichts sein, was Julian den Warlord sonst hätte machen lassen, doch er war nicht so stolz, dass er lieber erfrieren wollte und unter zahlreichen Decken und in den Armen des Größeren war es gerade erträglich genug, um nicht zu erfrieren. Am nächsten Morgen taten sowieso beide so, als hätte es sich gar nicht so angenehm und vertraut angefühlt.
Während der Fahr kontrollierte Julian regelmäßig, ob sie noch in die richtige Richtung unterwegs waren und wenn sie kurze Pausen einlegten war er für das Benzin zuständig. Es fühlte sich gut an, ein wertvoller Teil eines kleinen Teams zu sein, auch, wenn der Lockenkopf immer mal wieder neidisch zum Lenkrad schielte.
Gerade hatte er seinen Arm für eine Weile abgelegt, das Metallteil war für ihn manchmal eher störend, wenn er stundenlang in der gleichen Position zusammengekauert saß und als Charles wieder seine Sticheleien auspackte, deutete er drohend mit dem Metallteil auf ihn.
„Wie soll ich schnarchen können, wenn dein Gesäge mich quasi die ganze Nacht wachgehalten hat?“, antwortete Julian schnippisch und ohne besonders großen Ernst. Ihre kleinen Wortgefechte waren ihm viel zu lieb, als dass er sie sich hätte entgehen lassen.
„Wenn du damit meinst, dass du gestern definitiv zu wenig Einsatz gezeigt hast und ich vor Langeweile eingeschlafen bin…..Ja, dann hast du mich wohl in die Müdigkeit gevögelt.“
Julian hob beide Augenbrauen fordernd an und verschränkte die Arme vor der Brust. Sie wussten beide, dass er log. Ihr Sex gestern war trotz der Enge des Wagens umso heißer gewesen und ihr Gestöhne hatte vermutlich einiges aufgescheucht. Mit einem gespielt gelangweiltem Blick lauschte Julian dem Palaver des Älteren und bedeutete ihm mit einer Handbewegung, dass er endlich zum Punkt kommen sollte – nur, um ihn schließlich mit großen Augen anzustarren.
„Ich darf deine Karre fahren?!“, stieß er ungläubig aus und ein breites Grinsen stahl sich auf sein Gesicht. Er hatte irgendwo gehofft, dass sie sich die Fahrtzeit aufteilen würden, aber nicht wirklich damit gerechnet, dass Charles ihn an das Steuer seines Wagens lassen würde. Eilige winkte er ab.
„Mach, was du willst, überrasch mich, man, aber lass mich ans Steuer!“, stieß er euphorisch hervor und trommelte in nervöser Vorfreude auf dem Amaturenbrett herum. Die drei Stunden schienen gar nicht herumgehen zu wollen, immer wieder kontrollierte Julian ungeduldig den Kilometer- und Sonnenstand, bis sie endlich die versprochene Pause einlegten. Der Lockenkopf war so aufgeregt gewesen, dass er seine überschüssige Energie sogar noch in einem schnellen Quickie abbauen konnte, dann ließ er sich mit einem selbstzufriedenen Grinsen auf den Fahrersitz fallen. Obwohl er meistens mit dem Motorrad unterwegs war, wusste er dennoch, wie man ein Auto fuhr und er nutzte diese Karre bis zum Anschlag aus. So viel PS zu dirigieren war einfach ein unbeschreibliches Gefühl und mehr als einmal drückte Julian das Gaspedal so weit durch, dass er sich Charles´ Gezicke anhören musste, wenn die Reifen über den losen Sand schlidderten, aber es war einfach zu viel Spaß. Als die Sonne sie langsam zum Stop zwang, war Julians Körper immer noch randvoll mit Endorphinen und Adrenalin, die ihn die nächtlichen Vorbereitungen wie im Flug erledigen ließen. Als sie schließlich nach einem kurzen Abendessen im Hinterraum des Autos hockten, war Julians Euphorie immer noch nicht ganz verschwunden.
„Ich denke, ich bin dir noch was schuldig?“, entgegnete Julian dem Warlord ein wenig geistesabwesend, während er sich beinahe routiniert von seinem Oberteil befreite und seine Hose gerade so weit nach unten zog, dass eine Andeutung von Schamhaaren zu sehen war. Er wusste einfach, dass Charles so einem Anblick nicht lange widerstehen konnte, mittlerweile kannte er seine Vorlieben ganz gut.
„Du lässt mich doch sicher noch häufiger fahren, oder? Ich bin eh ein besserer Fahrer“, trietzte Julian den Warlord ein wenig und blitzte ihn herausfordernd an.

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Mrs Lovett
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BeitragThema: Re: Beyond here lies Nothing   Fr März 25, 2016 1:00 am

Noch nie war es für Adrian so wichtig gewesen zu wissen, wie sich sein Partner fühlte. Natürlich, er wollte immer, dass sein Partner sich wohl fühlte und den Moment genoss, doch bei Julian war es anders, irgendwo auch wichtiger ihn ein gutes Gefühl zu verschaffen, ihn für einen klitzekleinen Augenblick von dieser schrecklichen Welt abzulenken, die es ihnen so schwer machte ein anständiges Leben zu führen ohne Ängste und Einschränkungen.
Mit großen Augen musterte er das bildschöne Gesicht seines Gegenübers, ehe sich ein Lächeln auf seine Lippen stahl- zu hören, dass es gut für ihn war…er konnte sich gerade nichts besseres vorstellen. So hatte Edward doch nicht alles zerstört, die Intimität nicht gänzlich geraubt.
„Das freut mich, wirklich…ich möchte, dass du dich wohl fühlst!“, murmelte die Stimme des Älteren.
Eigentlich wollte sich der Musiker langsam voran wagen und mit äußerster Vorsicht den nächsten Schritt einleiten, doch schien der Blondschopf es plötzlich anders zu sehen. Das Verlangen in seinen Augen und dieser plötzliche Tatendrang, als er den Körper des Dunkelhaarigen auf die Matratze presste, löste Überraschung und Erstaunen darüber aus, wie gut all dies noch zu laufen schien.
Adrian war bereit zu jeder Zeit ihr Vorhaben zu beenden, sollte es für den anderen zu viel werden, doch sah es nicht einmal ansatzweise danach aus als ob einer von ihnen aufhören wollte.
Automatisch schlangen sich die Arme um den schmalen Leib seines Geliebten, die langen Finger fuhren sanft über die warme Haut, ertastete jeden Wirbel nur um sich anschließend wieder in den goldenen Locken zu verlieren.
Julian schien tatsächlich keine Zeit verlieren zu wollen, seine geschickten Bewegungen, die er beim Verreiben der Vaseline einsetzte, entlockte bereits das ein oder andere lusterfüllte Keuchen, das langsam aus Adrians Lunge hervorkroch, dass er es kaum erwarten konnte weiterzumachen. Es wirkte so gut und aufregend, beinahe unecht, dass er sich manchmal fragte, ob dies nicht nur ein sehr realistischer Traum war, der ihn in seinen Nächten heimsuchte. Doch dafür fühlte sich dies alles viel zu echt an, der Körper des Blonden über ihm, die warme, bebende Haut und dieses unglaubliche Gefühl, das er nicht beschreiben konnte…nein, das war kein Traum, dies war der Moment, wo sie sich ihre Zuneigung zeigen konnten, auf einer sehr innigen und privaten Art und Weise wie sie es noch nie getan hatten.
Er beobachtete den Jüngeren dabei wie er sich auf seine Hüften setzte, wie er bei seinen Bewegungen unweigerlich langsam in ihn eindrang und ihm dabei auch unvermeidliche Schmerzen zufügte. Doch wenigstens konnte Julian selbst entscheiden wie schnell oder langsam es zugehen sollte, er hatte die Kontrolle über seinen Körper und es war gut, dass es so war, so konnte Adrian nicht plötzlich zu weit gehen und erfuhr zusätzlich mehr über die Vorlieben seines Freundes.
So unangenehm es für den Gelockten anfangs war, der Musiker spürte eine Lustwelle nach der nächsten, die sich zuckend durch seine Knochen fraß und obwohl er bereits auf der Matratze lag, mussten sich dennoch seine Hände krampfhaft an der Hüfte des anderen verkrampfen.
Julian zuliebe unterdrückte er das leise Stöhnen, das Verlangen, das mit jeder kleinen Bewegung immer stärker wurde, so lange, bis die ersten Laute über die Lippen des anderen glitten und für ihn Zeichen genug waren, dass er ebenfalls seinen Gefühlen Ausdruck verleihen konnte.
Sein Oberkörper richtete sich ruckartig auf, die langen Arme schlangen sich um den schmalen Oberkörper, nur um wieder auf das Bett zu sinken und Julian mit sich zu ziehen. Es war ein atemberaubendes Gefühl ihn so nah bei sich zu haben, seine Haut, seinen Schweiß auf sich zu spüren. Er konnte nicht genug von Julian bekommen, er musste jedes kleine Detail, jedes bisschen Nähe in sich aufsaugen, so, als würden sie sich zum letzten Mal sehen, als würden sie zum ersten und allerletzten Mal miteinander schlafen, was er jedoch nicht hoffte.
Nicht lange und bald war der gesamte Raum von lusterfüllten Lauten erfüllt, die bei jeder schnelleren und intensiveren Bewegung anschwollen. Adrian konnte nicht anders als mit seinem Becken nachzuhelfen, es fühlte sich zu gut an in Julian zu sein, besser als alles, was er je zuvor verspürt hatte. Immer wieder suchten seine Lippen die des Kleineren, benetzte sie mit innigen Küssen, die ihm zusätzlich schier den Atem raubten. Sein Körper bebte nur so, der Schweiß zog seine Bahnen, ließ seine Haare verklebt auf der Stirn zurück, doch es kümmerte ihn nicht wie verschwitzt oder schrecklich er gerade aussah, war es doch ein schlechter Moment um sich über so etwas Gedanken zu machen.
Adrian wollte mehr, er wollte seinem Geliebten zeigen, dass Edward niemals die Macht hatte das hier zu verderben, dass er ihren Sex niemals verderben könnte, ganz gleich wie stark er sich auch anstrengen würde, er wollte ihm zeigen, dass er in der Lage war, ihn glücklich zu machen, ihm die Lust zu verschaffen, die er verdient hatte.
Ohne großartige nachzudenken wirbelte er Julian herum, presste seinen Körper genau auf den Fleck, wo er gerade selbst noch gelegen hatte, doch anstatt weiterzumachen hielte er für einen Moment inne, das Gesicht seines Gegenübers musternd. „Ich werde dir nicht wehtun, aber wenn du dich unwohl fühlst…behalte es nicht für dich.“, wisperte er mit ernster Stimme, ehe er erneut die weichen Lippen kostete. Er konnte sich denken, dass diese Position vielleicht Unbehagen in Julian hervorrief, doch er wollte alles tun, damit dem nicht so war.
Sein Becken bewegte sich langsam, umsichtig, während er immer tiefer in den Künstler eindrang, doch schnell wurde ihm klar, dass beide mit dem langsamen Tempo langzeitig nicht zufrieden sein würden, sodass er sein Unterleib noch ein wenig schneller gegen Julians presste, immer wieder bedacht darauf ihm nicht wehzutun. Seine Lippen hatten sich derweilen auf Wanderschaft begeben, küssten jede Stelle seines Körpers, den er erreichen konnte, mit Vorliebe den schönen Mund, der dafür gemacht war, ihn so sanft wie möglich zu küssen. Ihm waren diese Zärtlichkeiten wichtig, es war ein wichtiger Teil, wenn er mit jemandem schlief und hier schien es sogar noch ein wenig stärker vonnöten zu sein.
Ganz beiläufig hatte sich seine Hand zwischen Julians Beinen verirrt, massierte sanft die Erektion im Rhythmus seiner Stöße, entlockte dabei lusterfüllte Laute. Es tat so gut zu wissen, dass Julian Lust verspürte, dass sein Körper nicht die ganze Zeit vor Angst zu Panik sich unter ihm verkrampft hatte, dass er diese Berührungen tatsächlich zuließ und Adrian vertraute.


Kaum hatte er das Auto erwähnt, hatte er sich magische Tore geöffnet, in denen er offenbar seinen Fantasien freien Lauf lassen konnte…mit Julian natürlich. Ein wenig eifersüchtig konnte man eigentlich schon sein, dass er den Wagen tatsächlich erstrebenswerter und geiler fand als die Gegenwart und somit auch den Schwanz des Wardlords, doch Charles nahm das nicht allzu persönlich, er konnte verstehen wieso er so schwach wurde bei dem Anblick dieses Biests- es war sein Stolz und sehr lange Zeit sein Ein und Alles. Mit solch einer Karosserie wussten alle direkt, dass man sich besser nicht mit ihm anlegen sollte oder dass man sich am besten so schnell wie möglich mit ihm anfreunden sollte, denn nicht jeder konnte es sich leisten solch einen schicken Schlitten zu fahren und selbst er entstaubte ihn nicht so häufig wie er es wohl am liebsten tun würde, dafür war das Benzin zu rar und teuer und man teilte es besser für wichtigere Dinge ein.
„Meine Güte, hätte ich gewusst, dass du so scharf auf die Karre bist, hätte ich dir das schon eher angeboten. Aber gut, die Abmachung steht!“, ein zufriedenes Grinsen stahl sich auf die blassen Lippen des Älteren, den anderen zufrieden anzwinkernd. Na hoffentlich würde er nicht verlangen, dass dies nun so etwas wie Routine werden würde, denn eigentlich hatte Charles nicht vor sein Baby mehrmals mit ihm zu teilen, ganz gleich wie gut er auch im Bett sein mochte! Und trotzdem, ein wenig neugierig war er ja schon auf den Anblick wie der Kleine am Steuer saß und es kaum erwarten konnte durch die dreckige und staubige Wüste zu fahren, hoffentlich machte er dabei nichts kaputt oder fuhr wie der letzte Vollidiot. Gott, was, wenn er sein Auto irgendwo in Treibsand setzte?!
Kaum hatte er sich mit seiner Entscheidung abgefunden, kamen bereits die ersten Zweifel, ob seine Idee überhaupt ansatzweise gut war. Vielleicht sollte er einen Rückzieher machen, er war immerhin sein Boss, verdammt, er konnte tun und lassen, was er wollte! Doch sein Gewissen sagte ihm da etwas anderes und er wusste nicht einmal wieso es ihn so stark störte, ob sein Gewissen ihn andauernd plagen würde oder nicht. Ach, was machte er sich denn so ins Hemd- sollte Julian zu viel Mist bauen, war es immer noch möglich das Steuer erneut zu übernehmen.
Mit einem etwas mulmigen Gefühl hatte der Dunkelhaarige schlussendlich nach ihrer Pause das Steuer dem kleinen Laufburschen überlassen, der Lockenkopf sollte besser dankbar sein, dass ihm solch eine Ehre erwiesen wurde!
Es war ein ungewohntes Gefühl auf dem Beifahrersitz zu hocken, Charles beobachtete den Blondschopf mit kritischem Blick, er schlug sich gut…zumindest so lange, bis der Übermut sein Gehirn übernommen zu haben schien und er meinte die ganz großen Eier raushängen zu lassen. „Hey, ich hab dir erlaubt den Wagen zu fahren nicht bei nächster Gelegenheit zu schrotten! Deine kleinen Testosteronanfälle kosten uns vielleicht kostbaren Schritt und dann darfst du gerne das Teil zu Fuß schieben, ist sicher auch ein wunderbares Erlebnis!“, grummelte der Ältere verärgert, doch seine Worte schienen an dem schmalen Körper abzuprallen. Verdammt, Julian konnte froh sein, dass er so heiß war und ihm tatsächlich irgendwas- er wusste nicht genau was- an ihm lag, sonst hätte er seinen dürren Arsch bei nächster Gelegenheit in der Wüste ausgesetzt für solch ein Verhalten.
Es kam ihm beinahe wie eine halbe Ewigkeit vor bis die Dunkelheit sie endlich eingeholt hatte. Nicht, dass Julian sie von einer Panne zur nächsten hineingefahren hatte, es war einfach schrecklich ungewohnt für den Warlord nicht das Steuer in der Hand zu haben, ihm fehlte die Kontrolle. Umso zufriedener war er über das langsame Entkleiden des anderen, wenn er schon nicht Kontrolle über seinen eigenen Wagen hatte, würde er sie hier zumindest wieder zurückbekommen. Bei dem Anblick des Blondschopfs stahl sich ein schiefes zufriedenes Lächeln auf den Lippen des Größeren. Er schien langsam zu wissen, was ihn wirklich anmachte, das war faszinierend und er wollte zu gerne auf dieses Wissen in naher Zukunft verzichten.
„Glaub nicht, dass ich unsere Abmachung vergessen habe.“, entgegnete die raue Stimme des Warlords, gefolgt von einem leisen Lachen als er die nächste Bemerkung vernahm. „Jetzt gehst du allerdings ein bisschen zu weit! Noch hast du deine Abmachung nicht eingehalten und danach muss mir wieder was Spannendes einfallen, was dein kindisches Fahren rechtfertigt. Vergiss das Steuer für einen Moment!“, Charles hielt sich nicht lange mit sinnlosen Worten auf, entledigte sich seines Oberteils ehe sich sein Körper über den des anderen beugte, die Finger sanft über die nackte Haut fuhren, während seine Lippen sich auf die des anderen pressten, dabei wild die Zunge zwischen seinen Zähnen vorbeischob. Es war erstaunlich wie gut die sie mittlerweile zu harmonieren schienen, alles schien so abgestimmt zu sein, beide wussten genau, was der jeweils andere wollte und beherrschten ihr Werk mehr als nur gut. Wie konnte man auf so etwas je wieder verzichten wollen? Doch der Ältere wollte sich nicht zu lange mit lächerlichen Vorspiel aufhalten. Schnell hatte er auch die letzten Barrieren der geöffneten Hose überwunden und vergnügte sich damit das Glied des anderen zu massieren, so lange, bis es hart zwischen seinen Fingern pulsierte und ihm zu einem triumphalen Lächeln verhalt.
Scheiße, dieses bisschen Rummachen hatte tatsächlich gereicht um ihn zu erregen! Charles konnte selbst kaum fassen wie einfach es für Julian langsam wurde ihn herumzukriegen! Doch so konnten sie wenigstens die ersparte Zeit in wichtigere Dinge investieren!
Das Gute an einem engen Wagen war wohl, dass alles in unmittelbarer Reichweite war. So brauchte er sich nicht lange damit aufzuhalten die Vaseline zu suchen, nach welcher sich nur kurz auszustrecken brauchte. Statt Worte, fielen restliche Kleidungsstücke auf den Boden des Wagens und nachdem Charles mit schnellen Bewegungen seine Erektion mit reichlich Vaseline einrieb, konnte er auch schon loslegen. Er zog den anderen Körper näher an sich heran, drückte die Oberschenkel weit auseinander und nach ein bisschen Vorarbeit drang er anschließend in den Jüngeren ein. Es war nichts Neues und dennoch fühlte sich jedes Mal wie das erste an- nicht das erste erste Mal, doch das erste Mal, wo er Julian gevögelt hatte. Es war heiß, heftig und wild, so wie Charles brauchte, so wie Julian es brauchte, so wie jeder es brauchte, der ein wenig Ahnung von einem guten Fick hatte. Umso logischer war es, dass das Auto wenige Augenblicke später heftig auf die Stabilität seiner Federung geprüft wurde, indem ein heftiger Stoß nach dem nächsten den schmalen tätowierten Leib unter ihn zum Beben brachte. Ihr Stöhnen war wahrscheinlich außerhalb des Wagens Warnung genug für jede Kreatur da draußen, sodass sich ihnen nichts Gefährliches näherte.
Charles war so eingenommen von dem Verlangen, das in seiner Brust anschwoll, dass er sein Becken noch härter gegen das des Jüngeren presste, dabei die Enge genoss, die sie umgab, sodass sie gar nicht viel Abstand voneinander gewinnen konnten, selbst wenn es einer von ihnen gewollt hatte.
Charles war so eingenommen von seiner Lust, das sein Verstand kaum noch anständig denken oder gar handeln konnte und nach einigen wilden Küssen, wo sie sich gegenseitig die Lippen zerbissen hatten, bewegte sich seine Hand beinahe automatisch zum Hals des Gelockten, seine Finger legten sich wie eine Schlinge um ihn während er leichten Druck ausübte, nicht viel. Er hatte erwartet die schlanken fremden Finger seines Ficks ebenfalls um seinen Hals zu spüren, so, wie er es gewollt und sich gewünscht hatte- keine rohe Gewalt, nur Andeutungen, um den Sex noch härter und geiler zu machen.

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BeitragThema: Re: Beyond here lies Nothing   Fr Mai 06, 2016 8:03 pm

Die Nervosität, die in Julian angestiegen war, war selbst mit Adrian sanften Worten und vorsichtigen Berührungen nur schwer zu unterdrücken. Er hatte sie nicht allzu sehr zur Schau stellen wollen, um Adrian nicht zu verunsichern, aber vollkommen frei von Angst…..Es würde noch etwas dauern, bis Julian sich völlig zwangsfrei fühlen konnte, wenn es um Sex ging. Besser, er gestand es sich jetzt ein, bevor falsche Hoffnungen und Erwartungen noch seine Zweisamkeit mit dem Musiker ruinierte. Es war gut, dass Julian fürs erste den Ton angab, dass er sich langsam an das Erlebnis herantasten konnte. Nicht, dass er Adrian Unvorsicht unterstellt hätte, hätten sie in einer anderen Position begonnen. Doch es war beruhigend zu wissen, dass für die ersten Minuten alles nach seinem Tempo voranschritt, dass er keine Bewegung ertragen musste, die er nicht selbst initiiert hatte. In dem angespannten Gesicht Adrians konnte er lesen, dass er sich ihm zuliebe zurückhielt, dass seine Lippen sich fest aufeinander pressten, um ihm nicht einmal ansatzweise das Gefühl zu geben, dass die ersten Bewegungen rein seine eigene Lust befriedigten. Julian war es beinahe schon nicht mehr gewohnt, dass Sex etwas war, was beiden Parteien Spaß machen sollte.
Nach einigen vorsichtigen Auf- und Abbewegungen seines Beckens spürte Julian langsam, wie der pochende Schmerz in den Hintergrund rückte und einer Lust Platz machte, die er so schon lange nicht mehr gespürt hatte. Überwältigt von dem Gefühl sperrte er den Mund auf, presste die hellen Augen zusammen und stieß ein lautes Stöhnen aus. Als wenn Adrian nur auf dieses Signal gewartet hätte, ließ nun auch er Geräusche über seine Lippen gleiten. Diese Stellung hatte den Vorteil, dass sie nicht von Edward beschmutzt worden war – sein Peiniger hielt nicht viel davon, sein Spielzeug den Ton angeben zu lassen und so war diese Position mehr oder wenige sicheres Terrain. Auch ein Grund, weshalb es Julian so wichtig gewesen war, so anzufangen. Aber er konnte spüren, wie Adrian immer mehr und mehr nachhalf, ihm sein Becken entgegendrückte und sich vermutlich einfach nach einer schnelleren Gangart sehnte. Etwas nervös, aber das immer heftiger werdende Verlangen spürend, dass den Lockenkopf nicht unberührt ließ, lehnte Julian sich immer tiefer in die gierigen Küssen, presste seinen schmalen Leib immer enger gegen Adrians.
Als der Größere ihn schließlich herumwirbelte, konnte er nicht sagen, dass er wirklich überrascht war, doch für einen Moment klopfte sein Herz stärker als zuvor und er war dankbar, dass Adrian für einen Moment innehielt. Bei dem Körper, der über ihm aufragte, hatte Julians Herzschlag sich beschleunigt und sein Kopf hatte sich kaum merklich leicht zwischen die Schultern gezogen, seine Beine hatten sich verkrampft. Vielleicht hatte Adrian diese kleinen Veränderungen seines Körpers gespürt, vielleicht handelte er aus reiner Vorsicht heraus. Mit einem leisen Nicken beantwortete Julian die wortlose Frage, die im Raum stand.
„Du kannst tun, was du willst, ich vertrau dir.“
Ein wenig wollte er sich mit den Worten wohl auch selbst Mut einreden, doch seine Unsicherheit hatte kaum die Möglichkeit, sich weiter bemerkbar zu machen. Unter Adrians stärkeren Bewegungen konnte Julian kaum noch einen klaren Gedanken fassen. Stöhnend und keuchend wand er sich unter dem sehnigen Körper des Älteren und schlug seine Fingernägel haltsuchen in seinen Rücken. Adrian war überall, in ihm, über ihm, auf seinen Lippen. Julian hatte vergessen, wie lustvoll und erregend Sex wirklich sein konnte – nein, viel mehr erlebte er es gerade zum ersten Mal, denn solchen Sex hatte er in seinem ganzen Leben noch nicht gehabt. Seine Geräusche erreichten einen neuen Höhepunkt, als Adrians Finger sich um seine eigene Erregung drückten und dem ganzen Erlebnis eine weitere Ebene der Lust hinzufügten. Wie konnte er unter solchen Voraussetzungen auch nur ansatzweise an Edward denken? Das hier hatte nichts mit den Gefühlen zu tun, die dieser Mann in ihm hervorrief. Dies war so anders und so viel besser, dass Julian kaum noch an sich halten konnte. Der schmale Leib wölbte sich Adrians im Orgasmus entgegen und sein Gesicht verbarg sich mit einem gedämpften Schrei in der Halsbeuge des Größeren.
Eine schwere, aber äußerst erfüllende Müdigkeit legte sich auf seine Knochen. Während Adrian sich aus ihm zurückzog und neben ihm auf die Kissen sinken ließ, wollte der Blondschopf nicht von ihm ablassen. Seine Arme blieben um den Nacken des anderen gelegt, sein Gesicht an seinen Hals geschmiegt. Er konnte seinen Puls pochen hören und genoss die Stille, die nur von ihrem schweren Atmen gestört wurde.
„Adrian…“, murmelte er leise gegen seinen Nacken, ohne den Kopf zu heben. Er war selbst davon überrascht, dass er einige Tränen über seine Wangen laufen spürte. Er war doch nicht traurig, oder nicht? Nein, die Endorphine schossen wie kleine Funken durch seine Adern und entfachten das Leben in ihm neu.
„Danke, ich….vielen Dank“, brachte er nur schwer hervor. Seine Stimme war belegt, doch als Adrian ihn besorgt mit sanfter Gewalt etwas von sich wegschob, brach Julian nur in ein Lachen aus, ein helles, ehrliches Lachen, wie es seit Monaten nicht mehr hervorgebracht hatte und das Schluchzen war bald ganz davon verzehrt.

So gerne sich der Warlord auch in Kontrolle sah, einige Tricks hatte Julian doch gelernt und es war ihm mittlerweile ein Leichtes, die richtigen Knöpfe zu drücken, um Charles´ Blut in Wallung zu bringen. Ein bisschen entblößte Haut an den richtigen Stellen und Charles konnte es kaum erwarten, ihn von der restlichen Kleidung zu befreien. Nicht, dass Julian nicht genauso ungeduldig und heiß darauf gewesen wäre, endlich zur Sache zu kommen. Seine Lippen wanderten von dem Nacken des Größeren zu seinem Ohrläppchen, ließen seine Zähne einige Bisse verteilen, die allerdings nie schmerzhaft wurden. Er konnte das Salz auf der Haut des Warlords schmecken und löste sich mit einem Grinsen.
„War das die Hitze oder purer Angstschweiß?“, triezte er glucksend und grub seine Finger so gut er konnte in die kurzgeschorenen Haare. Er brauchte kaum noch selbst mitzuhelfen, um sich seiner Hose zu entledigen; Charles hatte es so eilig, dass er sie ihm quasi vom Leib riss. Nach so einem langen Tag, den sie nur mit Autofahren verbracht hatte, war es ein Segen, das Blut wieder in Wallung zu bringen. Nicht, dass er das Fahren nicht genossen hätte, oh nein, ganz im Gegenteil.
„Keine Sorge, ich lass mir schon was einfallen, damit ich morgen wieder fahren darf.“
Sein Ton war herausfordernd, manchmal zahlte es sich durchaus aus, Charles ein wenig auf die Nerven zu gehen. Besonders vorm Vögeln. Obwohl ihre Umgangsweise miteinander mittlerweile eine gewisse Routine hatte, konnte man kaum von Langeweile sprechen. Zusätzlich war Julian immer neugieriger geworden, was Charles überhaupt ausprobieren wollte. Julian konnte wohl mit ziemlicher Sicherheit behaupten, dass sie beim Sex weder zögerlich waren, noch dass ihnen die Experimentierfreude fehlte und bei Charles´ Anforderung klang es einfach nicht so, als wenn er einfach nur eine neue Stellung ausprobieren wollte. Das hätte die Enge des Wagens sowieso nicht zugelassen.
Ihr aufgeheiztes Vorspiel hatte treibende Gedanken bis jetzt noch zugelassen, doch spätestens als Charles endlich in ihn eindrang, konnte Julian seine Gedanken auf nichts anderes konzentrieren. Er hätte es auch gar nicht gewollt – ihr Sex war zu gut, um keine hundert Prozent zu geben. Wo sich nicht der heiße Leib des Warlords gegen ihn drückte, drückte ihm der Wagen entgegen, doch statt in der Enge klaustrophobisch zu werden, genoss Julian es viel zu sehr. Er würde es Charles gegenüber nicht zugeben, doch die eng umschlungenen Nächte, das erschöpfte Dösen nach dem Sex, das durch die beengten Verhältnisse im Wagen einfach zur Pflicht wurde, gefielen ihm unglaublich gut. Es war einfach gut zu wissen, dass Charles für noch mehr zu gebrauchen war als nur kehliges Stöhnen aus ihm hervor zu kitzeln. Julian war so eingenommen und abgelenkt von den harten Stößen, die ihn gegen das Bodenblech drückten, dass er fast vergessen hatte, dass Charles noch eine Überraschung für ihn hatte. Umso unvorbereiteter traf es ihn, als sich plötzlich eine Hand um seine Kehle legte. Ihm war bewusst, dass Charles ihn nicht erwürgen wollte, dass er eine Fantasie ausleben wollte, die sie noch nicht ausprobiert hatte, doch so sehr Julian sich auch bewusst war, dass ihm keine Gefahr drohte – als sich der Griff um seine Kehle etwas verstärkte und sein panisches Luftholen ihm nicht die Menge an Sauerstoff einbrachte, die er erwartet hatte, wurde Julian für einen kurzen Augenblick schwarz vor Augen.
Nein, es war keine Schwärze, Schwärze wäre angenehm gewesen. Es waren Erinnerungen, Bilder, Eindrücke, die er lange vergessen geglaubt hatte. Plötzlich fühlte Julian sich wieder klein und schwach, ein Spielzeug in der Hand eines stärkeren Mannes. Die Kette, die sich monatelang um seinen Hals geschmiegt hatte, die ihm das Atmen zur Hölle gemacht hatte und jede Sekunde seines Lebens zur Tortur gemacht hatte, all das prasselte mit einer solchen Wucht auf ihn ein, dass Julian für einen Moment nicht wusste, wo er sich befand. Er konnte die Gestalt nicht zuordnen, die über ihm lehnte und in seiner Panik stieß er sie von sich mit einem „Nein, Edward, nicht!“. Blind tastete Julian nach seiner Kleidung, schaffte es irgendwie, seine Hose und Jacke zu greifen und fiel beinahe aus dem Wagen, als er die Tür öffnete. Sein Kopf schwirrte wie ein Bienenstock und es war ihm unmöglich, die Situation einzuordnen. Panik und Trauma schüttelten ihn so heftig durch, dass er Charles nicht einmal hörte. Die Nacht hatte eisige Kälte mit sich gebracht, die wie tausend Nadeln in seine nackte Brust und Füße stachen. Während er seine Jacke und seine Hose irgendwie im Taumel wieder angezogen hatte drang die Realität langsam wieder zu ihm hindurch und ein panisches Schluchzen rang sich aus seiner Kehle. Am ganzen Leib zittern vor Angst und Kälte zog er seine Jacke enger um sich. Charles musste ihn für völlig verrückt halten – oder schlimmer noch: verwundbar und schwach. Mit einem lauten Fluch trat Julian eine Fontäne von Sand los und tastete mit zittrigen Fingern seine Kehle ab. Anscheinend hatte er wenigstens etwas Vorsprung zu Charles gewonnen, denn er konnte sein Rufen in der Stille der Wüste nur aus sehr weiter Entfernung hören und Julian machte keine Anstalten, sich in irgendeiner Form bemerkbar zu machen.

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BeitragThema: Re: Beyond here lies Nothing   Fr Mai 13, 2016 5:21 pm

Adrian musste zugeben, dass er so etwas schon lange nicht mehr verspürt hatte. Sicher, er hatte in der Vergangenheit mit dem einen oder anderen geschlafen, doch es hatte sich noch nie so intensiv und gut angefühlt wie dieses mal. Es war beinahe wie das erste gute Mal, das er je hatte und das lag ganz sicher nicht an ihm. Julian strahle regelrecht alles aus, was der Musiker begehrte, was er bewunderte und liebte und er fühlte sich wohl in seiner Nähe, selbst jetzt konnte er immer noch spüren, dass sie weitaus mehr verband als ein verlorener Arm oder die Einsamkeit in ihren Herzen.
Der Höhepunkt war kam zu schnell und auch viel zu plötzlich, am liebsten hätte er es noch weiter ausgekostet, doch kaum hatte sein Becken sich heftiger gegen Julians Unterleib gepresst, war das Ende bereits in Sicht und er spürte wie sich seine Muskeln schlagartig anspannten, nur um im nächsten träge seinen Körper zur Seite fallen zu lassen.
Der Dunkelhaarige hörte sein Herz gegen die Brust pochen, hörte das Rauschen seines Blutes in den Ohren, spürte den heftigen Puls der sich von diesem einzigartigem Erlebnis nicht erholen wollte.
Seine Kehle fühlte sich trocken an, doch wollte er um keinen Preis das Bett verlassen und anstatt Abstand vom schmalen Körper seines Geliebten zu gewinnen, schmieg er sich nur noch etwas näher an ihn heran, nachdem er sich vorsichtig aus ihm zurückgezogen hatte. Alles fühlte sich so richtig an, er konnte nicht glauben, dass irgendwer von ihnen einen Fehler begangen hatte oder dass sie vielleicht zu früh oder voreilig miteinander geschlafen hatte und etwas verriet ihm, dass der Blondschopf es vielleicht genauso sah.
Seine langen Finger vergruben sich in den Locken des Jüngeren, fuhren im nächsten Moment über seinen gliedrigen Rücken, dabei sanft jeden Wirbel ertastend.
Er wollte etwas sagen, die Stille brechen, doch keine Worte drangen aus seinen Lippen heraus und vielleicht war es auch gut so, was sollten Worte schon aussagen, was beide nicht bereist wussten? Wahrscheinlich hatte ein Blick in die Augen des anderen gereicht um zu wissen, wie sie sich fühlten, wie sie diesen Moment empfunden hatten.
Adrian wagte es für einen Moment genüsslich die Augen zu schließen um die Wärme des anderen besser wertzuschätzen, als die Stimme des anderen ihn aus seinem kleinen Tagtraum riss und er fragend auf die blonden Locken starrte. Weinte er etwa? Hatte er vielleicht doch nicht das richtige getan und ihm irgendwann Schmerzen zugefügt ohne es selbst gemerkt zu haben?
Besorgt schob er den Künstler ein wenig von sich weg um sein Gesicht besser betrachten zu können. Seine Augen wirkten feucht von Tränen, die ihre Bahnen auf den leicht rosigen Wangen gezogen hatten und riefen Angst im Inneren des Älteren hervor. „Ist…alles in Ordnung?“, fragend musterten seine Augen das hübsche Gesicht seines Partners, wartete auf eine Antwort und einen Grund, für den er sich aus tiefster Seele entschuldigen konnte, doch statt einer Antwort ertönte lediglich ein Lachen in seinen Ohren, was die Verwirrung erst wenig linderte. Erst langsam wurde Adrian bewusst, dass diese Tränen vielleicht keinem Schmerz und Trauer gewidmet waren und seine Dankbarkeit sich ehrlich auf ihre gemeinsame Zeit bezog, was den Musiker beinahe selbst zu Tränen rührte.
Seine Lippen formten ein etwas verlegendes, jedoch ehrliches Lächeln ehe er Julian erneut näher an sich heranzog um seine Lippen mit einem innigen Kuss zu benetzen.
Welch Grauen dieses zarte Wesen doch in der Vergangenheit erlebt haben musste, Adrian konnte es sich nicht ausmalen. Am liebsten hätte er seine Kette mit bloßen Händen zerrissen und wäre mit dem Blondschopf in die weite Wüste geflohen, wo Edward sie niemals hätte finden können. Doch dafür war er leider zu schwach und um sie herum waren Menschen, die viel stärker als die beiden Gestalten waren. Wahrscheinlich hätten sie Julian erkannt und er wollte nicht wissen, was dann mit ihnen passieren würde. Sicherlich nichts Gutes.
„Du brauchst dich nicht zu bedanken…nicht dafür. Ich…ich bin jedoch froh, wenn es gut für dich war, denn für mich war es wahrlich perfekt. Ich möchte am liebsten nie wieder auf deine Nähe verzichten.“, entgegnete der Musiker mit leiser Stimme, dabei die strahlend blauen Augen des Anderen anblickend. Ach, wie schön es doch wäre, wenn sie einfach die Zeit anhalten könnten, wenn die Tage nie wieder vergehen würden und sie einfach eine Ewigkeit in diesem Zimmer, in diesem Bett zusammenbleiben konnten, Adrian wollte gar nicht mehr von der Welt, er brauchte gar nichts anderes als die Nähe und Zärtlichkeiten, die er von Julian bekam. „Ich habe mich noch nie so wohl bei jemandem gefühlt…wahrscheinlich sollte ich mich eher dafür bedanken…dafür, dass du hier bist und ich dich festhalten und bei dir sein kann...“

Das war irgendwie nicht so, wie er es erwartet hatte. Der Kick war doch erst der, wenn beide sich irgendwie dafür entschieden hatten ein bisschen Gewalt an dem anderen auszuüben, doch anstatt auf dieses Angebot einzugehen, schien sich in Julian nur alles verkrampft zu haben, dass sogar der Sex nicht mehr angenehm war. Charles machte für einen Moment inne, er konnte sich nicht bewegen, wenn sich der andere wie ein steifes Stück Holz verhielt. Was zur Hölle war mit dem denn auf einmal los, hatte er etwa einen giftigen Skorpion auf seinem Kopf erblickt? War jemand hinter ihnen generell?
Nein, das klang ja selbst für den Blondschopf zu lächerlich, dass solche Dinge ihn am Weitermachen hinderten.
So schnell die Erregung sich im Körper des Warlords breitgemacht hatte, umso schneller hatte sie ihn wieder verlassen und das frustrierte ihn nicht nur, nein, er war auch ziemlich enttäuscht von der eher schlecht als rechten Performance seines Ficks, der unter ihm lag.
„Sind bei dir jetzt alle Sicherungen durchgebrannt? Komm schon, ich hab dich ja kaum berührt!“, entgegnete seine Stimme spöttisch, doch anstatt einen bissigen Kommentar entgegengeschossen zu bekommen, musste er irgendwie mit einem Typen klarkommen, der plötzlich so neben der Spur war, dass er ihn einfach von sich schubste und ihm dann noch ‘nen anderen Namen gab.
Edward?! Dabei dachte er, dass sie sich nah genug waren, dass der Pisser seinen Namen wenigstens eingeprägt hatte, war ja nicht selten vorgekommen, dass er ihn seinen Orgasmen regelrecht so laut geschrien hatte, dass wahrscheinlich die anderen Gebiete um sie herum ihn laut und deutlich hören konnte und nun war er so dreist und nannte ihn Edward! Pah! Das konnte er das nächste Mal ja genauso tun.
Zu allem Überfluss war er zusätzlich wie von einer Biene plötzlich aus dem Wagen gestürmt und ließ den verwirrten, halbnackten Charles einfach so zurück ohne wirklich erklärt zu haben, was das alles hier sollte.
Der Dunkelhaarige wusste nicht, wie er das alles jetzt eigentlich auffassen sollte- so etwas war ihm noch nie untergekommen, besonders nicht mit Julie und jetzt hat dieser einfach- ohne wirklich was gesagt zu haben- die Fliege gemacht.
Verärgert vor sich hinmurmelnd zog der Warlord sich langsam wieder seine Kleidung an, schnürte sich schnell die Stiefel zu, immer noch nicht ganz im Bilde, wieso sich der Jüngere plötzlich so seltsam benommen hatte. Naja, wenigstens war die ganze Situation so abturnend gewesen, dass er sich um seine Erektion keine Sorgen mehr machen musste, denn diese war wohl schneller verschwunden als unter einem eiskalten Wasserstrahl und das sollte ja wohl was heißen.
Seltsam und verrückt hin oder her, der Blonde wollte wohl gar nicht mehr zurückkehren und nach kurzer Zeit machte Verärgerung und Zorn Platz für Besorgnis. Es war tiefste Nacht, die Wüsten waren eiskalte Höllen zu der Zeit und niemand wusste so genau was hier so herumkroch um diese Zeit, viele gefährliche Tiere könnten einen direkt umbringen, wenn es nicht die eisige Kälte tat!
Verflucht! Jetzt trieb dieser Nichtsnutz ihn schon hinaus, was er am liebsten vermeiden wollte, doch er konnte ihn nicht da draußen herumwandern lassen. Egal, was geschehen war, das war es nicht wert, dass der Gelockte da draußen erfror!
Zur Sicherheit hatte Charles die Scheinwerfer seines Wagens angemacht, sie hatten noch eine Ersatzbatterie, sollte das Licht seine Ausbrennen, doch er hoffte, dass er den anderen früh genug finden würde, dass das nicht geschah und ansonsten würde er lieber in seinem liegen gebliebenen Wagen verrecken als in der Wüste jämmerlich zu verdursten.
Trotz Jacke und Schal war die Kälte alles andere als angenehm und am liebsten wäre der Warlord wieder ins Innere seines Wagens geklettert, doch er war kein Schwächling, er würde es hier draußen für einige Zeit schon überleben, wäre ja auch zu dumm wenn jemand wie er es hier draußen kaum aushalten könnte.
„Julian? Julian, das ist die bescheuerste Aktion, die du je gemacht hast, wo zur Hölle bist du?“, rief er der totenstillen Wüste entgegen, kramte in seinen Jackentaschen herum um eine mehrmals verändert Taschenlampe herauszuholen, die unhandlicher als das Originalmodell war.
„Julian, verdammt nochmal, du kannst mir ruhig antworten!“, je länger er nach dem Kleinen rief, bekam er mehr und mehr ein unbehagliches Gefühl. Diese endlose Dunkelheit vor ihm war ätzend und der Gedanke, dass dieser Vollidiot vielleicht so weit davongelaufen war, dass er ihn nicht mehr wiederfinden würde, erschien ihm sogar noch ätzender. Charles hatte es besorgt zu sein, es war ein unangenehmes Gefühl, das seine Eingeweide zusammenzog. Er wollte nicht, dass ihm etwas zustieß, er wollte es wirklich nicht, egal wie oft sie alles andere als eine freundliche Beziehung zueinander zu haben schienen, so wussten doch zumindest beide, dass sie nicht auf gegenseitigem Hass basierte, sondern auf dem klaren Gegenteil! Er mochte diese Nervensäge, er hatte ihm sogar seinen Wagen zum Fahren überlassen!
Kaum hatte sein Kopf sich jegliches schlimme Szenario vorgestellt vom schmerzhaften Tod des Tätowierten, erkannte er plötzlich eine Gestalt im blassen Lichtkegel seiner Taschenlampe, was ohne Zweifel Julian sein musste. Mit schnellen Schritten eilte er auf die Gestalt zu, legte seine Hand auf die schmale Schulter und wirbelte den schmalen Körper im nächsten Moment herum. „Alter, hast du jetzt einen kompletten Sonnenstich bekommen heute? Wieso rennst du so weit hinaus, du könntest dich verlaufen und erfrieren. Siehst du, was um dich herum ist? Ja, absolut nichts als Sand und die beschissene Dunkelheit! Hast du meine Rufe nicht gehört?! Was auch immer dich da drinnen plötzlich gestochen hat, das ist es wohl nicht wert, dass du hier draußen jämmerlich verreckst! Und jetzt lass uns zurückgehen und wie normale Menschen darüber reden anstatt uns hier die Eier abzufrieren.“, Charles wollte seinen Weg wieder zurück Wagen bahnen, doch Julian schien nicht den Anschein zu machen, dass er ihm folgen wollte. Was war denn nur sein Problem?
„Ah ich seh‘ schon, du wirst wohl nicht den Wagen betreten ehe wir das von der Welt geschaffen haben. Gut, dann frieren wir uns doch die Eier ab, ist ja nicht so, dass wir sie brauchen, nicht wahr?
Pass auf, ich verstehe es, ich bin zu weit gegangen, das war scheiße. Das ist nicht deins, du stehst auf andere Sachen beim Vögeln. Das ist es doch, oder? Sonst war nämlich nichts anders gewesen. Ich hätte dich eher einweihen und fragen können und das habe ich nicht. Ich meine, was ich geil finde, kann nicht für alle gelten, was? Ich wollte dich aber doch noch erwürgen! Langsam solltest du mich besser kennen und wissen, dass ich dich niemals erwürgen würde, wieso sollte ich das tun? Oder hast du plötzlich ein ganz anderes Problem mit mir?“, wieso standen sie hier noch rum, wieso war Jule so starrköpfig und wollte nicht einfach zurück in den Wagen? Sie hätten ja nicht mal mehr irgendwie miteinander reden müssen, Charles hätte das akzeptiert und seinetwegen auch den ganzen Hass auf sich gezogen, der sich wahrscheinlich im Körper des anderen angestaut hatte. Alles war besser, als ihn hier erfrieren zu lassen.

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BeitragThema: Re: Beyond here lies Nothing   Do Mai 19, 2016 1:42 am

Julian war halb verloren in seinen Gedanken, halb darauf fixiert Charles´ Rufe auszublenden. Er wollte und konnte nicht zurück in den Wagen, was sollte er dem Warlord schon erzählen? Sein eigenes Dilemma, das Gefängnis in seinem Kopf, das ging ihn doch alles gar nichts an. Immerhin kannten sie sich doch kaum, oder nicht? Sie waren nur Fickfreunde, kannten sich über ihre Vorlieben im Bett hinaus doch nicht einmal besonders gut. Charles war immer noch sein Boss. Wenn ihm danach war, konnte er ihn jederzeit feuern, wieder in eine Zelle sperren oder ihn einfach hier in der Wüste sitzen lassen. Was sagte ihm denn, dass er nicht genau das tun würde, wenn Julian sich nicht bald bemerkbar machte? Verdient hätte Julian es vermutlich. Wenn er sich nun mal so aufführte wie ein Irrer, was hielt Charles davon ab, einfach ohne ihn zu verschwinden? Immerhin war es nicht so, dass diese Welt für ihre Güte und Freundlichkeit bekannt war. Für den Moment wusste Julian nicht einmal, ob er gefunden werden wollte. Sein Kopf schwirrte so sehr vor Erinnerungen, dass er kaum das Gefühl hatte, sich mit beiden Beinen in der Realität zu befinden. Edwards Geist, seine Stimme, sein Bild vor seinem inneren Auge, all das hatte sich so sehr in seinen Schädel gebrannt, dass es schwer war, die Illusion abzuschütteln, dass er sich direkt neben ihm hier in der Wüste befand. Unbewusst vor Kälte zitternd versuchte der Lockenkopf, seine Fassung wiederzugewinnen, so aufgelöst, dass er nicht einmal bemerkt hatte, dass Charles ihm nähergekommen war. Dass er ihn in der Dunkelheit tatsächlich auf Anhieb gefunden hatte, war beeindrucken, dennoch war es nicht Anerkennung, die den Jüngeren durchflutete, als er plötzlich herumgewirbelt wurde. Tatsächlich erstarrte der schmale Leib im ersten Moment und starrte Charles nur aus großen Augen heraus an, während er gereizte Worte auf ihn niederregnen ließ. Sein Kopf war für einen Moment nicht fähig, seine geisterhaften Erinnerungen von der Wirklichkeit zu trennen und Charles´ Standpauke rief zahlreiche Standpauken in Erinnerung, die Edward ihm gegeben hatte. Für einen Moment starrte Julian Charles beinahe angsterfüllt an, bis die Wirklichkeit durch seine Poren wieder zu ihm zurückdrang und sich anstatt Furcht Wut in ihm breitmachte. Charles´ spöttischer Tonfall, sein Unverständnis und seine Arroganz nagten an Julians Substanz.
„Ich bin weder blind noch taub, Charles, ich weiß, wo ich mich befinde“, zischte Julian wütend, aber mit gesenkter Stimme, ohne zu dem Warlord aufzublicken. Diese ganze Situation hätte doch so einfach vermieden werden können. Das ganze Drama hier war ein halber Tag Autofahrt nicht wirklich wert gewesen. Nun stand er hier zitternd und halbnackt im Dunkeln in der Wüste und stritt sich mit einem Mann, der ihm ohne großartige Probleme das Leben zur Hölle machen konnte. Seit Jahren hatte er mit niemandem außer Adrian über all das gesprochen, was damals vorgefallen war und wenn er ehrlich war, dann hatte er kein großes Interesse daran, die Geschichte wieder aufzuwärmen. Wer sagte ihm denn, dass Charles ihn verstehen würde, dass er nicht über ihn lachen würde? Bereits jetzt hatte er doch absolut kein Verständnis; er schien den gehetzten, angsterfüllten Ausdruck in Julians hellen Augen nicht lesen zu können. Im Gegensatz zu dem Warlord war Julian keinesfalls willens, einfach zum Wagen zurückzukehren und so zu tun als wenn nichts geschehen wäre, sodass Julian an Ort und Stelle verharrte und verbissen zu Boden starrte, während Charles´ giftige Worte auf ihn eindrangen. Julian fühlte sich klein und schäbig, wie ein Kind, was gescholten wurde, als wenn seine Erinnerungen, sein Trauma nichtig und unbedeutend wären. Sein Zittern baute sich zu einem zornigen Sturm auf, doch als er schließlich sprach, war seine Stimme leise und eiskalt.
„Halt den Mund“, zischte Julian leise ohne aufzublicken, dann noch einmal lauter, während er einen Schritt nach vorn trat und Charles vor die Brust stieß.
„Als wenn es hier nur darum geht, dass ich deinen Fetisch nicht teilen will, für wie oberflächlich und bescheuert hältst du mich eigentlich?!“
Julian merkte, wie seine Stimme zu immer schrilleren Höhen anstieg, wie die nächtliche Stille durch ihn gestört wurde. Vielleicht war es gefährlich, doch das war nichts, was der Lockenkopf im Moment noch kontrollieren konnte. Die Erinnerung an Edward hatte ihn gereizt und erschöpft zurückgelassen und Charles´ wütende Arroganz war nicht gerade Balsam für die Seele.
„Weißt du, was das Traurige ist? Ich hätte mich sehr gerne darauf eingelassen, auch wenn dein verwöhnter Arsch es gar nicht verdient hat, dass ich tatsächlich jede deiner Fantasien teile! Aber anscheinend ist die Idee, dass es nicht immer nur um dich geht, ja nicht ganz zu dir durchgedrungen!“
Irgendwie erwartete Julian, dass Charles ihn anschreien und schlagen würde, doch das war wohl mehr darauf basiert, dass die Erinnerung an Edward noch so frisch in seinem Schädel dämmerte. Wobei sein Verhalten es geradezu provozierte. Charles sollte lieber auf ihn wütend sein, als dass er ihm wohlmöglich noch für schwach und lächerlich hielt.
„Edward ist zufälligerweise nicht dein neuer Kosename. Ich-„
Julian spürte, wie sich ein Kloß in seinem Hals bildete und Tränen seine Kehle zuschnürten. Er würde doch nicht vor Charles in Tränen ausbrechen, das kam überhaupt nicht in Frage!
„Du willst das hier klären? Du willst wissen, was los war? Falls dich irgendetwas außerhalb deines verpassten Ficks überhaupt interessiert, gut, hör zu.“
Seine Hände hatte sich in dem Stoff von Charles´ Oberteil vergraben und selbst durch diesen geringen Kontakt musste Charles spüren können, wie der Lockenkopf am ganzen Körper zitterte vor Wut, Kälte und Angst.
„Das letzte Mal, als ich beim Sex keine Luft mehr bekommen habe, war eine dicke, fette Kette daran schuld, mit der ich an den Boden gekettet war. Ich war das Eigentum eines beschissenen Sadisten, ein ganz hohes Tier, so wie du.“
Bevor Charles irgendetwas erwidern konnte, hob Julian abwehrend eine Hand.
„Ich weiß, dass du nicht so bist, okay? Dass du das nicht vorhattest; aber das ändert nichts daran, dass es diese Erinnerungen wachgerufen hat, verstanden?“
Julians blaue Augen schienen für eine halbe Ewigkeit bohrend auf Charles zu liegen, dann erweichten sie sich und Hilflosigkeit legte ihre kalten Klauen um Julians ganzen Leib. Sein Griff an Charles´ Griff lockerte sich und die Kälte der Wüstennacht kletterte schließlich vollkommen in seine Glieder. Ohne seinen Zorn fühlte Julian sich klein und unwichtig.
„Ich hatte Angst“, presste Julian zwischen bläulichen Lippen hervor.
„Also bitte, lach mich aus, setz mich meinetwegen hier aus….“
Hilflos zuckte Julian mit den Schultern und umfasste seinen Körper mit seinen eigenen schmalen Armen, um ein wenig Wärme einzufangen.

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BeitragThema: Re: Beyond here lies Nothing   Do Mai 19, 2016 2:56 am

Dass Julian ihm jetzt auch noch so giftig entgegenkam war wohl der Gipfel von allem. Erst rannte er hysterisch aus dem Wagen heraus, reagierte nicht auf seine Rufe und kam ihm nun auch so?! Am liebsten hätte er ihm eine reingehauen, doch Charles wollte so etwas eigentlich vermeiden und wenn man so darüber nachdachte, dann wäre es schon ein bisschen zu krass, wenn er wegen so einer Sache noch Gewalt anwenden würde und dann war noch die Sache, dass er dem Blondschopf generell ungerne irgendwas antun wollte, warum konnte er sich immer noch nicht ganz erschließen, doch um sich damit auseinanderzusetzen würde er wahrscheinlich sich einen anderen Zeitpunkt aussuchen müssen als diesen.
Wie stur ein Mensch doch manchmal sein konnte, es war beinahe schon nervenraubend sich diese Tortur in der eisigen Kälte der Wüste anzutun! Und jetzt verbat er ihm auch einfach so den Mund, was fiel dieser kleinen Nervensäge eigentlich ein?!
„Ich höre ja wohl nicht richtig, jetzt darf ich also nicht einmal mehr meinen Mund aufmachen, ja so weit kommt es noch, dass du mir sagst, was ich zu tun habe! Ich kann reden so viel ich will!“, Charles zog seine Augenbrauen zusammen, verschränkte dabei demonstrativ die Arme vor der Brust. Langsam wurde das doch einfach nur viel zu lächerlich, das hier war kein Ort um irgendwas auszudiskutieren oder sich gar zu streiten. „Wenn du unbedingt auf einen Streit aus bist, bitte, dann streiten wir uns aber doch nicht hier, verdammte Scheiße nochmal, wieso weigerst du dich ins Auto zurückzugehen und- ich hab dich gar nicht für oberflächlich gehalten! Es ist aber nicht so, dass du mir eine Möglichkeit gibst, auch nur ansatzweise zu verstehen, was dein scheiß Problem ist. Und wenn es nicht die Sache ist, was denn dann? Kann ich Gedanken lesen?! Wenn ich es könnte, wäre ich zumindest ein klein wenig schlauer was mit dir los ist.“, langsam kaum der Warlord sich verarscht vor. Woher sollte er denn wissen, was das eigentliche Problem war und wenn es nicht der Sex war, was sollte ihn sonst so plötzlich gestört haben, immerhin war dies die einzige Änderung zu ihren herkömmlichen Ficks?
Langsam begann sein Schädel zu brummen, er wusste nicht einmal wieso er das sich so zu Herzen nahm und wieso es ihn so stark interessierte und störte, jeden anderen hätte es wahrscheinlich gar nicht gekümmert und schon gar nicht bei einer eigentlich völlig fremden Person, die ihm eigentlich schlichtweg egal sein sollte.
Wahrscheinlich wäre so vieles einfacher gewesen, wäre es Charles einfach egal gewesen, was mit dem Gelockten passiert wäre, wenn er seinen Wagen nicht verlassen und ihn hier verrotten gelassen hätte, doch allein der bloße Gedanke löste in ihm Unbehagen aus, dass er gar nicht mehr wagte, länger darüber nachzudenken.
Ach wie gerne der Dunkelhaarige diesen dämlichen Hintern einfach hochgehoben und zum Wagen getragen hätte, doch wahrscheinlich hätte jeder Vollidiot gesehen, dass das hier alles andere als hilfreich wäre und dass Julian ein gewaltiges Problem gerade zu haben schien, das erst beseitig werden musste, ehe er bereit war, die angenehme Wärme eines Autos gegen diese trostlöse Einöde einzutauschen. Der Warlord hatte sich bereits mental darauf eingestellt, dass einige seiner Körperteile wahrscheinlich später abfallen würden und irgendwie schien er auch gar keine andere Wahl zu haben, als sich mit der Kälte um sie herum zu arrangieren. Mit einem leisen, kaum hörbaren Seufzer lauschte er den Worten des Jüngeren und wollte sich bereits protestierend dagegen auflehnen, dass es ganz sicher nicht immer nur um ihn ging, hielt jedoch für einen Moment inne und gab Julian lieber die Möglichkeit weiterzureden, auch wenn er es nicht anders konnte, als ihn mit zornigen und vorwurfsvollen Blicken zu strafen.
„Oh, immerhin, ich finde nämlich nicht, dass mein Name so schrecklich ist, dass er durch einen anderen ausgetauscht werden soll. Das wäre ja noch zu witzig“, erwiderte der Ältere, unwissend, dass dieser Name mehr in sich trug als die Bezeichnung eines wildfremden Kerls, den der andere aus der Vergangenheit zu kennen schien. Aber wenigstens klärte er den unwissenden Warlord auf, der den Kleineren mit ernstem Blick musterte.
Seine Augen wanderten kurz auf die langen Finger, die sich in sein Oberteil gekrallt hatten. Sie waren kalt und zitterten, so wie wahrscheinlich der gesamte Leib des anderen und wer würde in dieser Kälte auch nicht zittern, auch wenn es anscheinend weitaus mehr Gründe zu haben schien.
Mit jedem Wort, das Julians Mund verließ, bildete sich in Charles‘ Kehle ein immer größerer Kloß und er blickte den anderen etwas hilflos an. Erst wollte er nicht wirklich dem glauben, was er da von sich gab, das klang zu krass und wahrscheinlich hätte er in seiner Position nie wieder auch nur ansatzweise mit irgendwem vögeln können, andererseits jedoch konnte er nicht erklären, wieso jemand über so etwas lügen sollte und die Körpersprache und die Blicke des Blondschopfes bestätigten nur, dass das hier keine Scheiße war, die er ihm da erzählte. Es tat ihm leid, natürlich tat ihm das leid, so etwas hatte er nicht verdient und Charles fühlte sich im selben Schlag schlecht, dass er so etwas überhaupt initiiert hatte, doch er hätte doch niemals irgendetwas so Demütigendes getan, er würde nicht einmal im Traum darüber nachdenken, solch schlimme Dinge zu tun! Traute er ihm etwa so etwas zu? Glaubte er etwa, dass er auch so ein Exemplar war, das seine Fickpartner misshandelte?
Er wollte das klarstellen, wollte ihm erklären, dass er so etwas niemals tun würde, doch Julian kam ihm zuvor, schnitt ihm das Wort ab, noch ehe er eines über die Lippen bringen konnte und bestätigte zumindest, dass er nicht so schlimm über ihn dachte.
Es war eine seltsame Situation, besonders für Charles, der nicht einmal ansatzweise mit solchen Dingen klarkam, er hatte nie über ernste Themen mit jemanden gesprochen und schon gar nicht über irgendwelche persönlichen Ereignisse, sodass die Wahrscheinlichkeit, dass er etwas Dummes oder Unangebrachtes von sich geben würde, sehr wahrscheinlich war. Vielleicht würde Julie es ihm irgendwie verzeihen.
„Ist doch nichts dabei Angst zu haben. Scheiße, ich würde dich nicht hier versauern lassen oder mich totlachen wegen sowas. Ich mag vielleicht ein Arsch sein, aber so ein Riesenarsch bin ich dann auch wieder nicht!“, entgegnete der Ältere abwehrend. Es wunderte ihn ein wenig, dass der Kleinere wirklich so über ihn dachte oder gar befürchtete, dass er so etwas tun würde, dabei musste es wohl langsam auf der Hand liegen, dass ihm etwas an dieser Nervensäge lag. Sonst würd er wohl kaum sein Leben in der Wüste riskieren.
„Das ist eine echt beschissene Situation und wer auch immer das mit dir gemacht hat…ich hoffe, dass er irgendwo gerade jämmerlich verreckt. Ich werde dich in keine dämlichen Ketten legen und dich bestimmt nicht erwürgen und wenn diese Sache irgendwas von damals in dir hervorruft, dann scheiß doch drauf, ich kann auch ohne, ging bis heute doch auch ganz gut. Du liegst nämlich ein bisschen im Unrecht, denn es geht nicht nur um mich, sonst würde ich dir wohl kaum öfter die Kontrolle überlassen und dich schon gar nicht meinen Wagen fahren lassen! Und ich wäre nicht so blöd gewesen und hätte dich in einer endlosen Wüste in der tiefsten Nacht gesucht und dabei riskiert, dass wir nie wieder zurückfinden.“, seine Lippen formten ein schiefes Lächeln. „Und du hältst mich für oberflächlich und egoistisch! Hah! Ich wage zu behaupten, dass ich das Gegenteil hiermit bewiesen habe! Aber Spaß beiseite. Du bist bei mir sicher, okay? Ich werde dir nichts aufzwingen, was du absolut hasst und nicht willst, das möchte ich nicht.“, Charles wagte sich einen kleinen Schritt an Julie voran, in der Hoffnung, dass er ihn nicht plötzlich von sich stieß, ehe er seine Arme langsam um den schmalen, zitternden Körper schlang. Gott, er hatte es einfach so gar nicht drauf mit diesem emotionalen Kram. Er wusste nicht mal, ob der Gelockte so viel Nähe überhaupt wollte. „Siehst du, auslachen ist das Letzte, woran ich gerade denke.“, er drückte den Körper noch ein wenig stärker an seinen um ihm wenigstens ein bisschen Wärme zu spenden. „Weißt du, mein Körper ist nur ein Vorgeschmack wie gut es doch im Auto ist. Du musst auch keine Sorge haben, dass ich mich irgendwie an dich ranschmeiße, reine funktionale Körperwärme und wenn du die nicht willst, kannst du die ganzen Decken oder so haben, die halten auch warm. Ich bin dir was schuldig, nachdem ich unbewusst verletzt habe und so.“

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BeitragThema: Re: Beyond here lies Nothing   Do Mai 26, 2016 4:05 pm

Eigentlich hatte Julian gar keine Ahnung, was er an dieser Stelle von Charles erwartet hatte. Zu leugnen, dass sich die Sache zwischen ihnen in mehr als eine Arbeitsbeziehung verwandelt hatte, wäre unehrlich gewesen, Julian wusste das. Wenn es anders wäre, hätte er dem Warlord nicht seine Bürde anvertraut, seinen Schatten, den er immer mit sich herumtrug und der ihn mal mehr, mal weniger belastete. Der Größere war kein schlechter Kerl, ganz sicher nicht, doch hatte er Lust darauf, aus einer gesunden sexuellen Beziehung mehr zu machen? Wenn sich diese Frage irgendwann irgendwo entscheiden musste, dann hier und jetzt. Julian hatte den Kopf gesenkt und blickte auf die undurchdringliche schwarze Masse, die der Sand unter seinen Füßen in der Dunkelheit darstellte. Wenn Charles entschied zu gehen, dann wollte er es nicht sehen. Wenn er angewidert oder enttäuscht war, dann wollte Julian es nicht auf seinem Gesicht lesen müssen. Immerhin hörte er kein Geräusch von Schritten und er hörte kein Lachen, seine beiden größten Ängste hatten sich also nicht bewahrheitet. Er atmete tief ein und begegnete Charles´ Blick, der zwar etwas empört, aber durchaus mitfühlend wirkte. Erleichterte Wärme durchfloss den schmalen Körper des Lockenkopfes und vertrieb für eine Weile die endlose Kälte, die langsam aber sicher ein Teil seines Körpers zu werden schien.
„Ein Arsch bist du wirklich manchmal, da hast du recht“, gluckste Julian verhalten, versicherte Charles aber mit einem schiefen Lächeln, dass er nur seinen Witz aufnahm und ihn nicht etwa weiter beleidigen wollte. Die blauen Augen hatten das kantige Gesicht des Warlords nun mehr fest fixiert, wollten nicht davon ablassen, während Charles sprach.
„So viel ich weiß lebt er leider noch….Aber ich habe ihm sein Leben zum Abschied noch etwas unangenehmer gemacht“, eröffnete er Charles und konnte ein wenig Stolz in seiner Stimme nicht vermeiden. Es war gefährlich und unsagbar dumm gewesen, was er damals getan hatte, aber noch nie hatte sich etwas besser angefühlt als das Blut dieses Psychos in seinem Rachen. Auch, wenn Charles´ Worte nach alten Maßstäben nicht besonders romantisch waren – in der Nacht und in der Kälte, in der Einsamkeit, die sich langsam zur Zweisamkeit entwickelte, fühlte Julian sich irgendwie….gerührt von Charles´ Worten.
„Ist ja schon gut, du bist der Ehemann des Jahrhunderts! Man muss doch nicht mal egoistisch sein, um sich mit meinem Scheiß nicht herumplagen zu wollen. Ich mein, woher hätte ich denn wissen sollen, dass du-„
Julians Redeschwall wurde unterbrochen, als Charles ihn plötzlich in eine Umarmung zog. Überrascht weiteten sich die hellen Augen ein wenig, dann zuckte ein Lächeln in Julians Mundwinkeln auf. Die Umarmung war warm und rief ihm erst wieder in Erinnerung, wie eisig die nächtliche Wüste eigentlich war, sodass Julian nicht protestierte, als sich der Griff etwas verstärkte. Seine Finger zitterten und waren so kalt, dass er sie kaum noch bewegen konnte, dennoch schaffte er es irgendwie, seine Arme um Charles´ Oberkörper zu schlingen und die Umarmung zu erwidern. Dem Warlord jetzt das Gefühl zu geben, dass seine Nähe nicht erwünscht war, wäre grauenvoll gewesen und Julian wollte, dass der Warlord sich bewusst darüber war, dass er seine Mühen wertschätzte. Er war tatsächlich der erste seit Adrian, den er in die ganze Sache eingeweiht hatte und er hatte ihn nicht ausgelacht oder ihn sitzen lassen.
Julians ganzer Körper presste sich gegen die wohlige Wärme, die Charles ausstrahlte. Wie viel Grad es wohl waren? Sicherlich im Minusbereich. Was hatte er sich nur dabei gedacht, hier ohne Schuhe und Shirt herumzuirren? Er war so ein Idiot.
„Oh Gott, es ist so kalt, wieso bin ich so ein Idiot?“, verlieh er seinen Gedanken Ausdruck und fragte sich, wie er zurück zum Auto kommen sollte, wenn er gerade nicht einmal ansatzweise loslassen wollte. Der Gedanke an das gut beheizte Innere des Wagens ließ ihn jeden hastigen Schritt verfluchen, den er davon fortgestolpert war.
„Wir sind nicht komplett verloren, oder? Du weißt noch, wo der Wagen ist?“, fragte Julian hoffnungsvoll und löste sich aus der Umarmung des Größeren. Er wagte einen Blick in die Richtung, aus der er gekommen war und konnte entfernt das Licht des Wagens erkennen.
„Lass uns rennen, sonst erstarre ich hier gleich zur Eistatue.“
Mit diesen Worten setzte Julian sich in Bewegung, stolpernd erst, dann ein angenehmes Tempo findend. Die körperliche Anstrengung konnte die Kälte nicht wirklich vertreiben, aber immerhin war er schneller wieder am Wagen. Da Charles sowohl Beleuchtung als auch die Heizung angelassen hatte, schlug Julian ein Schwall an warmer Luft entgegen, als er die Wagentür aufzog. Als Charles mit ein wenig Abstand ebenfalls am Wagen ankam, hatte Julian sich schon drei Paar Socken über seine tauben Füße gezogen und ein Shirt. Selbst jetzt konnte er seine Gliedmaßen kaum spüren. Erwartungsvoll hob er die Decken ein wenig an, sodass Charles sich zu ihm legen konnte und drückte sich nach an den fremden Leib. Während das Leben mit einem unangenehmen Prickeln in seine Glieder zurückkehrte, horchte er auf den Herzschlag des Warlords.
„Danke fürs Zuhören“, murmelte Julian schließlich nach einiger Stille und drückte seine Locken unter das Kinn des anderen.

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Mrs Lovett
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BeitragThema: Re: Beyond here lies Nothing   Mi Jun 29, 2016 3:09 pm

Erleichterung hatte sich im Herzen des Warlords breitgemacht. Natürlich hätte er in Anbetracht der momentanen Situation es respektiert, hätte Julian kein Interesse an seiner Nähe gehabt und wenn sie Abstand zwischen den beiden Körpern gelassen hatten, auch wenn es die Nacht wahrscheinlich etwas unangenehmer gemacht hätte. Doch der Blondschopf hatte sich gegen diese Distanz entschieden und Charles war innerlich sehr froh darüber, dass er seine Arme um den schmalen Leib schlingen konnte, um ihn noch ein wenig näher an sich zu drücken.
Die Worte des anderen erwiderte er mit einem zufriedenen Brummen, ehe ihm die Augen zufielen und er in einen traumlosen, angenehmen Schlaf fiel.
Wahrscheinlich war es gut so, dass diesen Abend nicht mit weiteren Worten und Erklärungen ausschmückten. Es war untypisch für ihn so positiv über jemand anderen zu sprechen, fast schon ein wenig unangenehm und er wusste, dass aus dem sonst so wortgewandten Warlord schnell ein unbeholfener Typ wurde, der erst vor wenigen Tagen gelernt hatte zu sprechen, allerdings tat es gut zu wissen, dass Julian ihn dafür nicht verurteilt hatte. Auf der anderen Seite war er bis jetzt auch niemand gewesen, der sich von der verletzlichen Seite gezeigt hatte, geschweige denn ihm jemals etwas aus seiner Vergangenheit erzählt hatte. Und das hatte ihn eigentlich auch nie wirklich gestört, weil er nie wirklich über solche Dinge nachgedacht hatte, doch nun schien es ihn noch weniger zu stören, dass beide sich auf einer rein emotionalen Basis etwas näher kamen, solange sich niemand in ihre Angelegenheiten einmischte!

Der Dunkelhaarige war früher wach geworden, die Sonne ging immer ein bisschen früher auf als erwünscht und der in der Nacht abgekühlte Wagen begann langsam aber sicher sich aufzuwärmen und beide wussten wohl, dass in weniger als einer Stunde dieser Kasten der Hölle gleichen würde, der man nicht entfliehen konnte. Doch noch genoss Charles die eher angenehme Wärme des Jüngeren, die Decke, die sie zur Hälfte bedeckte, dabei den Gelockten eine Weile lang stumm musternd. Er war wirklich froh ihn mitgenommen zu haben, mit keinem anderen hätte er solch einen Spaß gehabt, da war er sich mehr als nur sicher und es war ganz sicher nicht nur der Sex, den er hier meinte!
Die ganze Art des Jüngeren schien ihn irgendwie magisch anzuziehen, er konnte nicht ganz verstehen wie es überhaupt möglich war jemanden plötzlich so gern zu haben, zweifelte jedoch seinen Verstand in diesem Moment keine Sekunde lang an- seine Entscheidungen waren bis jetzt immer gut gewesen, wieso sollte dann also die stark ausgeprägte Sympathie diesem Laufburschen plötzlich nicht richtig sein? Nun gut, manchmal fragte er sich schon, ob es irgendwie eine von Julians Techniken war, ihn irgendwie um den Finger zu wickeln, ohne dass er es wirklich mitbekam, immerhin hatte das bei anderen wohl auch perfekt geklappt, doch spätestens seit gestern Nacht war er mehr als nur überzeugt, dass es nicht nur ein kleines Spiel war, was der Blonde mit ihm abzog und dass er sein Vertrauen nicht bereuen würde.
Bereuen musste ohnehin niemand von ihnen irgendetwas- es war kein peinliches Schweigen zwischen ihnen aufgetreten, sie mussten sich auch keinem unangenehmen Gespräch stellen, das noch einmal erklären sollte, dass sowas, was gestern in der Wüste geschehen war, eigentlich nicht ihr Stil war oder nichts, was irgendwie zu ihnen passte. Wahrscheinlich war beiden bewusst, dass sie sich nicht zu verstellen brauchten und dass sie nicht so tun mussten, als wären sie unantastbarer als sie eigentlich füreinander waren. Charles hatte sich jedoch immer noch ein wenig schuldig gefühlt, sodass er Julie erneut- wenn auch mit Widerwillen- das Steuer überließ, um anschließend ein wenig überfürsorglich seine Fahrtechnik zu kritisieren.
Die restliche Fahrt hatte sie nicht einmal einen Tag gekostet- sie hatten sie aufgemacht, als die Sonne noch nicht erbarmungslos auf ihre Häupter schien und ihre Haut verbrannte und kamen zur späten Nachmittagssonne am besagten Treffpunkt. Es war immer derselbe gewesen, in all den Jahren, wo er sein eigenes kleines Reich erbaut hatte, man konnte es bereits mehrere Meilen entfernt erkennen, an den seltsamen Kunstwerken aus verschrottetem Metall, das besonders im Sonnenlicht penetrant reflektierte und für jeden Idioten zu finden war. Eine schlaue Lösung, sollte man sich nicht sicher sein, wo genau in dieser gottverlassenen Wüste sich der Treffpunkt befand.
Der Sand war hier eingetrockneter Erde gewichen und seit Jahrzehnten eingetrocknete Bäume und Gestrüpp erstreckten sich auf einer großen Fläche, die für einige Tage ihr Aufenthaltsort sein sollte. Ein Wunder, dass es überhaupt noch Orte gab, wo der Sand sich nicht breit gemacht hatte.
"Weiter vorne ist ein großer Platz, wir befahren ihn nicht, wir richten unser Lager etwas weiter außerhalb aus, ich möchte wenigstens meine Nächte in Ruhe verbringen. Außerdem vertraue ich ihnen kein bisschen. Fahr jetzt einfach etwas weiter rechts.", er lotste Julian zu dem richtigen Platz, ehe sie endlich die Motoren ausschalten konnten. "Wahrscheinlich sind wir nicht die ersten, wäre auch zu schön, jedoch sind wir momentan noch unter uns, das bedeutet ich kann dich in meine Pläne einweihen und dir erklären, wie dieser Mist hier abläuft. Folgenedes.", er hob einen Finger, ehe er sich vom Blondschopf abwandte und in seinem Handschuhfach herumkramte. "Waffen sind nicht erlaubt, das habe ich dir bereits gesagt und dass sich niemand daran hält, ist sicherlich auch klar. Die hier sind für den Notfall, sollte eine Schießerei anfangen, rennst du zum Wagen und nimmst dir die hier. Ich habe noch einige schwerere Geschütze unter der Verkleidung, hinten auf der Rückbank, für den Fall, dass ein Magazin davon nicht ausreicht. Verstanden?", sein Blick ruhte ernst auf den blauen Augen des anderen, ehe er die Waffen verstaute und sich seine Miene im nächsten Moment erhellte. "Außerdem habe ich dich mitgenommen, damit du unter anderem das tust, was du am besten kannst- Informationen aus ihnen herauspressen. Nicht aus allen, eigentlich brauche ich nur eine Person, allerdings ist sie ziemlich hart zu knacken, vertrau mir, ich hab schon vieles versucht und das haben andere auch. Ihr Mund ist so lose und sie redet so viel, doch nichts davon hat auch nur ansatzweise Relevanz. Du bekommst jeden weich, ich bin mir sicher, dass du sie gefügig machen kannst. Sei nur vorsichtig, ich warne dich- in einem Moment glaubst du, du hast sie um den Finger und im nächsten stellt sich heraus, dass genau das Gegenteil der Fall ist und sie lockt dir Informationen heraus. Sie ist das Schlimmste, was mir unter die Augen gekommen ist.", allein der bloße Gedanken an die langen, blonden Locken...sie war wohl die Einzige, die ihm je das Gefühl gegeben hatte, sich wie ein Kind zu fühlen, er konnte nicht einmal sagen, wie sie das machte.
"Du wirst sie schnell erkennen. Deine Aufgabe wird es sein sie zu studieren, beobachte sie dabei, was sie tut, wie sie sich bewegt, wie sie spricht, vielleicht findest du irgendwelche Schwachstellen oder Vorlieben heraus, die ich niemals gefunden habe. Sieh nur zu, dass sie nicht merkt, dass du sie beobachtest. Und sei nicht zu überzeugt von dir, wenn ich sage, dass das wohl die schwierigste Person ist, die ich je getroffen habe, dann meine ich das todernst!", er konnte sich vorstellen, wie Julian über seine Warnungen hinwegsah und so überzeugt von sich selbst war, dass es in einem Desaster enden würde, doch Charles hatte Vertrauen in das Können des Kleineren und er hoffte, dass es ihm gelingen würde, wenigstens ein bisschen hilfreiche Informationen aus ihr zu saugen. Auch wenn der Gedanke, dass er mit ihr vögeln müsste, ihn nicht sonderlich geheuer war. "Sie heißt Grayce, sie ist ein Warlord weiter südlich von uns.", fügte er anschließend trocken hinzu, öffnete die Tür seines Wagens um endlich auszusteigen, gefolgt vom Gelockten.
Wie er bereist erwartet hatte, waren sie nicht die ersten gewesen, man konnte den Lärm in der Einöde schnell ausmachen, Stimmen, Motoren, Lachen und auch Geschrei- ohja, es waren nicht zu wenige, die sich hier versammeln würden, nach seinem Geschmack waren es fast zu viele. Einige von ihnen würden in der Nacht wahrscheinlich ausgelassen feiern und sich vergnügen, doch das würde nur den Verstand einschränken, die Auffassungsgabe vermindern und zu Ärger führen, den sie dieses Mal hoffentlich vermeiden könnten. Es war eine Seltenheit, dass sie alle in Frieden ihrer Wege gingen, es gab immer mindestens eine Schießerei. Auf ihrem Weg trafen sie auf andere Wagen, einige größer, andere kleiner. Menschengewirr von erst angekommenen Leuten und jenen, die noch irgendwie ihr Lager ausbreiten wollten, andere waren- wie Julian und Charles- auf dem Weg zum zentralen Treffpunkt. "Es würde mich übrigens nicht wundern, wenn einige dieser Gesichter dir bekannt vorkommen würden. Keine Sorge, keine von deinen vergangenen Aufträgen, ich wollte dich ganz sicher nicht hier ermorden lassen von denen.", seine schmalen Lippen formten ein belustigtes Lächeln. Er hatte hier und da den Leuten zugenickt oder ihre Grüße erwidert bis sie endlich am Ziel angelangt waren und sich auf viele provisorische und vor allem staubige Hocker setzen konnten. Komfort war sicherlich etwas anderes, doch sie hatten sich hier einen netten Kreis erbaut, sie hatten sogar es geschafft irgendwie einen Tisch zu erbauen, wo irgendwelche Dokumente oder andere Dinge überreicht und vorgestellt werden konnte. Es war erstaunlich wie gut sie eigentlich alle gemeinsam arbeiten konnten, sie hätten wahrscheinlich schon lange einen wunderbaren, überall intakten Staat gründen können, doch stattdessen befanden sie sich im Krieg.
Charles nahm Platz, deutete auf den Sitz neben sich.
Langsam wurde es immer voller und lauter, die Plätze neben ihnen waren bereits belegt und eigentlich konnten die Gespräche und Verhandlungen beginnen. Charles hatte mit einigen noch eine Rechnung offen, mit anderen hingegen wollte er gerne handeln. Er wusste, was wichtig für ihn und seine Leute waren. "Vergiss nicht, konzentriere dich auf dein Ziel.", wisperte er dem Jüngeren leise entgegen, dabei den Blick auf eine hübsche, desinteressiert wirkende Frau richtend. Grayce. Verdammt sollte diese Frau sein.

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Beyond here lies Nothing
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