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 I want your blood

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Kauzi
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BeitragThema: I want your blood   Sa Jan 26, 2013 9:12 pm

Wie wenig Lust er doch auf dieses Wochenende hatte. Die letzten Monate hatte er seine Wochenenden lieber mit Garret verbracht, so ungern er das auch zugab, aber er mochte den Kriminellen mittlerweile recht gerne, und auch, wenn er momentan keinen Prozess für ihn gewinnen musste, war er mit ihm in Kontakt geblieben und sah ihn beinahe jeden Tag. Aber dass der Schotte auch noch Zeit mit ihm verbringen wollte war wohl ein Zeichen dafür, dass er die „Beziehung“ auch so guthieß, und dass das, was sie hatten –was auch immer genau das war- auch weiterlaufen würde. In seiner eigenen Wohnung war er irgendwie immer seltener in letzter Zeit, und wenn, dann nicht alleine, aber seine Freizeit verbrachte er fast lieber bei Garret in seiner kleinen, etwas chaotischen Wohnung. Seine Arbeitskollegen hatten vermutlich schon eine Ahnung, was zwischen dem Anwalt und seinem Klienten lief, schenkten ihm auf der Arbeit hin und wieder abfällige Blicke und Tuschler, aber ihm war das alles ziemlich egal, so lange er abends zu dem Schotten fahren konnte und dort seinen Dampf ablassen konnte. Umso weniger freute er sich auf das kommende Wochenende, denn dann musste er auf Geschäftsreise, irgendeine langweilige Tagung in Dover. Zwei Tage lang mit langweiligen Juristen auf einem Fleck hocken, Gespräche über Gespräche, die ihn eigentlich kaum interessierten, und auf Sex musste er ganz sicher auch verzichten. Er stieß ein leises Stöhnen aus, warf seine Arbeitstasche auf die Couch. Er hatte Gary schon vor Tagen Bescheid gesagt, dass er dieses Wochenende nicht mit ihm zu rechnen brauchte, dass er ihm vielleicht mal eine nette SMS schreiben durfte, aber er nicht so schnell eine Antwort erwarten brauchte. Begeistert war er davon nicht gewesen. Doch Lawrence konnte es nicht ändern, das war nichts, mit dem er sich mit einer fadenscheinigen Ausrede hinausziehen konnte, sonst hätte er seinen Chef wohl doch etwas verstimmt.
Er zog sein Smartphone aus der Tasche, sich in die Küche begebend, um sich etwas zum Abendessen zu machen, ganz routiniert Garys Chatfenster öffnend.
“Keinen Bock aufs Wochenende, würde lieber bei dir bleiben und vögeln.
Er grinste leicht, das Handy in die Tasche steckend und mit dem Kochen beginnend. Er würde sich heute vermutlich früh ins Bett verkrümeln, auf einen sexlosen Abend hatte er wenig Lust. Aber dann war er wenigstens ausgeschlafen für das langweilige Wochenende. Er beobachtete die Pfanne beim Brutzeln, hob den Kopf, als er meinte, ein Geräusch im Wohnzimmer zu hören, welches jedoch nur schwach gegen das Summen des Radios zu ihm durchdrang. Ein leichtes Grinsen wanderte auf sein Gesicht, hatte Gary sich mal wieder überlegt, kurzerhand durch sein Fenster einzusteigen? Wer sollte sonst um diese Zeit in seinem Apartment herumgeistern? Er schob die Pfanne von der heißen Herdplatte herunter, mit verschränkten Armen ins Wohnzimmer schlendernd.
„Wolltest du mich doch noch-„
Er hielt mitten im Satz inne, sein Körper versteifte sich, als er eine hochgewachsene Gestalt mit dunklen Haaren erkannte, die ganz sicher nicht Garret war. Seine Hand griff zu seiner Hosentasche, um die Polizei zu rufen, seine Augen huschten herum, nach irgendeiner Waffe suchend.
„Wer sind Sie, Sie haben hier nichts zu suchen!“, stieß er mit scharfer Stimme aus, konnte sein Handy nicht mal mehr bis zum Ohr führen, als die Gestalt auf einmal genau vor ihm stand. Er riss die grauen Augen auf, der blasse Einbrecher schien sich kaum bewegt zu haben. Wie konnte er ihm jetzt genau gegenüberstehen, einen eiskalten Griff um sein Handgelenk legen? Der Fremde drückte zu, scharfer Schmerz schoss durch sein Handgelenk und er ließ das Smartphone fallen, einen spitzen Schmerzenslaut ausstoßend. Der Fremde ragte dunkel und bedrohlich vor ihm auf, das konnte kein normaler Einbruch sein. Ein dunkles Knurren entwich dem anderen, der Anwalt wollte zurückweichen, aber der andere ließ ihn nicht.
„Was zur Hölle ist hier los?“, zischte er, konnte die Angst nicht unterdrücken, die auf einmal kalt von seinem Körper Besitz ergriff. Die Hand des Eindringlings schloss sich ruckartig um seine Kehle, schnürte ihm die Luft ab.
„Es ist Zeit fürs Abendessen….“, drang die dunkle Stimme des anderen an seine Ohren, jagten ihm einen Schauer über den Rücken und ließen ihn an wahre Horrorszenarien denken. Erlaubte sich hier etwa jemand einen Scherz mit ihm? Aber der Schmerz, der plötzlich durch seinen Hals zuckte, konnte kein Scherz sein. Er schrie auf vor Schreck, wobei sich der Schmerz im ersten Moment sogar noch in Grenzen hielt. Es war eher eine trübe Schläfrigkeit, die ihn auf einmal packte, dass er in den Armen des Einbrechers zusammensackte. Sein eigener Herzschlag klopfte ihm laut in den Ohren wieder, seine Kraft schien mit jeder verstreichenden Minute schwächer zu werden. Das hier konnte nicht die Wirklichkeit sein, das musste ein böser Alptraum sein. Vielleicht hatte Gary ihm irgendwelche Drogen untergejubelt, weil er es lustig fand, ihn dabei zu beobachten, wie er die Nerven verlor. Der Gedanken an den Rotschopf rüttelte einen letzten Widerstand in ihm wach, holte ihn aus seinem schläfrigen Dämmerzustand zurück. Wenn dieser Widerling ihm einfach in den Hals biss, dann konnte er das auch. Er riss sich von dem anderen los, in die Hand beißend, die ihn wieder gegen die Wand drücken wollte. Der Geschmack von metallischem Blut stieg ihm in den Mund und er spuckte es angewidert wieder aus. Er wollte sich losreißen, aber der Blutverlust hatte ihn geschwächt, er stolperte, fiel der Länge nach hin und schon war der Einbrecher wieder über ihn, drehte ihn grob herum und hockte sich über ihn. Das Grinsen, das er ihm schenkte, entblößte blutverschmierte, spitze Zähne.
„Du willst also Blut lecken, ja? Dann schluck mal schön“, knurrte er ihm dunkel entgegen, ihm die blutende Hand an die Lippen drückend, sodass Lawrence keine Wahl hatte als zu schlucken, das widerliche Blut, das seine Kehle hinunterrann. Für einen Moment schien es ihm sogar zu schmecken, aber der Moment war schnell wieder verflogen, als brennender Schmerz durch seine Eingeweide schoss. Er krümmte sich keuchend, zusammen, das drückende Gewicht des Einbrechers löste sich von ihm, aber er konnte sowieso nicht mehr aufrichten, die Qual fesselte ihn an den Boden. Er krümmte sich keuchend zusammen. Ein leises Würgen ausstoßend.
„W-Was hast du mit mir gemacht?!“, stieß er schrill aus, die Finger in seiner Magengrube vergrabend. In seinem Kopf wurde es immer wieder schwarz, der Fußboden wirbelte vor seinen Augen hin und her. Der Fremde beugte sich nah über ihn, doch der Dunkelhaarige bemerkte es kaum, nur, dass seine Stimme auf einmal so nah an seinem Ohr erklang, war ein Hinweis darauf.
„Ich hab dir ein Geschenk gemacht, du bemitleidenswerter Penner“, zischte er, irgendwie belustigt, bevor er zu verschwinden schien. Lawrence bekam schon gar nichts mehr mit, seine Fingernägel zogen Kratzer in das Parkett, während sein Körper etwas durchzumachen schien, das er nicht verstand. Solchen Schmerz hatte er noch nie in seinem ganzen Leben erfahren. Er konnte nicht einmal einen einzigen klaren Gedanken fassen, was hier mit ihm passierte. In den ersten Stunden hatte er noch gedacht, es wäre Tollwut, ohne, dass er wusste, wie sich das eigentlich auswirkte, aber er war mehr und mehr davon überzeugt, dass es sich um etwas anderes, viel abwegigeres handelte. Die Fugen, die seine Fingernägel zogen, schienen immer tiefer zu werden, die Innenseite seiner Wangen aufgerissen von Eckzähnen, die plötzlich spitz und rasiermesserscharf zu sein schienen wie die seines Angreifers. Das konnte doch alles nicht die Wirklichkeit sein. Aber der Schmerz belehrte ihn eines besseren. Er wusste nicht, wie lange er schon hier auf dem Boden gelegen hatte, bis der Schmerz langsam weniger wurde, zu einem Pochen abflaute, das durch seinen ganzen Leib wummerte. Es fühlte sich an, als wenn er gestorben wäre. Seine Hand streckte sich nach dem Handy aus, das neben ihm auf dem Boden lag, hielt jedoch inne, als sein Blick auf die spitzen Fingernägel fiel, die auf einmal an seinen Händen waren. Er stieß ein Jaulen aus wie von einem gequälten Tier, sich eilig das Handy schnappend. Es war bereits morgens, er hatte die ganze Nacht hier gelegen und sich auf dem Fußboden gekrümmt. Sein Blick fiel auf das kleine unauffällige Nachrichtensymbol in der oberen Ecke des Bildschirms. Mit einem Wimmern warf er das Gerät gegen die Wand, sah zu, wie es auseinandersprang. Alles um ihn herum schien so scharf, die Gerüche schlugen nahezu auf ihn ein. Taumelnd erhob er sich, zur Eingangstür hinüberwankend und sie mit zitternden Fingern abschließend. Er hatte keine Ahnung, was mit ihm passiert war, und wenn seine grauenvolle Ahnung wahr war, dann wollte er sich niemandem nähern. Er wollte zu seinem Schlafzimmer huschen, aber das schwache Sonnenlicht, das durch das Fenster hineinfiel, ließ ihn zurückschrecken. Nur mit äußerster Mühe schaffte er es, sich zum Fenster vorzuarbeiten und die Rolladen herunterzulassen. Erschöpft ließ er sich an der Wand hinuntersacken, blieb in der Ecke des Zimmers sitzen. Er wollte allein sein, denn der Hunger, den er nach seinem Erwachen langsam in ihm anschwellen spürte, wurde von Minute zu Minute nagender. Er fühlte sich geschwächt, er hatte etwas zu essen aus dem Kühlschrank holen wollen, aber das aufgewärmte Essen hatte wie Pappe geschmeckt. Frustriert hatte er alle Rolladen hinuntergelassen, hatte gewütet und geschrien, bis er keine Kraft mehr hatte und sich in seinem Schlafzimmer verkrochen hatte. Er wusste nicht, wie er es am ersten Tag des Wochenendes geschafft hatte, in seinem Zimmer zu bleiben, es hatte ihn alle Überwindung gekostet, die er besaß, und als der Sonntag anbrach, war er schon zu schwach, um sich irgendwo hin zu bewegen. Der Hunger war immer noch da, nagend, aber er konnte sich nicht mehr aufrichten, seine Muskeln fühlten sich an wie Blei. Was sollte jetzt passieren? War er-? So einen Quatsch durfte er nicht einmal denken. Was würde mit Garret sein? Der Gedanke an ihn ließ ihn sich an seinem Verstand festhalten, während das Wochenende langsam verschwamm und in den Montag überging. Die Sonne drang zwar nicht mehr in sein Zimmer, aber selbst die schwachen Strahlen, die durch die Ritzen der Rolladen drangen, schienen in seinen Augen zu brennen. Hin und wieder hörte er Schritte donnernd und laut über ihm, aber nun war das erste Mal, dass ihm auch der Geruch von Blut in die Nase drang. Er konnte das Pochen eines Herzen hören, lauter sogar noch als das Geräusch der Türklingel und das anschließende Knacken eines Dietrichs. Urplötzlich weiteten sich seine grauen Augen, er stieß einen spitzen Schrei aus. Gary sollte nicht herkommen, er hatte doch keine Ahnung, was er tun würde.
„Verschwinde, verpiss dich, Gary!“, brüllte er mit heiserer Stimme. Er wollte nicht, dass Garret ihm zu nahe kam, er spürte beim Geruch des Blutes wieder den Hunger in sich aufsteigen. Aber der Rotschopf schien nicht hören zu wollen, er hörte seine Schritte in der Wohnung, wie sie langsam auf sein Schlafzimmer zukamen.
„Bitte geh weg!“, stieß er verzweifelt aus, im nächsten Moment zusammenzuckend, als Gary das Licht im Schlafzimmer anknipste. Er stieß ein gequältes Zischen aus, vergrub den Kopf zwischen seinen Armen.
„Mach das aus, sofort!“, stieß er peinvoll aus, sich enger zusammenrollend. Das elektrische Licht drang rot durch seine Augenlider, bereitete ihm beinahe körperliche Schmerzen. Sonst hatte die Nähe des Rotschopfes in ihm immer für eine ausgeglichene Ruhe gesorgt, aber dieses Mal dominierte die schiere Angst, dass er den anderen im nächsten Augenblick anspringen konnte, und er wollte um jeden Preis vermeiden, dass er dem anderen etwas antat.

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Mrs Lovett
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BeitragThema: Re: I want your blood   Sa Jan 26, 2013 11:15 pm

Einen Nachmittag lang auf seinen Sex verzichten war eine Sache, doch nun ein ganzes Wochenende nicht vögeln zu können….das war nun wirklich nicht die feine englische Art und das sollte besonders Lawrence bewusst sein! Aber nein, er verpisste sich auf eine seltsame Tagung oder was auch immer…ein ganzes Wochenende lang!
Gary war alles andere als begeistert von diesem ganzen Quatsch, seit der Ältere seinen Fall übernommen hatten, wurden die Tage, die sie nicht mehr gemeinsam verbrachten, immer kürzer und irgendwie genoss der Rotschopf die Anwesenheit des Anzugträgers und sie schienen wohl mehr als nur guten Sex gemeinsam zu haben, dass sie in der Zeit immer noch ganz gut miteinander auskamen. Eines Tages würde er es sogar vielleicht schaffen, dass Lawrence seinen dummen Job endlich aufgeben würde, wenigstens geschah es immer seltener, dass er seine snobistische Wohnung besuchen musste und viele kleine Nummern eher in seinem Zuhause geschoben wurden, wenn es nicht gerade ein öffentlicher Platz oder sein Büro waren. Das Leben schien also tatsächlich eine positive Wendung gewonnen zu haben, schließlich war keiner im Knast und durfte sich irgendeinen anderen Partner suchen, auch wenn der Jüngere darauf bestand, dass sie keine Beziehung hatten und dass sie es niemals so nennen durften, nicht, solange er am Leben war und dies verhindern durfte, denn genau solche Bezeichnungen zerstörten das zwischenmenschliche Mit- und Nebeneinander, stellte inoffizielle Ansprüche an den anderen und schränkte sie ihn ihrem Handeln ein und sollte er jemals vom Anwalt diesen Ausdruck zu hören bekommen, durfte er sich sicher sein, dass sie definitiv nicht mehr Sex haben würden. Doch zum Glück waren beide stur und eigensinnig genug, es war wohl Fluch und Segen zugleich.
Schwer seufzend ließ der Schotte sich auf die Couch fallen, sich mit den Stäbchen an seine extra scharfen Nudeln mit Hähnchen hermachend, während die grünen Augen sich die erste Folge Supernatural reinzogen, wenn man schon aufs Vögeln verzichten musste, so konnte er sich wenigstens das Wochenende so angenehm wie möglich gestalten und die ganzen Serien, die er in seiner Wohnung rumfliegen hatte, wiederholen, oder zumindest die erste Staffel, sonst müsste er tatsächlich auf Schlaf und andere Bedürfnisse verzichten und dies war nun wirklich nicht die Art des jungen Mannes.
Gedankenverloren verfolgte er die Bilder auf dem Flachbildschirm, während sein gefräßiges Dasein schneller als gedacht das asiatische Mahl verschlang, anschließend die Verpackung achtlos auf den Couchtisch werfend. Hm, er könnte ruhig noch etwas Essen, doch sich jetzt wieder raus zu bewegen, dafür war er leider, leider viel zu faul gewesen und außerdem war es noch dazu bereits dunkel geworden und man wusste ja nie, welche komischen Menschen ihm begegnen würden, auch wenn der Rothaarige ganz genau wusste, dass seine Wenigkeit wohl eher genau diese seltsame Masse repräsentierte. Ein gelangweiltes Gähnen entwich seiner Kehle, das Gehirn wollte dem Serienverlauf nicht wirklich folgen, doch es war nicht schlimm, schließlich kannte der Tätowierte ohnehin jede Folge beinahe in- und auswendig, und dennoch wäre es sicherlich einfacher gewesen, würden seine Gedanken nicht um den dämlichen Anwalt kreisen, der ihn doch tatsächlich zwei, fast sogar drei, ach was, es waren drei (!), Tage hier alleine in London versauern ließ. Dämliche Engländer und ihre dämlichen Jobs, ach generell dämliche Menschen mit unflexiblen Jobs! Erneut seufzte der Jüngere auf, lehnte sich im weichen Polster zurück, nebenbei das Sixpack Bier aufreißend, das er von seiner Einkaufstour mitgebracht hatte. Der Abend würde schon perfekt laufen, er hatte genügend ungesunde Sachen gekauft, mit denen er seinen Magen vollstopfen konnte und sollte der Hunger wirklich unberechenbar groß werden, hatte er sicherlich noch einige Fertiggerichte im Kühlschrank oder sonstwo liegen. Nein, er brauchte Lawrence nicht, er würde schon alleine klarkommen und Befriedigung in seiner Pornosammlung finden, die es in dieser Form nirgendwo mehr gab, schließlich waren einige davon Werke, die niemals die Öffentlichkeit erreichen sollten und andere wiederum durfte man illegal auf diversen Märkten erwerben- einzigartige Stücke für sich waren es also gewesen.
Lawrence konnte also zumindest für drei Tage einpacken! Und als ob er die Gedanken es Größeren mitbekommen hätte, summte plötzlich das Handy in seiner Hosentasche. Garret hob skeptisch eine Augenbraue, zog mit den schlanken Fingern das Smartphone aus der Tasche hinaus, die SMS mit schnellen Augen lesend, ehe sich ein breites Grinsen auf seine blassen Lippen legte, die Bierflasche kurz beiseite stellend. „Du kannst ja richtig niedliche Sache von dir geben- denk einfach an mich während deiner komischen Reise, vielleicht macht es die Tage erträglicher…ich habe wenigstens Pornos : P“, der Rotschopf hielt einen kurzen Moment inne, ließ den Blick zum Fernseher wandern, sich die restlichen Minuten mit der Folge beschäftigend, ehe er seine Kurzmitteilung abschickte, das Handy neben sich auf den leeren Platz schmeißend.
Garret bereute es schnell, dass er geantwortet hatte, vor allem auch noch so schnell! Ungeduldig blickte er immer wieder zum schwarzen Bildschirm, hatte Angst das Vibrieren nicht bemerkt zu haben, doch jedes Mal wurde der Schotte enttäuscht, denn es kam keine Antwort vom Anwalt, dabei sollte er eigentlich noch zu Hause sein, schließlich musste er erst morgen wirklich raus.
Mit zusammengezogenen Augenbrauen griffen die Finger ein weiteres Mal an diesem Abend nach dem Handy, hastig Lawrence‘ Fenster öffnend. „Erzähl mir bloß nicht, dass du schon schläfst, wenigstens heute kann der feine Herr mir noch antworten, sonst erlaube ich dir nicht an meinen wunderbaren Schwanz zu denken, während du dich mit Snobs rumschlagen musst!“, schnell schickte das Sommersprossengesicht die Nachricht ab, wandte sich seinem bereits dritten Bier zu, sich immer noch dabei erwischend, wie er jedes Mal zu seinem mobilen Gerät hinüberschielte, wollte sich selbst für dieses pubertäre Teenagerverhalten schlagen, ehe er aus Frust sein Handy einfach ausschaltete. „Aus den Augen, aus dem Sinn.“, murmelte der Jünger knartschig zu sich selbst, versuchte keinen Gedanken mehr an seinen Fick zu verschwenden.
Doch genau dies ging leider ein wenig in die Hose- Garret konnte nicht anders als hin und wieder sein dämliches iPhone einzuschalten, nachzusehen, ob er endlich eine Antwort bekommen hatte, doch diese Tagung schien anscheinend so interessant zu sein, dass der Dunkelhaarige nicht einmal Zeit finden konnte, dem Schotten eine klitzekleine SMS zu schreiben. Wieso hatte er sich vorher überhaupt beklagt?! „Schaue gerade einen harten Porno und der Kerl hat einen geileren Hintern als du.“, tippte der Rotschopf, sich mit der anderen Hand eine Handvoll Chips in den Mund stopfend. Er hatte das Gefühl, dass er diese Couch gar nicht mehr verlassen hatte, sogar die Nächte verbrachte der junge Mann hier, ignorierte seinen Schlafrhythmus und gammelte ein wenig vor sich hin, empfand es sogar als ein wenig entspannend.
Okay, ich hab gelogen, ich schaue gar keinen Porno : o
Kaum hatte er weitere Folgen hinter sich gebracht, schien bereits der Samstag ein Ende zu nehmen und die gelangweilte, beinahe frustrierte Laune des Kriminellen hob sich mit einem Schlag ein wenig, schließlich hieß es, dass er nur noch einen Tag ohne Ficken aushalten musste, einen Tag ohne Sticheleien mit Lawrence!
Es ist offiziell Sonntag, beglückwünsche mich, ich habe mir bis jetzt nur EINMAL einen runtergeholt, das ist löblich!“, Garret bekam langsam das Gefühl sich die Finger wundzutippen.
Er war kurz eingenickt, bekam gar nicht mit, wie er beinahe an seiner Salzstange erstickt worden war, wachte hustend und erschrocken von einem dämlichen Traum auf, automatisch nach dem Smartphone greifend.
Warum antwortest du mir nicht?“, der Schotte kam sich mittlerweile tatsächlich wie ein verzweifelter Teenager vor, der kein wirkliches Leben hatte, doch es war eine berechtige Frage- warum antwortete der Anwalt ihm nicht? Die einzige Erklärung, die ihm in den Sinn kam, war , dass er sein Handy einfach in der Wohnung vergessen hatte oder vielleicht das Ladegerät, doch es war nicht Lawrence‘ Art so etwas zu vergessen, aber nun war es ohnehin egal und es deprimierte den jungen Mann viel zu sehr, was er sicherlich niemals zugeben oder sich selbst eingestehen würde, sodass er keine weitere SMS an diesen miesen Spacko verschwendete und sich weiter der Gammligkeit und Langeweile hingab. Er hätte sich lieber tätowieren lassen, man konnte nicht genug Bemalungen auf dem Körper haben, da konnten die Menschen noch so oft sagen, dass er ohnehin ein wenig übertrieben hatte!
Erst am Montag erwachte Garret aus seinem Langeweile- Koma, bequemte sich ins Badezimmer um sich nach drei Tagen wieder ausgiebig zu duschen und restliche Stoppeln aus dem Gesicht zu rasieren, sodass nur sein schicker, kleiner Bart übrig blieb, unberührt von der scharfen Klinge seines Rasierers. Er würde heute Lawrence verprügeln oder ihn so hart vögeln, dass es ihm wehtun würde, schließlich hatte er noch ein Hühnchen mit dem Älteren zu rupfen, dafür, dass er ihm einfach nicht geantwortet hatte und dafür, dass er ihn allein gelassen hatte und nachdem man endlich frische Klamotten angezogen hatte, wagte sich der junge Mann wieder hinaus in den sonnig schönen Tag, der ihn erwartete. Er hatte gehofft, dass Law ihn bereits am Sonntagabend Bescheid gesagt hätte, dass er endlich da war, doch vielleicht musste er ihn ja erst im Büro überraschen und ihn fragen, wie denn die Wochenendparty so war, doch auf der Arbeit durfte er nur einige kritische Blicke ernten und vor verschlossenen Türen stehen, bis ihm ein werter Herr berichtete, dass Mister Withtaker heute gar nicht zur Arbeit erschienen war. Erst antwortete er ihm nicht auf seine Nachrichten und jetzt kam er nicht einmal mehr zu seinem heißgeliebten Job?! Irgendwas stimmte hier nicht, das alles nicht die feine Art des Juristen.
Mit hastigen Schritten und der nächstbesten U-Bahn fuhr er zur Wohnung des Kleineren, kritisch die zugezogenen Rollos betrachtend, die ihm ein Einsteigen durch das Fenster nicht erlaubten. Auch das erschien einfach nicht richtig. Ob es Lawrence überhaupt gut hin, war er etwa sowas wie krank?
Gary hielt sich nicht lange mit dem Herumstehen und betrachten der Wohnungsfenster auf, eilte hastig die Treppen zur fremden Wohnungstür hinauf, versuchte erst einfach die Tür zu öffnen, welche jedoch verschlossen war. Immerhin etwas, was der Einbrecher kannte. Mit Werkzeug aus der Innentaschen seiner Lederjacke schloss er die Tür des Anwalts hastig auf, diese leise hinter sich zuknallend. Der Schotte war viel zu sehr in seinen Gedanken, dass er das Geschrei des Älteren zuerst gar nicht bemerkte, es war nur irgendeine Stimme, die er jedoch schnell identifizieren konnte.
Herrgott, hockte er etwa gerade in dieser Dunkelheit herum, er selbst konnte kaum die Hand vor seinen Augen erkennen! Mit leisen, vorsichtigen Schritten tapste der Tätowierte den Flur entlang, sich geradewegs ins Schlafzimmer bewegend.
„Lawrence? Alter, was versteckst du dich hier wie so ein Kellerkind?!“, Gary zog seine Augenbrauen zusammen, hastig nach dem Lichtschalter an der Wand suchend, anschließend das Licht anknipsend, sich von der Reaktion des Dunkelhaarigen erschreckend. „Juunge, was geht mit dir? Dir scheint diese Tagung ja echt nicht gut getan zu haben- raus aus dem Federn, heute scheint zur Abwechslung mal die Sonne und du hockst hier blöd herum und versteckst dich.“, raunte die Stimme des Größeren, mit langen Schritten zum Fenster wandernd, die Rolläden langsam öffnend. „Wirklich, du bist echt komisch geworden- erst antwortest du auf meine SMS nicht, dann gehst du nicht zur Arbeit und verkriechst dich hier in der Dunkelheit wie das Phantom der Oper, hast du irgendwas Peinliches erlebt, womit du mich belustigen möchtest?“, beiläufig ließ er ein wenig Licht in den Raum hinein, mit den grünen Augen zu Lawrence hinüberblickend, ehe er einen erschrockenen Schrei ausstieß, das Licht im nächsten Moment, so schnell er nur konnte, wieder verbannend, den Dunkelhaarigen mit aufgerissen Augen anstarrend. „Alter- was auch immer du am Wochenende mit den anderen geraucht oder durch die Nase gezogen hast….tue es nie wieder, du hast gerade geraucht- Law, du hast geraucht! Sag mir bitte, dass du dir in diesem Moment einen durchgezogen hast oder so. Oder bist du jetzt auf einmal zum Albino geworden?“, vorsichtig trat der Rotschopf einige Schritte nach vorne, auf den Anwalt zu, ihn prüfend begutachtend. „Und dann sitzt du auch noch auf dem Boden- du bist nicht abhängig von irgendwelchem Zeug oder?“, bei dem Anblick des Kleineren konnte man sich gar nichts anderes denken- er war so blass und wirkte so…seltsam und dann hockte er auch noch irgendwo in einer dunklen Ecke und rauchte vor sich hin! Gary wusste wirklich nicht, was hier gerade abging, welche Show der mit ihm gerade abzog und was für ein dummer Scherz das sein sollte, doch das musste er jetzt wohl oder übel herausfinden!
„Ich will eigentlich gar nicht wissen, welches Zeug du auf einmal konsumierst, wir bekommen das wieder auf die Reihe mit deinem…deinem Gerauche und so.“, der Jüngere kniete sich vor dem Anwalt hin, den Kopf schief legend, ihm ein aufmunterndes Lächeln schenkend, welches jedoch schnell ein wenig bröckelte, nur noch ein skeptischer Ausdruck auf dem schmalen Gesicht übrig blieb, als sich Lawrence noch ein wenig mehr von ihm entfernte. „Hast du irgendwie Angst vor mir? Ich bin immer noch der gleiche geile Typ, keine Sorge, Wilbur. Willst du nicht einmal einen Begrüßungskuss von mir?“

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Kauzi
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BeitragThema: Re: I want your blood   So Jan 27, 2013 12:44 am

Garret schien seiner Bitte absolut keine Folge leisten zu wollen, das grelle elektrische Licht blieb an und malträtierte seine Augen nach all den Stunden, die er in der Dunkelheit zugebracht hatte. Er hatte Angst, er hatte noch nie in seinem Leben eine solch große Angst gehabt. So absurd es auch klang, aber alles deutete darauf hin, dass er, Lawrence Wilbur Withtaker, von einem Vampir gebissen worden war. Aber das war lächerlich, so etwas gab es doch nur in Horrofilmen, das war doch nicht die Wirklichkeit. Er wollte, dass Garret ihm eröffnete, dass das alles nur ein sehr schlechter Scherz gewesen war, dass sie ihm das alles irgendwie vorgespielt hatten, aber er wusste ja selbst, dass das nicht sein konnte. Er sollte ihm die Angst nehmen, die ihm die Kehle zuschnürte, doch stattdessen brachte er sich mit seinem Besuch nur selbst in Gefahr. Er hatte doch absolut keine Ahnung, ob er sich kontrollieren konnte! Er wusste gar nicht, er konnte ja nicht einmal mehr mit Sicherheit sagen, dass er ein Mensch war. Wie sollte er das alles dem Rotschopf erklären, der würde ihn doch für bescheuert halten. Bestimmt würde man ihn in ein Irrenhaus stecken. Lawrence war so eingenommen von seinen panischen Gedanken, dass er nicht einmal mitbekam, wie Gary zum Fenster hinüberschlenderte, offensichtlich in der guten Annahme, ein wenig Sonnenschein würde ihm schon wohl gut tun. Der helle Streifen hatte kaum seinen nackten Unterarm berührt, als ihm ein beißender Gestank entgegenschlug und Schmerz seinen Unterarm packte. Er zuckte zusammen, stieß einen spitzen Schrei aus. Er versuchte aus dem erleuchteten Bereich zu rücken, doch sein geschwächter Körper machte kaum noch mit, was er ihm sagte. Zum Glück hatte der Schotte von alleine schnell genug reagiert und das Sonnenlicht wieder ausgesperrt. Zitternd betrachtete er die geröteten Stellen auf seinem Unterarm. Seine Augen gewöhnten sich nur sehr langsam an die Helligkeit im Zimmer, in den ersten Augenblicken war alles grell und weiß, aber nach und nach nahm er die Silhouette des anderen wahr, die nah an ihn herangetreten war. Viel zu nahe.
„Das hat doch mit Drogen gar nichts zu tun!“, stieß er zitternd aus, auch, wenn er froh gewesen wäre, wenn dem so gewesen wäre. Dann hätte man ihn einfach in den Entzug stecken können und in ein paar Monaten wäre wieder alles gut gewesen. Doch das hier war viel, viel schlimmer. Garys Herzschlag wurde immer intensiver und lauter, je näher er ihm kam, und er konnte das Blut durch seine Venen rauschen hören, dass es ihn fast verrückt machte. Auf der einen Seite wollte er, dass der Rotschopf hierblieb, wenn er nicht hergekommen wäre, dann wäre er in ein paar Tagen sicherlich bereits verhungert. In seinem Zustand hätte er nicht einmal auf die Straße gehen und jemanden anfallen können, wenn er gewollt hätte. Auf der anderen Seite wollte er, dass Garret einfach nur verschwand, dass er sich schleunigst aus dem Staub machte, bevor Lawrence ihm irgendwie wehtun könnte.
„Ich hab keinen Joint geraucht, oder siehst du hier irgendwo ein Feuerzeug oder eine Tüte?“, zischte er mit rauer Stimme, die Beine enger an den Körper ziehend. Man musste sich nichts vormachen, egal, was er jetzt war, er brauchte eigentlich etwas in den Magen, sonst würde er bald sterben, Vampir hin oder her. Das Wort in seinem Hinterkopf fühlte sich immer noch so falsch und skurril an. Er hatte nicht einmal eine Ahnung, wie er zur Zeit aussah, und Gary wohl auch nicht, denn bis jetzt hatte der Anwalt seinen Kopf noch nicht wirklich gehoben. Seine Augen weiteten sich ängstlich, als er auf ihn zukam, plötzlich auf einer Augenhöhe mit ihm war. Er war viel zu nah bei ihm, er konnte sogar sehen, wie das Blut durch seine Adern pulsierte, da war eine kleine Ader an seinem Hals, als er sich zu ihm hinüberbeugte. Er biss sich mit einem zornigen Zischen auf die Unterlippe, was sofort blutige Spuren zur Folge hatte, an der Wand von dem Leib des anderen abrückend. Es tat ihm weh, dass er auf einmal gezwungen war, Abstand zwischen sich und Garret zu bringen, aber alles andere konnte er nicht verantworten.
„Du solltest Angst vor mir haben“, presste der Anwalt leise hervor, schwer schluckend. Seine Kehle war trocken wie Staub. Er sah, wie der andere erneut ein Stück zu ihm hinüberrücken wollte, mit einer ruckartigen Bewegung den Kopf nach oben reißend. Sein Gesicht war bleich, die Augen blutunterlaufen, was an sich noch nichts Unmenschliches war und einfach auf eine durchzechte Nacht hätte schließen lassen. Gary würde ihm nicht glauben, er glaubte sich ja selbst kaum. Er schob sich langsam an der Wand nach oben, stand auf sehr wackligen Beinen. Er brauchte sich nichts vorzumachen, er befand sich kurz vorm Hungertod, und jede Bewegung ließ seine Gier nur noch mehr wachsen, sodass die grauen Augen seinen Gegenüber sogar für einige Sekunden gierig anstarrten, den Blick nur schwerlich lösend.
„Willst du wirklich das hier küssen, Gary?“, fragte er scharf, die Lippen hochziehend und zwei lange Eckzähne offenbarend. Er konnte an dem skeptischen Blick sehen, dass der Schotte ihm kein Wort glaubte, dass er ihn für völlig stoned hielt. Dass er sich einfach irgendwo ein paar nette Klebezähnchen gekauft hatte und sich in seinem Rausch nun für ein Monster hielt, aber so war es verdammt nochmal nicht. Er schüttelte langsam den Kopf, die Erinnerung an den Einbrecher, den Schmerz wieder hervorholend.
„Jemand…..Jemand war in meiner Wohnung, und er hat mich gebissen“, brachte er verzweifelt hervor, mit den Händen nach den Wunden am Hals tastend, sie auch tatsächlich findend, und sie Gary zeigend, aber er konnte in seinem Gesicht lesen, dass er ihm kein Wort glaubte. Ob er ihm Angst einjagte?
„Bitte, du musst mir glauben“, presste Lawrence flehend hervor, die Arme um seinen Körper schlingend. Der Geruch von Garys Blut war so verlockend, es schien in diesem Raum gar nichts anderes mehr zu geben, sodass es ihn schier wahnsinnig machte. Wenn er dem Schotten auch nur eines seiner roten Haare gekrümmt hätte, er hätte sofort alle Rolladen in seiner Wohnung so weit wie möglich aufgerissen. Ein Gedanke zuckte durch seinen benebelten Kopf, er drehte sich ein Stück herum, zum Fenster taumelnd.
„Du willst Beweise?“, murmelte der Dunkelhaarige mehr zu sich selbst, seinen Ärmel etwas weiter hochkrempelnd. Schminke und Zähne, das alles konnte man sicherlich in einem Faschingsshop bekommen, also war das nicht Beweis genug. Er streckte zögerlich eine Hand nach der Jalousie aus, sie so weit aufziehend, dass ein breiter Strahl Licht auf seinen Arm fiel. Sofort setzte der Schmerz wieder ein und Rauch stieg von seiner verbrennenden Haut auf. Er konnte ein qualvolles Stöhnen nicht mehr länger unterdrücken, während die Haut langsam rot wurde und begann Blasen zu werfen. Er ging zitternd in die Knie, die trotzige Beweisaktion hatte ihn noch mehr seiner spärlichen Energie gekostet. Er schloss die Rolladen erneut, vor dem Fenster in sich zusammenfallend. Er drückte den verletzten Unterarm eng gegen seinen Körper, zu Gary hinaufschauend.
„G-Glaubst du mir jetzt?“, fragte er scharf, sein Grinsen verrutschte ihm gründlich.
„Weil nochmal m-mach ich das ganz sicher nicht.“
Der Anwalt brauchte ein paar Minuten, bis er sich wieder gefasst hatte, sich zögerlich aufrichtend. Garret schien wieder einen Schritt näher gekommen zu sein, und er hob mit einem zornigen Zischen die Arme.
„Bleib weg, ich bin hungrig, und….und ich weiß nicht, ob….“
Er konnte den Satz nicht beenden, allein der Gedanke daran, er könnte den Rotschopf anfallen, ihm Schmerzen bereiten….Nein, besser gar nicht darüber nachdenken.
„Ich hab Angst, Gary“, presste er zitternd hervor, merkte, wie seine Stimme brach und ihm heiße Tränen über die Wangen rannen. Wenn das alles stimmte, wie sollte sein Leben dann weitergehen?

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Mrs Lovett
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BeitragThema: Re: I want your blood   So Jan 27, 2013 1:57 am

Lawrence konnte noch so sehr behaupten, dass Drogen nicht im Spiel waren, doch andere Erklärungen gab es für so ein seltsames Verhalten nicht, wie sollte es auch?! Anscheinend waren seine Kollegen doch nicht solche Snobs wie der junge Mann immer gedacht hatte und haben sich ordentlich abgeschossen und nun musste der arme, arme Law mit den Konsequenzen von was auch immer leben, vielleicht war er auf einem schlechten Trip. Hoffentlich haben sie sich nicht mit Heroin oder so abgeschossen, doch diese Drogen gehörten eigentlich mehr zu den ganzen armen Straßenkindern und Menschen, die im Leben gescheitert sind und nicht zu denen, die genug Geld für gutes Kokain hatten, aber er sollte sich lieber nicht zu viele Gedanken darum machen, erst einmal musste der werte Herr aus seinem Trip befreit werden und da hatte Gary schon einige Ideen.
Der Jüngere verschränkte die Arme vor der Brust, blickte den Anderen ungläubig an. „Jetzt mal im Ernst, nur weil du jetzt irgendwas intus hast, soll ich Angst vor dir haben?!“, das war doch lächerlich, besonders der Schwächling von Anwalt konnte nun wirklich nicht erwarten, dass seinem Fickpartner jetzt irgendwie die Knie schlottern würden und er sich von ihm entfernen würde, nur weil er vielleicht ein wenig unberechenbar werden könnte. Nein, das würden sie schon selbst irgendwie zusammenstehen. Die grünen Augen musterten das bleiche Gesicht des Dunkelhaarigen, welches er endlich nicht mehr zu verstecken schien, ein wenig besorgt dreinblickend- der Junge schien wirklich viel gefeiert zu haben oder zumindest wenig Schlaf gefunden zu haben, ach wäre er einfach am Wochenende in seine Wohnung gefahren, dann hätten sie diese ganzen kleinen Probleme jetzt nicht und er würde sich nicht in der Dunkelheit verstecken und anfällig auf Sonnenlicht sein. Aber das Schicksal, oder was auch immer, hatte andere Pläne für die beiden jungen Männer
„Glaub mir, Law, ich würde vieles von dir küssen.“, entgegnete der Größere mit einem schiefen Lächeln, jedoch bröckelte dieses ein wenig, als der junge Herr seine Zähne fletschte, ihm zwei hübsche, lange Eckzähne präsentierte.
Ooooh, darauf wollte er also hinaus! Garret verstand langsam, was dieser ganze Blödsinn sollte, anscheinend waren es nicht nur Drogen, sondern irgendein kleines Verlangen des Juristen, den Schotten aufs Korn zu nehmen. Natürlich, in Dover, oder wo auch immer er gewesen war, schien anscheinend ein Scherzartikelladen neben seinem Hotel zu stehen! „Lawrence, ich bitte dich, ich habe die ganzen Tage über Supernatural geschaut, ich bin nicht so leicht zu erschrecken und beeindrucken kannst du mich mit dem Scheiß jetzt wirklich nicht.“, spottete der Rothaarige, eine Augenbraue hebend, während die Augen Lawrence abschätzig musterten, nebenbei seiner Geschichte lauschend. Das erklärte, warum er keine Zeit fand auf seine SMS zu antworten, schließlich musste der Kleinere wirklich beschäftigt damit gewesen zu sein, sich diesen Mist auszudenken. Mit prüfenden Augen musterte der Tätowierte die Wunde am anderen Hals, seine Mundwinkel verzogen sich ein wenig. Er wusste nicht wirklich ob er lachen sollte oder ob er dem armen Lawrence auf die Schulter klopfen sollte, ihm einen you tried- Stern auf die Stirn klebend, ihm wenigstens klarzumachen, dass er seine Mühe wertschätzte, er ihm jedoch einfach diese dämliche Geschichte nicht abkaufen konnte. Aber vielleicht, vielleicht hatte das alles ja auch einen ganz anderen Sinn. „Wenn du Rollenspiele in unser Sexleben einbeziehen möchtest, dann musst du mir vorher irgendwie Bescheid sagen, ich finde solche Dinge auch sehr anregend, Law…aber so ist das echt seltsam.“, murmelte die Stimme des Schotten, seinen Freund mit einer Mischung aus Besorgnis und Skepsis anstarrend. Er würde ihm ja wirklich gerne glauben, wenn das nicht alles wie dämliches betrunkenes Gelaber geklungen hätte, wenn man nicht wusste, dass all diese Dinge, wie nette Zähne, blasse Haut und eine Bisswunde am Hals, sehr einfach im Internet nachzulesen waren und genau nach solch einer Aktion roch das alles, nur fragte sich der Jüngere ob die anderen Kollegen auch Teil des Plans waren, ob der schlaue Law sich wirklich so viele Gedanken gemacht hatte um den Rotschopf ordentlich zu verarschen? Nun, zuzutrauen war ihm vieles, auch wenn das alles nach kindischem Stuss roch, den eigentlich er selbst eher bringen würde, als dass der Anwalt solche witzigen Aktionen veranstaltete.
Seufzend drehte er seinen Körper so herum, dass er den Anzugträger besser sehen konnte, der zum Fenster gedackelt war, seine Schultern hängen lassend. „Law, ich bitte dich, können wir mit dem Quatsch aufhören, ich brauche keine Beweise, mach dich nicht selbst lächer- “, Garret hielt für einen Augenblick inne, erhob sich rasch von vom Fußboden, wie angewurzelt auf seinem Platz stehenbliebend, während der Ältere regelrecht unter seinen Augen verbrannte. Was zur Hölle war das für ein Spiel? Er bekam gar nicht mit, wie er die Luft angehalten hatte, sich für einen kurzen Moment wie gelähmt fühlte, während sich das kurze Szenario in diesem Zimmer abspielte und ebenso schnell wieder ein Ende nahm. Warum geschah das mit dem Dunkelhaarigen, was zur Hölle hatte das Wochenende mit ihm angestellt? Konnten seine kleine Story und die Zähne wirklich echt sein?
Nein, Gary war vieles gewohnt und er glaubte an viele seltsame Dinge, er war schließlich der Anhänger dieser, die an den ganzen UFO Quatsch glaubten, und daran, dass die CIA wichtige Informationen vor der Welt verbarg, er glaubte auch daran, dass irgendwann sie es wirklich schaffen könnten Dinos zurück in diese Welt zu holen, aber an irgendwelche Vampire?! Allein der Gedanke erschien so lächerlich und sinnfrei, dass er gar nicht weiter darüber nachdenken wollte oder gar konnte, doch Lawrence hatte wohl kaum eine besondere Nebelmaschine hier irgendwo versteckt und selbst wenn, diese Brandmale auf der Haut- sie könnten nicht gefaked sein, schließlich war sein Arm vorher noch in Ordnung!
„Alter….“, presste der Schotte atemlos hervor, einige taumelnde Schritte auf den Kleineren zubewegend, während er ihn mit halbgeöffnetem Mund anstarrte, unwissend, was er wirklich glauben oder sagen oder denken sollte. Sein Gehirn schien tatsächlich nicht ausreichend Kapazitäten für so etwas zu besitzen und Gary wusste auch nicht genau wo er sie jetzt hernehmen sollte, alles schrie danach, seinen Verstand einfach neustarten zu lassen, doch leider war es nicht so einfach.
„Du musst das nicht nochmal machen, das war krass genug….nein wirklich, sowas sieht man doch nicht andauernd…“, das Zischen des Anderen ließ ihn einen Augenblick lang innehalten, er konnte auch nicht wirklich weiterziehen, irgendwas hielt ihn davon ab, eine unsichtbare Barriere oder vielleicht tatsächlich die Angst, Lawrence könnte ihn gleich verspeisen in seinem Hungerzustand. „Geh einfach nicht in die Sonne, dann brauchst du keine Angst zu haben….also d-du bist ein Blutsauger, richtig? Also….so…so richtig mit…“, seine Hände gestikulierten wild, fanden jedoch keinen richtigen Ausdruck für das, was er eigentlich sagen wollte und das Gehirn fand nicht einmal die passenden Worte, die er äußern wollte, weswegen er für einen Moment lang stammelnd herumstand, den Mund wie ein atemloser Fisch geöffnet lassend. „Cool…ich meine, ja, das ist cool, du bist ein Vampir und warum auch nicht….es gibt seltsamere Mysterien auf der Welt, Justin Bieber zum Beispiel…ja, Vampir sein ist bestimmt sogar voll normal.“, seine Stimme klang atemlos und verwirrt zugleich, ehe er dem Älteren ein Lächeln schenkte, ein breites, verwirrtes Lächeln. Gary konnte nicht genau sagen, was genau in seinem Kopf vor sich ging oder generell geschah, im nächsten Moment merkte er, wie alles um ihn herum verschwamm, er die blasse Gestalt des untoten Lawrence nicht mehr erkennen konnte und anschließend wie ein alter Lappen zu Boden sackte, das Bewusstsein für einen Moment verlierend. Vielleicht war es ja doch möglich, dass er so etwas wie einen Neustart seines Verstands provozieren konnte.
Der Sommersprossige wusste nicht genau wie lange er ohnmächtig auf dem Boden verbracht hatte, jedoch schrak er ruckartig hoch, als er beißende Kälte im Gesicht spürte, die Augen weit aufschlagend, nur um zu realisieren, dass man ihm soeben kaltes Wasser ins Gesicht gekippt hatte. Prustend und schnaufend richtete der Jüngere sich langsam auf, wischte sich mit dem Ärmel die ätzenden Tropfen vom Gesicht weg, kurz blinzelnd, ehe er wieder alles erkannte, den Anwalt anstarrend. „Danke…“, murmelte er leise vor sich hin, sich müde die Augen reibend.
„Irgendwie ist das alles ein wenig mit dir durchgegangen…i-ich weiß nicht so genau, wie man darauf reagieren soll, wenn der Kerl, den du täglich vögelst, dir beichtet er sei untot, ich meine…bist du dir da wirklich- ach vergiss es, natürlich, wieso solltest du sonst brutzeln wie ein Weißwürstchen“, Gary schüttelte ungläubig den Kopf, grimmig den Boden anstarrend, ehe er mitleidig den Kleineren anblickte, verwirrt und unwissend, was er tun sollte. Sollte das etwa das Ende ihrer komischen zwischenmenschlichen, und er dachte das darauffolgende Wort nur zu ungerne, Beziehung werden? Kein Sex mehr, keine lächerlichen Sticheleien untereinander? Der Kriminelle konnte sich nicht vorstellen, dass der Engländer jetzt alleine als…Vampir vor sich hinvegetieren würde und er wollte auch gar nicht, dass es dazu kam, doch was blieb ihnen anderes übrig. „Lawrence, hast du was…was gegessen?“, die Frage konnte er sich eigentlich auch ersparen, der Anblick und die gierigen Augen sprachen Bände. Abermals ließ er den Kopf kurz hängen, über die Situation nachdenkend. So etwas war ihm wirklich noch nie untergekommen, der Anwalt war wirklich für so einige Überraschungen gut.
„Ich-ich hab keine Ahnung, was wir jetzt tun sollen….aber ich kann dich Idioten doch nicht hier sitzen lassen, ich hab mich schon ein ganzes Wochenende ohne dich gelangweilt.“, gestand der Tätowierte nach einer Pause, dem Anzugträger in die Augen starrend, ihm ein leichtes Lächeln schenkend. „Vielleicht….Law, du musst irgendwas essen, sonst verreckst du hier noch und ich muss einen Weg finden, dass dein blödes blasses Dasein mich nicht nervt, dass du mich nicht nervst- k-kann ich einfach….einfach genauso werden?“, er legte den Kopf schief, musterte den Dunkelhaarigen eine Weile lang. Was brachte ihm schon das Leben, wenn er wieder alleine sein musste, Lawrence konnte noch so nervig sein und noch so snobistisch oder was auch immer- er war dennoch der Einzige, mit dem er es so lange aushalten konnte und auch umgekehrt und ausgerechnet jetzt ihm den Rücken zu kehren und abzuhauen…das konnte er nicht, Gary konnte nicht den einzigen Typen mit gutem Sex entwischen lassen, nicht jetzt und nicht so. Schließlich ertrugen sie sich doch so gut.
„Also ich meine…du findest eh keinen, der so geil ist wie ich und ich….ich kann doch nicht ohne- naja, ich kann einfach nicht mit dem Gedanken leben, dass du für immer knackig bleibst und ich nicht. Außerdem….was soll ich ohne dich, das ist dann öde und uncool.“, Lawrence konnte verdammt glücklich sein, dass Garret so viel von ihm hielt, wären sie nicht in diese Umstände gekommen, hätte er vielleicht so etwas niemals über die Lippen gebracht, wieso sollte er auch?!
„Ich finde du bist mir einen Kuss schuldig, nachdem du keine meiner Nachrichten beantwortet hast und wenn es heißt, dass ich dann genau so ein Freak werde, dann nehme ich das in Kauf!“

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BeitragThema: Re: I want your blood   So Jan 27, 2013 6:05 pm

So langsam schien selbst Garret zu realisieren, dass das hier alles andere als ein dämlicher Streich oder das Vorspiel für ein Rollenspiel sein sollte, und eigentlich müsste er den Anwalt mittlerweile auch gut genug kennen, um zu wissen, dass er nicht der Typ für solche Kindereien war. Er konnte sehen, wie der andere bleich im Gesicht wurde, als er ihm seine Geschichte langsam abzukaufen schien. Lawrence hätte es ihm nicht verübelt, wenn er plötzlich schreiend davongerannt, er selbst hätte vermutlich nicht anders reagiert. Immerhin hatte er heute morgen wohl noch gedacht, dass er mit einem stinknormalen, langweiligen Anwalt vögelte. Und jetzt, jetzt war er plötzlich so ein Monster, etwas, was sie wohl beide nicht außerhalb von Horrorfilmen oder Romanen gesucht hätten. Die Erkenntnis schien allmählich in Garrets Verstand durchgesickert zu sein, und die Tatsache, dass der Schotte ihm anscheinend auch zu glauben schien, machte das ganze auf einmal unheimlich real. Was sollte jetzt werden, er würde doch alle Menschen um sich herum ständig in Gefahr bringen, ganz davon abgesehen, dass er verbrennen würde, wenn er ins Sonnenlicht trat. Er war kaum fähig auf das aufgeregte Gerede des Jüngeren zu hören, hob erst langsam den Kopf um ihn anzusehen. Ob er Angst vor ihm hatte?
„Als wäre die Sonne mein einziges Problem!“, stieß er verzweifelt aus, auf seine bleichen Hände starrend. So konnte er sich doch niemals unter Leute wagen. Wie sollte er lernen, was ihm schadete und was nicht, wie er sich als Blutsauger durchschlagen könnte, wenn der Irre, der ihn gebissen hatte, einfach abgehauen war? Er konnte das verdammt nochmal nicht alleine durchziehen! Die grauen Augen fixierten den Rotschopf, der mittlerweile die Nerven zu verlieren schien, sein Gesicht wurde immer fahler, das nervöse Grinsen auf seinem Gesicht wirkte wie eingemeißelt. Am besten wäre er wohl einfach gegangen, ganz schnell, und hätte nie wieder einen Gedanken an Lawrence verschwendet, es alles als ein dunkles Hirngespinst abgetan.
„Es ist nicht normal, das weißt du genauso gut-„
Er hielt inne, schreckte auf, als der schlanke Leib des anderen auf einmal in sich zusammenklappte, sich hastig erhebend. Jetzt war der Schotte tatsächlich vor Schreck in Ohnmacht gefallen. Lawrence wollte sich ihm nähern, ihn wieder wachrütteln, aber er war kaum einige Schritte auf den am Boden liegenden Leib zu gegangen, als der Hunger wieder in ihm aufschlug und er erschrocken zurückwich. Er hatte gar nicht mitbekommen, dass er sich so nah über den Leib des anderen gebeugt hatte, und huschte so schnell er nur konnte aus dem Zimmer. Er brauchte eine Weile, um wieder zu Atem zu kommen, schlich in die Küche und füllte ein Glas mit Wasser. Garret konnte da nicht noch länger bewusstlos rumliegen, das machte die Versuchung einfach viel zu groß, und Lawrence hatte keine Ahnung, inwieweit er dem ganzen noch widerstehen konnte. Ohne zu zögern kippte er ihm dem Bewusstlosen das Wasser aus einiger Entfernung ins Gesicht, erleichtert sehend, dass er prustend wieder wach wurde.
„Entschuldige das Wasser“, murmelte er, sich wieder in seiner Ecke weit entfernt vom Fenster niederlassend, die Beine anwinkelnd.
„Ist ja auch nicht gerade ne alltägliche Situation“, entgegnete Lawrence, versuchte ein schiefes Lächeln auf sein Gesicht zu bringen, aber es fiel ihm schwer bei den nächsten Worten des Schotten, sofort zu Boden blickend.
„Nein, hab ich nicht und will ich auch nicht“, stieß er zischend aus. Allein der Gedanke, dass er einen anderen Menschen anfallen und sogar umbringen könnte….Das war einfach zu viel, zu sowas war er nicht fähig. Oder etwa doch? Die Ungewissheit schnürte ihm die Kehle zu. Er lauschte Garrets Worten mit gesenktem Kopf, ein immer mulmigeres Gefühl im Bauch bekommend. Er wollte wohl nicht wirklich auf das hinauf, was er befürchtete, oder?
„Ich will aber nicht, dass du in meiner Nähe bleibst….Wir haben doch gar keine Ahnung, zu was ich fähig bin“, murmelte er, sich leicht verkrampfend. Er hatte sich so sehr an das Leben mit dem Rotschopf gewöhnt, dass es ihm nun beinahe am meisten wehtat, dass er ihn verlassen müsste. Er brauchte eine ganze Weile, um zu realisieren, was der andere da redete, schließlich die Augen aufreißend. Wollte er etwa sagen, dass er ihn beißen sollte, wie es der Einbrecher mit ihm getan hatte?! Dass er ihm das gleiche antat?
„Das kannst du nicht ernst meinen!“, stieß er keuchend aus. Sie hatten doch beide keine Ahnung, was das für sie bedeuten würde, wie dieses ganze Vampirsein so ablief. Am liebsten hätte er ihn ohne ein weiteres Wort aus der Wohnung geworfen und ihm verboten, ihm jemals wieder zu nahe zu kommen, aber seine nächsten Worte ließen ihn fest schlucken. Garret konnte es noch so sehr zu überspielen versuchen, es auf gutes Aussehen und Unsterblichkeit schieben, er…..schien ihn wirklich nicht verlassen zu wollen. Empfand er wirklich so viel für ihn, selbst jetzt noch? Verbarg sich hinter all den Sticheleien und dem Gevögel wirklich noch mehr? Er biss sich auf die Unterlippe.
„Gary……Das….Das meinst du nicht ernst, oder? Nicht wegen mi- Nicht, weil du länger knackig bleiben willst.“
Er war allerdings überhaupt nicht in der Position, ihm irgendetwas vorzupredigen, er hatte ja selbst keine Ahnung von diesem Dasein, und war es so egoistisch, wenn er sich dieser neuen Sache nicht alleine stellen wollte? Wenn Garret es ihm sogar anbot? Vielleicht unterdrückte der Hunger in ihm auch nur sein Gewissen und seine Moral, aber der Rotschopf schien auch absolut nicht von seinem Vorhaben abrücken zu wollen. Und ehrlich gesagt…..Wenn er jetzt nicht annahm, dann wäre er spätestens in ein oder zwei Tagen tot.
„Aber ich müsste dir wehtun…..Es tut schrecklich weh“, gestand er ihm geknickt, an die qualvollen Stunden denkend, die er alleine durchlebt hatte. Aber selbst das schien ihn nicht abschrecken zu können.
„Du bist verrückt, so verrückt…“, murmelte er, sich im Kopf aufrufend, was der Einbrecher bei ihm getan hatte. Er hatte ihn gebissen, und dann hatte er ihn von seinem Blut trinken lassen. Vermutlich war das der entscheidende Schritt. Lawrence hatte riesige Angst, etwas verkehrt zu machen, die Kontrolle zu verlieren, und je weniger er es hinauszögerte und seinen Hunger vergrößerte, desto besser war es wohl.
„Leg…Leg dich aufs Bett, ja?“, ordnete er ihn heiser an. Die Vorstellung allein, gleich so viel Blut schlucken zu müssen drehte ihm den Magen um, aber auf der anderen Seite trieb der unbändige Hunger ihn an, Gary beinahe aufs Bett zu schubsen, sich rittlings auf seine Hüfte setzend.
„Du weißt, dass ich keine Ahnung von dem ganzen Kram habe, oder? Ich mach das auch zum ersten Mal“, knurrte er unsicher, ihn entschuldigend mit den Eckzähnen anbleckend. Der Blutdurst in ihm war auf ein unerträgliches Maximum angestiegen, sodass er sich kaum zurückhalten konnte, über den anderen herzufallen, aber er musste ja trotz allem vorsichtig sein. Zögerlich beugte er sich zu seiner Kehle hinunter, zitternd mit den Zähnen über das warme Fleisch fahrend. Ein Schauer ging durch seinen ganzen Körper, die Pupillen weiteten sich gierig, für einen Moment verlor er die Kontrolle und grub seine Zähne einfach an Ort und Stelle in Garys Hals, ohne, dass er die Halsschlagader traf. Er merkte, wie der Körper unter ihm zusammenzuckte, sich mit aller Gewalt wieder von ihm lösend.
„Tut mir leid, das meinte ich“, nuschelte er bedrückt, sich erneut über ihn beugend, mit der Zunge über die Bluttropfen fahrend, die an seiner Haut klebten. Er hatte den Geschmack von Blut bei weitem nicht so angenehm in Erinnerung. Seine Finger tasteten nach der Hauptschlagader, ein letztes Mal die Augen zusammendrückend, bevor er die Zähne tief in das weiche Fleisch grub. Dieses Mal sprudelte ihm das Blut sofort entgegen, sodass er wie aus Reflex hastig zu schlucken begann. Die Flüssigkeit auf seiner Zunge schmeckte überraschend gut, schien ein wenig Leben in seinen eiskalten Leib zurückzubringen. Die Schwäche, die in den letzten Tagen immer schlimmer geworden war, war jetzt beinahe vollkommen vergangen und er stieß ein wohliges dunkles Knurren aus. Er meinte, Garrets Stimme im Hintergrund zu hören, aber wenn er ihm etwas gesagt hatte, hörte Lawrence nicht darauf. Er spürte, wie der Körper unter ihm immer schlaffer wurde, sich schließlich mit aller Gewalt von seinem Hals losreißend. Er stieß ein erleichtertes Seufzen aus, aber bei dem Anblick von Gary wurde ihm das Herz wieder schwer. Das sah einfach nicht richtig aus, wie er so dalag, so geschwächt und blass, und augenblicklich packte ihn das schlechte Gewissen wieder.
„Gary, he, du musst das jetzt trinken“, murmelte er ihm leise zu, mit den Zähnen sein eigenes Handgelenk öffnend. Er stieß ein scharfes Zischen bei dem Schmerz aus, dem Schotten den blutenden Arm hinhalten. Etwas Leben schien wieder in den Leib des anderen zu geraten, als er begann an der Wunde zu saugen. Er schien gar nicht wieder loslassen zu wollen, und auch, wenn Lawrence zugegeben wenig Ahnung hatte, wie viel Blut er benötigte, zehrte es so langsam an seiner Substanz.
„Gary, genug!“, presst er ächzend hervor, aber als er versuchte, seinen Arm wegzuziehen, grub er sogar die Zähne in sein Fleisch. Der Ältere stieß einen Schmerzenslaut aus, doch zum Glück war seine Kraft noch größer als die des Schotten und er schaffte es, ihm sein Handgelenk zu entwinden. Es dauerte nicht lange, bis auf Garrets Gesicht der Schmerz trat, und Lawrence rutschte mit einem mitleidigen Blick von seiner Hüfte, den zitternden Körper in seine Arme ziehend, auch, wenn er sich schon nach wenigen Minuten die ersten Kratzer zugezogen hatte. Noch war seine Kraft größer als die des Jüngeren. Er wusste nicht, wie lange er so saß, nur, dass er nach einer Weile hörte, wie Garrets Herzschlag immer schwächer wurde und schließlich für ein paar Minuten vollkommen aussetzte. Zitternd strich er über seine Stirn, die förmlich glühte, darauf wartend, dass wieder Leben in den blassen Leib kam.
„Es tut mir so leid“, schluchzte er, sein Gesicht in die roten Haare drückend, den Körper enger an sich drückend. Er war Schuld, dass Gary jetzt auch tot war, er ganz allein. Dabei hatte er so viel besseres verdient.

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BeitragThema: Re: I want your blood   So Jan 27, 2013 10:35 pm

Natürlich schien der Ältere mit dem Verlauf nicht ganz einverstanden zu sein, etwas anderes hatte der Rotschopf eigentlich auch gar nicht erwartet und irgendwie erinnerte ihn das alles viel zu sehr an die ganzen seltsamen Filme und Comics, die seine Jugend und auch sein junges Erwachsensein begleitet hatten, sodass es schwierig war es in irgendeiner Form als echt oder real anzusehen, selbst wenn man noch so viele Indizien hatte und eigentlich sich mittlerweile mit dieser seltsamen Wahrheit abgefunden hatte- das Gehirn war einfach nicht für solche anormalen Dinge programmiert worden.
Garret zuckte lediglich mit den Schultern, er wusste selbst nicht genau, ob er für immer so etwas werden wollte, dafür hätte man vielleicht vorher ein Pro- und Kontraliste machen müssen, doch für solche Dinge hatten sie jetzt ganz bestimmt keine Zeit, man musste sich also zur Abwechslung wirklich auf das eigene Gefühl verlassen und ihm war bewusst, was sein Gefühl ihm gerade sagen wollte. Naja und abgesehen davon würde sich vielleicht auch gar nichts ändern- er lebte ohnehin in der Nacht, denn zu dieser Zeit war man am produktivsten, zu der Zeit liefen die interessantesten und seltsamen Sendungen im Fernsehen, es machte also fast gar keinen Unterschied zu dem Leben, das der Schotte im Augenblick führte und nun brauchte er auch nicht mehr auf irgendwelche Mittagspausen oder Abende zu warten, wo Lawrence wirklich Zeit haben konnte, sie hätten alle Zeit der Welt und sie brauchten sich nicht mehr etwas vorzumachen, auch wenn Gary sich jetzt immer noch nicht ganz eingestehen wollte, dass er es wirklich nur wegen ihm mit sich machen lassen wollte und dass ihm tatsächlich mehr an dem Anwalt lag als nur sein Körper und der viele gute Sex, dass er sogar so etwas wie eine wichtige Rolle in seinem Dasein eingenommen hatte und der Dunkelhaarige müsste spätestens jetzt wissen, dass es genauso war. „Natürlich meine ich das Ernst, wieso sollte ich auch nicht?! Du kannst nicht einfach abhauen und denken, dass du einfach so damit durchkommst!“, brummte die Stimme des Größeren, das Gesicht ein wenig verziehend, während er etwas näher an den Anwalt heranrutschte, ihn aus den grünen Augen heraus musternd. Die nächsten Worte entlockten ein belustigtes Grinsen, während sich die Augenbrauen in die Höhe zogen, kleine Fältchen auf der Stirn bildeten. „Ich bin ein großer Junge, ich werde den Schmerz ganz sicher irgendwie durchstehen.“, erwiderte er, mit der Hand abwinkend. Was sollte es schon groß wehtun- hier ein Biss, da ein Biss und…nun gut, eigentlich hatte der junge Mann absolut keine Ahnung wie das ablief und was ihn wirklich erwartete, doch es würde sicherlich erträglich werden, dafür, dass er danach für eine Ewigkeit leben könnte, wirklich für eine Ewigkeit, und niemals das Rentnerdasein erreichen müsste, niemals Bingo im Altenheim spielen müsste und das war es doch allemal wert. Der Rotschopf spürte wie es in seinen Fingerspitzen kribbelte, ein seltsames Gefühl seinen Magen hinaufkroch, es war alles so neu und seltsam und irgendwie auch aufregend und angsteinflößend zugleich, der Tätowierte wusste nicht genau wie er sich wirklich fühlen sollte und eine kleiner Teil von ihm wartete immer noch auf die große Auflösung, auch irgendwelche versteckte Kameras, die Tatsache, dass er gerade ordentlich in eine Falle getappt war und all diese Effekte von irgendwelchen professionellen Leuten erzeugt worden waren, die man sonst nur in teuren, guten Filmen mit irgendwelchen Actionhelden zu sehen bekam.
Aber bis jetzt schien keiner erpicht darauf zu sein das alles aufzulösen und ihn wie einen Idioten dastehen zu lassen, vielleicht war es auch gut so, denn diesen Scherz hätte er dem Kleineren wahrscheinlich in dreißig Jahren nicht verziehen.
„Dann bin ich eben verrückt, ist ja nichts neues, Lawrence…aufs Bett? Möchtest du die letzten Stunden meiner Lebzeiten ganz romantisch in deinen Laken verbringen.“, ein belustigtes Grinsen zierte sich auf dem Gesicht des Sommersprossigen, ehe er langsam aufs Bett zuschlenderte, sich vorsichtig auf die Matratze legend. Er konnte die Nervosität in seinem Inneren spüren, wie das Herz gegen seinen Hals schlug, das Blut wild durch die Adern floss, das lustige Kribbeln sich am ganzen Körper ausbreitete. Lawrence bemerkte es bestimmt auch und das war wirklich peinlich, doch Gary wusste nicht, wie er sein Inneres beruhigen sollte, doch wenigstens wirkte er rein äußerlich lockerer und beinahe unbeeindruckt von dem, was jetzt kommen würde. Vielleicht sollte er noch irgendwelche Abschiedsworte an seine lebendige Hülle äußern oder seinem Anwalt gegenüber, doch in diesem Moment fiel ihm nichts Brauchbares ein und sollte dieser ganze Versuch kläglich scheitern, dann war es eben so, so hatte er wenigstens noch als gute Nahrungsquelle gedient.
Wie der Ältere auf ihm saß, hätte beinahe andere Wünsche er und Gedanken in seinen verrückten Kopf getrieben und er konnte sich ein breites Lächeln nicht verkneifen. „Ach wirklich, Law, ich dachte du hättest am Wochenende ganze Völker verwandelt...zieh einfach dein Ding durch und alles andere passiert schon von selbst.“, er spürte wie seine Finger automatisch über den schmalen Rücken des anderen strichen, seine rechte Hand anschließend seinen Nacken packte, spürte die eiskalte Haut unter seinen Fingern, die ihm angenehme Gänsehaut bereitete. „Mach’s schnell.“, wisperte der Schotte leise, seinen Kopf demonstrativ ein wenig zur Seite neigend, ihm den Hals in all seiner Pracht präsentierend, während er vor Aufregung beinahe zu zittern begann, völlig ahnungslos, was ihn jetzt erwarten würde, was mit ihm passieren würde und ob all dies eine wirklich gute Idee war, doch nun war es zu spät, er konnte und er wollte auch keinen Rückzieher machen.
Ein Schauer nahm den muskulösen Leib ein als er die scharfen Zähne auf seiner Haut spürte, Gary schloss seine Augen für einen kurzen Augenblick, nur um sie schmerzerfüllt wieder aufreißen zu können während sich die fremden Zähne in sein Fleisch gruben. Er mochte kein Trinkexperte sein, doch etwas verriet ihm, dass dies nicht der Ort war, wo Lawrence zubeißen musste, weswegen er seine Nägel demonstrativ in seinen Nacken grub, mit der anderen auf seinen Rücken klopfend. „Alter!“, presste er keuchend hervor, froh, als der Ältere für einen Moment von ihm abließ, kurz in seine hellbraunen Augen blickend, die so leuchtender erschienen, dass er sich für einen Moment in ihnen verlor. „Niemand hat je gesagt, dass das erste Mal das Beste ist.“, murmelte der Größere leicht lächelnd, presste seine Lippen jedoch schnell wieder aufeinander, die Augen abermals schließend, erneut zusammenzuckend, als sich die Zähne ein weiteres Mal in den Hals gruben. Mit der ganzen Kraft, die in den Knochen des Rothaarigen steckten, klammerte er sich an den Körper des Anwalts, laut keuchend. Garret konnte nicht verstehen, ob es Schmerzen waren, oder ob es ein gutes Gefühl war. Er kam sich so berauscht vor, ohne jeglichen Verstand, so als würde er in diesem Moment im Schlafzimmer einfach schweben, als seien beide Leiber einfach vom Bett abgehoben, während sein Blut unkontrolliert in den Mund des Anderen floss, sein fester Griff immer schwächer wurde und die Welt um ihn herum einfach nur verschwamm. Alles wurde leiser, ferner, als ob man ihm die Ohren zugehalten hätte, selbst sein schwer pochendes Herz schien sich endlich beruhigt zu haben. „Das…ist seltsam…Law.“, murmelte seine Stimme leise, beinahe leiernd, die grünen Augen langsam aufschlagend. Ob es sich für jeden gleich anfühlte, ob Lawrence genauso ein seltsames Gefühl hatte, als er verwandelt worden war? Gary wusste nicht wie lange er noch die Augen geöffnet halten konnte, mit jeder verstreichenden Sekunde wurde sein Kopf immer schwerer, seine Glieder fühlten sich an wie Blei und es wurde zu einer harten Prüfung nicht das Bewusstsein zu verlieren, doch der Ältere ließ im rechten Augenblich von ihm los, sodass er diesem ein erleichtertes Lächeln schenkte, nach Atem ringend. „Sterbe…ich jetzt..?“, fragte der Rotschopf, konnte sich ein leises Lachen nicht verkneifen. Wenn man immer so sterben konnte, wirkte es gar nicht so schlimm, er würde ihn zumindest einem anderen Tod vorziehen. Doch es war nicht vorbei, im nächsten Moment verzog der Jüngere das Gesicht, das Blut stieg ihm in die Nase und er mochte diesen Geruch absolut nicht und das auch noch zu trinken?! Wollte Lawrence wirklich, dass er sein Blut schlürfte?!
„Dann kotz ich ja…“, leierte seine Stimme atemlos und dennoch packten die blassen Finger den Arm des anderen, zogen das blutende Handgelenk an seine Lippen, es einen Moment abschätzig betrachtend. „Du schmeckst bestimmt gar nicht.“, fügte er anschließend hinzu, konnte sich die blöden Kommentare einfach nicht verkneifen, ehe er die bleichen Lippen auf die Wunde legte, das Blut aus dem Älteren saugend. Es schmeckte seltsam, naja, wie Blut eben so schmeckte, und dennoch hatte es einen ganz anderen Beigeschmack, das war nicht solch ein Blut wie seines oder wie das, was man im Krankenhaus bekam, es unterschied sich viel zu sehr.
Er konnte das Rauschen seines eigenen Blutes wieder in den Ohren hören, zog gierig den Arm noch enger an sich, mehr von dem roten Zeug in sich aufnehmend. Es wirkte wie Sex, nein, besser- ein unbeschreiblich befriedigendes und berauschendes Gefühl, das er niemals mit irgendeiner anderen Sache vergleichen konnte und Gary wollte nicht aufhören, hatte sogar vergessen, dass es sich gerade um Lawrence handelte, dem er so viel Blut abzapfte und als er versuchte sich loszureißen, so zog er nur noch stärker an ihm, merkte jedoch, dass seine Stärke zum ersten Mal nicht ausreichte um den ‚Kampf‘ gegen den Älteren zu gewinnen, sodass er nach kurzer Zeit widerwillig seine Finger von ihm ließ, mit dem Handrücken einige Blutreste von den Mundwinkeln wegwischend, den Dunkelhaarigen entschuldigend anblickend. Er wollte etwas sagen, sich wirklich entschuldigen, dafür, dass er ihm Schmerzen bereitet hatte, dass er ihn einfach nicht loslassen wollte, doch all seine Gedanken wurden von einem plötzlichen stechenden Schmerz verwischt, der sein Inneres einzunehmen schien. Es fühlte sich so an, als wären mehrere Lastwagen über seinen Körper gefahren, als hätten sie seine ganzen Organe einfach so eingequetscht, jeden einzelnen Knochen gebrochen, immer und immer wieder, bis nur noch feine Splitter sich in das Fleisch des Jüngeren bohrte. Der Schotte kniff seine Augen zusammen, sein Körper krümmte sich im Bett des anderen, sodass er nicht einmal spürte, wie dieser seine Arme um den Leib gelegt hatte und dennoch schien sein Verstand es unterschwellig bemerkt zu haben, sodass er das gleiche tat, jedoch mit dem feinen Unterschied, dass er seinem Schmerz am Rücken des Kleineren Luft machen wollte, die Nägel immer wieder in das Fleisch seines Freundes grub, während zerreißende Schreie seine Lippen verließen. Seine Eingeweide zogen sich zusammen, er spürte wie sein eigener Körper begann zu zittern, während er sein Gesicht in Lawrence Brust vergrub, weitere Schreie aus seiner Kehle entwichen, so laut, dass er glaubte hinterher nie wieder normal sprechen zu können. Er starb, das wurde dem Tätowierten spätestens dann bewusst, als sein Herz nicht mehr gegen die Rippen schlug, vor Panik, vor Pein, die den Körper rüttelte und schüttelte und bald nahm auch der gesamte Schmerz in seinem Inneren ein Ende, wurde immer erträglicher je langsamer das Herz schlug, je ruhiger der Puls wurde. Garret riss für einen Augenblick die Augen auf, seine Nägel ließen langsam von Lawrence Haut los. Er konnte sich nicht bewegen, er konnte nur spüren, wie alles Leben aus seinem Körper verschwunden war, wie er in den Armen des Älteren lag, leblos wie eine Leiche nur sein konnte. So fühlte sich sterben also an, so fühlte es sich an, wenn jede wichtige Funktion begann zu versagen, wenn man den Atem verlor, weil die Lungen versagten, wenn man erstickte, ohne es wirklich bemerkt zu haben und dennoch hatte man Luft, dennoch bemerkte er alles, was um ihm herum geschah, konnte die Worte des Kleineren genau hören, besser als je zuvor, konnte alles in so helleren Farben erkennen und selbst, als Gary glaubte, er könnte sich endlich bewegen, dass er endlich der geworden war, schließlich spürte seine Zunge die messerscharfen Eckzähne genau, der er werden wollte, konnte er sich einfach nicht losreißen, er konnte sich nicht aus Lawrence‘ Umarmung entziehen, aus Angst, dass es wieder wehtun könnte, dass der Schmerz zurückkehren würde, jedoch erwischte er sich selbst dabei, wie die Finger erneut den Körper des Anwalts abtasteten, sein Gesicht sich noch enger gegen die Brust vergrub und er mit aller Kraft seinen Körper gegen den anderen presste, ehe die grünen Augen langsam das Gesicht des Dunkelhaarigen erblickten. „Nein…nein, es braucht dir nicht leidzutun, ich…ich fühle mich gut, ich habe mich nie besser gefühlt.“, wisperte die Stimme des Jüngeren leise, schenkte Lawrence ein aufmunterndes, ehrliches Lächeln. „Jetzt ist keiner mehr von uns allein, Law.“, fügte er nach einer Weile hinzu, presste seine Lippen auf die des Anderen. Sie waren warm, zumindest wärmer als seine, und fühlen sich nicht schlechter als zu Lebzeiten an, vielleicht sogar ein wenig besser, weswegen Gary sich für eine lange Zeit nicht losreißen wollte, stattdessen seine Zunge vorsichtig zwischen den Zähnen vorbeischob, streifte dabei die scharfen Eckzähne des Kleineren, konnte sich ein leictes Grinsen nicht verkneifen. Verwirrt beäugte er seinen Schöpfer, als er vorsichtig von ihm abließ. „Schon komisch…so lange hab ich noch nie jemanden geküsst.“, ein weiterer Grund, warum es gut war, dass sie beide gleich waren.
Gary konnte es nicht leugnen, er fühlte sich wirklich gut, das alles fühlte sich besser an als gedacht, doch fernab der guten Laune konnte er spüren wie seine Kehle brannte, Hunger machte sich in seinen Eingeweiden breit, sodass sein Lächeln schnell zu einem unzufriedenen Ausdruck verwandelte, er den Anwalt wehleidig anstarrte. „Ich hab das Gefühl ich hätte seit Wochen nichts gegessen, ist das normal?“, Gott, wie konnte Lawrence das nur so lange ohne Nahrung aushalten, Garret selbst bekam das Gefühl nicht los, dass er gleich eingehen würde, würde er nichts zwischen die Zähne bekommen am besten jetzt sofort, doch es war Tag, die Sonne schien, zur Abwechslung mal, und er konnte schlecht rausrennen und sich was holen. Ein Seufzen entwich seiner Kehle, während die Finger über den Rücken des Älteren fuhren, er spürte wie seine Nägel den Stoff an einigen Stellen regelrecht zerrissen hatten und es tat ihm leid, schließlich wollte er niemanden auch noch Schmerzen zufügen, doch es war zu spät und offenbar war dieser ganze Kram wirklich schlimm genug um ihn nicht nochmal durchleben zu können und Lawrence musste das wirklich alles alleine durchstehen. Erneut drückte er sich an den Körper des Bettbesitzers, fuhr mit seinen Lippen sanft über den Hals, über die Wunde, die noch nicht ganz verheilt war. „Ich bin froh, dass du das mit mir gemacht hast..“

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Kauzi
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BeitragThema: Re: I want your blood   Mo Jan 28, 2013 9:00 pm

Wäre in Lawrence´ Adern noch menschliches Blut gewesen, hätten ihm die spitzen Fingernägel, sie sich tief in seinen Rücken gruben, sicherlich mehr wehgetan. Doch dadurch, dass er so viel Blut von Garret getrunken hatte, war er gestärkt genug, um den Schmerz kaum wahrzunehmen. Außerdem war der andere in dieser Situation sowieso viel wichtiger. Er war froh, dass er wenigstens für ihn da sein konnte, und das schien der Rothaarige auch dringen nötig zu haben, denn er wollte gar nicht mehr von ihm ablassen. Der Dunkelhaarige ließ ihm die Nähe, strich immer wieder über seinen Rücken. Sein Körper fühlte sich jetzt genauso kalt an wie sein eigener. Mit leerem Blick lehnte er seine Stirn an ihn an, darauf wartend, dass er ein Zeichen von sich gab, dass alles so hingehauen hatte, wie es sollte. Es hätte ja immer noch sein können, dass er etwas verkehrt gemacht hatte. Wenn er sich vorstellte, dass er ebenso lange auf dem Fußboden gelegen hatte und sich qualvoll und alleine der Verwandlung hatte stellen müssen…..Fair war das nicht. Erleichtert hob der Anwalt den Blick, als er, zwar heiser und recht leisen, aber dennoch lebendig, Garrets Stimme hörte. Er brachte nicht mehr als ein trauriges Lächeln zustande, wenigstens erlebte der Schotte das alles hier angenehmer als er, denn obwohl er nicht ganz genau abschätzen konnte, ob er das nur sagte, um ihn zu beruhigen, oder ob er das auch wirklich so meinte, wirkte Gary nicht so, als ob er flunkerte.
„Nie? Nicht mal, wenn wir Sex hatten?“, versuchte er seine trotzige Selbstsicherheit ein wenig zurückzugewinnen, aber bei dem Anblick des bleichen Rotschopfes fiel es ihm zugegeben schwer. Die Wirkung des frischen Blutes ließ langsam schon wieder nach, weil der andere so üppig von ihm getrunken hatte, aber Garrets Worte ließen ihm schon ein wenig warm ums Herz werden. Er hätte es selbst nie zugeben wollen, aber innerlich hatte er schon längst gehofft, dass seine Beziehung zu Gary keine kurzweilige Angelegenheit war, auch, wenn er ihm gegenüber so etwas nie zugegeben hätte. Vielleicht hatte es wenigstens etwas Gutes, dass sie nun beide untot waren, ansonsten wären sie wohl nie mit ihren Gefühlen zueinander rausgerückt und hätten sich wohlmöglich irgendwann aus Trotz getrennt. Es nahm ihm einen Großteil der Angst, dass er diese ganze Sache nicht alleine durchstehen musste, auch, wenn Gary das alles ganz anders aufzunehmen als er selbst.
„Das macht es erträglicher“, nickte er mit sanfter Stimme. Er weitete die Augen leicht überrascht, als sich die kühlen Lippen des anderen auf seine Lippen pressten, ihn darafhin allerdings umso dankbarer erwidernd. Es war gut, dass solche normalen Dinge immer noch zu ihrem Alltag gehören konnten, dass sich nicht alles so radikal und unbarmherzig geändert hatte. Er öffnete leicht die Lippen, sodass Gary seine Zunge zwischen seine Zähne schieben konnte, kurz zusammenzuckend, als er an seinen Eckzähnen vorbeistrich aus Angst, er könnte sich daran wehtun, aber vermutlich war er viel zu überempfindlich. Er wollte diese ganze Sache auch gerne so optimistisch sehen können wie der Schotte, den das alles so wenig zu stören schien, der im Gegenteil eher aufgeregt schien. Warum konnte er das nicht? Jetzt, wo Gary bei ihm war, sollte es ihm doch leichter fallen. Er versuchte die Augen zu schließen, sich im Gegenzug selbst etwas näher an den anderen drückend. Er war jetzt stundenlang für Garret stark geblieben und hatte ihn im Arm gehalten, jetzt durfte er sich auch etwas Ruhe gönnen. Erst, als der jüngere von ihm abließ und ihn verwirrt anblinzelte, merkte er, dass sie scheinbar minutenlang ausgeharrt hatten, ohne einmal Luft zu holen. Von dieser Perspektive aus gesehen bot ihr neues Dasein ja vielleicht noch andere spannende, neue Aspekte. Er konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen, froh darüber, dass er nach diesen Horrorwochenende auch einmal durchatmen konnte.
„Gut zu wissen, dass du jetzt viel länger Dinge mit deinem Mund machen kannst“, grinste er ihn an, ihm durch die Haare streichend. Diese Vertrautheit war irgendwie ungewohnt, ganz anders als die Wortgefechte und das Gefoppe, das sie sich sonst immer lieferten, aber er konnte nicht behaupten, dass ihm die Ruhe nicht guttat. Etwas besorgt bemerkte er, wie sich Garys Gesichtsausdruck veränderte, tat ihm doch wieder etwas weh, war das ganze etwa noch nicht vorbei?
„Ich….Ich weiß nicht, was bei uns normal ist, aber ich hatte auch….naja, Hunger“ murmelte er, sich etwas unwohler in seiner Haut fühlend. Er warf einen Blick auf seinen Wecker, es war schon Abend, und mittlerweile müsste die Sonne verschwunden sein, die ihm heute schon so viel Ärger bereitet hatte. Sie könnten also theoretisch losgehen und sich…..nunja, jemanden suchen. Aber allein der Gedanke, jemanden anzufallen, der es nicht so bereitwillig zuließ wie Garret….Es fühlte sich so falsch und bestialisch an. Aber er selbst verspürte auch schon wieder den wachsenden Drang danach zu trinken, die Verwandlung des Rotschopfes hatte ihn viel Kraft gekostet, und nachdem er das ganze Wochenende ohne einen Tropfen ausgeharrt hatte, brauchte er das frische Blut umso mehr. Nachdenklich kaute er auf seiner Unterlippe, erst aufschreckend, als sich Gary ihm wieder näherte. Als sich die kalten Lippen auf seine Wunde legten, zuckte er unwillkürlich zusammen, den Größeren aus einem Reflex heraus von sich wegschiebend.
„Da nicht, bitte, Gary….“, murmelte er, den Kopf senkend und mit einer Hand die Wunde bedeckend. Er merkte gar nicht, dass er zu zittern begonnen hatte, aber der Gedanke an den vergangenen Überfall machte ihm Angst. Er brauchte ein paar Minuten, bis er sich aus dieser Erinnerung befreit hatte, sich langsam erhebend.
„Wenn du Hunger hast, sollten wir uns was suchen“, murmelte er, sein zerfetztes Hemd ausziehend und sich ein neues aus dem Schrank suchend, ebenso wie einen Schal, den er sich um den versehrten Hals schlang.
„Wir haben schon abends“, fügte er erklärend hinzu, die Jalousien mit einem Ruck nach oben ziehend. Zum Glück fiel nur angenehme Schwärze und Mondlicht ins Zimmer, die seinen empfindlichen Augen ganz gut tat. Auffordernd blickte er Gary an, der wirklich ein klein wenig wackelig auf den Beinen zu sein schien. Höchste Zeit, dass sie ihm etwas suchten, denn Lawrence konnte ihn nicht noch einmal von sich trinken lassen.
„Normales Essen schmeckt jetzt übrigens wie Pappe“, erklärte er seufzend, er würde Pizza und Co sicherlich vermissen. Er musterte Garret eine Weile lang unauffällig, es war merkwürdig, die weißen Eckzähne hervorblitzen zu sehen, es wirkte so unecht und verkehrt, dass es Lawrence immer noch einen Schauer über den Rücken jagte.
„Hoffentlich erkennt man uns nicht sofort“, nuschelte er ängstlich, darauf wartend, dass Gary endlich zu ihm hinüberkam. Lawrence wusste nicht wieso, aber er wollte nicht so wirklich einen Schritt ohne den anderen tun. Lächerlich eigentlich, immerhin wollte er immer noch eigenständig sein und sich nicht von jetzt an an den Schotten klammern. Aber er hatte einfach das Gefühl, dass ihre bleiche Haut und die spitzen Zähne kaum zu übersehen sein könnten. Er eilte schnell das Treppenhaus hinunter, nicht, dass einer seiner Nachbarn ihn auf einmal noch auf das Geschrei am Wochenende hinwies, mit einem tiefen Atemzug in die kühle Nacht hinaustretend. Alles wirkte viel heller, als er es gewohnt war. Neugierig blickte er sich um, so viele Gerüche und Geräusche schlugen auf einmal auf ihn ein, dass ihm beinahe schwindelig davon wurde.
„Und….Und wie stellen wir das jetzt an? Brechen wir bei jemandem ein, oder…oder sollen wir in irgendeiner dunklen Straße warten? Ich hab von sowas doch keine Ahnung!“, stieß unsicher aus, sich näher an den Größeren drängend. Er hatte vielleicht ein Wochenende Vorsprung, aber in der Praxis brachte ihm das absolut nichts.

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Mrs Lovett
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BeitragThema: Re: I want your blood   Mi Jan 30, 2013 10:23 pm

Dass sie zu Lebzeiten sicherlich auch unglaublich interessante und aufregende Abenteuer miteinander hatten, die befriedigend und auch großartig waren, konnte man sicherlich nicht aus dem Gehirn streichen, doch er wusste, dass man es hiermit nicht vergleichen konnte, es war etwas anderes, etwas, was gar nichts mit dem Sex oder irgendwelchen anderen Dingen oder gar Momenten zu tun hatte und niemals zu tun haben würde. Gary fragte sich was sich noch alles ändern würde oder sich bereits geändert hatte, welche Dinge sie erwarteten, schließlich war dies ein ganz neues und seltsames Leben, auch wenn man es noch gar nicht so genau spürte, schließlich sahen sie immer noch so aus wie vorher, nur ein bisschen blasser, vielleicht sogar ein bisschen schöner, nicht, dass sie ohnehin schon Augenweiden waren, doch nun konnten sie sich absolut sicher mit dieser Annahme sein, und auch wenn es so real und echt für den Rotschopf war, war der Gedanke daran, dass sie nun so etwas wie Vampire waren, immer noch so seltsam und unlogisch, dass er es gar nicht richtig wahrhaben wollte, aber vielleicht würde sich das ja bald ändern, es erging sicherlich anderen Menschen nicht genauso, vielleicht war sogar der seltsame Einbrecher genauso verwirrt gewesen, früher einmal, ehe es für ihn zur Routine wurde in Häuser einzusteigen und sich dann auch noch über menschliche Wesen herzumachen.
Der Jüngere ließ vom Körper des anderen verwirrt ab, als ihn dieser abwies, besorgt die Stirn in Falten legend, während die grünen Augen den Anwalt musterten, kurz einen Blick auf die Wunde wagend, automatisch mit den eigenen blassen Fingern über seine eigene Fahrend. Er spürte immer noch das unangenehme Brennen an seinem Hals, als die Haut den frischen Biss berührte, sich fragend, ob er für immer dort bleiben oder eines Tages verheilen würde. Wie war das eigentlich mit dem Verheilen?
„Oh, okay..“, murmelte er gedankenverloren, leicht mit den Schultern zuckend. Ihm war nicht danach irgendwelche seltsamen Kommentare abzugeben, es war einfach nicht die Zeit dazu und Lawrence wirkte noch lange nicht so locker wie der Rotschopf es war, vielleicht nahm er das alles viel ernster, wahrscheinlich erschien es ihm auch viel realer als dem Größeren, schließlich waren bereits zwei Tage vergangen in denen der Dunkelhaarige sich mit dem ganzen Kram beschäftigen und auseinandersetzen konnte, wobei Garret sich sicher war, dass er nicht der Einzige mit den ganzen Fragen und den Gedanken war.
Gary blickte dem Kleineren hinterher, als sich dieser erhoben hatte, auf seine Worte hin heftig nickend, zufrieden lächelnd. „Etwas zu futtern wäre wirklich eine gute Idee, so viel Hunger hatte ich schon lange nicht mehr…das erste Mal vor sechs Jahren als ich einen durchgezogen habe. Ich sag dir, das war eine seltsame Nacht.“, entgegnete er mit einem leisen Lachen, sich dabei klarwerdend, dass wohl keine Nacht in seinem vergangen Leben so seltsam war wie die, die bald folgen würden, als Blutsauger musste man sich bestimmt viel seltsamen Mist anschauen, ihn erleben und vielleicht auch überleben.
Die nächsten Worte lösten eine Welle des Bedauerns im Inneren des Kriminellen aus- wenn normales Essen wirklich nicht mehr schmeckte, dann war’s wohl vorbei mit dem ganzen scharfen Zeug, mit Curry und mit Asiatenkram und nie wieder ein Steak! Hätte Garret das gewusst, hätte er vor der ganzen Umwandlung sich noch ein großes Mahl bestellt, bevor es hieß, dass er für immer darauf verzichten müsste oder zumindest niemals den alten Geschmack herausschmecken könnte.
„Das heißt wir können nie wieder einen Wettbewerb machen, wer von uns mehr scharfes Zeug in sich reinschaufeln kann? Ich hoffe, dass ich wenigstens noch Bier schmecken kann.“, murmelte die Stimme des Jüngeren, kurz zur Seite schauend. „Ich mochte den zerfetzten Fummel übrigens an dir.“, fügte er anschließend hinzu, Lawrence ein schiefes Lächeln schenkend.
Eigentlich wäre ihm mehr danach hier zu sitzen und zu spekulieren was sie alles tun könnten, doch auf der anderen Seite war sein Hunger viel zu furchtbar, dass weitere Minuten des Herumsitzens ihn vielleicht dazu getrieben hätten die gesamte Nachbarschaft zu verspeisen oder…auszusaugen, schließlich mussten sie sich ja jetzt von Blut ernähren. Wenn sein Magen grummeln konnte, hätte er dies wahrscheinlich ununterbrochen getan, weswegen der Schotte automatisch seine Arme um den Bauch schlang, sich langsam vom Bett erhebend. Ihm war etwas schwindelig, sodass er glaubte wieder aufs Bett fallen zu müssen. Mit wackelige Schritten wagte er eine Schritte auf seinen Freund zu, ebenfalls kurz einen Blick hinauswagend. Tatsächlich, die Sonne schien langsam verschwunden zu sein, Gary fragte sich ob sie hier ganz gut leben könnten und ob es ihnen möglich war auch Tagsüber rumzulaufen sollte es, wie eigentlich immer, regnerisch und bewölkt sein, schließlich würden sie so der Sonne nie direkt ausgesetzt werden und hätten bestimmt mehr Freiheiten als sonst, doch er hatte sicherlich noch Zeit um dies auszutesten, mindestens eine Ewigkeit.
Der Tätowierte winkte bei den nächsten Worten des Älteren ab, leise schnaubend. „Komm schon, wir sind in England, hier ist jeder käsig und blass und seltsam- warst du jemals in Camden?“, seine Stimme klang belustigt, beinahe schon höhnisch, ehe seine Beine Lawrence hinaus folgten, nebenbei seine Lederjacke schnappend, sie schnell anziehend. Sie hatten die Tarnung der Großstadt hier, da, wo tagtäglicher Hunderte, ach was Tausende, von Touristen durch die Gassen schlichen und alle sahen sie verschiedener denn je aus und niemand schien sich auch nur im Geringsten dafür zu interessieren, man brauchte also keine Angst zu haben, man musste sich nicht ertappt fühlen, weil es nichts gab, wobei sie ertappt werden könnten…naja okay, sie sollten vielleicht gleich etwas vorsichtiger sein mit der Auswahl und dem Verspeisen anderer Individuen. Der Gedanke daran, dass sie gleich jemanden umbringen müssten, löste ein seltsames Kribbeln im Körper des Größeren aus, beinahe das Gleiche, welches er gespürt hatte, als Lawrence kurz davor war seine Zähne in sein Fleisch zu bohren, nur dass diesmal die Nervosität präsenter war als seine Aufregung, schließlich hatte er noch nie einen Menschen auf dem Gewissen gehabt und sein Job hatte ihn bis jetzt noch nie so weit getrieben, dass er es wirklich jemals hätte tun müssen, er war wohl immer derjenige gewesen, der stets kurz vor einer Ermordung stand, doch selbst das konnte er irgendwie umgehen.
Hastig folgte er dem Dunkelhaarigen das Treppenhaus hinunter, sich fragend wo sie eigentlich hingehen wollten.
„Woa!“, stieß der Schotte erstaunt hervor als die Tür hinter ihm zuknallte, die kühle Luft einatmend. Es war, als hätte man ihn in eine ganz andere Welt gesteckt, er konnte nicht glauben, dass sie wirklich Abend hatten, dass die Sonne verschwunden war, so hell wie die Welt um sie herum gewirkt hatte, wie grell die Laternen über ihnen leuchteten, wie er Stimmengewirr aus so weiter Entfernung hören konnte, Autos und Busse, die mit einer enormen Lautstärke an ihnen vorbeisausten, pulsierende Herzen überall, es war so viel, dass er glaubte für einen Moment den Verstand oder zumindest die Orientierung zu verlieren. Sie dürften niemals Piccadilly betreten, nicht, bis sie gelernt hatten mit Lärm umgehen zu können.
Erstaunt blickten die grünen Augen den Anderen an, sich fragend ob er sich genauso erschlagen fühlte, ob er genauso überrascht von all dem hier war, davon, dass ihre Sinne so feiner waren als zu ihren Lebzeiten, und wieso sollte er es auch nicht, schließlich hatte er sich vorher gar nicht erst auf die Straße gewagt, konnte seine neuen Fähigkeiten gar nicht so wirklich testen.
„Alter, was weiß ich, ich hatte auch noch nie irgendeine Möglichkeit gehabt mir einen ‚Ratgeber für Vampire‘ durchzulesen! Lass uns einfach irgendwen suchen, wo sonst keine anderen Menschen sind? Ich weiß nicht, ob ich es schaffe einzubrechen.“, Gary zuckte mit den Schultern, blickte sich etwas hilflos um, ehe sein Körper sich langsam die Straße entlangbewegte, erwartend, dass Lawrence ihm folgte. „Erstmal müssen wir hier weg, deine Gegend ist mit Abstand die Beschissenste“, raunte die Stimme des Rothaarigen, dem Anwalt ein breites Grinsen schenkend, beiläufig die Hände in den Taschen vergrabend. Hmm, er hatte wirklich keine Ahnung ob es so einfach war wie in seinen Gedanken, ob sie einfach jemanden überfallen konnten und ihn dann aussaugen konnten, ohne dass es irgendwer bemerkte, doch in allen Filmen war es doch so einfach und wenn er ohne Probleme Menschen beklauen und bei ihnen einbrechen konnte, konnte er sie auch ebenso gut beißen und ihr Blut trinken, so anders war es schließlich auch nicht!
Gedankenverloren mit prüfenden Augen schaute der Jüngere sich immer wieder um, versuchte seine ganzen Sinne zu benutzen, die jedoch immer noch benebelt und verwirrt von den vielen Gerüchen, Geräuschen und Farben waren, er sich kaum auf eine Sache genau konzentrieren konnte.
„Ich fand es noch nie so behindert alles zu hören und so einen Scheiß wie jetzt.“, knurrte seine Stimme ärgerlich, kurz zu Lawrence schielend. Doch im Moment seines Frustes und dem Gefühl, die Welt könnte ihn eine Sekunde lang mit den vielen Eindrücken erschlagen, roch er endlich etwas gewünschtes, etwas…anderes.
Es war der Duft von Parfum, vermischt mit dem Eigengeruch des kleinen Individuums, der ihm in die Nase stieg, sein eigenes, oder zumindest das des Anwalts, Blut zum Kochen bringend. Er wusste nicht, ob Lawrence es auch spürte, ob er dieses junge Wesen auch als angenehm und irgendwo auch schmackhaft empfand oder generell etwas bemerkte, und tatsächlich, wenige hunderte Meter erkannte er die Person- eine junge Frau, die sichtlich verwirrt die Straße entlang irrte, sich immer wieder umblickend, unwissend, wo sie sich gerade befand, was wohl auch ihren herausragenden Duft erklärte- etwas war dort, was nicht zu den Bürgern passte, die hier lebten.
„Sieh einer an…“, summte die Stimme des Schotten melodisch, konnte sich ein zufriedenes Lächeln nicht verkneifen, bemerkte wie das Kribbeln in seinen Fingern immer stärker wurde, je schneller sie sich der Fremden näherten. Seine grünen Augen sahen ihre kleinen, feinen Adern, die sich unter der Haut zierten, lauschte ihrem ruhigen Herzschlag, der augenblicklich schneller wurde, als ihre hübschen Äuglein die beiden bemerkt hatten, sie einen Moment lang erschrocken und nervös inne hielt, den Blick schnell senkend, sie wollte keinen Blickkontakt riskieren und es war wahrscheinlich auch weise, doch Garret hatte nicht vor sie einfach weitergehen zu lassen.
„Entschuldigen Sie, können Sie mir sagen wie ich zum Piccadilly Circus komme? Ich glaube mein Freund und ich haben uns ein wenig verlaufen.“, schnurrte die Stimme des Jüngeren freundlich, ihr ein liebreizendes Lächeln schenkend, darauf bedacht, dass sie seine Zähne nicht sehen konnte, unauffällig mit den Pupillen den Körper betrachtend. Das pulsierend Blut machte ihn regelrecht fertig, der Tätowierte hätte sie am liebsten sofort überfallen, seine Zähne ihn den liebreizenden Hals gebohrt und ihre jeden Tropfen der roten Flüssigkeit genommen und es erschrak ihn für einen Moment, dass allein dieser Gedanke ihn so unglaublich, nun ja, heiß machte, doch der junge Mann riss sich zusammen, legte den Kopf ein wenig schief, die fremde Frau mit großen Augen anblickend, während diese sichtlich irritiert unverständliche Worte vor sich hinstammelte, immer wieder von Lawrence zu Garret blickend. „I-ich weiß es nicht, tut mir leid…ich komme nicht von hier.“, murmelte die Frau in einem ihm unbekannten Akzent, wollte bereits weitergehen, doch Garret platzierte im rechten Augenblick seine Hand auf ihre sehnige Schulter. „Dann sind wir schon zwei Touristen, ich komme aus Schottland…bitte, schließ dich uns doch an.“, erneut huschte ein Lächeln über die blassen Lippen, während er ihre hübschen dunkelbraunen Augen fixierte, keine Sekunde lang wegschaute, bis ihr Herz endlich langsamer gegen die Rippen schlug, ihre Gesichtszüge sich langsam entspannten und sie ein zögerliches stummes Nicken von sich gab. „Gut.“, schnurrte der Rotschopf leise, kurz zu Lawrence schielend, ihm einen vielsagenden Blick schenkend, ehe er seine Hand der jungen Dame anbot, die sie ohne zu zögern annahm, mit ihnen die Straße entlangschlendernd. „Ich heiße übrigens Gary und mein Freund hier heißt Lawrence.“, er deutete mit einer Handbewegung zum Anwalt, während er die Fremde durch weitere Gassen entlangführte, fand dabei heraus, dass sie Anja hieß und mit einigen Studenten aus Italien hierher gereist war, dass sie ihre Freundinnen verloren hatten, obwohl sie ein wenig feiern gehen wollten, was ihren Fummel erklärte.
Schnell hatten sie alle Menschen hinter sich gelassen und Gary spürte wie ihm das Wasser im Mund zusammenlief, wie die Berührung mit der warmen Hand, ihre Nähe ihn schier wahnsinnig machte, weswegen er umso erleichterter war, als sie endlich eine leere, gottverlassene Gasse gefunden hatte, drehte sich ganz zu Frau herum, beide Hände auf ihre Schulter platzierend, während er sie zur Mauer trieb, so lange, bis sie die Backsteine im Rücken spüren konnte. „Ich möchte dir gerne etwas zeigen, Anja.“, wisperte er ihr leise ins Ohr, fuhr mit der Nase über ihren Hals, sog ihre angenehmen Duft in sich ein, während sein Arm nach hinten griff, mit Glück Lawrence‘ Arm greifend, ihn ohne weitere Worte zu sich heranziehend. „Wir möchten dir gerne etwas zeigen.“, korrigierte der Schotte sich, breit lächelnd, sodass sie seine spitzen Eckzähne erkennen konnte, jedoch lief sie nicht schreiend weg, es wirkte eher so, als ob sie benebelt war, ganz im Bann zweier Monster, die zwar nicht an ihre Wäsche wollten, jedoch in einem anderen Sinne ihren Körper gebrauchen wollten.
„Es dauert auch nicht lange…schließ deine Augen.“, Garret hielt kurz inne, ließ selbst seine Lider zufallen, konnte spüren, wo das Blut entlangrauschte, ehe er seine Zähne in ihr Fleisch grub, sie mit sanfter Gewalt festhaltend, während ihr süßes Blut seine Lippen benetzte, seinen Mund füllte und besser als alles andere auf dieser Welt auf der Zunge schmeckte. Gierig saugte er an ihrer Wunde, spürte, wie die Ekstase erneut seine Wirbelsäule hochkroch konnte sich zeitgleich mit dem Mädchen aufseufzen hören, die wie Wachs in seinen Händen geworden war, ließ jedoch schnell wieder von ihr ab, seinen Freund vorschiebend, ihm nebenbei einen Kuss auf die Lippen drückend. „Ich glaub du hattest heute nicht genug.“, hauchte er seinem Freund entgegen, beobachtete ihn dabei, wie er seine Lippen auf die Wunde platzierte, während er den Arm der Touristin an sich zog, ins Handgelenk beißend, sich noch etwas von dem roten Zeug gönnend.
Was auch immer Besitz von ihm genommen hatte, es war etwas Neues, es war etwas, was er nicht verstehen oder gar kontrollieren konnte und es fühlte sich so normal an von einem Menschen das Blut zu nehmen, zu spüren wie immer schneller das Leben aus der Person schwand, während man selbst sich immer stärker und beseelter fühlte, so gut und…frei.

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BeitragThema: Re: I want your blood   Do Jan 31, 2013 9:27 pm

Die Masse an Eindrücken, die plötzlich auf ihn einprasselte, wirkte schier erschlagend auf Lawrence, sodass er unsicher den Kopf zwischen die Schultern senkte, die Augen für einen Moment zudrückend. Er war es nicht gewohnt, dass alles in der Nacht so gestochen scharf war, und dass er das Klopfen jedes Herzens in der näheren Umgebung hören konnte. Vor allem der Autolärm machte ihn schier verrückt und er wünschte sich sofort, wieder in seiner ruhigen Wohnung zu sein, wo er alle überflüssigen Geräusche erst einmal aussperren konnte. Natürlich hatte auch Gary keine Ahnung, wie sie jetzt an etwas zu essen kommen sollten, immerhin hatte auch er keine Ahnung von Vampiren.
„Ich hatte gehofft, du wüsstest irgendwas aus deinen dämlichen Spielen oder Serien“, brummte er unzufrieden. Er selbst hatte sich für solche Märchenwesen nie sonderlich interessiert. Und nun war es zu seinem Leben geworden. Er warf einen unsicheren Blick auf die Armbanduhr, er hatte große Angst, dass die die Zeit völlig aus den Augen verlieren könnten, und es auf einmal Morgen werden könnte. Die kurze Erfahrung mit der Sonne hatte ihm genügt, um sich vor dem Schmerz, den sie hervorrief, aufs Äußerste zu fürchten. Er schielte aus den hellgrauen Augen zu dem Jüngeren hinüber. Ihn schien das alles so viel weniger zu stören. Vielleicht lag es nur daran, dass er den Ernst der Lage noch nicht so wirklich erkannt hatte, aber ehrlich gesagt glaubte Lawrence nicht, dass er jemals so den Kopf verlieren könnte wie er selbst. Wohlmöglich war er sehr viel besser für dieses untote Leben geeignet. Allein der Gedanke, sie müssten gleich jemanden umbringen, rief ein flaues Gefühl in seinem Magen hervor. Dass er das tun musste, um zu überleben, rechtfertigte die ganze Sache für ihn nicht so richtig. Dabei machte ihn allein der Geruch des Blutes und das Geräusch von Herzklopfen überall um ihn herum ganz verrückt, jagte ein Kribbeln durch jede Faser seines Körpers, dass er am liebsten dem nächstbesten Passanten die Zähne in den Hals gerammt hätte. Aber dass Vorsicht angebracht war, das war selbst dem Anwalt klar. Unruhig zuckten die Augen von einer Gestalt zur nächsten, obwohl ihm momentan beinahe das Blut von jedem recht gewesen wäre, ließ ihn ein besonders feiner Duft den Kopf wenden. Er bemerkte, dass auch der Rotschopf aufmerksam geworden war und sich nach der Quelle umsah, sie schließlich in einiger Entfernung entdeckend. Entweder eine Touristin, oder jemand, der sich in London noch nicht so gut auskannte, ihrem verwirrten Blick nach zu urteilen. Er hoffte inständig, dass sie es schaffen würden, die junge Frau von der Masse wegzulocken, allein schon ihr Anblick hatte ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, dass er sich kaum noch zurückhalten wollte. Mit gezwungen langsamen Schritten folgte er Gary, leicht das Gesicht verziehend, als er die junge Frau so charmant ansprach. Selbst jetzt, wo sie beide eigentlich noch ein viel engeres Band als zuvor verband, hatte er Angst, dass sie irgendwie zu verschieden waren, dass Gary sich an ihm langweilen könnte und sich Alternativen suchte, während er selbst zurückblieb. Verärgert schüttelte er den Gedanken ab, er musste ja nicht gleich zum vollkommenen Schwarzmaler werden, so weit würde es schon nicht kommen. Und dennoch, etwas weniger Körperkontakt hätte er zu der Fremden schon halten können. Er schenkte ihr ein kurzes freundliches Lächeln, um sie nicht noch mehr zu verunsichern, welches allerdings direkt vereiste, als sie ihren Blick wieder von ihm abwandte. Unauffällig musterte Lawrence ihren schlanken Hals, die Adern, die sich unter der Haut abzeichneten. Er schluckte leicht, es war so unglaublich einfach, sich ihr Vertrauen zu erschleichen, dass es beinahe an Zauberei grenzte. Vielleicht war das auch eine ihrer neuen Fähigkeiten, wer wusste das schon. Der Ältere knirschte leicht mit den spitzen Zähnen, als Gary ihr seine Hand anbot, die eigenen in den Taschen seiner Jeans vergrabend und ein wenig verloren hinter den beiden herschlendernd. Garret sollte doch keine Stadtführung mit ihr machen! Er merkte, wie er immer ungeduldiger wurde, fühlte sich ein klein wenig mies dabei. Er war doch kein ausgehungertes Tier, das sich nicht unter Kontrolle hatte. Und dennoch stieg seine Vorfreude unwillkürlich an, als sie endlich durch eine menschenleere Gasse schlenderten. Auch der Rotschopf schien nicht länger warten zu wollen, es war erstaunlich, dass die junge Italienerin sich gar nicht zu wehren schien, dabei hätte das hier leicht ein Überfall oder eine Vergewaltigung sein können. Aber sie schien wie betrunken, völlig benebelt, dass sie die bedrohliche Situation gar nicht aus der Fassung zu bringen schien. Ein Schauer fuhr durch seinen gesamten Körper, als Gary ihn zu sich heranzog, die Eckzähne bleckend. Einen Augenblick lang war er völlig hin und her gerissen zwischen dem Hunger, der wieder in ihm hochgekocht war, und der Angst, einen Menschen umzubringen. Aber spätestens, als Garret seine Zähne im Hals der Touristin versenkte und der Geruch von Blut ihm in die Nase stieg, war es um seine Bedenken und seine Zurückhaltung gesehen. Gierig lag sein Blick auf der roten Flüssigkeit, die ihren Hals hinunter rann, huschte dann ungeduldig zu Gary hinüber. Dass er das ganze Wochenende über nur von dem Schotten getrunken hatte, machte sich jetzt bemerkbar. Zum Glück trat der Jüngere schließlich beiseite und ließ Lawrence an den Hals der immer schwächer werdenden Frau.
„Ich hätte mir das schwieriger vorgestellt“, grinste er, die Lippen auf die Wunde legend, bevor noch zu viel des köstlichen Blutes verloren ging. Obwohl es nicht nötig gewesen wäre, bohrten sich seine Eckzähne in die von Garret gerissenen Wunden, sich sogar noch ein wenig tiefer in dem weichen Fleisch vergrabend. Die warme Flüssigkeit rann angenehm seine Kehle hinunter, gab ihm ein Gefühl von Lebendigkeit, dass er nicht einmal als normaler Mensch erlebt hatte. Der Hunger wurde mit jedem Schluck geringer, er drückte den erschlaffenden Körper an die Wand, damit sie ihm nicht entglitt. Hatte er zuvor noch mit dem Gedanken gespielt, sie nicht umzubringen, sondern ihr so viel Blut zu lassen, dass sie davon nicht sterben würde, war dieser gute Vorsatz nun völlig dahin, er hätte sich unter keinen Umständen noch zurückhalten können. Er konnte viel mehr gar nicht genug von dem Lebenssaft bekommen, es war ihm auf einmal völlig egal, dass er sie durch seine Unbedachtheit sicher töten würde. Er hob leicht den Kopf, sah, dass Garret nach dem Handgelenk der Frau gegriffen hatte. Ohne, dass er so recht wusste, warum, stieß er ein dunkles Knurren aus, einem Raubtier gleich, den beinahe blutleeren Körper etwas näher zu sich herüberziehend.
„Du hattest jetzt genug“, zischte er aggressiv, ihm die blutverschmierten Zähne zeigend. Er wusste nicht einmal genau, vorher auf einmal dieser….-man konnte es nicht anders nennen- Futterneid kam, aber er knurrte den Rotschopf an wie ein Tier.
„Ich hab das ganze Wochenende nichts gegessen, und du hast mir das bisschen von dir beinahe schon wieder vollständig abgezapft!“, stieß er dunkel aus, den schlaffen Leib der Italienerin an sich reißend und ihn mit den Armen an sich drückend. Die hellgrauen Augen blickten den Schotten herausfordernd an, ihm weiterhin die Zähne zeigend. Die Stimmung war gleich in eine aggressive Richtung umgeschlagen, aber Lawrence hatte sich kaum unter Kontrolle, war selbst überrascht von der Gier, die plötzlich in ihm hochschlug. Er war allerdings auch nicht bereit, sich wieder zu zügeln. Hastig wich er einen Schritt zurück, als Garret auf ihn zutrat, ein scharfes Zischen ausstoßend.
„Ich hab gesagt, der Rest ist für mich!“
Anscheinend schien der Rotschopf sich mit der Ansage nicht zufrieden geben zu wollen, Lawrence ließ den leblosen Körper achtlos zu Boden fallen, sich auf den anderen stürzend, ihn mit einem Satz auf den Boden werfend, darauf vertrauend, dass ihre Kräfte einigermaßen ausgeglichen waren. Er drückte seine Oberarme auf den Boden, die gefletschen Zähne nah an das Gesicht des anderen bringend.

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BeitragThema: Re: I want your blood   So Feb 03, 2013 11:06 pm

Das alles wirkte wirklich wie ein Kinderspiel, so einfach und fern irgendwelcher Konsequenzen, dass man sich denken könnte, dass es immer so leicht für die beiden werden würde, zumindest wenn Garret die Personen in die Ecke trieb und irgendwie in seinen Bann zog, doch vielleicht hatten sie heute auch einfach nur Glück, fanden ausgerechnet eine Frau mit dem mit Abstand schwächsten Willen weit und breit, die wahrscheinlich alles mit sich hätte machen lassen, ganz gleich ob Vampir oder nicht, denn beim ersten Mal konnte man sich nie sicher sein, ob das alles auch stets so bleiben würde. Der Rothaarige für seinen Teil war zufrieden mit sich und seiner Auswahl, irgendwo genoss er es sogar, dass diese Frau, die immer weniger Luft zum Atmen brauchte, so eingenommen von ihm gewesen war, dass seine Worte wie fließender Wein ihre Kehle hinunterlief und sie benebelte, an solche Dinge konnte er sich tatsächlich gewöhnen, vom Blut ganz zu schweigen- noch nie wirkte etwas so erfüllend und befriedigend wie dieser Lebenssaft, der seine Mundwinkel hinunterlief, während seine Lippen sich noch ein wenig fester um das Handgelenk schlossen, beinahe glaubend, er könnte ausversehen das Fleisch von ihren Knochen ziehen, dabei war er an diesem absolut nicht interessiert.
Der Jüngere war so eingenommen von seinem Handeln, vom Blut, das auf seiner Zunge lag, dass Lawrence ihn fast gar nicht kümmerte, auch wenn er es nicht leugnen konnte, dass durch sein dämliches, gieriges Saugen am Hals ihm wichtige Nährstoffe durch die Lappen gingen, die er zumindest jetzt gut gebrauchen konnte. Das kleine Bisschen, das er vorher bekommen hatte, war vielleicht viel erfüllender, reichte jedoch ganz sicher nicht aus, weswegen der Schotte aus Trotz am Arm der jungen Dame zog, als man sie ihm einfach so wegnehmen wollte. Was bildete sich dieser Idiot eigentlich auch ein?! Sie war sein, er hatte sie aufgegabelt, es war sein Job gewesen, sein Essen, sein wertvolles Blut! Gary zog die Augenbrauen zusammen, funkelte den Älteren finster an, während seine Zunge die Reste aus den Mundwinkeln wegleckte. „Was interessiert mich das, du bist selbst schuld, dass du dich wie ein Tier in deiner Wohnung eingesperrt hast.“, raunte die Stimme des jungen Mannes dunkel, abgelenkt von dem Ärger und der Wut, darüber, dass Lawrence offenbar so schlecht teilen konnte, sodass er seinen Griff um den Arm lockerte und im nächsten Moment überrascht der leblosen Frau hinterher starren durfte, die nun in den Armen seines Schöpfers lag. Er stieß ein wütendes Knurren aus, seine Hände zu Fäusten ballend, während die grünen Augen den Anwalt fixierten, nicht einmal mit der Wimper zuckend, schließlich ging es hier um wichtiges Essen, um wichtige Blutreste, auf die er ein gutes Recht hatte.
Es interessierte den Rotschopf im Moment reichlich wenig wie seltsam ihr Verhalten in diesem Augenblick war, dass er so handelte, wie er niemals handeln würde, dass er seine Zähne fletschte, sich regelrecht wie ein Kind benahm, dem man das Spielzeug weggenommen hatte, doch, dass auch der Kleinere sich wie ein Tier aufführte, erschreckte ihn keineswegs, oh nein, es hatte einen kleinen Knopf in seinem Inneren gedrückt und animierte ihn regelrecht dazu, sich weiterhin kindisch zu benehmen.
„Gib‘ sie wieder her, sie ist nicht dein!“, knurrte die Stimme des Tätowierten bedrohlich, sich einen Schritt nach vorne wagend, überzeugt davon, dass er die Italienerin wiederbekommen würde, doch stattdessen ließ der Andere sie auf den Boden fallen und ehe Garret den Körper an sich reißen konnte, stürzte sich der Dunkelhaarige auf ihn, ihn zu Boden werfend. Er spürte einen leichten, dumpfen Schmerz am Hinterkopf und bekam zumindest so die Lektion darüber, dass selbst Vampire so etwas wie Schmerzen haben könnten von solch einfachen, banalen Dingen. Ein Zischen entwich seiner Kehle, gefolgt von einem weiteren, aggressiven dunklen Knurren. Er kam sich vor wie im Zoo, nur dass er jetzt nicht der Beobachtende war, sondern das Tier selbst, das sich soeben mit einem anderen um Kleinigkeiten stritt.
„Du mieser Penner!“, fauchte er Lawrence zornig entgegen, verwundert über die Kraft, die in den fremden Armen steckte, allerdings reichte sie nicht aus um ihn die ganze Zeit auf dem Boden liegen zu lassen. Im nächsten Moment befreite der Jüngere sich aus den Griffen des Anwalts, ihn mit voller Wucht von sich wegschubsend, sich selbst schnell erhebend. „Du kannst von Glück reden, dass ich dir überhaupt was abgegeben habe!“; er schenkte seinem Freund einen abfälligen Blick, ehe er zähnefletschend auf den Kleineren stürzte, ihn gegen eine Mauer treibend. Seine schlanken Finger umschlossen seinen Hals, fester ins kalte Fleisch drückend, während er seine Augen fixierte, die Nägel in die blasse Haut bohrend.
„Leg dich nie wieder mit mir an, Law, hast du das verstanden…“, zischte die Stimme des Schotten ihm leise entgegen, seinen Körper stärker gegen die Wand drückend. Das Knurren in seinem Bauch verschwand langsam und dennoch konnte er die blinde Wut nicht ganz beseitigen, er wusste nicht, wieso sie so präsent war und ob die Tatsache, dass Lawrence ihn umgehauen und ihn angeknurrt hatte, wirklich dazu beigetragen hatte, dass er sich zusätzlich beleidigt fühlte, vielleicht sogar ein wenig gekränkt, dass er wirklich so weit gehen konnte, doch er selbst konnte nicht leugnen, dass es ihm selbst nicht gefiel wie lange er am Hals der Touristin gesaugt hatte, es kam ihm nicht richtig vor, es wirkte eher so, als ob er die wichtigste Sache, die er jemals besessen hatte, ihm vor seiner Nase klaute und dann vorgab, es wäre sein eigenes und das, obwohl es ganz sicher nicht so wahr.
Vorsichtig lockerte er den Griff um seine Kehle, ließ anschließend ganz von seinem Freund an, leise vor sich hingrummelnd, nebenbei die Augen auf den herumliegenden Körper richtend.
Schnell wandte er sich von Lawrence ab, schlenderte auf die Frau zu, sie vorsichtig an sich heranziehend. Ihr achtloses Umgehen mit ihr schien der armen Italienerin einige Knochen gebrochen zu haben, er konnte die Abdrücke seiner Finger an ihrem Arm erkennen, als er versucht hatte sie näher an sich zu ziehen. Mit einer langsamen Bewegung zog er die Frau an sich, lauschte aufmerksam ihrem Herzen, hoffend, dass es vielleicht noch langsam schlug, unendlich langsam, doch dass es wenigstens schlug, doch vergebenes, die Frau war gestorben während sie sich wie Hunde um ihren Knochen gestritten hatten. Er stieß einen wütenden Laut aus, drehte seinen Kopf rasch zum Anwalt. „Siehst du was du getan hast, mit deiner dummen Gier hast du sie umgebracht, sie ist tot, Law, tot! Und damit ist alles wertlos, was sie noch in sich trug!“, stieß der Rothaarige hervor, ein weiteres Mal zornig den Älteren anfunkelnd, ehe die Gesichtszüge etwas weicher wurden, ein Hauch an Verzweiflung und Ahnungslosigkeit sich im Kriminellen breitmachten. Die Frau war tot und nichts würde sie je wieder zurückholen. Er strich einige Strähnen aus ihrem blassen Gesicht, betrachtete sie genauer, etwas, was er vorher nicht getan hatte, weil er es nicht wollte, weil ihr Hals und ihre pulsierenden Adern, ihr schlagendes Herz viel wichtiger waren als ihre jugendliche Schönheit, als ihr weiches Gesicht, das niemals wieder altern würde, dass höchstens unter der Erde zerfressen werden würde und all dem Ungeziefer, all den Maden und Würmen und den Käfern, die in dieser braunen Masse hausten. Aber…konnte man sie einfach hier liegen lassen? Vielleicht war es ja sogar ihre Aufgabe gewesen sie zu begraben, ihre Leichnam so weit wie möglich wegzubringen, damit sie niemand finden würde und damit keiner erfuhr, dass sie die Mörder waren.
Doch auf der anderen Seite…sie waren tot, sozusagen, und Leichen konnte man nicht einsperren, man konnte sie auch nicht verurteilen und versuchen nach ihnen zu suchen, denn sie waren, nun ja, sie waren tot…nur mit dem feinen Unterschied, dass sie tatsächlich noch herumirrten und für Tote ganz gesund aussahen und dass leider keiner wirklich wusste, dass sie nicht mehr zu den Menschen gehörten.
Garret hatte sich bis jetzt keine Gedanken über all diese Dinge gemacht, bis jetzt war er nur seinen Instinkten und seinem Hunger gefolgt, doch nun, wo sein Inneres gesättigt worden war, konnte er wieder klaren Gedanken fassen, konnte sich sogar seine Dummheit ins Gedächtnis rufen, die vor wenigen Minuten passiert worden war, seine Gier, die ihn dazu trieb, seinen eigenen und einzigen Freund anzugreifen und umgekehrt, dass es ihm beinahe peinlich war. Langsam wandte er seinen Blick von der Leiche ab, den Dunkelhaarigen verwirrt begutachtend. „Was ...tun wir jetzt?“

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BeitragThema: Re: I want your blood   Mo Feb 04, 2013 9:01 pm

Irgendwie hatte Lawrence´ instinktgesteuerter Kopf gar nicht damit gerechnet, dass Gary nach wie vor noch stärker war als er. Die kurze Überlegenheit, die er gehabt hatte, war wieder verschwunden, natürlich, der Schotte war ihm auch vorher schon überlegen gewesen, und das hatte sich auch nicht geändert, da sie jetzt beide Vampire waren. Dennoch war es kein gutes Gefühl, dass der andere ihn so spielend von sich fortstoßen konnte. Er stolperte ein paar Schritte zurück, schaffte es nicht mehr rechtzeitig, sich einen festen Stand zu verschaffen, bevor der Größere ihn gegen die Wand drängte.
„Spiel dich hier nicht so auf, wir wollten zusammen jagen gehen!“, zischte er dem Rotschopf aggressiv entgegen, im nächsten Moment allerdings ein wenig seiner selbstsicheren Maske verlierend. Hätte er noch Luft zum Atmen gebraucht, wäre er jetzt sicher in Bedrängnis gekommen. Aber auch, wenn Garret ihn nicht würgen konnte, verursachte sein starker Druck dennoch Schmerzen. Law wusste nicht, ob es irgendeinen primitiven Instinkt in ihm wachrüttelte, wohlmöglich der gleiche, der ihn auch seinen Freund hatte anspringen lassen, aber auf einen Schlag waren das Adrenalin und die Angespanntheit verschwunden, die ihn gepackt hatte. Aus verständnislosen grauen Augen blickte er Gary an, der ihn mit gebleckten Zähnen und glühendem Blick anstarrte. Lawrence presste die Augen zusammen, sich von dem Größeren wegrücken wollend, doch der andere hielt ihn viel zu fest, als dass er sich hätte regen können. Er stieß ein qualvolles Jaulen aus, seine Hände griffen nach denen, die ihn am Hals gepackt hielten. Garret schien ihm wie ausgewechselt, hatte er selbst sich etwa kurz vorher noch so aufgeführt? Was hatte dieser ganze Scheiß bloß aus ihnen gemacht, dass sie sich nun gegenseitig an sie Gurgel gingen?
„Gary, hör auf, du tust mir weh“, keuchte er, ein Stück an der Wand heruntersackend, als der feste Griff endlich von ihm abließ. Mit zitternden Beinen beobachtete er Garret dabei, wie er zu der leblosen Italienerin zurückhuschte. Ihr Körper war schlaff, aber anders als zuvor. Und noch etwas war anders, Lawrence konnte ihren Herzschlag nicht mehr hören. Ihm war ganz mulmig zumute. Vor ein paar Minuten war ihm noch völlig gleichgültig gewesen, was mit der jungen Frau passierte, er hatte sogar derjenige sein wollen, der ihr die letzten lebenswichtigen Tropfen stahl. Er hätte sich dafür sogar mit Gary geprügelt, wenn er nicht stärker gewesen wäre. Was zur Hölle taten sie hier eigentlich? Auch der Schotte schien bemerkt zu haben, dass jegliches Leben aus ihrem Opfer gewichen war. Bei seinen Worten allerdings zuckte er zusammen, ihn ungläubig anstarrend. Mit dem Tod der Frau schien irgendwie der Hunger und diese animalische Wut vergangen zu sein, und der Anwalt fragte sich eigentlich nur noch, was sie hier taten. Es hatte alles so einfach ausgesehen, es war ein kleines Spiel gewesen, und ihm war völlig egal gewesen, dass dieses Spiel die Touristin das Leben gekostet hatte. Fassungslos blickte er den Leichnam in Garrets Armen an, sie sah mitgenommen aus, und ein paar ihrer Gliedmaßen waren merkwürdig verdreht. Lawrence merkte, wie ihm schlecht wurde, aber er war nicht mehr fähig, sich zu übergeben.
„Ja, sie ist tot, Gary, und es geht hier nicht nur um ihr Blut, verdammt!“
Seine Stimme war angeschwollen, klang jetzt beinahe schrill. Was sollten sie jetzt mit ihr machen? Er hatte von so etwas doch absolut keine Ahnung. Er hatte einfach einen Menschen umgebracht. Sie hätten sie doch am Leben lassen können, einfach ein bisschen nehmen, und sie dann vor irgendeinem Krankenhaus absetzen. Aber sie hatten sich nicht unter Kontrolle gehabt, sie hatten sich verhalten wie wilde Tiere. Garret war ihm sogar an die Gurgel gegangen! Noch immer starrte er den Schotten aus sicherer Entfernung an, angespannt, als fürchtete er eine erneute Attacke. Er wirkte so wütend, dass er ihn kaum wiedererkannte. Er erkannte sich ja nicht einmal selbst wieder.
Lawrence´ Blick war wie an den Leichnam festgeklebt, er merkte nicht einmal, dass selbst dem Rotschopf die ganze Angelegenheit langsam über den Kopf wuchs. Er hatte nie einen Gedanken an Leichenbeseitigung verschwenden müssen, und auf einmal standen sie hier, eine junge Tote vor ihnen auf dem Boden.
„Ich…Ich hab doch keine Ahnung“, setzte der Kleinere mit zittriger Stimme an, die Augen zusammenpressend. Die leeren Augen der Italienerin schienen zu ihm hinüber zu starren, dass es ihn beinahe wahnsinnig machte.
„Schließ ihr endlich die verdammten Augen!“, stieß er verzweifelt aus, seine Hände in den dunklen Haaren vergrabend. Er war kein Mörder, er hatte absolut keine Ahnung, wie sie die Leiche aus dieser Gasse fortschaffen sollten. Verdiente sie nicht eine anständige Beerdigung? Wenn sie sie hier einfach so liegen ließ, kam man ihnen dann auf die Schliche? Garys Fingerabdrücke waren doch sicher aktenkundig. Law kannte sich so nicht, er war normalerweise so rational und theoretisch, und auf einmal schien sein Kopf nicht mehr mitzumachen. Immer noch verängstigt von Garys Wutausbruch wagte er es nicht, an ihn heran zu treten, sein Kopf ruckte nach links und rechts, panisch nach irgendeiner Lösung suchend. Nur ein paar Straßen weiter musste die Themse träge durch die Stadt fließen.
„W-Wir müssen sie in den Fluss werfen, wir können sie nicht mit uns durch die Gegend schleppen“, murmelte Lawrence heiser, jedoch noch einen Schritt weiter von Garret und der Leiche zurückweichend. Er schüttelte den Kopf, starrte auf seine Hand, an der noch Blut der Touristin klebte.
„Ich kann das nicht, das ist doch krank“, stieß er heiser aus, sich herumwerfend. Er wusste nicht, wie er auf all die Menschen wirken musste, an denen er kopflos vorbeirannte, mit dem Blut im Mundwinkel und dem verwirrten Blick. Er wusste nicht einmal, wo er hinsollte, überall schien ihm der falsche Ort zu sein, überall war Herzklopfen und der Geruch von Blut. Er wagte es nicht, in seine Wohnung zurückzukehren, was, wenn man auf der Arbeit sein Verschwinden langsam verdächtig fand, oder wenn die Nachbarn nach ihm suchten? Und zu Garret traute er sich nicht, sein Ausfall machte ihm immer noch große Angst. Was, wenn er den Jüngeren für immer verändert hatte? So unangenehm ihm dieser Gedanke jedoch war, er konnte nicht auf ewig draußen herumirren, denn sicherlich war die Nacht schon weit fortgeschritten, und er fürchtete sich vor der Sonne. Wenn er im Morgengrauen noch irgendwo in den Straßen Londons umherirrte, dann könnte ihn das das Leben kosten. Nicht, dass er sehr an diesem Dasein gehangen hätte. Reuevoll schlich er nach Hause zurück, alles hier schien ihm so unverdient, als hätte ein ganz anderer Mensch hier gewohnt und er war nur ein Eindringling. Die Dunkelheit hier gab ihm etwas Sicherheit, er klaubte sein Handy vom Fußboden auf, es mit leerem Blick wieder zusammensetzend. Es hätte ihn nicht gewundert, wenn es nicht mehr funktioniert hätte, aber es zeigte sich doch etwas genügsamer, auch, wenn es einen breiten Knacks auf dem Display hatte. Er konnte wohl froh sein, dass er keines dieser Smartphones hatte, das auf Wärme reagierte, dann wäre er nicht einmal in der Lage gewesen es zu bedienen, so eiskalt wie seine Finger waren. Kaum war der Startbildschirm aufgeleuchtet, blinkten auch schon eine Vielzahl an SMS auf, die er am Wochenende nicht hatte lesen können. Mit starrem Blick las er eine Nachricht nach der anderen, die Gary ihm in den letzten Tagen geschrieben hatte, bevor sich alles so unglaublich verändert hatte. Es schnürte ihm die Kehle zu. Er wollte zurück in dieses Leben, wo sie sich gegenseitig aufzogen und sich ärgerten, aber sich nicht gegenseitig an die Kehle gingen. Er wollte dieses Leben in der Nacht nicht, er wollte keine Leichen, kein Blut trinken müssen. Vielleicht würde ja alles wieder normal werden, wenn er nur damit aufhörte. Was wusste er schon über dieses Dasein, er kannte die Regeln für Vampire nicht. Sie mussten einfach nur mit dem Bluttrinken aufhören, ja, es war so einfach! Er war fast bis nach draußen geeilt in dem Bestreben, sofort zu Gary zu fahren und ihm von seinem Entschluss zu berichten, aber so viel Willenskraft er auch haben mochte, er hatte kaum die Haustür geöffnet, als ihn die Sonne mit stechendem Schmerz begrüßte und er eilig die Tür wieder zuschlug, krümmend vor Qual ein paar Minuten im kühlen Treppenhaus verbringend, bevor er wieder in die Wohnung zurückkroch. Wenn er Gary sehen wollte, musste er wohl oder übel bis zum Abend warten. Zögerlich griff er nach seinem Handy, die Nummer des Schottens wählend, aber selbst, nach dem er es eine halbe Ewigkeit hatte klingeln lassen, ging niemand dran und schließlich warf er das Smartphone wieder in irgendeine Ecke. Vielleicht wollte Gary auch gar nicht mit ihm reden. Es war immerhin unverkennbar gewesen, dass er diese ganze Vampirsache viel besser beherrschte als der Anwalt. Schließlich entschied er sich dazu, ihm wenigstens was auf die Mailbox zu sprechen.
„Gary, ich…ich kann das einfach nicht, ich werde einfach nichts mehr trinken. An die Sonne kann man sich doch sicher gewöhnen, es muss doch einen verdammten Weg geben! Ich fang heute einfach schonmal an zu üben. Bitte mach keinen Scheiß, du…du kannst die ganze Sache glaub ich besser ohne mich und außerdem-„
Mit einem Piepsen gab sein Handyakku auf. Lawrence hatte keine Lust, ein Ladekabel zu suchen, stattdessen setzte er sich im Schlafzimmer vor sein Fenster. Vielleicht konnte man sich ja wirklich an die heißen Strahlen gewöhnen, bis es nicht mehr wehtat. Aber so oft er die Rollläden auch hochzog, der Schmerz blieb, bei jedem Lichtstrahl, der ihn traf, und ohne frisches Blut konnten die Wunden nicht verheilen. Es war ihm egal, so egal, er wollte es nicht einsehen, einfach nur keine Leichen mehr. Es sollte doch einfach alles nur normal sein.

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BeitragThema: Re: I want your blood   Di Feb 05, 2013 7:54 pm

Die verzweifelten grünen Augen lagen starr auf dem Gesicht des Anderen, der ebenfalls sichtlich überfordert von der ganzen Sache war und noch dazu so etwas wie Angst sich in seinen Regungen und Zügen widerspielte. Hatte Lawrence etwa Angst vor ihm? Wie konnte er Angst vor jemanden wie ihn haben, jemand, der nicht einmal eine Ahnung davon hatte, wie man jemanden Angst zufügen konnte, doch offenbar schien diese ganze Veränderungen mehr als nur eine schöne, gleichmäßig blasse Haut und netten spitzen Eckzähnen mit sich gebracht haben, etwas Grundlegendes schien sich in ihren Köpfen verändert zu haben, doch Garret hatte keine Ahnung was und er wollte sich jetzt auch nicht mit dieser Sache auseinandersetzen, wichtiger war der leblose Körper in seinen Armen und dessen Beseitigung.
Skeptisch hob der Jüngere seine Augenbrauen als die Worte des Anwalts in seinen Ohren erklangen- Fluss? Aber wenn sie den Körper in die Themse schmeißen würden, würde sie schnell gefunden werden, sie würde aufgequollen zurück an die Oberfläche getrieben werden, doch wenigstens wären so ihre Spuren verwischt, wenigstens würden sie vielleicht so das Glück haben können und nicht gefunden werden. Ach wie einfach es doch wäre, wenn die Welt wirklich wissen würde, dass beide nicht mehr lebendig waren, dann würde niemand nach ihnen suchen.
„Aber ist das nicht zu auffällig...hey! Du kannst mich hier nicht alleine lassen!“, brüllte die Stimme des Schotten seinem Freund hinterher, als dieser in kürzester Zeit seine Beine in die Hände genommen hatte und ihn hier alleine ließ, alleine mit seinem Leichenproblem, mit der Ahnungslosigkeit und Verzweiflung. Dabei war er doch sein Schöpfer, sollte er ihm nicht diese unbegründete Angst und das unbehagliche Gefühl nehmen, sollte er ihm nicht zeigen, was richtig und was falsch war? Vielleicht hätte der Kleiner es auch getan, doch in ihrem Falle waren beide so ahnungslos, so neu in dieser Welt, dass es auf einmal zu viel war.
Und dennoch, er hatte kein Recht ihn hier alleine zu lassen. Der Tätowierte blickte starr auf den Fleck, wo der schmale Körper des Dunkelhaarigen wenige Minuten zuvor noch stand, ehe sich die Augen langsam von der Stelle lösten, abermals die mittlerweile blau angelaufene Leiche betrachtend. Es tat ihm irgendwo leid und dennoch drohte er nicht, wie sein Freund, die Nerven zu verlieren, er hatte nicht den Drang sie einfach liegen zu lassen und wegzurennen, doch er wollte sie auch nicht ins Wasser schmeißen, aber eine andere Wahl schien es diesmal nicht zu geben, es gab hier keinen Wald, wo man sie vergraben konnte, keinen Keller oder keine Gruft, wo man den Leichnam achtlos hinschmeißen musste. Panisch sahen sich die hellen Augen in der Dunkelheit um, irgendwie musste er sie über die Straße bringen, ohne, dass es auffällig war, ohne, dass die Menschen wussten, was er da tat und dass er diese Frau tatsächlich umgebracht hatte.
Hastig legte er einen leblosen Arm um seine Schultern, die Italienerin auf den Arm nehmend, sodass man glatt glauben konnte, sie wäre einfach nur eingeschlafen, würde einfach an der Brust eines Freundes schlummern, der sie nun nach Hause trug, weil sie vielleicht zu viel getrunken hatte, wer wusste es schon. Darauf bedacht, dass man weder den Bissabdruck auf dem Arm, noch am Hals erkennen konnte, trug der Schotte die tote junge Frau weg, mit schnellen Schritten von einer Gasse zur nächsten irrend, immer darauf achtend, dass keine Menschenseele, kein Autofahrer sie skeptisch betrachtete, so lange, bis er endlich den Fluss erreicht hatte, sich mit dem blutleeren Körper in einen Winkel stellend, wo niemand sehen konnte, was der Rotschopf machte. „Entschuldige, Anja.“, murmelte der junge Mann leise entgegen, sie anschließend mit aller Kraft in den schwarzen Fluss schmeißend, beobachtete, wie die junge Anja langsam unterging und bald in den schmutzigen Wassermassen nicht mehr zu sehen war. In wenigen Tagen, da war Gary sich mehr als nur sicher, würde man sie finden, vorher würden ihre Freunde in der großen Stadt nach ihr suchen und sobald die Wasserleiche geborgen wurde, würden sie mit Entsetzen feststellen, dass sie tot war und dass sie nie wieder zu ihnen zurückkehren würde und sie würden auch herausfinden, dass sie ermordet worden war.
Garret wusste nicht, wie lange er regungslos herumstand, unwissend, was er nun tun und lassen sollte, noch nie in seinem Leben fühlte sich sein Herz so schwer an, doch der Gedanke, dass Lawrence gerade ebenfalls durch die Straßen Londons irrte, überfordert mit all dem, ließ ihn aus seiner Starre erwachen, schnell zurück in die Richtung rennend, wo sie zuvor waren, wohin der Ältere geflohen war. Wenn er zu lange vor ihrem Schicksal und vor dem Rothaarigen weglaufen würde, könnte er ausgerechnet von der Sonne verbrannt werden und genau das wollte der Kriminelle vermeiden, er wollte nicht, dass sie so seltsam auseinandergingen, er wollte auch nicht, dass sich wegen dieser dämlichen Sache alles änderte zwischen ihnen, es sollte doch trotzdem alles beim Alten werden!
Der Tätowierte suchte jede Straße, jede Brücke und jede Gasse ab, in der sich der Anwalt befinden konnte, hin und wieder seinen Namen in die Nacht rufend, er hatte sich sogar in den Eingängen der U-Bahn umgesehen, glaubte fast daran, dass er sich vielleicht hinter der Verriegelung versteckte, dort, wo zu dieser Zeit keine Menschenseele war, doch etwas sagte ihm, dass er dort nicht war und dass er sich lieber nicht mit den unterirdischen Eingängen beschäftigten sollte, schließlich war die Nacht fast verstrichen und ein Blick auf die große Uhr einer Station verriet ihm, dass er weniger als eine halbe Stunde hatte, bis die ersten Sonnenstrahlen die niemals schlafende Stadt heimsuchen würden und er war so weit von zu Hause entfernt!
Fluchend rannte Garret wieder auf die Straßen, nur um feststellen zu können, dass es für seine Augen bereits jetzt zu hell geworden war und im nächsten Moment packte ihn ein seltsamer, widerlicher Schmerz, selbst die Kleidung schien nicht viel zu bringen, schien ihn nicht vor den aggressiven Flammen der Sonne schützen zu können.
Schnell verbarg der Jüngere sein Gesicht, warf schützend die Arme davor, sich eilig auf den Weg nach Hause begebend. Er roch sein eigenes Fleisch, wie es brutzelte, sah, wie Rauschschwaden, die von seinem Körper ausgingen, emporstiegen, spürte den unerträglichen Schmerz, der ihm die Haut verbrannte. Der Schotte versuchte sich in jeder noch so dunklen Gasse zu verstecken, sich hinter jedem Schatten zu verbergen, so lange, bis er endlich die Haustüre erreichte, sie mit zittrigen Fingern öffnend. Keuchend stolperte er ins Treppenhaus hinein, über die Treppen stolpernd und auf den kalten Boden fallend, der in diesem Moment beinahe wie der Himmel auf Erden erschien. „Verfickte Sonne!“, schnaufte der Schotte keuchend, die dunkelroten Male auf seinen Händen betrachtend, so, als hätte er sich mit einem Schälmesser die Haut abgezogen.
Langsam tapsten die Beine auf seine Wohnungstür zu, sie langsam öffnend und ebenso langsam schließend, ehe er zu seinen Fenstern eilte, die dunklen Vorhände überall zuziehend, so, dass nur dumpfes Tageslicht die Zimmer erreichte, nur das Schlafzimmer hatte das Privileg so etwas wie Jalousien zu besitzen, alle anderen durften sich mit schwarzen Vorhängen vergnügen, welche jedoch ebenfalls ihren Zweck erfüllten.
Seufzend schälte Gary sich aus seiner Lederjacke, ins Badezimmer schlurfend, sich selbst im Spiegel betrachtend. Seit Lawrence ihn verändert hatte, hatte er noch keine Möglichkeit gehabt, sich selbst im Spiegel zu betrachten und das, was er nun sah, schien sich wirklich nicht stark von dem zu unterscheiden, was vorher sein Gesicht auszeichnete. Der Rotschopf war schon immer blass gewesen, diesmal wirkte er jedoch beinahe bleich wie Papier, sodass man nun sogar die unauffälligsten Sommersprossen um die Nase herum erkennen konnte. Seine Augen waren heller, die dunklen Ringe unter den Augen konnten glatt von schlaflosen Nächten mit Alkohol und Videospielen kommen. Alleine die Brandflecke auf seiner Wange zerstörten das gute Bild seiner Wenigkeit, welche er versuchte mit kaltem Wasser vom Schmerz zu befreie, jedoch erfolglos.
Hoffentlich hatte Law es wenigstens geschafft nach Hause zu kommen, er hatte gehofft ihn hier zu finden, dass er vielleicht aus Routine oder aus Hoffnung, sie könnten sich hier wiedersehen, in seiner Wohnung, doch kein Lebenszeichen deutete darauf hin, dass er seinen Hintern hierher gewagt hatte und all das brachte den jungen Mann regelrecht zur Verzweiflung, die sogar für einen Moment von seinem Schmerz ablenkte, von den seltsamen Gefühlen, die er seit der Ermordung der Italienerin hatte. Vielleicht war der Anwalt bereits nichts als ein Haufen Asche, hatte es nicht einmal in seine eigene Wohnung geschafft? Vielleicht hätte er ihm hinterherrennen sollen, irgendwie? Der Sommersprossige ließ sich aufs Sofa sinken, sein Gesicht in den Händen verbergend, versuchte einen klaren Gedanken zu schaffen, doch es schien schier unmöglich, immer wieder redete ihm sein Gewissen ein, dass er Law nie wieder sehen würde, dass er die Zeit nicht beachtet hatte und nun nicht mehr hier war, doch in diesem Augenblick des Pessimismus‘ erklang plötzlich ein ihm allzu bekanntes Klingen, das Klingen seines Handys! Schnell schnappten seine Finger nach der Jacke, kramten nach dem Smartphone, es schnell herausholend. Sein Herz machte einen kleinen Sprung als die grünen Augen den Anrufenden erkannten. Lawrence! Offenbar hatte sein Gewissen unrecht behalten! Schnell tippte er auf das grüne Hörerzeichen, doch es geschah nichts. Mit zusammengezogenen Augenbrauen drückte der Größere noch fester zu, doch sein Handy wollte partout nicht, dass er den Anruf entgegennahm, ließ es weiterklingeln, bis es aufhörte, bis die Mailbox den restlichen Job erledigte, doch Gary war sich mehr als nur sicher, dass sein Freund bis dahin bereits aufgelegt hatte. Grummelnd erhob sich der muskulöse Körper des Kriminellen, es dauerte eine Weile um zu verstehen, dass er keine Wärme er in seinen Fingern hatte, er war eine Leiche und Leichen waren nicht dafür gemacht um iPhones benutzen zu können, schließlich würde kein toter Mann auf einmal das Bedürfnis bekommen eine SMS zu schreiben, doch Gary wäre nicht Gary, wenn ihm keine raffinierten Ideen kommen würden und genau solch eine kam ihn schnell in den Sinn, sodass er sich eilig in die Küche begab, den Wasserhahn aufdrehend, darauf wartend, dass das Wasser kochendheiß ins Spülbecken sprudelte, seine Hand in den Wasserstrahl haltend. Immer hatte er geglaubt, dass Vampire kaum Schmerz empfanden, dass nur wenige Dinge sie wirklich beunruhigen würde und das heiße Wasser gehörte ganz sicher zu den wenigen Dingen, die sein Gemüt mehr als nur beunruhigten. Zischend verzog er sein Gesicht, wartete jedoch geduldig darauf bis seine Finger lobsterrot wirkten, warm genug waren um sein dummes Teil bedienen zu können. Schnell tippte er mit ihnen am Bildschirm herum, die Mailbox anschließend abhörend, die der Anwalt anscheinend doch genutzt hatte, sich anhörend, was er zu sagen hatte.
Seine Worte ergaben keinen Sinn und so froh der Tätowierte auch war, dass es dem Dunkelhaarigen gut ging, so gefielen ihm seine Vorhaben ganz und gar nicht. Wie sollte er es ohne ihn besser auf die Reihe bekommen und wie wollte er ohne Blut und dem ganzen Kram überleben?! Es war ein Ding der Unmöglichkeit und genau das wollte er ihm sagen, außerdem schien er nicht zu ende gesprochen zu haben! Erneut tippten die Fingerspitzen am Bildschirm herum, nur um festzustellen, dass seine Finger bereits kalt waren, dass seine Methode nur für wenige Sekunden auszureichen schien. „Scheißverficktes iPhone, wer hat sich diesen kack ausgedacht?!“, wütend warf der junge Mann das weiße Teil mit voller Wucht auf den Boden, mit den Füßen auf das Handy tretend, den Bildschirm in viele kleine Glasteile zerschmetternd, die unter seinem Schuh knirschten. Er würde sich ein neues kaufen, doch vorher musste er zu Lawrence, ihm klarmachen, dass es nicht so sein würde wie diese Nacht, auch wenn er selbst nicht genau wusste, wie es sonst werden oder sein sollte.
Am liebsten hätten seine Beine ihn sofort in die Wohnung des Älteren getragen, doch das Tageslicht versaute den Plan ordentlich und so blieb dem Größeren nichts anderes übrig als bis zum nächsten Abend zu warten, sich grimmig und beunruhigt zugleich auf die Couch zu setzen und fernzusehen, bis er seine schmutzige, blutige Kleidung auszog, sie mit frischeren Klamotten ersetzend, die Lederjacke um die Schultern streifend, sich wieder auf die Straßen begebend. Die Eindrücke und der Lärm hielten ihn noch Tage danach auf, benebelten seine Sinne, doch wie am ersten Abend, hatte er es diesmal ebenfalls geschafft, einen Menschen um den Fingern zu wickeln, ihn leerzusaugen, nur diesmal ließ er die Leiche einfach liegen, er wusste nicht warum, doch das zweite Mal löste nicht so viel Pein ihn ihm aus wie die junge Frau, es wirkte normal und es half ihm dabei den Schmerz auf seiner Haut zu lindern, außerdem galten seine Gedanken vielmehr dem Anwalt, dem er sogar frisches Blut vom Fleischer mitbrachte, nicht vom Fleischer selbst aber von den Tieren, die er auf dem Gewissen hatte.
„Law, du weißt, dass es nichts bringt sich wieder hier zu verstecken, das ist dumm..“, redete der Schotte auf ihn ein, tagein tagaus neues Blut in seine Wohnung bringend, die sein Schöpfer jedoch allesamt ablehnte und damit die Verzweiflung und den Ärger in Gary nur noch stärker antrieben. Manchmal fragte er sich warum er das überhaupt für ihn tat, warum er sich den Arsch aufriss und jeden Abend so lange bei ihm blieb, ehe es zu früh wurde und er zurücklaufen musste. Insgesamt vier Menschen hatte Garret in den Tagen, wo Law nur blöd vor sich hinlitt, auf dem Gewissen und es machte sich in seinem Inneren bemerkbar, dass es ihm immer gleichgültiger wurde, dass er sogar für einen Moment daran dachte den Anwalt einfach sich selbst zu überlassen, sich auf sein eigenes Ding zu konzentrieren, was er tatsächlich gut beherrschte, doch erst ein kleiner Zeitungsausschnitt von einer geborgenen Wasserleiche ließ ihn wieder klar denken. Garret war ein Mörder und ein gleichgültiger noch dazu. Er hatte so vielen Unschuldigen das Leben genommen, ohne ihnen je die Chance gegeben zu haben nach ihm weiterleben zu können, kein Wunder, dass er sich immer stärker wie ein Tier, wie ein Monster aus dem Schauermärchen fühlte. Es musste einen anderen Weg geben!
Und genau diesen Weg hatte der Schotte herausgefunden, beinahe freudestrahlend und mit zwei guten Blutkonserven im Schlepptau eilte er in die Wohnung seines Freundes, die Tür mit einem lauten Klopfen selbst aufschlagend. „Law, ich hab’s, ich hab’s raus!“, rief er in die dunkle Wohnung entgegen, sich auf die Suche nach dem Kleineren begebend, den er schnell fand, weil er, nun ja, sich immer am selben Platz befand.
„Hier, das sind die letzten Konserven, die du jemals trinken wirst!“, es war das erste ehrliche und breite Lächeln seit langem, das sich auf dem schmalen Gesicht des Jüngeren abzeichnete, als er sich auf Lawrence zubewegte, ihm einen Kuss auf die Lippen drückend. „Weißt du, ich habe heute gejagt und ich habe herausgefunden, dass wenn man ab einem gewissen Augenblick aufhört, die Person nur die Besinnung verliert und nach einer halben Stunde etwas benebelt aufwacht und sich nicht mehr an das erinnert, was passiert war, geschweige denn wie sie dorthin gekommen ist. Das ist so gut, das erspart uns so viel. Law, du musst nicht mehr so tun, als ob das alles so egal wäre, als würdest du anderen Leben nehmen.“, es sprudelte nur so aus dem jungen Mann heraus, doch er schien der Einzige zu sein, der diese Begeisterung mit sich selbst teilte, was die Mundwinkel schnell wieder nach unten wandern ließ. Verärgert musterte er den schwachen Anwalt, ein verzweifeltes Knurren ausstoßend, anschließend die Hände auf den anderen Schultern platzierend. „Jetzt trink doch endlich mal und hör auf so zu tun, als wäre alles so grauenvoll! Wir könnten so gut leben, du und ich. Alter, du hast mich dazu gemacht und ich wollte es ganz sicher nicht um dann am Ende alleine rumzulaufen, ich wollte das doch mit dir zusammen machen. Klar, sehe ich jetzt besser aus als du und bin auch besser in allem, aber Law, bitte, wenn du so weitermachst, habe ich niemanden mehr, dem ich sagen kann, dass ich besser aussehe.“, seine grünen Augen fixierten die Braunen des Älteren, ihn bittend anblickend, doch sein Ausdruck änderte sich schnell in eine wütende Miene. Gary konnte ihn nicht verstehen, er konnte nicht verstehen, wie er sich davor weigern konnte wenigstens etwas zu trinken. „Lawrence, ich habe dir andauernd Blut mitgebracht und du gibst einen Scheiß darauf, dass ich mich um dich kümmere, du trittst mich mit Füßen, weißt du das? Du verarscht mich doch! Willst du wirklich verrecken, dann mach das, stirb von mir aus vor dich hin aber erwarte nicht von mir, dass ich hierbleibe und zusehe, wie du dich zugrunde richtest, wie du verreckst, weil ich das nicht sehen will! Was soll mir der ganze Scheiß bringen, wenn du nicht mehr da bist, hm?“, seine Stimme war zornig und verzweifelt zugleich. „Ich hasse dich dafür, dass du das machst, dass du dich wie ein weinerliches Mädchen benimmst und nur an dich denkst, du bist nicht der einzige hier!“, beinahe schon reflexartig holte er mit der flachen Hand aus, Lawrence so fest er nur konnte ohrfeigend, immer und immer wieder, bis seine Fingerspitzen glühten, er die Hand wieder sinken ließ. Er hätte am liebsten geweint, wenn es geholfen hätte, wenn überhaupt irgendwas noch hilfreich war.
„Trink, verdammte Scheiße nochmal und dann komm zur verfickten Besinnung!“, brüllte seine Stimme heiser dem Älteren entgegen, sich die Blutkonserve packend, mit seinem Nagel einen kleinen Riss hineinbohrend, sie anschließend dem Anwalt in die Hände schmeißend.
Gary wusste nicht mehr, warum er sich überhaupt nicht die Mühe machte, ihn aus seiner Apathie zu holen, ob Lawrence es überhaupt wollte, doch wenigstens konnte er am Ende sagen, dass er es versucht hatte.

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Kauzi
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BeitragThema: Re: I want your blood   Di Feb 05, 2013 10:39 pm

Eigentlich war Lawrence schon nach zwei Tagen klar, dass es einfach keinen Ausweg zu geben schien aus diesem verdammten untoten Leben. Er wurde immer schwächer und sein Hunger stieg wieder so an wie am Wochenende. Er konnte wohl von Glück reden, dass ihn das Sonnenlicht, dem er sich Tag für Tag ausgesetzt hatte, ihn so sehr geschwächt hatte, dass er seine Wohnung nicht mehr verlassen konnte, sonst hätte er wohlmöglich einen seiner Nachbarn angefallen, und dann wäre man ihm sicherlich auf die Spur gekommen. Der Ältere wusste nicht, was Garret letztendlich mit der Leiche der jungen Touristin angestellt hatte, aber er musste sie wohl wieder losgeworden sein, denn in den darauffolgenden Tagen war nicht mehr die Rede von ihr. Tagsüber fand der Anwalt keine Ruhe, und die Nacht über hockte der Rotschopf bei ihm. Er konnte selbst merken, wie sehr Gary das alles mitnahm, zwischenzeitlich hatte Lawrence beinahe die Befürchtung, dass er einfach verschwinden würde und nie wieder aufkreuzen würde. Er musste ein schrecklicher Schöpfer sein, aber was erwartete Gary denn auch von ihm? Die drei Tage Vorsprung, die er gehabt hatte, hatten ihm nichts beigebracht, er konnte gar nichts besser als Garret, nein, er ging mit der ganzen Angelegenheit so viel mieser um als sein Freund. Während er die Nächte über herumprobierte, seine Brandnarben verheilte, die er in der ersten Nacht gehabt hatte, weil er anscheinend nicht mehr rechtzeitig nach Hause gekommen, hockte er nur in seiner Wohnung, versäumte es, all die hilfreichen Erfahrungen zu sammeln. Er war von sich selbst angewidert, dass er den Schotten so hängen ließ, dass er sich einfach nicht dazu bewegen konnte, Blut zu sich zu nehmen. Aber was, wenn er sich dann wieder so aufführte, so wie ein wildes Tier? Er hatte Angst, dass er seine Menschlichkeit endgültig verlieren würde, wenn er auch nur einen Tropfen des roten Saftes zu sich nahm. Die Blutkonserven, die Garret ihm mitbrachte musste er jeden Abend selbst leeren, damit sie nicht verdarben. Mehr als einmal hatte Lawrence den Blick in den Spiegel gewagt, sein befremdliches neues Äußeres betrachtet, und sich vorgestellt, wie er den Rotschopf zähnefletschend angeknurrt hatte. Kein Wunder, dass er aus dem gleichen Instinkt heraus auf ihn losgegangen war. Er wollte ihm eigentlich für seine Mühe danken, aber irgendwie war er in einen apathischen Zustand verfallen, der es ihm nicht einmal wirklich erlaubte, die Zähne auseinander zu bekommen. Seine Laune schwankte regelmäßig zwischen dem Abscheu, dem er seinem neuen Leben gegenüber verspürte, und der Reue und Schuld, die er verspürte, weil er Gary mit all dem neuen Kram alleine ließ. Dabei hatte er sich anfänglich noch darüber gefreut, einen Leidensgenossen zu haben. Aber die Schübe, in denen er dem Schotten gestehen wollte, wie leid ihm das alles tat, kamen leider immer tagsüber, wenn der andere nicht bei ihm war, und wenn er abends vor seiner Tür stand, dann verdrängte die Abscheu vor den Blutkonserven wieder alles.
Mittlerweile war sogar schon der vierte Tag, und Lawrence fühlte sich langsam wie ein Wasserspeier, bald würde er an diesem Platz festwachsen. Es erschreckte ihn irgendwie, dass Garys Nachricht, die eigentlich eine ziemlich gute war, ihm nicht einmal ein wenig Euphorie entlockte, immerhin schien das wirklich die Lösung für sein moralisches Problem zu sein. Vielleicht war es das fehlende Blut, dass seinen anfänglichen Unwillen in diese gnadenlose Apathie verwandelt hatte, dass nicht einmal der Kuss des anderen ihn in Hochstimmung versetzte. Das war so alles nicht richtig. Eigentlich hatte der Ältere schon viel eher mit einem Wutausbruch des anderen gerechnet, aber anscheinend hatte er sich alles für diesen Abend aufgespart, und nun brach alles auf einmal aus dem Größeren heraus. Er zuckte leicht zusammen, als sich die Hände seines Gegenüber schwer auf seine Schultern legte. So ganz hatte er den Schock von ihrer ersten Jagd noch nicht überwunden. Irgendwo tief in ihm drin berührten ihn Garys Worte zutiefst, sie bewiesen immerhin, dass hinter dem ganzen Hin und Her doch eine engere Bindung stand als einfach nur eine Fickfreundschaft, aber irgendwie wunderte er sich selbst über seine Lethargie, dass er nicht einmal Gefühle zeigen konnte, wenn er es wollte. Er biss sich leicht auf die Unterlippe, den Blick von der blassen Gestalt seines Gegenübers abwendend.
„Ich wollte, dass keiner von uns so rumlaufen muss“, murmelte er, die Knie enger an den Körper ziehend. Für einen kurzen Moment hatten ihn Garys typisch angeberische flachsige Worte glauben lassen, dass ihm das vielleicht doch alles nicht so ernst war, aber schon im nächsten Moment schien die Stimmung drastisch umzuschwingen. Die braunen Augen hoben den Blick wieder, Garret groß anblinzelnd, im nächsten Augenblick zusammenzuckend. Er hatte doch recht, mit jedem Wort, was er sagte, hatte er recht. Er ließ ihn allein. Das wurde ihm auf einmal schlagartig bewusst. Gary war auch vorher eher ein Einzelgänger gewesen, aber jetzt hingen sie zusammen wie nie zuvor. Und anstatt er zu würdigen, was der Rotschopf für ihn tat, ließ er ihn in der schleichenden Gewissheit, dass er elendig verhungern würde, obwohl Gary es zu verhindern versuchte. Und dass er ihm beim Sterben zusah, das konnte er nicht von ihm verlangen.
„Gary, es-„
Seine Ohrfeige unterbrach ihn, er schnappte nach Luft, doch die weiteren Schläge ins Gesicht nahmen ihm den Atem, den er eigentlich gar nicht mehr brauchte. Noch nie hatte er den anderen so zornig erlebt. Seine Wange glühte beinahe so, als wäre er wieder lebendig. Der Geruch von Blut füllte plötzlich den Raum, mit so einer Wucht, dass es Lawrence beinahe umgeworfen hätte. Mit einer Hand hielt er sich die schmerzende Wange, mit der anderen starrte auf das Blut, das langsam aus der beschädigten Konserve sickerte. Sein Unterkiefer zitterte leicht, während er versuchte, irgendwelche angemessenen Worte zu finden.
„Es….Es tut mir so leid“, setzte er heiser an, selbst darüber erschrocken, wie fremd seine Stimme auf einmal klang.
„Ich weiß es sehr wohl zu schätzen, dass du jeden Tag hergekommen bist, ehrlich. Ohne dich hätte ich…hätte ich sicher noch mehr die Nerven verloren“, gestand er, aber selbst in seinen eigenen Ohren klang das wie fade Ausreden nach all dem, was er sich in den vergangenen Tagen geleistet hatte. Seine Schultern zuckten unruhig auf und ab, er drückte den Blutbeutel in seinen Händen etwas zusammen. So sehr der Hunger in ihm auch anstieg, gerade jetzt war Gary so viel wichtiger.
„Ich hätte nie gedacht, dass dir-….“
Er hielt stockend inne, die Konserve neben sich auf die Couch legend und seine Arme um Garrets Hüften schlingend, sein Gesicht gegen seinen Bauch drückend. Er spürte einige Tränen über sein Gesicht rinnen, seine Nägel tiefer in Garrets Kleidung bohrend.
„Ich hätte nicht gedacht, dass dir so viel an uns liegt“, schloss er mit einem Gefühl peinlicher Berührtheit. Obwohl der Hunger in ihm auf ein unerträgliches Maximum angestiegen war, angetrieben vom Geruch des Blutes, klammerte er sich noch eine ganze Weile an dem Körper des anderen fest, der ihm auf einmal viel wärmer vorkam, als er es vermutlich war. Er wusste, dass er die vergangenen Tage nicht wieder gut machen konnte, löste sich langsam von Garret. Er konnte den Blutgeruch nicht mehr ertragen, im nächsten Moment grabschte er schon nach der Blutkonserve, seine Lippen auf den Riss pressend. Er schluckte die Flüssigkeit so eilig herunter, dass der Beutel schon nach kurzer Zeit so gut wie leer war. Zwar schmeckte frisches, noch warmes Blut zugegeben besser, doch für seinen ausgehungerten Körper war selbst das abgefüllte Blut eine Wohltat. Er stieß ein zufriedenes dunkles Schnurren aus, jeden Tropfen aus dem Beutel hinausdrückend, unterbewusst etwas beiseite rückend und ein Knurren ausstoßend, als Gary ihm und seiner „Beute“ zu nahe kam. Aber er fühlte sich zum Glück bei weitem nicht so aggressiv wie beim letzten Mal, er wollte die Blutkonserve einfach nur für sich haben, und Garret machte auch keine Anstalten sie ihm abzunehmen. Seine Eckzähne gruben sich unnötigerweise in das Plastik in der Hoffnung, so noch an etwas mehr Blut zu kommen, aber noch mehr war einfach nicht vorhanden. Er stieß ein unglückliches Geräusch aus, die leer gesaugte Konserve beiseite werfend. Sein Mund war mit der roten Flüssigkeit verschmiert, er machte sich allerdings nicht die Mühe, es abzuwischen, aus großen Augen zu Garret hinüberstarrend.
„Ich hab immer noch Hunger“, gab er kleinlaut zu, zurück auf seine Finger starrend.
„Ich wollte nicht so unfair zu dir sein, wirklich nicht“, fügte er heiser hinzu.

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Mrs Lovett
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BeitragThema: Re: I want your blood   Mi Feb 06, 2013 10:41 pm

Er konnte spüren wie die Wut und Verzweiflung sich in seinen Knochen festsetzte, wie sein Körper beinahe zu zittern begann. Gary ballte seine Hände zu Fäusten, bohrte sich die Nägel tief ins eigene Fleisch hinein um sich selbst davon abzuhalten etwas Dummes zu tun, kehrt zu machen und den Älteren wirklich alleine lassen, schließlich konnte er das alles nicht ertragen und er wollte es auch nicht, selbst die Worte des Anderen erschienen ihm so fern und irgendwo wollte er diese lächerlichen Ausreden nicht hören. Wenn er das wirklich alles zu schätzen gewusst hatte, warum führte er sich dann so auf, warum machte er es ihnen allen so schwer, warum war er nicht mehr er selbst? Ungläubig lagen die grünen Augen auf dem schmalen Gesicht, der Rotschopf hätte gerne etwas erwidert, ihm irgendwas an den Kopf geworfen, doch zum ersten Mal fühlte er sich einfach furchtbar leer, er hatte keine klaren Gedanken zu Ende denken können, keine Worte, die über die Lippen gebracht werden konnten und vielleicht war es auch gut so, vielleicht hatte er genug gesprochen und seine Meinung vertreten, Lawrence endlich gezeigt, dass er nicht länger weitermachen konnte, wenn sich nichts bald änderte oder wenn es zumindest zum Alten zurückkehrte, was auch immer das Alte in ihrem neuen Leben bedeuten mochte. „Achja? Nur komisch, dass das ein kleines bisschen anders auf mich gewirkt hat.“, murmelte der Jüngere nach einer kurzen Pause, grimmig seine Freund betrachtend, ihm kaum Glauben schenkend. Ach wie gerne er ihn doch weiter angeschrien hätte, all die Tage der Wut und des Frustes jetzt an dem jungen Mann ausgelassen, der es, seiner Meinung nach, in diesem Augenblick nicht anders verdient hatte, der ihn wohlmöglich zum ersten Mal so sehr auf die Palme trieb, dass er ihm am liebsten an die Gurgel gesprungen wäre, auch wenn es absolut nichts bringen würde, nicht mehr, doch seine ganzen trüben Gedanken würden für einen klitzekleinen Moment von etwas anderem ersetzt, wurden abgelenkt von der plötzlichen Bewegung des Anwalts, von den fremden Armen, die sich um seine Taille geschlungen hatten, so überraschend, dass der Schotte seinen Mund einen Spalt öffnete, mit aufgerissenen Augen hinunter auf das dunkle Haar blickend. Die nächsten Worte ließen ihn leise räuspern, so etwas wollte er nicht hören, auch wenn Law sicherlich recht damit behielt, damit, dass ihm viel an ihnen lag, das ihm viel an dem Kleineren lag, mehr, als er es jemals zugeben würde und besonders jetzt erschien er dem Tätowierten so viel wichtiger, schließlich hatte er ihn zu dem gemacht, was er war, war sein Schöpfer und der Einzige, mit dem er ein solches Leben teilen konnte und auch wollte, da war es doch verständlich, dass man sich sorgte und dass man es satt hatte, sich das Zugrunderichten des Anderen mit ansehen zu müssen und dass es einem irgendwo auch wehtat ihn so zu sehen, apathisch, abwesend und so, als würde der Rotschopf in seiner Welt gar nicht mehr wirklich existieren und dennoch- er brauchte so etwas nicht zu sagen und auch nicht einmal daran denken sollte er, dass Gary so viel empfinden konnte, dass ihm so viel an etwas liegen konnte.
Wenn der Kriminelle noch lebendig gewesen wäre, hätte sein Gesicht sicherlich eine leichte Rötung bekommen. Zaghaft strich er mit den Fingern behutsam über den Kopf seines Freundes streichend, in den feinen Strähnen seines dunklen Haars vergrabend. Weinte er jetzt etwa auch noch? Gary wollte keineswegs, dass er jetzt so emotional werden würde und irgendwie, nun ja, gefiel es ihm, dass er endlich anständige Gefühlsausbrüche zeigte, dass ihm vielleicht ebenfalls ihr seltsames Miteinander wichtiger war als das ganze einsame Rumsitzen auf der Couch.
„Sag sowas nicht, Law, das ist komisch.“, stammelte der Jüngere, ihn etwas freundlicher anblickend. Sicher, es tat ihm leid und er glaubte es ihm auch, sonst würde er sich ganz sicher anders benehmen, doch auf der anderen Seite war es mit einem einfachen tut mir leid nicht gemacht, der Rothaarige konnte nicht einfach so tun, als wären die vier Tage niemals dagewesen, denn so sehr der Anwalt auch gelitten haben mochte, ihm selbst erging es dabei nicht besser, Herrgott, er hatte sogar daran gedacht ihn für immer allein zu lassen, weil es dem Schotten einfach über den Kopf hinauswuchs, weil er selbst Veränderungen durchmachte, die er nicht ganz verstehen konnte, weil er vier Menschen auf dem Gewissen hatte, nur um jetzt herausgefunden zu haben, dass es auch einfacher ging, dass sie die Leute gar nicht umzubringen brauchten und er unnötigerweise es doch getan hatte, so, als ob das gar nicht so schlimm wäre, als wäre dieses Lebewesen eine lästige Fliege gewesen, die man aus der Wohnung haben wollte, am besten tot. Lawrence konnte sich gar nicht denken, was in seinem Inneren vor sich ging und dennoch sperrte Garret sich nicht in seiner Wohnung ein und verweigerte alles, was ihn am Leben erhielt, weigerte sich davor, sein jetziges Leben zu akzeptieren. Die schlanken Finger lösten sich langsam, samt Armen schlaff an seinem Körper herunterhängend während die grünen Augen den Bewegungen des Älteren folgten, ihn dabei beobachtend, wie er die mitgebrachte Blutkonserve an sich riss. Der Tätowierte hatte sich an den Geruch des Blutes mittlerweile gewöhnt, sodass es ihm nicht mehr so stark den Verstand raubte, wenn der gesamte Raum mit diesem gefüllt war, auch war diese Art der Selbstversorgung ganz sicher nicht seine Art, es schmeckte bei Weitem nicht so gut wie warmes, frisches Blut, Blut eines lebendigen Individuums und vor allem befriedigte es seinen Jagdtrieb kein Bisschen, der in den wenigen Tagen wohl einer der Sachen war, die nicht verschwinden wollten, die nicht dezent und ruhig in seinem Inneren schlummerten, doch irgendwann würden sie sich ganz bestimmt an die ganzen seltsamen Dinge einigermaßen gewöhnen können.
Beiläufig rückte der Größere etwas näher zum Dunkelhaarigen heran, hielt jedoch inne, als er das leise Knurren vernahm, die Arme vor der Brust verschränkend. Er brauchte sich nicht wie beim letzten Mal irgendwelche Sorgen zu machen, dass er ihm etwas nehmen könnte, denn abgesehen davon, dass ihm Konserven und anderes Zeug nicht gefiel, hatte er heute Abend bereits genug gegessen um so etwas wie Hunger nicht verspüren zu müssen, hatte genug Selbstbeherrschung und Desinteresse um seinen Schöpfer ruhig an der Verpackung saugen zu lassen. Garret war von vornherein klar, dass es ganz sicher nicht reichen würden, Lawrence würde mehr brauchen und sie müssten wohl oder übel raus auf die Straße gehen, ihm einen Menschen suchen, an dem er sich satttrinken durfte, damit der Ältere wieder zu Kräften kam, die er in der Zwischenzeit ganz bestimmt abgebaut hatte.
Gary konnte sich ein leises Lachen nicht verkneifen, bei dem Anblick des Dunkelhaarigen konnte man jedoch nicht anders, wie ein kleines Kind, völlig verschmiert mit Blut saß er da und starrte den Rotschopf mit großen Augen an, so, als ob er noch eine Extrakonserve in den Innentaschen seiner Lederjacke hätte. Langsam beugte der Jüngere sich zu ihm herüber, mit dem Daumen die Reste des Blutes aus den Mundwinkeln wischend, ehe er seine Lippen auf die des Anderen presste, mit der Zunge spielerisch um die Blutreste fahrend, bis kaum etwas übrig war, ihm ein leichtes Lächeln schenkend, ehe die Miene wieder etwas ernster wurde. „Spar dir deine Entschuldigungen Law, du wolltest es nicht aber du warst es und das kann man nicht mehr rückgängig machen. Ich glaube dir, dass es dir leid tut und so, Freudensprünge werde ich aber trotzdem nicht machen, vielleicht verstehst du das ja.“, erwiderte er knapp, seinen Daumen zwischen den Zähnen vorbeischiebend, das abgewischte Blut aus dem schmalen Gesicht seines Freundes ableckend, ehe er sich in einer fließenden Bewegung von der Couch erhob, zu Lawrence hinüberschielend. „Wenn du noch Hunger hast, dann schlage ich vor, dass wir rausgehen, ich habe nicht mehr mitgebracht und es wird mal an der Zeit, dass du ein bisschen selbstständiger wirst.“, mit diesen Worten huschte er davon, im vollsten Glauben daran, dass Lawrence ihm schon folgen würde, was er tatsächlich auch tat. Er hörte, wie die Wohnungstür hinter ihnen zuknallte, wenige Augenblicke später folgte die Haustür und sie waren abermals auf den Straßen, abermals schossen die Eindrücke nur so auf sie ein, doch diesmal wirkten sie viel dezenter, dumpfer, ja fast so, als wären sie nicht da, zumindest ignorierte der Größere einen Teil von ihnen um selbst nicht verrückt zu werden. „Du musst dich an einiges wieder gewöhnen, Law, vor allem musst du versuchen dich auf eine Sache zu konzentrieren, ich hab’s ausprobiert und mit ein bisschen Anstrengung geht es eigentlich, komm.“, seine Finger packten den Arm des Dunkelhaarigen, ihn mit sanfter Gewalt eine Straße entlang schleifend. In dieser Gegend war nie viel los und wenn ihr etwas los war, dann waren es meist Touristen, erschöpfte Arbeiter oder irgendwelche jungen Partygänger und ein Herz konnte Gary ganz gut schlagen hören, nicht weit von ihnen.
Unauffällig deutete er mit dem Finger auf den jungen Mann, der nicht weit von ihnen auf dem Asphalt saß, tief in seinen Gedanken versunken, während seine Finger schnell auf seinem Smartphone tippten. „Siehst du ihn? Nimm ihn, sei einfach weniger du selbst und mehr ein charmanter Kerl oder so, jeder Mensch fliegt auf uns…und dann gehst du mit ihm dorthin, ich komme mit.“, sein Finger schwenkte zur Seite, deutete auf eine unbeleuchtete Straßenecke, praktisch ein toter Winkel. „Keine Angst, ich pass auf, okay.“; seine Lippen formten ein leichtes Lächeln, ehe er ihn ein wenig anstupste, darauf wartend, dass er endlich was tat, er musste es selbst tun können, Gary konnte nicht das Opfer für ihn suchen und es ihm dann aushändigen, nicht, wenn sie für eine lange Zeit miteinander oder nebeneinander existieren wollten.

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BeitragThema: Re: I want your blood   Do Feb 07, 2013 9:10 pm

Schweren Herzens musste sich Lawrence eingestehen, dass es wohl nicht mit einer einfachen Entschuldigung getan war. Es wäre unfair gewesen, Garret deswegen einen Vorwurf zu machen, er konnte nicht erzwingen, dass er ihm die vergangenen vier Tage einfach so ergab, aber sie hatten ja zum Glück eine Ewigkeit, um das wieder gerade zu biegen. Wenigstens küsste er ihn noch. Erleichtert, dass er selbst ebenfalls wieder fähig war, die Ruhe zuzulassen, rückte er zu dem Rotschopf hinüber, seine Lippen schmeckten ebenfalls ein wenig nach Blut, sodass er am liebsten gar nicht mehr von ihm abgelassen hätte. Er zog ihn an den Hüften etwas näher an ihn heran, am liebsten hätte er noch ein wenig mehr innige Zeit mit dem anderen verbracht, aber er war sich nicht sicher, ob Gary das wirklich wollte, und sein Hunger stieg auch immer weiter an. Gerade jetzt, nachdem er bereits ein wenig Blut zu sich genommen hatte, war der Hunger nach mehr noch größer geworden. Und wenn es stimmte, was der Schotte erzählt hatte, dann musste er sich nicht einmal Sorgen machen, dass er jemanden umbrachte, sondern konnte mit reinem Gewissen trinken. Er hoffte wirklich, dass er sich genug unter Kontrolle hatte.
Ein wenig bedrückt nickte der Anwalt auf die Worte des Jüngeren hin, leicht auf seine Unterlippe beißend und jede Gesichtsregung beobachtend.
„Ich kann es ja nicht erzwingen“, seufzte er enttäuscht. Er hoffte wirklich, dass sie dieses unschöne Kapitel schnell hinter sich lassen konnten, dass diese ganze Vampirwelt für ihn auch bald Routine wurde und er seine anfängliche Angst mit einem Lächeln abtun konnte. Er wollte Gaary beweisen, dass er seine Worte ernst meinte, dass er sich nicht mehr von dem anderen durchfüttern lassen wollte. Immerhin war er sein Schöpfer! Also war es wahrlich Zeit, dass er an Wissen und Erfahrung aufholte. Wie viel konnte der Größere in vier Tagen schon gelernt haben, völlig auf eigene Faust? Eigentlich hätten sie einen richtigen Vampir gebraucht, der ihnen die Grundlagen beibringen konnte, der ihnen sagte, was außer der Sonne noch gefährlich war für sie. Wenn sie das bei allen Dingen erst ausprobieren mussten, würden sie sicherlich bald etwas sehr viel tödlicheres als die Sonne finden. Aber jetzt war Nacht, und sie mussten hier wohl kaum irgendetwas fürchten. Auch, wenn in Lawrence kurz der Gedanke aufkam, ob es auch Vampirjäger gab, wenn es denn schon wirklich Vampire gab. Gab es Leute, die sie töten wollten? Auch das hätte ihnen ein richtiger Vampir sicher sagen können, aber fürs erste mussten sie sich wohl alles selbst beibringen. Lawrence erhob sich hastig von der Couch, sich schnell noch eine Jacke überziehend. Immerhin sollte er doch zu mindestens den Eindruck erwecken, dass ihm noch kalt werden konnte. Solche Kleinigkeiten waren wichtig, sie könnten die Menschen doch sonst beunruhigen. Er hatte aus reiner Routine irgendwie noch nicht einmal aufgehört zu Atmen. Er schielte zu Gary hinüber, er schien es eilig zu haben, sicher, dass er Lawrence jetzt um einiges voraus war, schien ihm sicher zu gefallen, sodass der Anwalt umso mehr erpicht war, schnell dazu zu lernen.
„Glaub bloß nicht, dass du das alles tausendmal besser kannst als ich!“, stieß er mit gekränktem Stolz aus, seinen Zeigefinger in Garrets Brust bohrend. Er hatte gemerkt, dass dem anderen diese ganze Nähe irgendwie unangenehm war, zu mindestens, es ausgesprochen zu hören, und wenn ihm diese Keilereien besser gefielen, dann sollte er sie haben.
Lawrence zuckte zusammen, als er nach draußen trat, in den einsamen, isolierten Tagen in seiner Wohnung hatte er beinahe vergessen, wie viele Eindrücke er jetzt aufnehmen konnte. Er brauchte eine Weile, um sich, wie Gary ihm geraten hatte, auf eine Sache konzentrieren zu können, die ganzen anderen Eindrücke erst einmal ausblendend. All die Gerüche und Geräusche und das Leben, das um ihn herum pulsierte. Es war plötzlich so ungewohnt. Aber je länger er sich in dem Gerummel aufhielt, desto einfacher fiel es ihm, und er wollte sich dem Rotschopf gegenüber keine weitere Blöße geben. Auf ihrem Weg durch die nächtlichen Straßen hätte er sich am liebsten den erstbesten jungen Menschen geschnappt, der ahnungslos an ihnen vorbeischlenderte, aber er übte sich in Geduld, bis Gary endlich jemanden herausgepickt hatte, ihn unauffällig musternd. Er war so abgelenkt von seinem Smartphone, dass sie ihn vermutlich auch einfach hinterrücks hätten überfallen können, aber das war selbst Lawrence zu plump. Er vergrub die Hände etwas weiter in seinen Jackentaschen, zu Garret hinüberschielend. Lawrence stieß ein verächtliches Schnauben aus, dann ein leises Lachen.
„Ich bin doch schon ein charmanter Kerl“, antwortete er mit gespielter Empörung, den Kragen seiner Jacke ein wenig hochschlagend. Er konnte nicht leugnen, dass er ein wenig nervös war, ob alles auch so funktionieren würde, ob er sich genug unter Kontrolle hatte, Gary scharf anblickend.
„Du passt wirklich auf, okay?“, brachte er sehr viel weniger selbstbewusst hervor, als er es vorgehabt hatte. Dennoch, er wollte dem Jüngeren beweisen, dass er es auch drauf hatte, langsam zu dem Kerl mit dem Handy hinüberschlendernd. Sein Geruch gefiel ihm irgendwie, es war sogar noch angenehmer als bei der jungen Frau. Eine leichte Berührung an der Schulter reichte aus, dass sich der andere zu ihm umdrehte, Lawrence schenkte ihm ein feines Lächeln, eine etwas hilfesuchende Miene aufsetzend. Er hatte gesehen, dass der Mann den Stempel eines nahen Clubs auf der Hand hatte, das gleich zu seinem Vorteil nutzend.
„Entschuldigen Sie bitte, ich kenne mich hier kaum aus und suche einen Club, können Sie mir weiterhelfen?“, setzte er mit samtener Stimme an. Für einen kurzen Moment schien der Mann irritiert, aber er schien sich anscheinend sehr schnell einwickeln zu lassen. Spätestens, als Lawrence ihm den Namen des Clubs nannte, war er Feuer und Flamme. Eilig schob er sein Telefon in die Hosentasche, sich erhebend, mit einem freundlichen Nicken.
„Ja, ich weiß wo der ist, ich komm da selber gerade her!“, setzte er an, wollte ihm gerade eine Wegbeschreibung liefern, doch Lawrence unterbrach ihn.
„Was für ein glücklicher Zufall! Aber ich kann mir sowas wirklich schlecht merken, würdest du mir den Weg zeigen?“, fragte er mit einem warmen Lächeln, die Eckzähne dabei möglichst nicht zeigend. Für einen Moment schien der Fremde unsicher, und Lawrence hatte beinahe Angst, dass er zu offensichtlich vorgegangen war, aber dann nickte sein Gegenüber langsam. Es war wirklich einfach, diese Tölpel in seinen Bann zu ziehen. Er legte dem Fremden einen Arm um die Schulter, ihn unmerklich führend, sodass sie das Sichtfeld der anderen Passanten verließen, auf die dunkle, abgeschiedene Ecke zusteuernd, in der Gary schon auf sie wartete. Ob das der Weg zum Club war oder nicht schien sein Opfer schon gar nicht mehr zu interessieren. Endlich stand der Mann mit dem Rücken zur Wand. Der Anwalt lehnte sich nah zu ihm hinüber, ein klein wenig auch, um Gary eins auszuwischen, ließ seine Lippen ganz sacht über die Wange des Fremden streifen, zu seinem Ohr hinüberwandernd.
„Du warst mir wirklich eine große Hilfe“, schnurrte er ihm entgegen, ließ seine Lippen zu seinem Hals wandern. Er konnte seine Halsschlagader unter seiner Haut pochen spüren, hatte keine große Lust, sein Spiel noch weiter zu spielen. Er warf nur einen schnellen Blick zu Gary hinüber, bevor er die Zähne in den warmen Hals grub. Er genoss das Blut, das ihm entgegensprudelte, es war so warm und viel viel besser als die Konserve. Genüsslich schloss er die Augen, noch etwas fester zubeißen, dass man ihn kaum von seinem Opfer trennen konnte. Er wusste, dass er ihn nicht bis auf den letzten Tropfen leertrinken durfte, aber er konnte sich kaum im Zaum halten und hoffte einfach darauf, dass Gary ihn unterbrechen würde, wenn er es für genug erachtete. Er konnte spüren, wie der Körper schlaffer und auch schwerer wurde, meinte, Garys Stimme wie durch Watte zu hören, aber er stieß nur ein dunkles Knurren aus und schüttelte leicht den Kopf. Er war noch so hungrig, er wollte den Leib noch nicht abgeben, und raffte ihn noch ein wenig enger an sich heran.

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Mrs Lovett
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BeitragThema: Re: I want your blood   Fr Feb 08, 2013 11:09 pm

Gary nickte ihm lächelnd zu, wenn er ihm sagte, er würde aufpassen, dann meinte er es auch so und selbst wenn nicht, was sollte schon groß passieren? Nun gut, der Ältere würde den Kerl umbringen, doch ehrlich gesagt empfand er es als gar nicht mal so schlimm, es gab ohnehin zu viele Menschen, auf einen Partygänger mehr oder weniger würde es dann auch nicht mehr ankommen und es schockierte ihn nicht einmal, dass es dem jungen Mann so gleichgültig war, was mit dem unschuldigen Leben passierte und das, obwohl seine Wenigkeit herausgefunden hatte, dass das sinnlose Morden nicht einmal notwendig war. Allerdings ging es hierbei doch eigentlich nur um Lawrence und darum, dass er endlich wieder reinen Gewissens Menschen Blut abzapfen konnte, ohne Schuld oder anderer Dinge, die ihn wieder isoliert in seiner Wohnung sitzen lassen würden. Doch der Rotschopf schüttelte die negativen Gedanken schnell weg, versuchte nicht Gleichgültig an die ganze Sache ranzugehen, tief im Inneren wollte er nicht die Rolle eines Massenmörders annehmen, wenn es nicht sein musste und das würde er schon irgendwie in absehbarer Zeit auch hinbekommen.
Während die langen Beine sich auf den fremden Mann zubewegten, schlenderte der Größere zur dunklen kleinen Ecke, seinen Körper an die Wand lehnend, während er von der Ferne aus mit verschränkten Armen den Dunkelhaarigen dabei beobachtete wie er versuchte seine Beute für sich zu gewinnen, jedem einzelnen Wort lauschend. Er hätte am liebsten gelacht, die Menschenwelt konnte sich ihnen wirklich nicht widersetzen, wie einfach sie doch waren, wie leicht sie es ihnen machten, sie könnten so viel mehr mit ihnen anstellen als nur ein bisschen Lebenssaft zu stehlen, sicherlich steckten noch mehr nützliche Dinge in all diesen Seelen, doch wahrscheinlich dürften sie nicht einmal wissen, dass sie lebten, dass es diese Schauermärchenwesen wirklich gab und dass sie jede Nacht durch die Gassen schlichen, hungrig und blutdurstig.
Ach, natürlich durften sie es nicht erfahren, sonst wäre das alles auch viel zu langweilig, sonst hätte er selbst diese Sache vor vielen, vielen Jahren herausgefunden und es wäre sicherlich nichts Seltsames gewesen.
Ungeduldig lagen die grünen Augen auf den beiden Gestalten, die sich endlich langsam in seine Richtung begaben, sich von der Wand abstützend, etwas zur Seite tretend, als der Kleinere seine Beute herbrachte, ihn mit ernstem Blick beobachtend. Wenn Lawrence wirklich glaubte, dass es eine lustige Idee war, dem Fremden jetzt auch noch zusätzliche, sinnlose Zärtlichkeiten zu schenken, dann hatte er sich wohl ziemlich tief geschnitten- Garret rümpfte die Nase, schenkte ihm einen verächtlichen Blick, jedoch den Blick nicht abwendend, wer wusste schon, was innerhalb weniger Sekunden der Unachtsamkeit alles passieren konnte, er hätte aus lauter Hunger ihm die Kehle zerbeißen können und dann könnten sie sein Überleben eindeutig abschreiben und er hatte dem Anwalt doch versprochen auf ihn aufzupassen, was zum ersten Mal lächerlich und seltsam zugleich klang und auch wirkte, schließlich war es sonst Lawrence, der dem Schotten den Arsch rettete, ihn vor dem Knast bewahrte und mit seinem klugen Köpfchen das eine oder andere Missgeschick verhinderte und nun, als eigentlicher Schöpfer, musste er auf die Erfahrung des Jüngeren vertrauen, auf die wenigen Tage, die Gary zum Vorteil geworden sind und die er sicherlich auch in ferner Zukunft noch ausnutzen würde, dafür hatte er ihn viel zu wütend gemacht, als dass er es einfach so ablegen würde oder gar wollte.
Ein Schwall an Blutgeruch stieg in seine Nase als der Andere seine Zähne in den weichen Hals grub, ein Geruch, der sein eigenes Blut zum Kochen brachte und ihn anregte, keine Frage, man konnte es beinahe mit dem Lieblingskuchen vergleichen, der in einer WG gebacken worden war und man wollte so gerne ein Stück davon abhaben, obwohl man eine halbe Stunde zuvor so viel gegessen hatte, vielleicht sogar etwas besseres- es bereitete Appetit, den der Jüngere jedoch verbergen konnte, es war nicht seine Beute und auch nicht sein Bier und er hatte keine Lust sich mit dem anderen ein weiteres Mal um einen wertlosen Menschen zu streiten, so wichtig waren sie ihm nun auch wieder nicht.
Geduldig lauschte er dem langsamer werdenden Herzschlag des jungen Mannes, wohlwissend, dass das Gierige Saugen seines Freundes gleich ein Ende nehmen sollte, wenn er wirklich wollte, dass sein Opfer eine kleine Überlebenschance hatte. „Genug, Law, sonst stirbt er.“, entgegnete er mit bestimmender Stimme, ihn mit zusammengezogenen Augenbrauen anfunkelnd, ehe der Schotte die Augen verdrehte, genervt aufstöhnend. „Du sollst von ihm ablassen, du Dummkopf, ich hab keine Lust, dass du wieder vier Tage in Selbstmitleid versinkst!“, raunte der Größere als Lawrence seine Worte ignorierte und das tat, was man im Blutrausch so machte.
„Und dein dummes Knurren kannst du dir sparen, es hat mich noch nie begeistert.“, fügte er nach kurzer Pause hinzu, den schlanken Körper seines Freundes packend, ihn mit Gewalt vom bewusstlosen Kerl losreißend, der im nächsten Moment dumpf zu Boden fiel, jedoch noch atmend und mit genug Blut in den Venen, dass er es bald taumelnd nach Hause oder vielleicht in ein Krankenhaus schaffen könnte, je nachdem wie schlecht er sich fühlte.
Garret stieß ein bedrohliches Knurren aus um dem Älteren zu signalisieren, dass irgendwelche aus dem Affekt handelnde Gewalt nichts bringen würde, ihn vielleicht auch daran erinnernd, wie mies es das letzte Mal ausgefallen war und wie unglücklich sie über das Resultat waren.
„Du hattest wirklich genug, lass und lieber wieder nach Hause gehen, es wird gleich hell.“, das miese am Ende der Winterzeit war der frühe Einbruch des Tageslichts und die späte Umwandlung zur sonnenlosen Nacht und selbst wenn im Herzen Londons selten die Sonne zwischen den Wolken hervorkam, konnte man nicht sicher durch die Straßen wandern, es sei denn es regnete wie bei einem Jahrhundertsturm und diese Saison wird bald kommen. „Das nächste Mal suchen wir dir einen großen, starken Kerl, komm jetzt.“, er schenkte ihm ein dünnes Lächeln, wischte mit den Fingern eine Blutreste aus seinem Gesicht, damit er wenigstens ein bisschen normal auf andere wirkte, warf einen letzten Blick auf den bewusstlosen Typen, ehe er schulternzuckend voran schlenderte, Lawrence mit sich mitziehend. Er würde lieber nach Hause gehen, in seiner eigenen Wohnung schlafen, schließlich war er immer noch sauer auf seinen Schöpfer, doch der Tätowierte würde es sicherlich nicht bis zum Morgengrauen in sein wunderschönes Appartement schaffen und ehe er noch, aufgrund von irgendwelchen Trotz- und Wutreaktionen, jämmerlich verbrennen und zu einem Haufen Asche werden würde, erschien ihm die Couch in Laws Wohnung doch viel angenehmer oder gar der Boden, selbst die Dusche war Komfort pur im Vergleich zu verzehrenden Flammen.
Wortlos machte der Schotte sich auf dem Weg zur Haustür, geduldig darauf wartend, dass der Dunkelhaarige diese öffnete, die Treppen hinauf sprintend, anschließend, nach einem weiteren Schwall der Geduld, die große Wohnung betretend. „Es macht dir sicher nichts aus, wenn ich bis zum Abend bei dir bleibe, oder?“, er ließ die grünen Augen zu Lawrence wandern, ihm einen entschuldigenden Blick schenkend, nebenbei die Füße vom Schuhwerk befreiend, sich fast schon routiniert ins fremde Schlafzimmer begebend, wo er sich, ebenfalls routiniert, sowohl von Jacke als auch von seinem Shirt befreite, sich auf das viel zu große Bett im Schneidersitz hinsetzend.
Skeptisch betrachtete er den Anwalt, sein Blick verriet, dass er alles andere als zufrieden war und Gary konnte sich schon denken, was genau den jungen Mann so wurmte und unglücklich stimmte, doch leider konnte er nichts dagegen tun um ihn glücklicher zu machen- sicher, es war gut, dass der Ältere wieder trank und dass er irgendwie seinen Sinn zum Vampirsein zurückgewonnen hatte, es war gut zu sehen wie er seine Kräfte zurückgewann und endlich wieder wie ein lebendiges Wesen wirkte, selbst wenn Law es nicht war, doch nur, weil sie tot waren, mussten sie noch lange nicht so aussehen.
Der Rotschopf stieß ein schweres Seufzen aus, klopfte mit der Hand auf das Polster neben ihm, Lawrence wortlos auffordernd, sich neben ihn zu setzen. „Du hast noch Hunger oder? Law, ich kann dir schlecht irgendeinen Menschen herholen und nochmal jagen zu gehen bringt uns um und ich denke nicht, dass du…“, sein Blick wanderte hinauf zur Decke, eine Augenbraue hochziehend. „..irgendeinen Nachbarn verspeisen möchtest, nicht wahr?“, und wer würde es ihm auch verübeln, sie alle rochen schon abstoßend genug, zumindest für seine Wenigkeit.
Lange betrachteten die hellen Augen seinen Freund, anschließend etwas näher zu ihm heranrutschend. Sauer hin oder her, ein hungriger Mann war kein guter Mann und vielleicht konnte er ihm ein wenig behilflich sein bei der ganzen Sache. „Vielleicht….vielleicht bringt dir ja mein Blut was- ich hatte heute ohnehin zu viel und ein bisschen kann ich dir bestimmt abgeben..“, seine Lippen formten ein Lächeln, während seine Finger über die Wange des Älteren strichen, während die andere Hand sein dunkles Haar packte, ihn mit sanfter Gewalt zu sich heranziehend, an seine Kehle platzierend. Das letzte Mal, als er von ihm getrunken hatte, hatte es auch etwas gebracht, auch wenn er damals noch lebendig war, doch im Prinzip floss jetzt auch das Blut eines lebendigen Individuums in seinen Venen und das müsste doch genauso gut sein, ihm ebenfalls helfen und aus seinem Hunger befreien. Irgendwie.

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Kauzi
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BeitragThema: Re: I want your blood   So Feb 10, 2013 4:40 pm

Lawrence ärgerte sich über sich selbst, dass er sich nicht zurückhalten konnte, obwohl er es doch vorgehabt hatte. Für einen kurzen Moment noch widersetzte er sich Garret, der ihn von seinem Opfer weggezogen hatte, sich gegen seinen kräftigen Griff stemmend, aber sein bedrohliches Knurren ließ ihn innehalten, weckte die Erinnerung an ihr letztes Opfer und Garys Finger an seiner Kehle. Er schluckte, seine Muskeln entspannten sich ein wenig. Er blickte auf sein Opfer, das zu Boden gegangen war, aber er lebte noch, sein Herz schlug etwas schwach, aber nicht zu schwach, dass er nicht überleben würde. Zum einen spürte der Anwalt Erleichterung, dass es diesen einfacheren Weg gab, auf der anderen Seite jedoch war er immer noch hungrig, vier Tage ohne Essen galt es aufzuholen, und da reichte so ein halbes Bürschchen nicht wirklich aus. Aber er merkte selbst, dass es bald hell werden würde, und was brachte es ihm, jetzt einen Aufstand zu veranstalten, wenn sie das in den sicheren Tod treiben würde? Unwillig nickte er, seinen Blick von der bewusstlosen Person losreißend.
„Hast ja recht“, murmelte er abwesend, sich mit der Zunge über die blutverschmierten Lippen fahrend. Gut, dass sein Apartment nicht so weit von hier entfernt war, denn es wurde wirklich schon langsam hell. Er hätte fast damit gerechnet, dass der Rotschopf den Tag lieber in seiner eigenen Wohnung verbrachte, aber anscheinend hatte er Angst, nicht mehr rechtzeitig dorthin zu kommen, und der Dunkelhaarige konnte nicht verleumden, dass ihm irgendwie wohler bei dem Gedanken war, ihn in seiner Nähe zu haben, ganz egal, ob er noch wütend auf ihn war oder nicht. So hatte er wenigstens die Sicherheit, dass irgendjemand ein Auge auf ihn warf, dass er nichts Dummes anstellte, denn seinen Hunger konnte er noch nicht so wirklich kontrollieren. Mit etwas zittrigen Händen schloss er seine Haustür auf, allein den fensterlosen Flur zu betreten, war schon mal eine große Erleichterung, und in seinem Apartment würden wieder die heruntergelassenen Rollläden und angenehme Dunkelheit auf sie warten. Dass Garret hierbleiben wollte war ja eigentlich schon beschlossene Sache, und Lawrence würde ihn ganz sicher nicht vor die Tür setzen, dafür schuldete er ihm zu viel. Und es war ja nicht das erste Mal, dass einer die Nacht bei dem anderen verbrachte. Nur, dass sonst eher Faulheit und zu ausgiebiger Sex Schuld daran gewesen waren. Er schloss die Tür hinter sich ab, er war immer noch ein wenig paranoid und wollte nicht, dass irgendein Nachbar zufällig bei ihm vorbeischneite.
„Nein, warum sollte es, solange du nicht in mein Bett willst“, murrte der Anwalt, aus reiner Gewohnheit in die Küche schlendernd und in den Kühlschrank schauend. Er kam schnell zu der Erkenntnis, dass nichts dort seinen Hunger würde stillen können. Er musste sich wohl damit abfinden, dass er bis zur Abenddämmerung nichts anderes bekommen würde. Mit finsterem Blick folgte er Gary in sein Schlafzimmer, ihm einen vorwurfsvollen Blick zuwerfend, den er allerdings nicht lange aufrecht erhalten konnte. Der Schotte war nicht derjenige, der auf ihn acht zu geben hatte, die letzten Tage waren wohl schon genug verlangt gewesen. Mit einem schnaubenden Nicken ließ er sich neben dem anderen auf sein Bett fallen. Er wusste, dass er recht hatte, mit dem, was er sagte, sie hatten höchstens noch eine Stunde, bis die Sonne aufging, das war einfach zu wenig Zeit.
„Nein, ich weiß selbst, dass das zu auffällig wäre“, seufzte er unzufrieden. Seine Nachbarn kannten ihn zu mindestens vom Sehen her, er konnte sie also nicht einfach überfallen und am Leben lassen. Und töten wollte er auch nicht mehr. Unzufrieden stieß er ein tiefes Brummen aus, das hatte er sich wohl selbst eingebrockt, und jetzt musste er den Tag über damit zurechtkommen. Umso überraschter blickte er bei Garrets Worten auf, die Augenbrauen skeptisch zusammenziehend.
„Hältst du das wirklich für-„
Er hielt inne, ließ sich von dem Rotschopf unterbrechen, sich an seine KehleLawrence ärgerte sich über sich selbst, dass er sich nicht zurückhalten konnte, obwohl er es doch vorgehabt hatte. Für einen kurzen Moment noch widersetzte er sich Garret, der ihn von seinem Opfer weggezogen hatte, sich gegen seinen kräftigen Griff stemmend, aber sein bedrohliches Knurren ließ ihn innehalten, weckte die Erinnerung an ihr letztes Opfer und Garys Finger an seiner Kehle. Er schluckte, seine Muskeln entspannten sich ein wenig. Er blickte auf sein Opfer, das zu Boden gegangen war, aber er lebte noch, sein Herz schlug etwas schwach, aber nicht zu schwach, dass er nicht überleben würde. Zum einen spürte der Anwalt Erleichterung, dass es diesen einfacheren Weg gab, auf der anderen Seite jedoch war er immer noch hungrig, vier Tage ohne Essen galt es aufzuholen, und da reichte so ein halbes Bürschchen nicht wirklich aus. Aber er merkte selbst, dass es bald hell werden würde, und was brachte es ihm, jetzt einen Aufstand zu veranstalten, wenn sie das in den sicheren Tod treiben würde? Unwillig nickte er, seinen Blick von der bewusstlosen Person losreißend.
„Hast ja recht“, murmelte er abwesend, sich mit der Zunge über die blutverschmierten Lippen fahrend. Gut, dass sein Apartment nicht so weit von hier entfernt war, denn es wurde wirklich schon langsam hell. Er hätte fast damit gerechnet, dass der Rotschopf den Tag lieber in seiner eigenen Wohnung verbrachte, aber anscheinend hatte er Angst, nicht mehr rechtzeitig dorthin zu kommen, und der Dunkelhaarige konnte nicht verleumden, dass ihm irgendwie wohler bei dem Gedanken war, ihn in seiner Nähe zu haben, ganz egal, ob er noch wütend auf ihn war oder nicht. So hatte er wenigstens die Sicherheit, dass irgendjemand ein Auge auf ihn warf, dass er nichts Dummes anstellte, denn seinen Hunger konnte er noch nicht so wirklich kontrollieren. Mit etwas zittrigen Händen schloss er seine Haustür auf, allein den fensterlosen Flur zu betreten, war schon mal eine große Erleichterung, und in seinem Apartment würden wieder die heruntergelassenen Rollläden und angenehme Dunkelheit auf sie warten. Dass Garret hierbleiben wollte war ja eigentlich schon beschlossene Sache, und Lawrence würde ihn ganz sicher nicht vor die Tür setzen, dafür schuldete er ihm zu viel. Und es war ja nicht das erste Mal, dass einer die Nacht bei dem anderen verbrachte. Nur, dass sonst eher Faulheit und zu ausgiebiger Sex Schuld daran gewesen waren. Er schloss die Tür hinter sich ab, er war immer noch ein wenig paranoid und wollte nicht, dass irgendein Nachbar zufällig bei ihm vorbeischneite.
„Nein, warum sollte es, solange du nicht in mein Bett willst“, murrte der Anwalt, aus reiner Gewohnheit in die Küche schlendernd und in den Kühlschrank schauend. Er kam schnell zu der Erkenntnis, dass nichts dort seinen Hunger würde stillen können. Er musste sich wohl damit abfinden, dass er bis zur Abenddämmerung nichts anderes bekommen würde. Mit finsterem Blick folgte er Gary in sein Schlafzimmer, ihm einen vorwurfsvollen Blick zuwerfend, den er allerdings nicht lange aufrecht erhalten konnte. Der Schotte war nicht derjenige, der auf ihn acht zu geben hatte, die letzten Tage waren wohl schon genug verlangt gewesen. Mit einem schnaubenden Nicken ließ er sich neben dem anderen auf sein Bett fallen. Er wusste, dass er recht hatte, mit dem, was er sagte, sie hatten höchstens noch eine Stunde, bis die Sonne aufging, das war einfach zu wenig Zeit.
„Nein, ich weiß selbst, dass das zu auffällig wäre“, seufzte er unzufrieden. Seine Nachbarn kannten ihn zu mindestens vom Sehen her, er konnte sie also nicht einfach überfallen und am Leben lassen. Und töten wollte er auch nicht mehr. Unzufrieden stieß er ein tiefes Brummen aus, das hatte er sich wohl selbst eingebrockt, und jetzt musste er den Tag über damit zurechtkommen. Umso überraschter blickte er bei Garrets Worten auf, die Augenbrauen skeptisch zusammenziehend.
„Hältst du das wirklich für-„
Er hielt inne, ließ sich von dem Rotschopf unterbrechen, sich an seine Kehle drücken lassend. Eigentlich hatte er doch recht, das frische Blut irgendeines Opfers floss gerade durch seine Venen, und er würde ihn schon abhalten, wenn er das Gefühl hatte, dass er genug getrunken hatte. Noch ein wenig zögerlich bleckte er die Zähne, mit den Lippen sachte über seinen Hals fahrend. Selbst wenn Lawrence gewollt hätte, er konnte sich nicht länger zurückhalten, die Zähne vorsichtig in das kalte Fleisch grabend. Er brauchte nur ein paar Schlucke um zu merken, dass das Blut kaum seinen Hunger stillte, sondern etwas ganz anderes in ihm wachrief. Gierig lehnte er sich näher zu ihm hinüber, den Körper des anderen auf die Matratze drückend. Seine Zähne zogen sich langsam aus seiner Kehle zurück, stattdessen ließ er die blutverschmierten Lippen über seinen Hals bis zu seinem Gesicht wandern, ihm einen innigen Kuss aufdrückend, seine Zunge fordernd zwischen die fremden Lippen schiebend. Wenn man mal davon absah, dass sie seit Tagen keinen Sex mehr gehabt hatten, konnte es nicht nur daran liegen, dass er auf einmal so unglaublich scharf war, ein breites Lächeln huschte über sein Gesicht, Gary die Zähne zeigend.
„Das macht Vampirblut also“, schnurrte er ihm entgegen, während seine Arme sich um seine Hüften schlangen, mit den langen Fingernägeln über seinen Rücken fahrend. Seine Zunge fuhr erneut über die Bluttropfen, die die Wunde an Garys Hals noch verlassen hatten, ließ seine Zähne dann zu seinem eigenen Handgelenk wandern, es öffnend und auf die blassen Lippen des Rotschopfes drückend, damit auch er in einen ähnlichen Rausch verfallen konnte wie sein Schöpfer. Ohne noch weiter darüber nachzudenken zerrte er sich sein Oberteil vom Leib, es achtlos in irgendeine Ecke des Zimmers werfend. Seine Lippen wanderten Garys Oberkörper hinunter, immer wieder leicht mit den Zähnen zubeißend, ohne jedoch ernsthafte Wunden zu hinterlassen, bis er endlich am Bund seiner Hose angelangt war, sie ohne groß zu zögern von seinen Hüften reißend.
„Wir haben sowieso schon viel zu lange nicht mehr gevögelt“, stellte er mit einem breiten Lächeln fest, bevor er seine Finger in Garys Oberschenkel grub, seinen Kopf zwischen seine Beine schiebend. Seine Zunge fuhr langsam über Garrets Glied, ein wohliges Knurren ausstoßend, bevor er die Lippen vollständig darüber stülpten, den Kopf langsam vor und zurück bewegend. Er musste umso vorsichtiger sein mit den spitzen Eckzähnen, konnte sich doch selbst kaum noch zusammenreißen, so sehr hatte das Blut des Schotten ihn angeheizt, dass er das lästige Vorspiel am liebsten so schnell wie möglich hinter sich gelassen hätte. Er spürte, wie der andere langsam hart wurde, zufrieden grinsend, bevor er langsam von ihm abließ, sich wieder näher zu ihm heranschiebend und seine Hand die weitere Arbeit übernehmen ließ. Seine Lippen wanderten wieder zu seinem Hals, am liebsten hätte er noch mehr von seinem Blut getrunken, das ihn so unglaublich heiß werden ließ, aber das hätte den Schotten wohlmöglich unnötig geschwächt, und das war wohl das letzte, was Lawrence wollte.
„Uns hätte viel eher auffallen müssen, was das alles für Vorteile hat“, stieß er mit einem zufriedenen Schnurren aus, seine Zähne in Garys Ohrläppchen vergrabend.
„Keine Kondome, und du kannst mich so hart durchnehmen wie nie zuvor“, hauchte er nah an seinem Ohr, ihm ein breites Grinsen schenkend.
„Und noch dazu schmeckst du viel besser als je zuvor“, fügte er hinzu, mit der Zunge über seinen Hals fahrend, die Hand zu seiner eigenen Hose wandern lassend, sie mit fahrigen Fingern öffnend. Er konnte einfach nicht mehr länger warten.

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BeitragThema: Re: I want your blood   So Feb 10, 2013 6:39 pm

Selbst wenn Lawrence anderer Meinung sein mochte und sein Blut gar nicht haben wollte, so hatte er ohnehin keine andere Wahl mehr gehabt. Fordernd streckte er seinen Hals, ihm provokativ die Kehle hinhaltend, während seine Finger immer noch auf seinem Haar lagen, darauf wartend, dass er endlich mit seinen Zähnen hineinbiss, den letzten Hunger ein wenig stillte, worauf der Rotschopf tatsächlich nicht lange zu warten brauchte, nur wenige Augenblicke hatte der Ältere innegehalten, ehe seine scharfen Eckzähne sein Fleisch durchbohrten, das Blut in seinen Mund floss, die Zunge benetzend.
Gary stieß ein leises Seufzen aus, den Körper des anderen enger an sich ziehend, es war ein seltsames Gefühl, anders als beim ersten Mal, als er ihm das Blut genommen hatte, sein eigentliches Blut, er konnte hören wie der rote Saft durch seine Venen rauschte, wie es ihn regelrecht für einen Moment betäubte, sodass er sich auf die Matratze drücken ließ, eingenommen von den Lippen seines Freundes, die im nächsten Moment seine eigenen benetzten. Ohne Widerworte ließ er seiner Zunge Einlass, erwiderte den stürmischen Kuss, während seine Hände unter das Shirt des Kleineren wanderten, über die kalte Haut fahrend, die sich so glatt und weich unter den Fingerspitzen fühlte, auch wenn sein Verstand diese plötzliche Geilheit nicht verstehen konnte. Hatte er etwa gerade realisiert, dass sie lange nicht mehr miteinander gevögelt hatten? Und jetzt, wo ein Bett ihnen bereitstand, kam ihm diese Aktivität wieder in den Sinn?
Mit hochgezogenen Augenbrauen blickte er in Laws Gesicht, den Kopf ein wenig schief legend? „Vampirblut, wirklich?“, ungläubig musterten die grünen Augen das schmale Gesicht, er konnte sich nicht vorstellen, dass sein Blut irgendwie anders war, es war immerhin nicht mal sein eigenes Blut und wieso sollte es ihn also so unglaublich heiß machen…nicht, dass es dem Tätowierten gefiel, jedoch war er auf ein bisschen Sex heute gar nicht aus gewesen, zumal er immer noch ein wenig Wut im Bauch verspürte und Lawrence ganz sicher nicht mit seinem eigenen Körper entlohnen wollte, doch das Schicksal hatte anscheinend einen ganz anderen Plan für die beiden geschmiedet, zumindest heute.
Skeptisch beobachtete der Jüngere seinen Freund dabei, wie er sein Handgelenk aufbiss, es ihm anschließend hinhaltend. Nun, Hunger hatte der junge Mann jetzt wirklich nicht, doch die Verlockung war zu groß und das warme Blut auf seinen Lippen, das gar nicht so warm war wie das der Lebendigen, ließ ihn nicht lange darüber nachdenken, ob er etwas davon kosten wollte oder nicht. Schnell umschlossen die schlanken Finger den fremden Arm, während sich die blassen Lippen einen Spalt öffneten, das fließende Blut in sich aufnehmend.
Mit einem Schlag wurde ihm klar, warum der Anwalt so heftig darauf reagierte, noch während der erste Schluck seine Kehle hinunterlief, konnte der die Ekstase in seinem Inneren anschwellen spüren, sein Inneres kribbelte gefährlich und er glaubte im nächsten Moment den Verstand zu verlieren. Dass dies nie und nimmer Hunger stillen konnte, wurde ihm bewusst, doch es konnte eine ganz andere Sache hervorrufen, jeder noch so kleine Tropfen des Vampirbluts wirkte bereits wie verzehrender Sex, den er bis jetzt noch nie so verspürt hatte, sodass er ein lustvolles Seufzen nicht zurückhalten konnte, es war sogar eine Tortur für sich gewesen, Lawrence‘ Handgelenk loszulassen, jedoch drückte er es rasch von sich weg, den Älteren keuchend anblinzelnd, regelrecht mit wilden Augen sein Gesicht musternd. Er hätte am liebsten den schmalen Körper in einem Schlag herumgewirbelt und ihn so lange durchgevögelt, bis seine Kräfte ihn verlassen hätten, doch stattdessen lehnte der Größere sich zurück, genoss die Berührungen des Älteren, die so intensiver wirkten als sonst, dass es ihn nur noch heißer machte. Nun, wenn Lawrence noch länger auf Blut und das ganze Gezeugs verzichtet hätte, so wären sie vielleicht nie dazu gekommen endlich wieder Sex zu haben, Gary belächelte seine Worte, ließ ihn weiterhin die Arbeit machen, während seine Zunge sich die Blutreste wegleckte, wovon er am liebsten mehr getrunken hätte, doch all die Gedanken an das Blut wurden schnell von einem Schwall an Lust untergraben, als die Zunge seines Freundes über sein Glied wanderte, anschließend die fremden Lippen weitere Arbeit leisteten. Ein leises Stöhnen entwich seiner Kehle, während die Finger sich im dunklen Haar des Anderen vergruben, sich lustvoll auf die Unterlippe beißend. In den Tagen zuvor hatte der Schotte noch mit den Gedanken gespielt ob es ihnen überhaupt noch möglich war so etwas wie Sex zu haben, ob sie je wieder einen hochbekommen würden, doch anscheinend hatte sich in der Hinsicht nichts geändert und wieso sollte es auch?! Das Leben wäre ohne Geficke viel zu langweilig gewesen und das wurde ihm in diesem Moment viel bewusster als alles andere. Die grünen Augen starrten den Älteren gierig an, seine Finger platzierten sich auf seiner Taille, ihn schnell zu sich hinaufziehend. „Wie konnten wir nur so lange warten.“, hauchte er ihm entgegen, ihm einen wilden Kuss auf die Lippen drückend, die Zunge in seinen Hals schiebend, während die langen Nägel über den blassen Rücken fuhren, rot schimmernde Striemen hinterließen.
„Oh, hart durchnehmen werde ich dich so oder so.“, erwiderte der Schotte mit einem breiten Grinsen, provokativ in seine Schulter beißend. Lawrence hatte Recht, sie würden keine Kondome gebrauchen und allein dies war Grund genug um den Beischlaf so sehr zu genießen, wie es ihnen nur möglich war, schließlich hatte keiner von ihnen, zumindest ging Gary davon aus, ohne Kondom gevögelt, keiner wusste, wie es sich anfühlte und wie es war, schließlich war die Angst vor irgendwelchen widerlichen Krankheiten zu groß um es für einen guten Fick zu riskieren, zumal es auch so befriedigend genug war, sodass man sich nicht einmal zu beschweren brauchte.
Der Rotschopf half seinem Schöpfer dabei seine Hose von den Hüften zu ziehen und ehe er sich versah, landete diese bereits achtlos auf dem Boden, was für ihn Zeichen genug war um den schlanken Leib herumzuwirbeln, ihn auf den Platz drückend, auf dem er selbst soeben gelegen hatte. Ein breites Grinsen zierte sich auf dem Gesicht es Jüngeren, entblößte seine blankweißen Zähne, mit denen er anschließend sanft über den schlanken Hals seines Freundes fuhr, anschließend erneut seine Lippen suchend, spielerisch an seiner Unterlippe ziehend, nebenbei mit den Fingern sein Glied ertastend, es erst langsam, dann etwas schneller massierend, so lange, bis er hart genug war. „Mal sehen wie gut du jetzt im Bett bist.“; hauchte die Stimme des Größeren ihm entgegen, fuhr mit der Zunge über die blassen Lippen, während sich die Hände in den Oberschenkeln des Dunkelhaarigen vergruben, sie ein wenig auseinanderdrückend, ehe er ihn leicht anhob, ohne Vorwarnung ganz in ihn eindringend.
Es konnte wirklich daran liegen, dass sie tagelang enthaltsam lebten mussten, oder im Rausch des Blutes standen oder vielleicht auch daran, dass sie es diesmal ohne Kondom machten, aber vielleicht war es auch einfach all dies auf einmal, was ihm bereits bei den ersten Bewegungen schier den Verstand raubte, sodass er ein dunkles Stöhnen nicht länger hinauszögern konnte, sich noch enger gegen den anderen Körper pressend.
Seine Nägel vergruben sich im kalten Fleisch des Kleineren, während seine Lippen jeden Zentimeter ertasteten, hin und wieder etwas härter die scharfen Zähne in die Haut bohrend, einige Tropfen des anderen Blutes auf seiner Zunge spürten, was ihn nur noch heftiger seine Hüften bewegen ließ, immer wieder Lawrence einen stürmischen Kuss auf die Lippen drückend, seine Zunge zwischen den Zähnen vorbeischiebend. Auch wenn Gary seine Gewohnheit zu atmen nicht ganz ablegen konnte, so war es in diesem Falle wahrlich ein positiver Nebeneffekt, dass sie die Luft nicht mehr brauchten, dass er Lawrence so lange küssen konnte wie er wollte, ohne, dass beide ersticken würden, und dennoch musste er unweigerlich vom jungen Mann ablassen, vergrub das Gesicht in seinem Nacken, während seine Stöße den Körper seines Schöpfers unter ihm zum Beben brachte. Für einen kurzen Moment vernahmen seine Ohren ein lautes Krachen, doch die Ekstase und die Lust in seinem Inneren raubten ihm jedes Gefühl, der Rotschopf bekam nichts mehr um sich herum mit, alles wirkte so weit weg, so, als ob es gar nichts mit ihnen zu tun hatte, lediglich die Laute des Anwalts vermochte er zu hören, die ihn dazu animierten noch heftiger sein Becken gegen den schlanken Leib zu stoßen. Er hätte Gezeiten so weitermachen können, es wirkte so geiler als jeder Fick, den er jemals hatte, jedes noch so kleine Erlebnis zwischen den Beiden erschien in diesem Augenblick wie das große Nichts, nicht einmal annähernd so befriedigend wie jeder kleine Stoß, der ein lustvolles Stöhnen aus seiner Kehle entweichen ließ.

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Kauzi
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BeitragThema: Re: I want your blood   Di Feb 12, 2013 6:37 pm

Weshalb sie erst jetzt wieder auf die Sache zurückkamen, wegen der sie ursprünglich überhaupt angefangen hatten sich zu sehen, war Lawrence ebenfalls ein Rätsel. Doch jetzt, wo es endlich wieder so weit war, konnte es ihm gar nicht schnell genug gehen. Bis jetzt hatte er nichts positives an seinem Vampirleben finden können, nichts wirkliches, zumindestens, aber dass Garys Blut ihn so heiß machte, dass jeder Schluck sich anfühlte wie ein Orgasmus für sich, das machte alles auf einen Schlag sehr schmackhaft. Obwohl Garrets Körper eigentlich eiskalt war, fühlte der Anwalt die Hitze in ihm ansteigen, schmiegte sich noch enger an ihn heran. Er hatte Sorge gehabt, dass der Rotschopf ihn so oder so aus Wut heraus länger nicht an sich heranlassen würde, dass er ihm diese vier Tage der Resignation eine halbe Ewigkeit lang nachtragen würde, aber anscheinend konnte auch eher dem Einfluss des Vampirblutes nicht widerstehen. Lawrence stieß einen gespielt überraschten Laut aus, als er auf einmal herumgewirbelt wurde, tief in die weichen Laken gedrückt wurde. Seine Hände wanderten über Garys Rücken, krallten sich irgendwo zwischen seinen Schulter fest. Er sollte eigentlich ein wenig vorsichtiger sein, wer wusste schon, was seine scharfen Klauen am Rücken seines Freundes ausrichten konnten. Seine Lippen konnten kaum von der bleichen Haut des anderen ablassen, das fremde Blut hatte ihn so unglaublich geil gemacht, noch dazu die ganzen Tage in Enthaltsamkeit, die irgendwie kaum geplant waren. Es war einfach gut, dass es noch etwas vertrautes gab, und Lawrence hätte auch gar nicht gewusst, was er mit Gary in der ganzen freien Zeit hätte tun sollen außer vögeln, jetzt, da sie ihren alten Jobs wohl kaum noch nachgehen konnten. Stöhnend legte er den Kopf in den Nacken, als er die Hand des anderen an seinem Glied spürte, konnte es nicht vermeiden, dass er seine Nägel in das weiche Fleisch grub. Wenn er ihren Sex bis jetzt für ein wenig gewaltsam gehalten hatte, würde er bald sicher eines besseren belehrt werden. Er schloss die Augen für einen Moment, einfach die Berührungen des anderen genießend, seinen Körper enger an ihm reibend. Jedes Mal, wenn die kalten Lippen des Schotten über seine Haut fuhren, ging ein leichter Schauer durch seinen ganzen Körper, der seine Lippen nach ihm schnappen ließ, jeden Millimeter seines Körpers mit Küssen bedeckend. Immerhin war es quasi ein ganz neuer Körper, ein klein wenig makelloser, ein klein wenig lebendiger als zuvor, und er wollte dieses neue Erlebnis auskosten so gut er konnte.
Ein breites Grinsen huschte bei Garys Worten über sein Gesicht, ließen ihn übermütig nach seiner Unterlippe schnappend, die Zähne leicht in das weiche Fleisch bohrend. Jeder Tropfen dieses berauschenden Blutes war einfach unglaublich, und er wollte absolut nicht darauf verzichten.
„Ich hoffe mal, du bist besser geworden“, stieß er neckend aus. Aber bevor er noch irgendeine weitere gemeine Bemerkung äußern konnte, um den Schotten anzustacheln, hatte er sich schon seine Oberschenkel gekrallt und war ohne ein weiteres Wort in ihn eingedrungen. Der Dunkelhaarige stieß ein tiefes, langgezogenes Stöhnen aus, als Mensch hätten ihm die harten Bewegungen vermutlich mehr Schmerzen als Freude bereitet, aber in diesem Moment hätte es sich nicht geiler anfühlen können, jede Bewegung allein war beinahe ein kleiner Orgasmus für sich, sodass er sich gar nicht vorstellen wollte, wie das Ende ihres Ficks ausfallen würde, und ob es ihn nicht komplett den Verstand verlieren lassen würde. Krümmend legte er den Kopf in den Nacken, dunkle Striemen über den Rücken des Rotschopfes ziehend, bis seine Finger sich schließlich in den dicken Haaren verkrallten, seinen Kopf etwas weiter zu sich hinunterziehend. Die Laute, die seine Kehle verließen, waren beinahe animalisch, aber er konnte sie einfach nicht zurückhalten. Seine Lippen suchten immer wieder gierig nach denen des anderen, seine Zunge weit in seinen Rachen schiebend. Hin und wieder zuckte er zusammen, wenn sich die spitzen Eckzähne des Schottens in seine Haut gruben, aber die ganze Ekstase, die auf seinem Körper lag, ließ ihn den Schmerz innerhalb von Sekundenbruchteilen vergessen, und als Gary schließlich den Kopf an seinen Nacken lehnte, nutzte er die Chance, um selbst einige weiter Schlucke des roten Aphrodisiakums zu erhaschen. Es fiel ihm beinahe schwer, sich wieder von Garret loszureißen, ihre Körper schienen so eng verschlungen und so sehr in einander verkrallt, als wäre es ein einziger. Das Blut versetzte ihm einen unglaublichen Kraftschub, sodass er kurzerhand den kräftigeren Leib des anderen packte, ihn auf die Matratze warf, sodass er im nächsten Moment auf seiner Hüfte hockte. Er schenkte Gary einen triumphierenden Blick von oben herab, begann jedoch schnell wieder damit, seine Hüfte zu bewegen, während der Jüngere ebenfalls weiter zustieß. Mit einem dunklen Knurren lehnte Lawrence sich zu ihm hinunter, mit den Zähnen über seinen Oberkörper fahrend, sich in den Brustwarzen verbeißend. Dass sie das Bett mi ihren wilden Bewegungen tiefergelegt hatten, hatte er in seinem Rausch nicht einmal mitbekommen. Keuchend stieß er den Namen des Größeren aus, sich eng an ihn schmiegend als er merkte, wie er sich dem Höhepunkt näherte. Er konnte seinen Körper kaum noch zurückhalten, es war so ein völlig anderes Gefühl, Gary ohne ein störendes Kondom in sich zu spüren, seine Haut, seinen richtigen Schwanz und nicht irgendwelches Gummi. Der Kleinere war so überwältigt von dem Gefühl der Lust, dass er einfach nicht anders konnte als sich fest in der Schulter des anderen zu verbeißen, einfach nicht mehr loslassend, während ihn die letzten Bewegungen des Größeren durchschüttelten. Er hatte nicht einmal wirklich die Gelegenheit gehabt, irgendwelche neckenden Sprüche loszuwerden, wie sie es sonst beim Vögeln oft gemacht hatte. Er war einfach viel zu atemlos von diesem unglaublichen Sex, dass er noch gar nicht ganz glauben konnte, dass es in Zukunft immer so sein würde. Mit einem letzten dunklen Knurren verkrampften sich all seine Muskeln, er sackte auf dem muskulösen Körper zusammen, während er zum Orgasmus kam. Er wusste, dass ihm eigentlich nicht der Atem ausgehen konnte, doch trotzdem fühlte er sich ein wenig erschöpft. Vielleicht war es auch nur die Gewohnheit, dass er so außer Atem war, eine ganze Weile auf der Brust des anderen liegen bleibend.
„Das….war unglaublich“, keuchte er, sich ein wenig aufrichtend. Beim Anblick der ganzen Bisspuren fühlte er schon ein wenig das schlechte Gewissen, beugte sich zu Garret hinunter und fuhr mit den Lippen sacht über die Wunden. Das Blut, was dabei noch an seine Zunge gelangte, ließ ihn zum Glück nur ein warmes Gefühl in seiner Magengrube spüren. Er ließ seine Lippen weiter wandern zu der etwas lädierten Schulter, vorsichtig mit den Lippen darüber fahrend, sanft mit den Fingern über die Bisswunden streichend.
„Ich sollte nächstes Mal vorsichtiger mit dir sein, was?“, schnurrte er in einem etwas versöhnlichen Ton, während er ein Stück von Garret hinunterrutschte, seinen linken Unterschenkel zwischen seine Beine schiebend, weiterhin über seine Bisswunden fahrend, bevor er es wagte, den Blick kurz von Gary abzuwenden, auf das Bett schauend, das mittlerweile auf dem Boden aufzuliegen schien. Er stieß ein leichtes Räuspern aus, er wollte sich gar nicht vorstellen, wie viel Kraft hinter all dem stecken musste, wie viel heftiger ihr Sex gewesen sein musste als jemals zuvor in ihrem menschlichen Leben.
„Und wir sollten auch etwas vorsichtiger mit meinen Möbeln sein“, fügte er hinzu, einen leichten Rotstich im Gesicht hinzu, sich wieder zu Gary umdrehend. Er wusste nicht, woran es lag, dass er kaum von ihm ablassen konnte, immerhin war er sonst nicht so anhänglich, aber der Hunger und die Anstrengung machten sich nun doch ein wenig bemerkbar und er lehnte sich etwas näher an den kalten Körper, den Kopf an seine Brust schmiegend, ein lautes Gähnen ausstoßend.

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Mrs Lovett
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BeitragThema: Re: I want your blood   Mi Feb 13, 2013 9:57 pm

Sollte er den Sex in irgendeiner Form auch nur einen klitzekleinen Moment unterschätzt haben oder gar ihre Potenz, so bereute er es in diesem Moment jede noch so kleine Sekunde, denn jeder Zweifel war regelrecht eine Beleidung für diesen geilen Moment, den die beiden auskosteten, diese abertausende von Eindrücken, die sich im Kopf des Schotten abspielten, tausende von Farben regelrecht explodieren ließen während sein Körper sich immer enger gegen den anderen presste, sein Becken immer härter zustieß, ohne sich wirklich unter Kontrolle haben zu können. Verglichen zu seinem kleinen Ausbruch um das bisschen Menschenblut, war dieser Ausrutscher wirklich ein Nichts im Gegensatz zu dem regelrecht aggressiven Verhalten, das jedoch kaum bemerkt wurde, alles war eingehüllt in einer Decke aus Lust und der Gier nach dem Älteren, den er gar nicht mehr loslassen wollte, stattdessen seine Nägel noch tiefer in die blasse Haut grabend, während ein lustvolles Stöhnen seine Lippen verließ.
Sollte Lawrence immer noch unzufrieden mit ihrem Vampirdasein sein, so sollten die letzten Zweifel bereits wie fortgewischt sein, schließlich hatte absolut keiner von ihnen jemals so intensiv gevögelt, so, dass er glaubte das Bett unter ihnen würde bald einfach einkrachen, die Decke der Nachbarn unter ihnen würde dank ihnen einstürzen, während sie sich in dem Laken weiterhin wälzten und das ganze Haus mit ihrem Gestöhne weckten, was man wahrscheinlich mittlerweile sogar draußen auf der Straße hören konnte, doch Gary würde lügen, würde er behaupten, dass ihn der Gedanke nicht noch schärfer, als er ohnehin schon war, machte.
Der Jüngere war so in der eigenen Ekstase verwickelt, dass er kaum die fremden Zähne an seinem Hals bemerkte, noch weniger war sein Inneres darauf eingestellt gewesen plötzlich wieder auf dem Bett zu landen. Überrascht starrten die grünen Augen seinen Freund an, der ihn tatsächlich in kürzester Zeit mit einem ihm unbekannten Kräfteschub herumgewirbelt hatte und nun auf seinen Hüften hockte. Ein schiefes Grinsen bildete sich auf den blassen Lippen, während die Finger seine Hüften packten, provozierend weiter sein Unterleib bewegend, während der Tätowierte gierig den Mund seines Schöpfers suchte, seine Zunge an den Zähnen vorbeischiebend, mit der Zungenspitze die des Kleineren anstupsend.
Gary legte seinen Kopf in den Nacken, ließ den Anderen mit seinem Körper anstellen, was auch immer ihm in den Sinn kam, die Augen für einen Moment schließend, während das Becken noch heftiger zustieß, sodass er gar nicht mehr aufhören wollte und wieso sollte man es auch wollen- das alles war viel zu geil um sich jemals ein Ende zu wünschen, das Gefühl seinen Freund ohne Kondom vögeln zu können, ihn so hart ficken zu können, seine Nägel und Zähne so tief in sein Fleisch zu vergraben, ohne, dass man Angst vor den Konsequenzen haben sollte, denn was sollte schon groß passieren? Ihre Wunden heilten schnell, sie konnten sich nicht überanstrengen und sie konnten vor allem nicht krank werden und alleine dafür lohnte sich das unsterbliche Leben allemal.
Der Schotte spürte, wie jede Bewegung ihn immer schneller zum Höhepunkt trieb, schlang die Arme eng um den schmalen Körper des Dunkelhaarigen, ihn enger an sich zog, weitere blutende Striemen auf dem wunderbaren Rücken hinterlassend, der, besonders jetzt, wahrscheinlich einem Schlachtfeld glich, doch der Rotschopf konnte sich vorstellen, dass es seinem Körper in der Hinsicht nicht anders ging.
Seine Ohren vernahmen zwischen all dem Gestöhne seinen Namen, was ihm ein süffisantes Grinsen auf dem Gesicht einmeißelte, ihn dazu antrieb noch heftiger zuzustoßen, die letzten Male, bis er endlich zum Höhepunkt kam, seine Muskeln so heftig verkrampfend wie es noch nie in seinem Leben geschehen war, bekam regelrecht Angst er könnte den Älteren über ihn erdrücken, doch so schnell er sich verkrampft hatte, desto schneller entspannten sich seine Glieder wieder, lediglich ein Gefühl, das noch nie dagewesen war, bleib übrig, während die Augen keuchend die Braunen des Gegenübers suchten, ihn erschöpft anlächelnd. Auch wenn der Tätowierte ein Wort über die Lippen bringen wollte, so war es ihm in diesem Augenblick nicht möglich, er wusste nicht, was er sagen sollte, welche Worte wirklich treffend für diesen Fick war, für dieses atemberaubende und unverdünnt geile Erlebnis, das sie so noch nie erlebt hatten. Garret schnappte nach Luft, obwohl er diese nicht mehr gebraucht hatte, spürte, wie sein Brust sich im schnellen Rhythmus hob und sank, lediglich sein Herz schien sich an die Veränderung gewöhnt zu haben, denn, nun ja, es schlug schließlich nicht mehr, so konnte es auch nicht wild gegen seine Rippen pochen, was der Größere jedoch zugegebenermaßen ein wenig vermisste.
„Alter….“, murmelte der Schotte leise dem Kleineren entgegen, während seine Finger gedankenverloren behutsam über den Rücken des Anderen strichen, hin und wieder durchs dunkle Haar fahrend. Sie müssten blutverschmiert wie Hölle sein.
„Unglaublich ist eine Untertreibung, Law.“, erwiderte er nach einer Weile, ihm ein breites Grinsen schenkend. Sie sollten ein Wort dafür erfinden, irgendeins, was so treffend war, dass man nicht drumherum reden müsste…sie hätten wirklich viel eher mit der Sexgeschichte anfangen müssen, dann wären vielleicht vier lästige und stressige Tage ihnen erspart geblieben, doch Gary wollte nicht daran denken, das war das Letzte, womit er sich seine Laune trüben lassen wollte.
Der Schotte lehnte sich leicht zurück, genoss die Lippen seines Schöpfers auf der Haut, auf den kleinen Wundern, die er ihm bereitet hatte, jedoch waren sie nicht der Rede wert, nein, tatsächlich gefielen sie ihm irgendwie, sahen aus, als hätten sie einen Kampf hinter sich, nur dass der Kampf unglaublich geil war.
„Du sollst beim nächsten Mal ganz bestimmt nicht vorsichtiger sein, ich mag’s“, gab der Jüngere schulternzuckend, einen kurzen Blick auf den fremden Rücken erhaschend, der wohl auch nicht so viel besser aussah, sie waren also sozusagen Quitt, zumindest dieses eine Mal.
Die grünen Augen blickten dem schmalen Körper noch hinterher, als er von ihm wegrutschte, jedoch im nächsten Moment wieder die Arme um seine Taille schlingend, Lawrence näher an sich heranziehend. Trübsinnigkeit hin oder her, Gary war schnell wieder gutlaunig zu stimmen und er konnte ohnehin nie lange Wut auf jemanden schieben, vor allem nicht auf die Person, die ihm einen wirklich guten Orgasmus verschafft hatte, das wäre regelrecht barbarisch würde er ihn jetzt von der Bettkante schubsen oder seine Nähe nicht genießen wollen.
Der Sommersprossige stieß ein leises Seufzen aus, gefolgt von einem müden Gähnen, während seine Finger mit den dunklen Haarsträhnen seines Freundes herumspielten. Erst seine Worte ließen ihn aus den Gedanken aufschrecken, den Älteren verwirrt aus den grünen Augen heraus anblickend, ehe er einen kurzen Blick auf das Bett wagte, laut losprustend. „Also war das Krachen nicht nur eine dumme Einbildung? Alter, wir sind wirklich hardcore.“, seine Stimme klang belustigt, während er ein weiteres lautes Lachen ausstieß. Es war interessant zu sehen wozu sie fähig waren und er wollte gar nicht wissen, was passieren würde, würden sie wirklich sehr wütenden Sex haben, wenn sie noch eins drauflegen würden. Würden dann vielleicht tatsächlich die Wände einkrachen? Und könnten sie es mit ein bisschen mehr Kraftaufwand eventuell doch schaffen eine ganze Decke zum Einsturz zu bringen? Oh, am liebsten hätte der Kriminelle es jetzt noch ausprobiert, ihm gefiel diese Macht und dieses Können, diese neue Kraft, die in ihren Gliedern steckte und einen weiteren Pluspunkt für das Vampirdasein mit sich brachte.
„Solltest du also ohnehin neue Möbel haben wollen…jetzt haben wir die Möglichkeit die Alte unbrauchbar zu machen.“, sein Blick wanderte abermals zu Lawrence, ihn schief anlächelnd, mit den Lippen sanft über die Stirn fahrend, während seine Finger nebenbei nach achtlos beiseitegeschobenen Decke griffen, sie wenigstens bis zu den Hüften ziehend, denn auch wenn sie ganz sicher nicht hier erfrieren würden in ihrem nackten Zustand, so mochte der Jüngere es dennoch nicht, keine Decke zu haben, es war seltsam und ganz sicher nicht kuschelig.
Müde schloss der Schotte für einen Moment seine Augen, den muskulösen Körper noch enger an seinen Schöpfer schmiegend, das Gesicht in seinem Haar verbergend, ohne wirklich sich darum kümmern zu wollen, dass er gerade sich zu sehr auf irgendwelche belanglosen Zärtlichkeiten einließ, es war ihm eigentlich sogar egal, Gary war müde und es war angenehm den anderen Körper nah bei sich zu haben, auch wenn er so etwas sicher nicht zugeben würde und es auch nicht nach seinem Geschmack war, doch die Müdigkeit blendete alle Prinzipien aus und es war auch, zu ihrer Verteidigung, eine sehr anstrengende Nacht mit viel zu vielen Ereignissen, die erst verarbeitet werden mussten, in einer Welle aus traumlosen Schlaf.
Schade eigentlich, Garret konnte seit seiner Veränderung nicht ausmachen, ob sie träumen konnten oder ob es ihnen nun genommen wurde, auch wenn es wahrscheinlich nicht einmal wirklich Sinn machte, denn wieso sollten nur Menschen träumen?! Dämonen sollten das gleiche Recht darauf haben können, doch auf der anderen Seite konnte der Schotte nicht leugnen, dass sein Schlaf gut war, vielleicht sogar besser als je zuvor, doch diesmal schien jemand oder etwas diesen inneren Frieden stören zu wollen. Es erschien so fern und doch war das Geräusch von klopfenden Fäusten und drückenden, penetranten Klingeln so nah, dass man glauben könnte, man wäre selbst derjenige, der diese Folter an anderen Individuen ausübte, doch nein, diesmal war der Rotschopf und sein älterer Anwalt die wahren Opfer, wurden mitten am Tag in ihrem Schlaf geweckt, von irgendwelchen murmelnden versnobten Menschen, sie mussten versnobt sein, sonst lebte ihr keine andere Gesellschaftsschicht.
Grimmig zog der junge Mann seine Augenbrauen zusammen, verzog das Gesicht zu einer unzufriedenen Grimasse, während er nur langsam die Augen aufschlug, verärgert vor sich hingrummelnd. „Diese dummen Menschen werden immer dreister.“, murmelte der Größere müde, sich langsam aus dem Bett qäulend, im Halbschlaf seine Boxershorts vom Boden aufsammelnd, sie über die Hüften streifend, mit den nackten Füßen aus dem Schlafzimmer tapsend, langsam den Flur entlangschlendernd. Müde rieb der Schotte sich die Augen, blickte auf die immer klarer werdende Haustür, ehe ein wütendes Knurren seine Kehle verließ, als die Ohren ein weiteres Klingeln vernahmen. „Schonmal was von Totenruhe gehört, Herrgott!“; grummelte der Tätowierte verärgert vor sich hin, die Tür aufreißend. Seine Augen musterten die teils verstört, angewidert und irgendwo auch peinlich berührten Gesichter einer Hand voll Menschen an. „Macht ihr gerade Bewohnerversammlung oder was?“, murmelte der junge Mann, die Arme vor der Brust verschränkend, ihren Blicken folgend, die immer geschockter wirkten, je mehr sie vom blassen Körper des Besuchers des eigentlichen Bewohners begutachten durften. Achja, da waren Bisswunden und Kratzer und wahrscheinlich viel eingetrocknetes Blut und…er war offenbar nicht so angezogen, wie sie es erwartet hätte, tatsächlich stand er regelrecht nackt vor den ungebetenen Gästen. „Ich würde euch ja bitten reinzukommen oder so, aber das ist nicht meine Wohnung und…wer auch immer ihr…hübschen Menschen seid.“, abschätzig musterten die grünen Äuglein die fremden Persönlichkeiten, ehe er seinen Kopf zur Seite neigte, eine weite Wunde präsentierend, wenn auch unauffällig. „Laaaaaaw, deine Nachbarn wollen uns Kekse verkaufen!“, rief er quer über den Flur, über seine eigene Bemerkung grinsend, sich gegen den Türrahmen lehnend, seine Nägel betrachtend. Sie sollten gleich duschen gehen, die eingetrockneten Blutreste entfernen oder…schlafen, ganz viele Stunden mit Schlaf verbringend.
„Aber kein Scheiß jetzt, was wollt ihr? Es ist doch viel zu…wie spät haben wir eigentlich?“, Gary legte den Kopf schief, die Gestalten fragend anblickend, die jedoch offenbar ihre Zungen verschluckt zu haben schienen.
Nun gut, man durfte nicht mit Fremden sprechen aber er war ein guter Fremder, ein schöner Fremder, einer, der die Worte von anderen verdient hatte! Zumindest mehr als dieses Pack, das nun sein Augenmerk auf den anderen jungen Mann legte, so, als ob er viel wichtigere Dinge zu sagen hätte.

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BeitragThema: Re: I want your blood   Do Feb 14, 2013 9:08 pm

Lawrence war erleichtert, dass Garret der Nähe nicht auswich, sondern ihn noch ein wenig näher an sich heranzog. Also war er nicht mehr so sauer, also hatte er ihm verziehen, und auch, wenn der Anwalt sonst ganz sicher nicht der Typ war, der mit irgendwem…..“kuschelte“, dann konnte er nicht verneinen, dass er die Nähe gerade genoss, dass er so einschlafen wollte, synchron mit dem Rotschopf ein Gähnen ausstoßend. Der Tag war lang, und er hatte sowieso schon lange kein Auge mehr zugetan. Es war eigentlich ganz schön, dass sie noch schlafen mussten, Lawrence schlief gerne, und es gab ihm immerhin das Gefühl, dass er noch ein richtiges Lebewesen war mit Bedürfnissen außer Blut saugen und morden. Sein Schlaf war traumlos und er wusste nicht, ob das immer so sein würde, oder ob heute nur einer dieser Tage war, an denen sein Kopf leer war. Es wäre schon ein wenig langweilig nicht zu träumen, und immerhin hatte er doch nach wie vor Dinge, die sein Kopf verarbeiten musste, oder nicht? Aber jetzt war nicht die Zeit, um sich darüber Gedanken zu machen, er war müde und erschöpft, und wenn er schon nicht nach draußen gehen konnte, um etwas zu essen, dann konnte er wenigstens die Augen schließen und so etwas Kraft zurückgewinnen. Wenigstens drehte er sich nicht besonders viel, er blieb nah an Garys Leib geschmiegt, ein Stück an seinem Körper hinunterrutschend, sodass sein Kopf beinahe auf seinem Bauch lag, die Arme um seine Taille schlingend. Obwohl ihre Körper beide kalt wie Stein sein mussten und noch dazu übersät mit Kratzern und Bissspuren war alles, was er im Schlaf vom Leib des anderen spürte eine angenehme Wärme, die ihn tief und fest schlafen ließ. Er verspürte nicht einmal eine gewisse Unruhe, weil einzig ein paar schwere Vorhänge sie von der tödlichen Sonne trennten. Das erste Mal, seit sie beide verwandelt worden waren, fühlte der Ältere eine gewisse Ruhe und Zufriedenheit, und es gefiel ihm überhaupt nicht, dass diese auf einmal gestört werden sollte. Die Geräusche der Klingel, lautes Klopfen, das Gemurmel von ihm bekannten Stimmen, all das gefiel ihm nicht. Er wollte seine Ruhe er wollte tief und fest schlafen, aber die Geräusche, die seine hochempfindlichen Ohren wahrnahmen, ließen ihn einfach nicht. Er klammerte sich noch ein wenig fester an Garys Taille, ein dunkles Knurren ausstoßend.
„Bleib doch einfach liegen“, murmelte er, noch im Halbschlaf, doch Gary schien so angepisst von dem Lärm zu sein und ihm ein Ende setzen zu wollen. Dass die Wärme des Körpers auf einmal weg war und seine Arme ins Leere griffen war kein angenehmes Gefühl, und er rollte sich mit einem unzufriedenen Knurren noch ein wenig enger in die Decke ein. Er konnte hören, wie Gary Richtung Tür ging und sie öffnete, von den Geräuschen her hatte er schon auf eine Zahl von circa fünf Leuten schließen können. Er wollte sie nicht sehen, und er hoffte einfach, dass der Schotte ihnen die Tür vor der Nase zuschlagen würde und sie weiterschlafen können. Immerhin war es, als wenn man sie mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen hätte, da mussten sich seine penetrant nervigen Nachbarn nicht wundern, wenn sie nicht besonders herzlich empfangen wurden. Laws Hoffnung, dass Garret sie einfach wegschicken würde, schmolz allerdings dahin, mit seinem männlichen Besuch schienen seine Nachbarn überhaupt nicht reden zu wollen, und spätestens, als der Schotte nach ihm rief, war ihm klar, dass er sich nicht aus der Schlinge ziehen konnte. Er stieß ein genervtes Zischen aus, sich langsam aus der Decke befreiend. Seine Finger suchten beinahe blind nach etwas zum anziehen, fischten irgendwo neben dem Bett seine Shorts hervor und ein Shirt, von dem er schnell merkte, dass es nicht sein eigenes war, aber er war schon halb an der Tür, und im Endeffekt erfüllte auch Garys Shirt den selben Zweck. Auch, wenn der Stoff etwas weit um seinen Oberkörper lag. Vielleicht sollte er auch etwas mehr trainieren, jetzt hatte er immerhin alle Zeit der Welt.
Der Kleinere blieb direkt neben Garret stehen, seine Nachbarn musternd, von denen er die meisten nur ein paar Mal auf dem Hausflur gesprochen hatte. Sie kamen alle aus der gleichen Schicht wie er, um die Dreißig, gut verdienend.
„Mr. Witthaker, ich hatte Sie für einen vernünftigen Menschen gehalten.“
Ein blondhaariger Mann trat vor, er wohnte in der Wohnung gegenüber und war irgendein Geschäftsmann. Er konnte sehen, dass er ihre Verletzungen mit einem abschätzigen Gesichtsausdruck musterte, generell machten alle einen so abweisenden Eindruck, dass es Lawrence am meisten ärgerte, dass sie ihn als einen der ihren betrachteten.
„Halten Sie es für angebracht, in den frühen Morgenstunden solchen Krach zu veranstalten durch….solche Aktivitäten?“, fragte der selbsternannte Anführer der Gruppe. Die letzten Worte spuckte er beinahe aus. Die Art und Weise, wie er die Arme verschränkte und die Augenbrauen skeptisch hoch machten Lawrence beinahe rasend, sodass sich seine Augenbrauen ein wenig mehr zusammenzogen. Wenn diese Idioten wüssten, dass sie quasi gerade an die Tür zweier Monster geklopft hätten….Aber sie begannen nur weiter auf sie einzureden, ihnen irgendwelche Ruheregeln aufzählend, an die sie sich zu halten hatten, und Lawrence knirschte mit den Zähnen. Er hatte keine Lust, sich mit ihren langweiligen Worten aufzuhalten, sein Blick klebte an ihren Kehlen, er konnte sehen, wie das Blut pulsierte, er konnte ihre Herzen schlagen hören. Jetzt, da man ihn aus seinem erholsamen Schlaf gerissen hatte, stieg sein Hunger wieder an, und ein Blick auf die Uhr sagte ihm, dass es noch Stunden dauern würde, bis es dunkel werden würde und sie jagen konnte. Es ärgerte ihn einfach, dass diese Nichtsnutze so mit ihm redeten ohne zu wissen, welche Macht sie beide hatten, dass sie ihnen ohne weiteres den Hals umdrehen konnten. Lawrence wusste nicht genau, was genau in seinem Hinterkopf aussetzte, aber er wollte sie, er wollte jeden einzelnen von ihnen. Es war ihm in diesem Moment sogar egal, dass er sie würde töten müssen, damit sie ihn nicht verrieten, er wollte einfach diese Überheblichkeit verschwinden sehen, er wollte sich so satt essen wie er bis jetzt noch nie gedurft hatte. Sein Blick wanderte etwas unsicher zu Garret, er wusste nicht, ob er ihn lassen würde, oder ob er ihm gleich einen Dämpfer verpassen würde, oder ob er dankbar mit einsteigen würde, aber Lawrence würde jetzt einfach alles auf eine Karte setzen. Er schob sich leicht an dem Körpers des Schottens im Türrahmen vorbei, beruhigend die Arme hebend. Es war so einfach, sie waren genauso folgsam wie die beiden Opfer, die er bis jetzt auf der Straße getroffen hatte, folgten sofort jeder seiner Bewegungen.
„Es tut mir wirklich leid, dass wir euch solche Unannehmlichkeiten bereitet haben. Wollt ihr….Wollt ihr kurz reinkommen und wir reden darüber?“, fragte er mit einer sanften Stimme, ein Lächeln aufsetzend, dass die spitzen seiner Eckzähne entblößte. Aber in der Anwesenheit von zwei Vampiren schien selbst solch eine große, aufgebrachte Masse nicht widersetzen zu können. Brav wie Schafe trotteten sie in sein Wohnzimmer, sich im Kreis auf die Couchmöbel setzend. Die heruntergelassenen Rolladen schienen sie nicht einmal mehr zu stören. Lawrence blieb ein Stück zurück, sich mit einem triumphierenden Grinsen zu dem Rotschopf umdrehend.
„Ich sorge jetzt für ein ausgiebiges Abendessen“, wisperte er ihm leise entgegen, zu dem Blonden „Anführer“ der Gruppe hinüberschleichend, sich nah neben ihm auf das Sofa hockend.
„Seien wir ehrlich, dich hat das doch gar nicht gestört“, schnurrte er leise, sich ein wenig zu ihm hinüberlehnend, mit der linken Hand über seinen Oberschenkel fahrend. Er konnte das Pochen seines Herzens so laut hören, dass er kaum widerstehen konnte, ihm näher zu kommen. Er schielte zu Garret hinüber, der an ihn herangetreten war, sein Handgelenk greifend und ihn zu sich heranziehend, ihm ein Grinsen schenkend.
„Wir werden so satt werden“, schnurrte er leise, ihm grinsend die Eckzähne zeigend, bevor er ruckartig zu seinem Opfer herumfuhr und die Zähne in seinem Hals versenkte. Das Blut, das in seinen Mund sprudelte, schmeckte so unglaublich gut , mit der freien Hand zog er eine der Frauen, die neben ihm auf dem Sofa saß, zu sich her, sie auf seinen Schoß setzend, ihr ebenfalls die Zähne in den Hals grabend, sodass er von beiden schwächer werdenden Leibern gleichzeitig trinken konnte. Er wusste, dass das falsch war, aber je mehr er trank, desto weniger machte es ihm aus.

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BeitragThema: Re: I want your blood   Fr Feb 15, 2013 10:04 pm

Ein theatralisches, genervtes Seufzen entwich seiner Kehle, wie unhöflich sie alle doch waren und es gab tatsächlich eine Zeit, wo er selbst zu diesen dämlichen Menschen gehörte? Naja, offen gesagt hatte er noch nie ihnen angehört, sie waren ein völlig anderer Typ, einer, den er eigentlich auch nicht verspeisen wollen würde, doch in Anbetracht seiner Verärgerung darüber, dass sie ihn soeben behandelten wie Dreck, nur, weil er des Bewohners großer Lover mit den vielen Narben und Tätowierungen war, hieß es nicht, dass man ihn so herabstufen sollte.
Mit hochgezogenen Augenbrauen lauschten seine Ohren jedem gesprochenen Wort, seinen Kopf kurz zum Älteren schweifend, ihm ein leises Lachen schenkend. „Ja, Mir. Withtaker, wo ist nur Ihre Vernunft hin, ihr Anstand? Sie sind so unglaublich ungezogen.“, warf er mit einem Hauch an Sarkasmus entgegen, erntete dabei genügend todbringende Blicke, die ihn jedoch nicht ansatzweise interessierten. Was sollten sie auch schon groß anstellen- ihn aus der Wohnung, die nicht ihnen gehörte, rausschmeißen, eine Regel aufstellen, die besagte, dass so etwas, wie der Rotschopf, nicht mehr dieses Gebäude betreten durften? Ruhestörung? Gary hatte seine Hausaufgaben gemacht, ihren Krach haben sie wohl zu einer noch sehr humanen Zeit veranstaltet, nicht mitten in der Nacht, wo tatsächlich alle Leute noch schliefen, doch es wäre schön gewesen zu sehen, welche Maßnahmen sie sich wirklich überlegt hatten und nun den beiden aufbrummen wollten. Sollte es ihm nicht passen, konnte er sie immer noch umbringen, für ihn war das kein großes Problem und ehrlich gesagt hätte der Schotte sie im diesem Moment am liebsten um die Ecke gebracht, das hier glich doch einem Pizzalieferservice, der das Essen direkt nach Hause brachte, ohne, dass man erst danach suchen musste, ach, es war so viel einfacher, wenn man sich nicht um das Leben anderer kümmerte- sie waren tote Männer, verdammt nochmal, sie hatten keine Seele mehr, die geschwärzt werden könnte und kein Knast, der sie festhalten konnte. Welches Gericht würde schon Leichen verurteilen?
Abermals wanderten die grünen Augen zu den fünf Gestalten, abermals leise lachend. „Lawrence, wirklich, höre auf deine Nachbarn, solche Aktivitäten sind böse, man darf keinen Spaß am Vögeln haben, nicht wahr?!“, sein Blick wanderte zu einer Frau in der Runde, sicherlich nicht mehr die Jüngste, aber auch nicht menopausal, und ihrem kurzen Erröten und schnellen zur Seite schauen zu Folge war sie eine unglaublich prüde Persönlichkeit, welch ein Wunder. Eigentlich gefiel es dem Jüngeren viel zu sehr diese Individuen so wütend zu machen, dass ihre Köpfe platzten, am liebsten hätte er ihm langsam und so detailreich wie möglich von ihrem Fick berichtet, so, dass sie glaubten, sie wären glatt dabei gewesen, er wollte die Röte in ihren Gesichtern ankurbeln, den Leader der kleinen Nachbarschaft in Verlegenheit bringen, seine schwulen Seiten offenbaren, ganz gleich, was sein guter Freund davon hielt, doch offenbar schien er das alles weniger amüsant und wohl eher als unglaublich ätzend zu empfinden, gut für den Kriminellen, so konnte er ihm hinterher sein Fehlverhalten nicht vorwerfen. Er beobachtete ihn aus dem Augenwinkel heraus, warf ihm einen verärgerten Blick zu, als Lawrence ihn einfach so zur Seite schob, dabei seinen Worten lauschend. Hm, der gute Anwalt schien wohl auch mitbekommen zu haben, wie unglaublich praktisch diese Blutschleudern vor der Türe waren, dass es ihnen sogar möglich war eine Zwischenmahlzeit einzulegen, obwohl ihre Jagdzeit noch nicht gekommen war.
Ja, das Leben hatte auch ein paar gute Seiten mit sich! Gary trat einen Schritt zurück, wartete darauf, dass die Bewohner die große Wohnung betraten, anschließend ins Wohnzimmer dackelten. Es hätte wohl wirklich nicht einfacher sein können, der Schotte fragte sich, ob sie wirklich nur so viel Glück hatten und jeder dieser Menschen eine geringe Willenskraft hatten oder ob es ihnen jedes Mal so leicht fallen würde, sodass ihnen gar nichts Schlimmes hätte passieren können! Aber dies würden sich sicher bald herausfinden, obwohl es eigentlich egal war, solange man sich sattessen konnte und im Prinzip war dies auch das Wichtigste im Leben eines Blutsaugers. Gary wusste nicht, ob es gesund war so viele Bürger auf einmal auslöschen zu müssen und er war sich ziemlich sicher, dass sie wohlmöglich keinen von ihnen am Leben lassen werden, es wäre zu auffällig…für Law, auch wenn dieser gerade deswegen sich vier Tage lang wie ein weinerliches Mädchen benommen hatte, doch der Größere würde es seinem Anwalt jetzt nicht vorwerfen, vielleicht danach, nachdem sie genug des roten Saftes im Inneren hatten. Mit nachdenklichem Blick schaute der junge Mann sich um, blickte in jedes benebelte Gesicht, das mit verzauberten Augen zum Dunkelhaarigen starrte, der mit einem seiner Opfer beschäftigt war. Garret wusste nicht genau, wie er das alles beurteilen sollte, er hatte noch nie so viele Sterbliche auf einmal um sich herum gehabt, nicht in seiner jetzigen Form, sein Gewissen versuchte ihn zu warnen, wollte, dass er den Kleineren einfach schnappte und die Bürger wieder vor die Tür setzte, um ein Unglück zu verhindern, doch dieses Gewissen wurde verschlungen, verschlungen von der größer werdenden Unmenschlichkeit, die das Herz des Rotschopfes eingenommen hatte, das Desinteresse und die Gier nach frischen Blut in seinem Kopf vorantrieb, so, als ob nur die primitiven Triebe eine Rolle spielten, als wäre ein Menschenleben nichts wert, eines von vielen hier in London, es würde sie ohnehin niemand vermissen und irgendwann musste jeder einmal sterben.
Schulternzuckend trat er einige Schritte an seinen Freund heran, ihm ein schiefes Lächeln schenkend, stumm seine Worte abnickend, ehe er sich herumdrehte, sich einen Typen im Anzug schnappend. Vielleicht war er gerade von der Arbeit zurückgekehrt, vielleicht durfte er heute etwas früher sein Büro verlassen und nahm die restliche Arbeit mit nach Hause und dann, oh, dann klingelte die Tür und der Blonde Typ, den gerade Lawrence bearbeitete, forderte ihn auf, mit einigen weiteren Nachbarn im Rücken, diesem ungezogenen Bewohner der Wohnung im dritten Stock einen Besucht abzustatten, wegen dieser einen Sache. Und da erinnerte er sich wieder- er hatte sich wegen ihnen beim Rasieren morgens geschnitten, erschrocken darüber, dass solch ein plötzlicher Lärm das ganze Gebäude zu erfüllen schien, eines, was sie noch nie in den vielen Jahren hier erlebt hatten. Seine Frau war empört, die Kinder waren empört, da war er sich ziemlich sicher, auch wenn es ihnen ziemlich egal zu sein schienen, doch er wusste, dass sie im Inneren verstört darüber waren. Ja, da musste etwas getan werden! Hätte er doch lieber auf seine gleichgültigen Kinder gehört, dann würde er ihnen heute Abend noch eine Standpauke halten können. Seine schlanken Finger zogen an seiner Krawatte, er war einen Kopf größer als der Tätowierte selbst und ein breites, charmantes Lächeln, inniger Augenkontakt und puff!- schien er wie verzaubert von dem halbnackten Vampir zu sein. Der Schotte schubste den schlanken Körper auf den Sessel, sich rittlings auf ihn setzend, während seine Hände seinen Kopf sanft zur Seite drehten, ohne weitere Worte und Überlegungen seine Zähne in den Hals rammend. Das warme Blut floss in Strömen, füllte seinen Mund mit dem süßen Saft, nach dem er sich so sehr gesehnt hatte, der ihn innerhalb weniger Sekunden wieder so stark machten, so, als wäre er unbesiegbarer und mächtiger als je zuvor. Seine Nägel vergruben sich im weichen, zarten Fleisch, er zog den Mann noch enger an sich, saugte sich regelrecht in der Wunde fest, so lange, während die Ohren des Jüngeren dem langsamer werdenden Herzschlag lauschten, bereits abstimmend, wann es zum Stillstand kommen würde, kurz vor seinem eigentlichem Tod die Lippen vom leblosen Körper ablassend. Seine Zunge leckte sich spielerisch die Blutreste ab, während die leuchtend grünen Augen den Fremden dabei beobachteten, wie er seinen letzten Atemzug machte, anschließend zu einer Leiche wurde, eine, die nicht so einfach das Leben wiedererlangen konnte. „Hmm, schade, Mister, dass das so schnell mit Ihnen vorbei war.“, murmelte er ihm in sein Ohr, gefolgt von einem breiten Grinsen, ehe er sich schnell vom leblosen Körper loslöste, die Hände in die Hüften stemmend, sich im Raum umschauend. Er wollte keine Zeit verschwenden und unnötig viel spielen, schlenderte zu der Frau, die vor wenigen Minuten noch peinlich berührt über seine Kommentare war, mit den Fingern unter ihr Kinn fahrend, sie langsam dazu auffordernd sich aus ihrem Platz zu erheben, ehe schnell seine Zähne in das Fleisch rammte, mit jedem Schluck, mit jedem neuen Schwall an der roten Flüssigkeit, der ihm entgegensprudelte, bemerktend, wie schlaff sie in seinen Armen wurde, wie sie ein leises Seufzen ausstieß, das ihm sogar irgendwie gefiel, ehe der Tod auch sie einholte und der schlaffe Leib achtlos zu Boden fallen gelassen wurde. Sein Blick wanderte zu Lawrence, welcher ebenfalls bald fertig zu sein schien, ihm ein beinahe wildes Grinsen schenkend, während der Schotte zur letzten Person herantrat. Hunger hatte der junge Mann wohl keinen mehr, doch der Blutrausch und sein Appetit waren dafür sehr ausgeprägt, sodass er auf die letzte Mahlzeit ganz sicher nicht verzichten wollte und nichts schien an diesem Verlangen falsch zu sein, nichts schien ihn alarmieren zu wollen, dass er soeben zwei weitere Lebewesen zu seinen bereits vier gemordeten Menschen zählen durfte, dass er gerade so etwas wie ein Serienkiller war, der nur seine eigenen Gelüste und vor allem seinen Durst stillen wollte, für Garret war es keine große Sache und irgendwo genoss er es auch die Leben der einzelnen Sterblichen in der Hand haben zu können, so wie das letzte, das nun auf der Couch saß, nicht einmal bemerkt hatte, dass alle anderen um sie herum tot waren.
Der Größere schubste achtlos den toten blonden Mann weg, zu Lawrence hinüberschielend, dem er sogleich einen innigen Kuss auf die Lippen presste, dabei etwas Blut von seinen Mundwinkeln leckend. „Wir sollten den hier gerecht aufteilen…“, schnurrte seine Stimme leise, sich neben dem letzten lebendigen Wesen setzend. Seine wieder warm gewordenen Finger strichen sanft über den Arm des Nachbarn, zogen ihn etwas näher an sich, anschließend sein Handgelenk öffnend. Die grünen Augen beobachteten, wie das Blut langsam die Haut hinunterlief, klitzekleine, flüssige Rubine, die sich in seinen Pupillen widerspiegelten, sie sich rasch erweiterten, beinahe die ganze Iris einnahmen. Er war gierig keine Frage, doch diesmal war es mehr die Lust an seinem Essen, als der eigentliche Hunger, die ihn so geduldig und langsam handeln ließ. Langsam strich die Zunge über die Wunde, nahm einiges an dem Blut auf, ehe diese zwischen den Zähnen seines Freundes wanderte, erst von seinen Lippen ablassend, als das flüssige Rauschmittel ganz im Mund des anderen verschwand, ihn angrinsend.
„So gut diese Snobs auch schmecken…du bist leckerer.“, wisperte seine Stimme leise dem Älteren entgegen, ehe er sich von ihm abwandte, anschließend den Mund auf die blutendende Wunde pressend, langsam saugend, sich von dem Zeug bereichern lassend, anschließend Lawrence den Rest überlassend. Zufrieden lehnte der Schotte sich in der Couch zurück, schloss für einen kurzen Augenblick die Augen, spürend, wie das Blut durch seine Venen schoss, seinen toten Körper wiederbelebte, ihm neue Kraft schenkte und wärmte. Es gab kein besseres Gefühl, abgesehen vom Sex natürlich.

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BeitragThema: Re: I want your blood   Sa Feb 16, 2013 9:06 pm

Was für ein Glück, dass Garret seiner Meinung war, dass er eben so viel Spaß an diesem furchtbar einfachen, üppigen Abendessen hatte. Lawrence verspürte nicht mal das Bedürfnis, sich mit ihm um die Opfer zu streiten, es waren so viele hier, dass sie sich wirklich zur Abwechslung einmal alles teilen konnten. Solange der Rotschopf seinen beiden Errungenschaften nicht an die Kehle wollte, war alles in Ordnung. Seine Zähne gruben sich noch fester im Hals der jungen Frau fest, sie wurde schlaff in seinen Armen, in ihrem zierlichen Körper steckte in der Tat nicht viel Blut. Jeder Tropfen, der über seine Zunge rann machte ihn ein wenig stärker, brachte etwas Leben zurück in seine Knochen und füllte ihn mit Wärme. Schnell wich der letzte Atemzug aus ihrer Brust, Lawrence wollte es genießen, dabei an ihrer Kehle kleben. E fühlte sich nicht einmal schlecht, dass er ein Leben genommen hatte, es fühlte sich viel bestärkender an, als nur die Hälfte zu trinken und dann mit beinahe leerem Magen von dannen ziehen zu müssen. Achtlos schubste er den Leichnam von seinem Schoß auf den Boden, sich wieder dem anderen Kerl zuwendend, der noch neben ihm auf der Couch saß. Kurz wanderte sein Blick zu dem Jüngeren hinüber, der ebenfalls am Hals irgendeiner Frau klebte, ein breites Grinsen auf seinen Lippen. Es war irgendwie heiß, den Schotten trinken zu sehen. Nur widerwillig riss er seinen Blick los, seine Eckzähne in der Wunde vergrabend, die er schon gerissen hatte. Es ärgerte ihn, dass bereits Blut aus seinem Hals geflossen war, das jetzt verschwendet auf seiner Haut getrocknet war. Er sollte wohl in Zukunft doch ein Opfer nach dem anderen aussaugen. Bei dem Kerl wartete er nicht einmal darauf, dass ihm das Blut entgegensprudelte, er saugte heftig an der Wunde, sodass auch sein zweites Opfer innerhalb kürzester Zeit tot war. Vielleicht bildete Lawrence sich das nur ein, aber der letzte Schluck schien sogar de schmackhafteste zu sein, er brachte noch einmal einen wahren Energieschub in seine Knochen und der Dunkelhaarige leckte sich gierig über die Lippen, sich bereits dem letzten Opfer zuwendend, das noch übrig war. Der Bann der beiden Blutsauger schien unglaublich stark zu sein, dass er nicht das Bedürfnis hatte zu schreien und wegzurennen. Nein, stattdessen blickte er seinem unausweichlichen Tod mit einem stumpfen Ausdruck ins Gesicht. Lawrence wusste nicht woran es lag, aber es weckte den Jagdtrieb in ihm. Wohlmöglich lag das auch an der näherrückenden Dämmerung. Je näher sie der Nacht kamen, desto aktiver fühlte er sich. Obwohl er keinen wirklichen Hunger mehr hatte, sondern höchstens noch Appetit, wollte er nachts wieder auf die Jagd gehen, mehr Opfer finden, damit er diese unglaubliche Zufriedenheit in seinem Inneren weiter spüren konnte.
„Das ist ja beinahe wie ein romantisches Diner“, schnurrte er begierig, den Kuss des Schotten nur zu gerne erwidernd. Er biss leicht in seine Unterlippe, wollte am liebsten gar nicht mehr von ihm ablassen, aber sein Hunger auf das letzte Opfer war doch ein wenig größer. Er ließ sich auf der anderen Seite des Mannes aufs Sofa fallen, jede einzelne von Garys Bewegungen aufs genauste beobachtend. Sein Blutdurst wuchs mit jeder Bewegung, seine dunklen Augen waren wie an dem geöffneten Handgelenk festgenagelt. Das Blut, das aus der Wunde lief, sah so köstlich aus, dass der Ältere beinahe jegliche Zurückhaltung vergessen hätte und sich auf ihn gestürzt hätte, aber er wollte keinen neuen Streit mit dem Größeren provozieren. So konnte er zu mindestens die Hälfte des Blutes haben, in einem Kampf mit Gar würde er verlieren und gar nichts bekommen. Der Anblick des Rotschopfes allein machte ihn schon wieder furchtbar geil, dass er ihn am liebsten direkt auf der Couch gefickt hätte, aber wenigstens sollten sie zuvor ihre Mahlzeit beenden. Lawrence wollte sogar geduldig warten, bis Gary ihm diesen Blutbeutel überließ, aber anscheinend hatte er andere Pläne. Nur allzu gerne lehnte er sich zu ihm hinüber, seine Lippen gleichzeitig mit dem Blut schmeckend und ein dunkles, wohliges Schnurren ausstoßend.
„Natürlich bin ich das! Aber du bist auch nicht schlecht“, grinste er breit, ihm begierig beim Trinken beobachtend, das Handgelenk sofort an sich reißend, als Garret endlich von dem Kerl abließ. Sie wussten beide, dass sie den letzten nicht hätten umbringen müssen, sie waren längst satt gewesen, aber Lawrence hatte trotzdem trinken wollen, nach zwei Toten war ihm all der Anstand und die Zurückhaltung ziemlich egal geworden, und nach dem dritten störte ihn das alles umso weniger. Endlich konnte er seinen letzten schmackhaften Schluck haben, dann sank auch der letzte Körper leblos in sich zusammen. Lawrence schob ihn achtlos von der Couch, zu Gary hinüberrückend. Er hatte noch Blut am Mund kleben, welches der Ältere nur zu gerne ableckte, sich nah an den vergleichsweise warmen Körper schmiegend. Sein Oberkörper und sein Rücken waren verschmiert mit eingetrocknetem Blut, teilweise das ihrer Opfer, teilweise noch sein eigenes von ihrem wilden Sex. Vermutlich sah er selbst nicht viel besser aus, nur dass sein Oberkörper gerade wenigstens von Garys Kleidung bedeckt wurde. Lawrence wäre beinahe am liebsten hier im Wohnzimmer geblieben und hätte in Garys neugewonnener Wärme noch ein paar Stunden geschlafen, aber vermutlich war es besser, dass sie endlich etwas sauber wurden. Er erhob sich, hörte dem Knacken seiner Muskeln zu, bevor er nach der Hand des Schotten griff, ihn auf die Beine ziehend.
„Wir gehen jetzt duschen, es reicht, wenn mein Wohnzimmer so versaut ist“, knurrte er mit einem leichten Grinsen, während des Gehens das Shirt ausziehend und es achtlos beiseite werfend. Er war so froh über seine riesige Dusche, besonders in diesem Moment, eilig seine Shorts ausziehend, bevor er das warme Wasser andrehte und Gary in die Duschkabine zerrte. Er wusste nicht wieso, aber immer, wenn er Blut getrunken hatte, wurde er danach nur umso geiler auf Garret. Er beobachtete das verwässerte Blut, wie es langsam von seinem Körper abgewaschen wurde und Richtung Abfluss rann, anschließend mit den Lippen über die Wunden fahrend, die er gerissen hatte.
„Ich finde, jetzt, wo wir wieder satt sind, könnten wir weitermachen, wo wir aufgehört haben“, grinste er breit, seine Lippen auf den Hals des Größeren legend. Vorsichtig, um ihm nicht allzu sehr wehzutun, grub er seine Zähne in seinen Nacken, den Geschmack seines Blutes in sich aufnehmend. Allein das Gefühl der roten Flüssigkeit auf seiner Zunge war wie purer Sex, sodass er den anderen ein wenig Richtung Fliesenwand drängte, ihn dagegen drückend. Mit Absicht lehnte er seinen Hals bei Trinken ein wenig zur Seite, sodass Gary ihn ebenfalls beißen konnte, denn das einzige, was sich fast noch besser anfühlte als zuzubeißen war selbst gebissen zu werden. Es störte ihn ja im Moment nicht einmal, dass sein Wohnzimmer voller Leichen war, fünf Tote, die sie innerhalb einer halben Stunde gekillt hatten. Das war quasi seine halbe Nachbarschaft, aber er konnte sich einfach kein Mitleid für sie abringen. Er konnte sich einfach nicht dazu bringen, sich schlecht zu fühlen. Sein Leben war noch nie so geil gewesen wie jetzt, da es quasi nur noch aus schlafen, fressen und vögeln zu bestehen schien. Keine nervige, langweilige Arbeit mehr, die er besuchen musste, und Gary musste er auch mit niemandem mehr teilen. Niemand konnte ihnen jetzt noch in die Quere kommen, die Polizei war doch machtlos gegen Untote wie sie. Selbst, wenn sie sie einsperren sollten, kein Gefängnis dieser Welt war ihrer Kraft gewachsen. Aber wieso sollten sie diese pure Körperkraft auf Ausbrüche verschwenden, wenn sie stattdessen Sex haben konnten? Um den Jüngeren nicht unnötig auszulaugen zog er voller Bedauern seine Zähne aus seinem Fleisch zurück, ließ ihn noch eine Weile saugen, bevor er seinen Hals ein wenig zur Seite drehte. Provokativ fuhr er mit den Klauen über den zermackten Rücken des anderen, ihm grinsend die Zähne zeigend.
„Ich hab mich noch nie so…so wild gefühlt“, versuchte er irgendwie die Gefühle in seinem Inneren zu beschreiben, die ihn seit ihrer kleinen Fressorgie nicht mehr losließen.
„Wie ein Tier“, schloss er, Gary noch enger gegen die Fliesen drückend. Er bemerkte nicht einmal, dass seine kleine Aktion die Kacheln hinter dem Rotschopf langsam knacken und brechen ließ, zu beschäftigt war er damit, nach Garrets Unterlippe zu schnappen und ihm seine spitzen Fingernägel immer wieder ins blasse Fleisch zu bohren. Wie langweilig es gewesen wäre, wenn der Schotte kein Vampir geworden wäre, dann hätten sie gar nicht mehr miteinander schlafen können und sie hätten sicherlich diesen unglaublich atemberaubenden Sex verpasst.

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BeitragThema: Re: I want your blood   So Feb 17, 2013 6:36 pm

Man konnte sagen, was man wollte, von Pizza bspw. wurde der junge Mann nicht so geil wie von dem vielen Blut, das durch seine Venen floss und ihn mit neuem Leben versorgte- es war einfach eine erstaunliche Tatsache, dass sie nur so wenig brauchten um so viel empfinden zu können.
Schlagartig schlug der Rotschopf seine Augen auf, blinzelte den Älteren zufrieden an, während seine Finger über die weiche Haut strichen, all die kleinen Narben und frisch hinzugefügten Kratzern ertastend, die ihm einen kleinen Schub an Gutlaunigkeit bereiteten, wenn er jetzt allein gewesen wäre, hätte er sicherlich einen ganz anderen Gemütszustand gehabt, aber zum Glück war der Anwalt in seiner Nähe, leckte sogar sein Gesicht sauber, sodass er sich nicht um diese Kleinigkeiten zu kümmern brauchte.
An sich hätte der Schotte ruhig noch bis zur Abenddämmerung ein wenig ferngesehen, faul rumgesessen oder sogar die Couch etwas zerstört mit freundlich liebevoller sexuellen Interaktion, doch sein Freund schien ganz andere Pläne zu haben. Ohne sich weiter zum wehren, ließ der Jüngere sich vom Anderen auf die Beine ziehen, seine Augenbrauen leicht hochziehend. „Ein bisschen Sauerei mehr oder weniger macht es jetzt auch nicht anders.“, erwiderte er mit belustigtem Unterton, dabei die grünen Augen kurz auf die toten Körper wandern lassend. Sie hatten es tatsächlich in weniger als einer Stunde geschafft fünf Leben zu nehmen, ohne, dass ein schlechtes Gewissen sie nun plagte, vor allem bei dem Dunkelhaarigen wunderte es Garret ein wenig, wer hätte gedacht, dass er, nachdem er so solch eine Panik geschoben hatten, weil sie eine dämliche Frau ermordet hatten, nun so gleichgültig mit dem Tod anderer umgehen konnte? Aber es sollte ihm recht sein, so brauchten sie sich nicht mehr zu zügeln, sie konnten im Prinzip ihre Natur ausleben, das, wofür sie eigentlich gemacht waren und Gary war sich mehr als nur sicher, dass andere Vampire nicht anders drauf waren- sie waren Monster und sie sollten wie welche handeln und leben.
Mit langsamen Schritten trottete der Größere seinem Schöpfer hinterher, auch wenn dieser ihn eher mit sich mitzog, sodass er sich vielleicht gar nicht zu bewegen brauchte, er dennoch vorankommen würde, offenbar schien dem jungen Herren viel an der Sauberkeit zu liegen, dabei war das ganze Blut, sowohl seines, als auch seiner Opfer, irgendwie anregend, wenn nicht sogar heiß genug um ein bisschen länger so rumlaufen zu wollen- manchmal war es eben doch ganz angenehm schmutzig zu sein.
Gary streifte seine Shorts von den Hüften ab, sich kurz im Badezimmerspiegel betrachtend, zufrieden mit dem, was er zu sehen bekam. Er hatte etwas Farbe durch das viele Blut bekommen, doch ihm war klar, dass dies nicht allzu lange andauern würde, vielleicht zwei Stunden, vielleicht sogar etwas länger, sollten sie es heute nur auf zwei und ein halbes Blutpaket belassen, was wahrscheinlich aber nicht der Fall sein würde…zum Glück!
Der Kriminelle bekam gar nicht mehr die Möglichkeit seinen wunderschönen Körper weiterhin zu bewundern, sich all seine Tätowierungen und Narben mit Stolz anzuschauen, da zog sein Anwalt ihn bereits in die warme Dusche. Ein leises Lachen entwich seiner Kehle, als sich ihre Blicke trafen, während er das warme Wasser auf seiner Haut genoss, das das restliche Blut und all den anderen Schmutz und Geruch von anderen Menschen wegwischte. „Du kannst wohl nicht genug bekommen, Law..“, wisperte der Jüngere grinsend in das Ohr seines Freundes, mit den Fingern über das dunkle Haar fahrend, während die andere sich in seinem Nacken festkrallte, ihn ein wenig näher an sich heranziehend. Man konnte also tatsächlich innerhalb weniger Minuten unglaublich scharf auf den anderen werden, ohne, dass wirklich etwas geschehen war, nur, dass sie ihre blankweißen Beißerchen ins Fleisch von irgendwelchen versnobten Nachbarn gerammt hatten und das war eigentlich nicht einmal wirklich sexy, doch offenbar ausreichend, um eine weitere Nummer schieben zu können und Gary wäre ein Idiot, würde er sich diese Gelegenheit entgehen lassen, nicht, nachdem das erste Mal befriedigender war, als alles andere, was er in seinen fünfundzwanzig Jahren je erlebt hatte und dabei hatte er eine Menge erlebt.
Der Rotschopf ließ sich nur zu gerne von dem anderen an die Wand drücken, diese neue Kraft, die in den Knochen des Anwalts steckte, gefiel ihm nur allzu sehr, es war eine ganz andere Erfahrung, eine Erfahrung, die sie ruhig hätten früher erfahren können!
Er stieß ein zufriedenes Seufzen aus, als die fremden Zähne sich abermals in seinen Hals gruben, konnte spüren, wie er ihm die Flüssigkeit nahm, dabei jede Sekunde genießend, während sich die Nägel tief in seine Haut vergruben. Wie konnte so etwas Einfaches nur so berauschend sein?! Mit den blassen Lippen fuhr Gary sanft über den Nacken des Kleineren, kostete jeden Millimeter seiner Haut, ehe er den Mund einen kleinen Spalt öffnete, erst ein wenig über seine zarte Haut fahrend, ehe die spitzen Eckzähne sich ins Fleisch bohrten, das köstliche Blut auf der Zunge spürend. Er könnte glauben, dass sich für diesen kurzen Moment Welten vor seinem inneren Auge offenbart hatten, die ihm vorher nie bekannt waren, sein eigenes Blut schoss in unendlicher Schneller durch die Venen, durch seinen toten Körper, der sich mit jedem Schluck noch enger gegen den anderen presste, sich an der Wunde festsaugte. Es erregte ihn so sehr, dass er glaubte bereits dadurch einen Ständer bekommen zu können, jedoch ließ er rechtzeitig von seinem Freund ab, ihm ein schiefes Lächeln schenkend. Garret hatte die Welt um sich herum vergessen, die Leichen hatten ihn bereits im Wohnzimmer reichlich wenig gekümmert, sodass es kein Wunder war, dass er nun genauso wenig einen Gedanken an die armen Nachbarn verschwendete, an die Konsequenzen, die es für sie hätte mit sich tragen können, denn in ihrer Welt gab es keine Konsequenzen, sie waren frei, so frei, dass sie sogar das Recht auf jeden Mord hatte, zumindest glaubte der Jüngere dies in diesem Augenblick und er würde wahrscheinlich diesen Glauben nicht mehr ablegen können.
Seine Ohren lauschten den Worten des Dunkelhaarigen, ein stummes, kurzes Nicken äußernd, ehe sein Grinsen noch größer wurde, seine prachtvollen Zähne offenbarte. „Wir sind mehr als nur Tiere, wir sind Jäger mit übermenschlichem Verstand, besser, als jeder Mensch da draußen.“, schnurrte die Stimme des Größeren, während die grünen Augen Lawrence beinahe gierig anfunkelten. Man sollte ihn bitte vom Gegenteil beweisen, dass sie nicht höhergestellt oder gar schlechter, als das ganze Pack, das die Welt überfüllte, waren, denn man musste nur die Fakten aufzählen, schon konnte man zu dem Entschluss kommen, dass absolut kein Mensch jemals Macht über sie verfügen konnte. Gary mochte seine Überlegenheit, er liebte es, dass die Nächte ihnen gehörte und dass sie selbst an Tagen immer noch die gleichen stolzen und starken Wesen waren, dass die Sonne ihnen schadete, hatte er schon längst in seinem Rausch vergessen, es war auch nicht wichtig, nicht jetzt.
Langsam wanderten die schlanken Finger über den Oberkörper des Älteren, mit den Nägeln leichte Striemen hinterlassend, ehe er sein Glied umfasste, es langsam massierend, beiläufig seine Lippen auf die anderen pressend, die Zunge tief in den Hals schiebend, dabei den Geschmack des Blutes in sich aufnehmend, der ihn beinahe um den Verstand brachte, ihn schnell zur Sache kommen lassen wollte.
„Sind deine anderen Nachbarn eigentlich auch so schnell einzufangen? Wir könnten ein bisschen Lärm provozieren, damit uns der Rest nie wieder stören kann.“, hauchte seine Stimme leise seinem Schöpfer entgegen, provokativ an seiner ansteigenden Erektion fester zudrückend, während ein zufriedenes Lächeln das schmale Gesicht umrahmte. Alleine der Geruch, der Geschmack und die Tatsache, dass Lawrence so eben hart dank seiner Berührungen wurde, brauchte er gar kein weiteres Vorspiel, drückte seine eigene Erregung enger gegen die Hüftknochen seines Freundes, den er im nächsten Moment herumwirbelte, ihn auf die bereits angeknackte Wand drückend, die weitere leidende Geräusche von sich gab, sich einige Teile von den Kacheln sogar lösten, klirrend auf den Duschboden fielen, doch das interessierte den Schotten in diesem Augenblick reichlich wenig, viel interessanter waren andere Dinge. „Dann läuten wir mal die nächste Runde ein.“, knurrte der Rotschopf auffordernd, mit seinen Händen zu Laws Oberschenkeln wandernd, die Finger fest im Fleisch vergrabend, ehe er ihn mit einem Ruck anhob, sich darauf verlassend, dass er seine Beine um seine Taille schlang, nebenbei mit der Zunge über seinen Oberkörper gleitend, sanft in seine Brustwarzen beißend.
Sein Blick wanderte abermals zum schmalen Gesicht des Untoten, ihm einen innigen Kuss auf die Lippen drückend, ehe er langsam in ihn eindrang. Seine Hüften bewegten sich erst langsam, dann etwas schneller, ganz in seinen Freund eindringend, ein dunkles Stöhnen ausstoßend. Gary würde sich wahrscheinlich niemals an dieses Gefühl gewöhnen können, es war so geiler, es war besser als jeder Trip und jede noch so edle und teure Droge, die jemals erfunden worden war. Ob man Vampirblut als Droge verkaufen konnte? Würden Menschen darauf abfahren? Garret konnte sich vorstellen, dass sie ebenso geil werden würden, doch sie verdienten dieses Gefühl nicht, es war ihnen vorbehalten und es würde immer ihres sein.
Mit einem lauten Knurren drückte er den schlanken Leib des Kleineren noch enger gegen die Kacheln, stieß noch heftiger zu, während sich seine Lippen wild auf den Mund seines Schöpfers pressten, die Zunge an den messerscharfen Zähnen vorbeischiebend, sich dabei sogar ein wenig schneidend, doch es machte ihm nichts aus, es tat nicht weh, es provozierte nur noch mehr Geilheit und noch mehr Lust, die beide Leiber gerade fest umhüllte, sie wie wilde Tiere die Dusche zerstören ließ, die ihrer Kraft einfach nicht gewachsen war.
Jede Bewegung, jedes noch heftiger Stoßen ließ den Schotten regelrecht den Verstand verlieren, er wusste nicht wie laut und heftig er gerade den Anderen vögelte, doch es interessierte Gary auch nicht, jeglicher Gedanke an andere, die er vielleicht noch vor einigen Wochen verschwendet hätte, schließlich war er kein komplettes Arschloch, waren nun verflogen, wurden unwichtig und gehörten absolut nicht zu dem Leben, das er nun führte, und verdammt, er führte ein geileres Leben als je zuvor.
Beiläufig wanderten seine Finger zu Lawrence‘ Erektion, mit den Fingern im Rhythmus seines Beckens an dieser reibend, während seine Zähne über den nackten Hals des Anderen fuhren, hin und wieder einige, feine Wunden hinterlassend, das Blut mit der Zunge wegleckend, die wie Treibstoff für sein Inneres war, ihn dazu animierte den anderen Leib noch heftiger zu vögeln, so lange, bis die Wand hinter ihnen nicht mehr stand, bis die ganze Wohnung nicht mehr existierte.

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BeitragThema: Re: I want your blood   Mo Feb 18, 2013 9:45 pm


Lawrence hatte eigentlich gedacht, dass ihr eiskaltes Fleisch sich nicht so schnell erhitzen würde, doch in der Dusche, mit Garys Körper so nah an seinem, war ihm plötzlich unglaublich warm, dass er fast hätte denken können, dass er wieder lebendig war. Dabei wollte er gerade jetzt überhaupt kein langweiliger Mensch sein, denn dann würde ihm die Kraft fehlen, den Rotschopf so fest gegen die Wand zu drücken, wie er es jetzt gerade tat, und dann würde sein Blut auch keinen kleinen Miniorgasmus auslösen bei jedem Schluck, der seine Kehle hinunterrann. Wie hatten sie früher bloß an Sex Spaß haben können, jetzt kam Lawrence das alles so furchtbar langweilig vor! Gut, aber vermutlich hätte solch harter Sex wie der, den sie jetzt hatte, ihnen früher auch alle Knochen gebrochen. Er konnte die Kacheln in Garys Rücken weiter knacken hören, ein breites Grinsen aufsetzend. Gar keine so schlechte Idee, dann konnten sie noch mehr Nachbarn hier herunterlocken und sie verspeisen. Aber das war eigentlich viel zu einfach, wo blieb da der Kitzel der Jagd? Aber gut, dass er sich darum fürs erste keine Gedanken machen musste, alles was ihn jetzt interessieren musste war Garys Schwanz. Er legte den Kopf leicht in den Nacken, stieß ein dunkles Stöhnen aus, als die Hand des Schotten in seinen Schritt wanderte. Seine Fingernägel fuhren ungehalten über seinen Rücken, tiefe rote Striemen verursachend. Er musste grinsen, als der andere exakt die Worte aussprach, die ihm so eben noch durch den Kopf gegangen waren. Mit einem Grinsen schüttelte er den Kopf, sich leicht zu Gary hinüberbeugend.
„Aber dann müssten wir das hier unterbrechen und ich will jetzt viel lieber vögeln als fressen“, schnurrte er, sich in seinem Ohrläppchen verbeißend. Jeder Tropfen Blut den er bekommen konnte war gut genug. Irgendwann sollten sie sich einmal den Gefallen tun und mehr voneinander trinken, natürlich nur mit ein paar Opfern in der Hinterhand, die sie danach aussaugen konnten. Vermutlich würde er den Verstand verlieren, bevor er auch nur annähernd genug getrunken hatte. Er spürte, wie sich Garrets Ständer gegen seinen Unterleib drückte, es machte ihn nur umso heißer, animierte ihn dazu, mit seiner Zunge über Garrets Oberleib zu wandern. Schade, dass das Wasser jegliche Blutspur aus seiner Kehle sofort abgewaschen hatte. Der Anwalt stieß ein dunkles Knurren aus, als er so einfach herumgewirbelt wurde. Wenn er selbst schon stark geworden war, wie mochte es dann Garret erst ergehen? Er musste so unglaublich stark sein, dass er vermutlich wirklich aufpassen musste, um mit ihm nicht die Wand einstürzen zu lassen. Lawrence versuchte so überrascht wie möglich zu sein, als der Rotschopf ihn so plötzlich hochhob. Die Genugtuung wollte er ihm nicht gönnen. Mehr aus Glück als aus Verstand schlangen sich seine Beine um die Hüfte des anderen. Irgendwie hatte er nicht das Gefühl, dass ihm die Wand in seinem Rücken besonders viel Stabilität bot, aber das würden sie ja gleich noch herausfinden. Seine schöne Dusche…Ein Bett konnte man einfach neu kaufen, bei einer ganzen Badezimmerwand sah das anders aus.
„Danach müssen wir glaub ich zu dir, meine Wohnung steht dann nicht mehr“, lachte er dunkel, wurde allerdings im nächsten Moment schon unterbrochen, als Gary in ihn eindrang. Es war einfach immer noch ein unglaubliches Gefühl ihn so tief in sich zu spüren, und das ohne nerviges Gummi, nur den anderen Schwanz, sonst nichts. Es machte Law beinahe verrückt, jede Bewegung des anderen ließ ihn aufjaulen und knurren wie ein wildes Tier, aber er hatte das Gefühl, dass er völlig den Verstand verlieren würde, wenn er diese Geräusche nicht von sich geben würde. Seine Zähne und Klauen wanderten immer wieder über den Oberkörper des anderen, sich darin vergrabend. Jedes bisschen Provokation machte die Stöße des anderen nur noch härter, und es war genau das, was Lawrence wollte.
„Ich glaub ich halt das nicht aus“, stieß er dunkel aus, sich so eng er nur konnte an den Körper des anderen drückend, den Kopf an Garrets Schulter lehnend. Er wusste kaum wohin mit sich, schaffte es allerdings irgendwie, sich ein wenig von der Wand wegzudrücken, sodass er keinen Halt mehr im Rücken hatte, aber Gary konnte ihn zum Glück auch so festhalten.
„Daran könnte ich mich wirklich gewöhnen“, grinste er breit, seine Hüften denen des Rotschopfes entgegen bewegend. Bestimmt schreckten sie gerade die ganze Nachbarschaft auf, aber das machte den Dunkelhaarigen nur noch mehr an, sie sollten ruhig alle mit hochroten Köpfen dort sitzen und zuhören, wie er den Fick seines Lebens hatte. Erneut verbiss Lawrence sich in der Schulter des Größeren, allerdings ohne wirklich Blut zu schlucken. Sein ganzer Leib war einfach viel zu sehr damit beschäftigt, zum Orgasmus zu kommen. Gott, wie langweilig ihr unsterbliches Leben geworden wäre, wenn sie keinen Sex mehr hätten haben können. Sicher, mittlerweile konnte er Gary auch so ganz gut leiden, aber so gar nicht rumficken….Das hätte ihn dann doch sehr genervt. Er drückte den Körper des anderen ein wenig Richtung Duschwand, seine Hände gegen die Glasscheibe drückend, seinen Mund gierig auf den des anderen pressend. Er brauchte kaum noch seine Hüften zu bewegen, bis er endlich zum Orgasmus kam, mit den Nägeln Katzer in das Glas der Duschkabine ziehend. Die Laute, die er ausstieß, waren kaum noch menschlich, aber das, was aus Garys Kehle kam, klang kaum anders, sodass es ihm egal sein konnte. Schwer atmend lehnte er seinen Kopf an die Brust des Größeren, seine Arme um seinen Hals legend. Es war wirklich gut, dass er ihn einfach so halten konnte, denn für eine gewisse Zeit hätte Law sich auch nicht rühren können, schwer atmend auf Garys fehlenden Herzschlag hörend.
„Vögeln und fressen, was für ein hervorragender Abend“, grinste er , seinen Klammergriff langsam lösend und sich wieder auf eigene Beine stellend. Von dem erhitzten Leib des anderen wollte er dennoch nicht ablassen, seine Arme um die Taille des Jüngeren legend, ihn näher zu sich ehranziehend, sodass er ihn küssen konnte. Er ließ das Wasser langsam das Blut abwaschen, Schweiß gab es da ja nicht mehr abzuwaschen. Das waren so viele kleine praktische Dinge! Sie standen sicher noch eine ganze Weile unter der Dusche, Lawrence war es nicht einmal peinlich, dass er gerade so anhänglich war, er hatte sich das auch einmal verdient, und nach dem Sex durfte man anhänglich sein. Die Dusche sah zum Glück nicht ganz so schlimm aus wie sein Bett, völlig unbeschadet hatte sie ihren Fick aber auch nicht überstanden.
„Es dauert sicher noch zwei Stunden, bis die Sonne endlich weg ist. Couch und Fernsehen?“, fragte er, während er das Wasser abdrehte, sich ein herumliegendes Handtuch schnappend und seine Haare abtrocknend. Auf großartig Kleidung hatte er keine wirkliche Lust, aber er zog sich wenigstens die Boxershorts wieder über die Hüften und konnte nicht ganz widerstehen, sich Garys Shirt ebenfalls wieder überzuziehen, ein wohliges Schnurren ausstoßend, als der Jüngere scheinbar außer Hörweite im Wohnzimmer war. Lawrence folgte ihm rasch, wäre allerdings beinahe in ihn hineingerannt, als dieser abrupt stehen blieb. Für einen kurzen Moment wusste der Anwalt nicht, warum, aber im nächsten Moment spannten sich schon alle seine Muskeln an und seine Augenbrauen zogen sich zusammen. Da waren vier Gestalten in ihrer Wohnung zwischen all den Leichen, und es waren ganz sicher keine Menschen. Das konnte er sowohl riechen als auch hören. Kein Herzschlag. Ruckartig warf er einen Blick zu Garret, aber der schien ebenso ratlos zu sein wie er selbst.
„Was wollt ihr, warum brecht ihr hier einfach ein?“, fragte er zischend. Er war besorgt, dass sie in der Überzahl waren, da half ihnen wohl auch ihr Heimvorteil und das frische Blut nichts.
„Verschwindet aus meiner Wohnung, ihr habt hier nichts zu suchen!“
Er wusste zwar, dass er selbst auch ein Vampir war, aber die Erinnerung an den Einbruch, der ihn zu dem hier gemacht hatte, saß noch immer tief in seinem Schädel, und allein der Anblick der fremden Vampire ließ ihm alle Nackenhaare abstehen. Lawrence stieß ein dunkles Knurren aus, sie waren denen sicherlich nicht gewachsen, was auch immer sie wollten. Drei Männer und eine Frau, und besonders freundlich sahen sie nicht gerade aus. Mit abfälligem Blick musterten sie die Leichen auf dem Boden. Lawrence konnte den ansteigenden Zorn beinahe körperlich spüren.

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